Visa gibt keine Kreditkarten aus und vergibt keine Kredite. Das Unternehmen betreibt das Netz, über das Zahlungen zwischen Händlerbank und Kartenbank abgewickelt werden – und kassiert bei jeder Transaktion mit.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Visa Inc. |
| ISIN | US92826C8394 |
| WKN | A0NC7B |
| Tickersymbol | V |
| Börse | New York Stock Exchange |
| Index | Dow Jones, S&P 500 |
| Branche | Zahlungsverkehr |
| Sitz | San Francisco, Kalifornien, USA |
| Gegründet | 1958 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Visa gibt keine Karten aus und vergibt keine Kredite. Der Konzern betreibt das Netz, über das Zahlungen zwischen Händlerbank und Kartenbank abgewickelt werden, und verdient an Gebühren, die anteilig am Transaktionsvolumen bemessen sind. Je mehr und je höhere Beträge über das Netz laufen, desto höher die Einnahmen – ohne dass Visa selbst Kreditrisiko trägt.
| Beteiligter | Rolle |
|---|---|
| Karteninhaber | zahlt mit der Karte |
| Kartenausgebende Bank | gibt die Karte aus, trägt das Kreditrisiko |
| Händler | akzeptiert die Zahlung |
| Händlerbank | wickelt für den Händler ab |
| Visa | betreibt das Netz und stellt Gebühren in Rechnung |
Das Kreditrisiko liegt bei den herausgebenden Banken. Fällt ein Kartenkunde aus, trifft das die Bank, nicht Visa. Dieses Modell unterscheidet das Unternehmen grundlegend von American Express, das beides macht.
Besonders lukrativ sind grenzüberschreitende Zahlungen: Dort fallen zusätzliche Entgelte für die Währungsumrechnung an.
Was den Kurs bewegt
Konsumausgaben. Das Volumen folgt dem Verbrauch. In Rezessionen sinken die Transaktionen, allerdings weniger stark als andere Konjunkturindikatoren.
Reiseverkehr. Grenzüberschreitende Zahlungen sind besonders margenstark. Einbrüche im internationalen Reiseverkehr wirken überproportional.
Regulierung. Behörden in Europa und den USA begrenzen Interbankenentgelte, also die Gebühren, die Händler zahlen müssen. Solche Eingriffe treffen das Geschäftsmodell im Kern.
Neue Zahlungsverfahren. Sofortüberweisungen und digitale Zentralbankwährungen könnten Karten teilweise ersetzen.
Gewichtung im Dow Jones
Visa gehört wegen des hohen Aktienkurses zu den schwerer gewichteten Werten im kursgewichteten Dow Jones – siehe Dow Jones.
Dividende
Visa zahlt seit dem Börsengang 2008 eine stetig steigende Dividende. Die Ausschüttungsquote ist niedrig, dafür kauft das Unternehmen in großem Umfang eigene Aktien zurück.
Für deutsche Anleger fällt US-Quellensteuer an – siehe Abgeltungsteuer.
Aktiensplits
| Datum | Verhältnis |
|---|---|
| 19.03.2015 | 4 : 1 |
Der Split 2015 vervierfachte die Zahl der Aktien. Am Wert der Beteiligung änderte sich nichts – mehr dazu im Beitrag zum Aktiensplit.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist im Frühjahr |
| Dividendenzahlung | vierteljährlich |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | rund zwei Wochen vor jedem Zahltag |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Mastercard | USA | US57636Q1040 |
| American Express | USA | US0258161092 |
| PayPal | USA | US70450Y1038 |
| Block | USA | US8522341036 |
Mastercard ist der direkte Wettbewerber mit nahezu identischem Modell. Zusammen bilden beide ein Duopol im westlichen Zahlungsverkehr. Angriffe kommen von Sofortzahlungssystemen, die Karten umgehen.
American Express gibt die Karten selbst aus, PayPal ist auf Onlinezahlungen ausgerichtet. Außerhalb der westlichen Märkte dominiert UnionPay den chinesischen Markt; in Europa sind Girocard und Wero als Alternativen im Aufbau.
Warum das Modell so profitabel ist
Visa trägt kein Kreditrisiko – das liegt bei den Banken. Der Konzern betreibt Rechenzentren und Sicherheitssysteme, deren Kosten kaum steigen, wenn mehr Transaktionen laufen.
Jede zusätzliche Zahlung erhöht den Umsatz, ohne nennenswerte Zusatzkosten zu verursachen. Daraus ergeben sich operative Margen, die in kaum einer anderen Branche erreicht werden.
Hinzu kommt ein Netzwerkeffekt: Händler akzeptieren Visa, weil viele Kunden die Karte haben – und Kunden nutzen sie, weil viele Händler sie akzeptieren.
Einordnung
Visa ist ein Mautbetreiber im Zahlungsverkehr: Das Unternehmen besitzt die Infrastruktur und verdient an jeder Nutzung, ohne Kredite zu vergeben oder Kunden zu betreuen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Regulierung das größte Risiko. Nicht Wettbewerb bedroht die Margen, sondern staatliche Obergrenzen für Entgelte.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden. Bei US-Werten besteht zusätzlich ein Währungsrisiko.