Die Deutsche Bank ist Deutschlands größtes Kreditinstitut und die einzige deutsche Bank mit globaler Investmentbank. Nach einem Jahrzehnt der Restrukturierung schreibt sie wieder verlässlich Gewinne.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Deutsche Bank AG |
| WKN | 514000 |
| ISIN | DE0005140008 |
| Tickersymbol | DBK |
| Börse | Xetra, Frankfurt, New York |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 10 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Banken |
| Sitz | Frankfurt am Main, Deutschland |
| Gegründet | 1870 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Die Bank arbeitet in vier Bereichen. Die Investmentbank handelt mit Anleihen und Währungen und begleitet Unternehmen bei Emissionen – das ertragsstärkste, aber auch schwankungsanfälligste Geschäft.
Die Unternehmensbank bedient Firmenkunden mit Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung. Die Privatkundenbank umfasst das Filialgeschäft samt Postbank. Die Vermögensverwaltung läuft über die börsennotierte DWS.
Banken verdienen an der Zinsspanne und an Provisionen. Die Deutsche Bank ist dabei stärker als andere deutsche Institute vom Handelsgeschäft abhängig.
Was den Kurs bewegt
Zinsniveau. Höhere Zinsen verbessern die Zinsmarge deutlich – siehe Leitzins.
Marktvolatilität. Unruhige Märkte bedeuten mehr Handelsvolumen und höhere Erträge im Anleihehandel. Die Bank profitiert damit von Phasen, die anderen schaden.
Rechtsrisiken. Jahrelang belasteten Verfahren und Strafzahlungen das Ergebnis. Solche Meldungen bewegen den Kurs bis heute überdurchschnittlich.
Gewichtung im DAX
Der Streubesitz ist hoch, es gibt keinen beherrschenden Aktionär. Die Marktkapitalisierung liegt allerdings unter dem, was die Bilanzsumme vermuten ließe – ein Hinweis darauf, wie skeptisch der Markt das Geschäftsmodell bewertet.
Dividende
Nach Jahren ohne oder mit symbolischer Ausschüttung zahlt die Deutsche Bank wieder eine steigende Dividende und kauft zusätzlich eigene Aktien zurück.
Wie bei allen Banken steht die Ausschüttung unter dem Vorbehalt der Aufsicht – siehe auch das Portrait zur Commerzbank.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| BNP Paribas | Frankreich | FR0000131104 |
| UBS | Schweiz | CH0244767585 |
| Commerzbank | Deutschland | DE000CBK1001 |
| Goldman Sachs | USA | US38141G1040 |
Im Investmentbanking konkurriert die Bank mit den US-Häusern Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley. In Europa sind BNP Paribas und UBS die direkten Gegenspieler.
Das Geschäftsmodell im Detail
Die Deutsche Bank ist das größte deutsche Kreditinstitut und in vier Bereichen tätig. Der Konzern hat nach Jahren der Verluste und Umbauten seit 2019 einen Sanierungskurs durchlaufen, der inzwischen wieder stabile Gewinne liefert.
| Bereich | Was dahintersteht | Merkmal |
|---|---|---|
| Investmentbank | Anleihehandel, Devisen, Beratung bei Übernahmen | ertragsstärkster Bereich, schwankungsanfällig |
| Unternehmensbank | Zahlungsverkehr und Finanzierung für Firmenkunden | stabile Erträge, zinsabhängig |
| Privatkundenbank | Filialgeschäft in Deutschland, Postbank | margenschwach, hoher Kostenblock |
| Vermögensverwaltung | Beteiligung an der DWS | Gebührenerträge ohne eigenes Risiko |
Die Mischung ist ungewöhnlich: Anders als bei den meisten europäischen Großbanken trägt das Kapitalmarktgeschäft den Großteil der Erträge – eine Struktur, die eher an amerikanische Häuser erinnert.
Warum Banken auf Zinsen reagieren
Eine Bank verdient an der Differenz zwischen dem, was sie für Einlagen zahlt, und dem, was sie für Kredite verlangt. In der Nullzinsphase war diese Spanne über Jahre zusammengedrückt.
Seit der Zinswende hat sich das gedreht. Höhere Leitzinsen erlauben höhere Kreditzinsen, während Sparzinsen langsamer steigen. Das erklärt die Kurserholung europäischer Bankaktien seit 2022 – Hintergründe im Beitrag zum Leitzins.
Die Kehrseite: Steigende Zinsen erhöhen das Risiko von Kreditausfällen. Für Banken ist deshalb die Risikovorsorge die zweite entscheidende Kennzahl neben dem Zinsüberschuss.
Was den Kurs bewegt
Die Eigenkapitalrendite. Sie zeigt, wie viel die Bank aus dem eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Jahrelang lag sie bei der Deutschen Bank unter den Kapitalkosten – der Kern des Problems.
Die harte Kernkapitalquote. Aufsichtsrechtlich vorgeschrieben. Nur oberhalb der Anforderungen darf die Bank Dividenden zahlen und Aktien zurückkaufen.
Rechtsrisiken. Altlasten aus der Zeit vor 2015 belasteten die Bilanz über Jahre mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe.
Die Postbank-Integration. Der Zusammenschluss der IT-Systeme verlief holprig und beschäftigte zeitweise die Finanzaufsicht.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Bemerkung |
|---|---|---|
| BNP Paribas | 🇫🇷 Frankreich | größte Bank der Eurozone |
| UBS | 🇨🇭 Schweiz | nach der Credit-Suisse-Übernahme dominant |
| Commerzbank | 🇩🇪 Deutschland | Wettbewerber im Firmenkundengeschäft |
| JPMorgan | 🇺🇸 USA | Maßstab im Investmentbanking |
| ING | 🇳🇱 Niederlande | starkes Direktbankgeschäft in Deutschland |
Einordnung
Die Deutsche Bank ist der Versuch, eine global tätige Investmentbank aus Europa heraus zu betreiben – ein Anspruch, der jahrzehntelang teuer war und erst in jüngerer Zeit Erträge abwirft.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Eigenkapitalrendite die entscheidende Zahl. Sie zeigt, ob die Bank mehr verdient, als das eingesetzte Kapital kostet – über lange Jahre war das nicht der Fall.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.