Ein physisch replizierender ETF kauft die Wertpapiere seines Index tatsächlich. Das ist die einfachste Form der Abbildung und heute bei Standardindizes der Normalfall.
Zwei Varianten
| Variante | Vorgehen | Wann üblich |
|---|---|---|
| Vollständige Nachbildung | alle Indexwerte werden gekauft | bei überschaubaren Indizes wie dem DAX |
| Sampling | nur ein repräsentativer Teil wird gekauft | bei Indizes mit vielen Werten |
Ein Weltindex mit über 1.500 Titeln lässt sich kaum vollständig abbilden, weil kleine Positionen unverhältnismäßig hohe Handelskosten verursachen. Dort greift das Sampling.
Vorteile
Nachvollziehbarkeit. Die Bestände werden täglich veröffentlicht. Man kann jederzeit nachsehen, was im Fonds liegt.
Kein Vertragspartner. Anders als bei der synthetischen Abbildung ist keine Bank beteiligt, die ausfallen könnte.
Dividendenbezug. Der Fonds erhält die Ausschüttungen der Unternehmen direkt und kann sie weiterreichen oder anlegen.
Das verbleibende Risiko
Viele physische ETFs verleihen Wertpapiere gegen Gebühr. Fällt der Entleiher aus, greifen hinterlegte Sicherheiten – ein geringes, aber vorhandenes Zusatzrisiko.
Wie hoch der verliehene Anteil ist und wie die Erträge verteilt werden, steht im Jahresbericht. Einzelheiten im Beitrag zur Wertpapierleihe.
Wie man die Methode erkennt
| Im Basisinformationsblatt | Abschnitt zur Anlagepolitik |
| Auf der Anbieterseite | Angabe physisch, vollständig oder Sampling |
| In der Bestandsliste | physische ETFs veröffentlichen alle Positionen |
| Beim Namen | kein verlässlicher Hinweis |
Für Standardindizes greifen die meisten Anleger heute zur physischen Variante. Bei schwer zugänglichen Märkten oder Rohstoffen bleibt die synthetische Abbildung die praktikablere Lösung.
Quellen
- Basisinformationsblätter und Jahresberichte der Fondsanbieter
- BaFin – Vorgaben für Investmentvermögen
Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.