Wertpapierleihe: Wie ETFs ihre Kosten senken

Viele ETFs verleihen Wertpapiere aus ihrem Bestand gegen Gebühr. Die Erträge fließen dem Fondsvermögen zu und verbessern die Wertentwicklung – dafür entsteht ein geringes Zusatzrisiko.

Wie das Geschäft abläuft

SchrittWas geschieht
Verleihder Fonds überlässt Papiere einem anderen Marktteilnehmer
Sicherheitender Entleiher hinterlegt Werte, die den Kurswert übersteigen
Gebührder Entleiher zahlt eine Leihgebühr
Tägliche Anpassungdie Sicherheiten werden laufend nachjustiert
Rückgabeder Fonds kann die Papiere jederzeit zurückfordern

Entleiher sind meist Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse setzen oder Lieferverpflichtungen erfüllen müssen.

Was Anleger davon haben

Ein Teil der Erträge wird dem Fonds gutgeschrieben, der Rest geht an die Fondsgesellschaft. Übliche Aufteilungen liegen bei 60 bis 70 Prozent zugunsten des Fonds.

Das erklärt, warum manche ETFs ihren Index nach Kosten fast exakt abbilden oder ihn sogar leicht übertreffen – sichtbar in der Tracking Difference.

Das Risiko

Fällt der Entleiher aus, werden die hinterlegten Sicherheiten verwertet. Weil sie den Wert der verliehenen Papiere übersteigen und täglich angepasst werden, ist ein Verlust unwahrscheinlich.

Ein Restrisiko bleibt, wenn Sicherheiten und verliehene Papiere gleichzeitig an Wert verlieren – ein Szenario, das vor allem in schweren Marktkrisen denkbar ist.

Wo man die Angaben findet

Anteil der verliehenen PapiereJahresbericht, oft auch monatliches Factsheet
Verteilung der ErträgeVerkaufsprospekt
Art der SicherheitenJahresbericht
Obergrenzevom Anbieter festgelegt, häufig 50 Prozent des Vermögens

Wer das Zusatzrisiko vermeiden möchte, findet Anbieter, die auf Wertpapierleihe verzichten – zu leicht höheren effektiven Kosten. Bei synthetisch abbildenden ETFs stellt sich die Frage nicht, dort besteht ein anderes Konstrukt.

Quellen

  • Jahresberichte und Verkaufsprospekte der Fondsanbieter
  • BaFin – Vorgaben zu Wertpapierdarlehen in Investmentvermögen

Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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