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Wells Fargo Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

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Hauptstraße einer amerikanischen Kleinstadt aus der Vogelperspektive mit Bankfiliale, Passanten und Herbstbäumen
Aktie im Porträt

Wells Fargo Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Wells Fargo gehört zu den vier größten Banken der USA. Anders als Citigroup oder Goldman Sachs ist das Institut stark auf den Heimatmarkt ausgerichtet: Privatkunden, Hypotheken, Kreditkarten und das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen bilden den Kern. Nach dem Kontenskandal von 2016 stand die Bank sieben Jahre unter einer Vermögensobergrenze der Federal Reserve. Seit diese im Juni 2025 aufgehoben wurde, wächst Wells Fargo wieder deutlich.

Unternehmensprofil

UnternehmenWells Fargo & Company
ISINUS9497461015
TickersymbolWFC
BörseNYSE
BrancheBanken, Finanzdienstleistungen
SitzSan Francisco, Kalifornien (USA)
Gegründet1852
Mitarbeiterrund 205.000 aktive Mitarbeiter (31.12.2025)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Wells Fargo verdient sein Geld vor allem mit dem klassischen Zinsgeschäft: Die Bank sammelt Einlagen und vergibt Kredite. Im dritten Quartal 2026 stammten 12.517 Mio. US-$ der Gesamterträge von 21.870 Mio. US-$ aus dem Zinsüberschuss. Hinzu kommen Gebühren aus Kontoführung, Karten, Vermögensverwaltung und Investmentbanking.

Die Bank berichtet in vier Segmenten. Consumer Banking and Lending umfasst Filialen, Hypotheken, Kreditkarten und Autokredite. Commercial Banking betreut mittelständische Firmenkunden. Corporate and Investment Banking bedient Großkonzerne und institutionelle Kunden mit Krediten, Kapitalmarkt- und Handelsdienstleistungen. Wealth and Investment Management bietet Vermögensberatung und Brokerage.

SegmentErträge Q3 2026Veränderung zum Vorjahr
Consumer Banking and Lending10.656 Mio. US-$+5 %
Commercial Banking3.236 Mio. US-$+6 %
Corporate and Investment Banking5.008 Mio. US-$+3 %
Wealth and Investment Management4.104 Mio. US-$+12 %

Zahlen

Mrd. US-$20242025Q3 2026
Gesamterträge82,383,721,9
Nettoergebnis19,721,36,0
Gewinn je Aktie, verwässert (US-$)5,376,261,87
Harte Kernkapitalquote (CET1)11,1 %10,6 %10,0 %
Eigenkapitalrendite (RoTCE)13,4 %14,6 %16,3 %
Aktienrückkäuferund 20182,5
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Wells Fargo, Stand Oktober 2026.

Am 13. Oktober 2026 meldete Wells Fargo für das dritte Quartal einen Anstieg der Gesamterträge um 2 % auf 21.870 Mio. US-$. Der Nettogewinn stieg um 6 % auf 5.951 Mio. US-$, der Gewinn je Aktie um 13 % auf 1,87 US-$. Die durchschnittlichen Kredite und Einlagen lagen jeweils 11 % über dem Vorjahr, die Kosten sanken um 1 %. Die Zahl der Mitarbeiter ging binnen eines Jahres um 8 % zurück. In den ersten neun Monaten 2026 erreichte die Eigenkapitalrendite (RoTCE) 16,2 % nach 14,7 % im Vorjahreszeitraum. Die Risikovorsorge stieg allerdings um 51 % auf 1.029 Mio. US-$.

Dividende: Ende Juli 2026 erhöhte Wells Fargo die Quartalsdividende um 11 % von 0,45 auf 0,50 US-$ je Aktie, zahlbar am 1. September 2026. Bereits 2025 hatte die Bank die Dividende um 13 % angehoben. Insgesamt flossen 2025 rund 23 Mrd. US-$ über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre.

Was den Kurs bewegt

  • Ende der Vermögensobergrenze: Am 3. Juni 2025 hob die Federal Reserve die 2018 verhängte Begrenzung der Bilanzsumme auf. Die Bank habe alle Bedingungen dafür erfüllt, so die Notenbank. Seitdem kann Wells Fargo Kredite, Einlagen und das Handelsgeschäft wieder ausweiten. Die durchschnittliche Bilanzsumme stieg im dritten Quartal 2026 um 12 % auf 2.243,5 Mrd. US-$.
  • Verbleibende Auflagen: Die übrigen Bestimmungen der Fed-Anordnung von 2018 zu Unternehmensführung und Risikomanagement gelten weiter. Hinzu kommt eine Vereinbarung mit der OCC von 2024 zur Geldwäscheprävention.
  • Effizienz: Konzernchef Charlie Scharf senkt seit Jahren Kosten und Personal. Nach seinen Worten finanzieren die Einsparungen einen großen Teil der Investitionen in das Geschäft.
  • Zinsen: Der Zinsüberschuss reagiert auf Leitzinsen und Einlagenkosten der US-Notenbank.
  • Kapital und Kreditqualität: Die CET1-Quote sank bis Ende September 2026 auf 10,0 %. Höhere Risikovorsorge und das US-Konsumklima gelten als Risiken.

Wettbewerber

Im US-Privat- und Firmenkundengeschäft konkurriert Wells Fargo vor allem mit JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup sowie mit Regionalbanken wie U.S. Bancorp und PNC. Im Investmentbanking trifft die Bank auf Häuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley. Im Geschäftsbericht verweist Wells Fargo zudem auf wachsende Konkurrenz durch Fintechs und Private-Credit-Anbieter.

Fazit

Wells Fargo hat einen langen Sanierungsweg hinter sich. Mit dem Wegfall der Vermögensobergrenze ist das größte regulatorische Hemmnis beseitigt, und die Bank wächst bei Krediten und Einlagen zweistellig. Die Eigenkapitalrendite hat sich von 13,4 % im Jahr 2024 auf über 16 % in den ersten neun Monaten 2026 verbessert. Gleichzeitig ist die Kapitalquote durch Rückkäufe und Wachstum gesunken.

Aus Sicht der Marktteilnehmer gilt Wells Fargo als vergleichsweise stark auf das US-Inlandsgeschäft fokussierte Großbank mit hohen Ausschüttungen. Wichtig wird sein, ob das Wachstum nach Aufhebung der Obergrenze profitabel bleibt und die Kreditqualität stabil bleibt.

Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.