Die Allianz ist einer der größten Versicherer der Welt und zugleich ein gewaltiger Vermögensverwalter. Über Pimco und Allianz Global Investors verwaltet der Konzern Kundengelder in Billionenhöhe.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Allianz SE |
| WKN | 840400 |
| ISIN | DE0008404005 |
| Tickersymbol | ALV |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 3 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Versicherung, Vermögensverwaltung |
| Sitz | München, Deutschland |
| Gegründet | 1890 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Geschäft ruht auf drei Säulen. In der Schaden- und Unfallversicherung werden Prämien eingenommen und Schäden reguliert – verdient wird, wenn die Prämien höher ausfallen als Schäden und Kosten.
Die Lebens- und Krankenversicherung funktioniert anders: Hier sammelt der Konzern über Jahrzehnte Beiträge an und legt sie an. Der Ertrag entsteht aus der Differenz zwischen erwirtschafteter Rendite und garantierter Verzinsung.
Die Vermögensverwaltung mit Pimco ist das margenstärkste Geschäft. Hier fließen Gebühren auf verwaltetes Vermögen, ohne dass der Konzern eigenes Risiko trägt.
Was den Kurs bewegt
Zinsniveau. Versicherer legen Prämien an, bevor Schäden anfallen. Höhere Zinsen verbessern diese Kapitalanlage erheblich und entlasten zugleich die Garantien aus alten Lebensversicherungsverträgen – siehe Leitzins.
Großschäden. Naturkatastrophen belasten das Ergebnis. Anders als bei Rückversicherern wie Hannover Rück ist der Effekt aber gedämpft, weil das Geschäft breiter gestreut ist.
Mittelzuflüsse bei Pimco. Ziehen Anleger Gelder ab, sinken die Gebühreneinnahmen unmittelbar. Solche Zahlen bewegen den Kurs deutlich.
Gewichtung im DAX
Die Allianz gehört zu den schwergewichtigsten DAX-Werten. Der Streubesitz liegt nahe hundert Prozent, es gibt keinen beherrschenden Aktionär – das Indexgewicht entspricht damit weitgehend der Marktkapitalisierung.
Dividende
Die Allianz gilt als eine der verlässlichsten Dividendenaktien im DAX. Das Unternehmen verfolgt eine Politik, die Ausschüttung nicht zu senken, und ergänzt sie regelmäßig durch Aktienrückkäufe.
Die Ausschüttungsquote liegt bei etwa der Hälfte des Gewinns. Was die Dividendenrendite aussagt, steht im eigenen Beitrag.
Termine
| Datum | Anlass |
|---|---|
| 12. November 2026 | Ergebnisse 3. Quartal 2026 |
| 24. Februar 2027 | Ergebnisse Geschäftsjahr 2026 |
| 12. März 2027 | Geschäftsbericht 2026 |
| 5. Mai 2027 | Hauptversammlung |
| 13. Mai 2027 | Ergebnisse 1. Quartal 2027 |
| 6. August 2027 | Ergebnisse 2. Quartal 2027 und Halbjahresbericht |
| 11. November 2027 | Ergebnisse 3. Quartal 2027 |
Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Quelle: Finanzkalender der Allianz SE, Stand September 2026. Änderungen durch das Unternehmen sind möglich.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| AXA | Frankreich | FR0000120628 |
| Zurich Insurance | Schweiz | CH0011075394 |
| Generali | Italien | IT0000062072 |
| Münchener Rück | Deutschland | DE0008430026 |
AXA, Zurich und Generali sind die direkten europäischen Wettbewerber. Die Münchener Rück ist ein Sonderfall: Sie ist primär Rückversicherer, konkurriert über die Ergo aber auch im Erstversicherungsgeschäft.
Das Geschäftsmodell im Detail
Die Allianz ist einer der größten Versicherer der Welt, gegründet 1889 in München. Im Jahr 2025 erzielte der Konzern rund 187 Milliarden Euro Umsatz und einen Jahresüberschuss von 11,4 Milliarden Euro nach 10,5 Milliarden im Vorjahr.
| Segment | Was dahintersteht | Größenordnung |
|---|---|---|
| Schaden und Unfall | Kfz, Haftpflicht, Gewerbe, Industrie | rund 70 Mrd. € Umsatz |
| Leben und Kranken | Altersvorsorge und Gesundheit | rund 75 Mrd. € Beitragseinnahmen |
| Asset Management | Vermögensverwaltung über Pimco und Allianz Global Investors | rund 2,2 Bio. € verwaltet |
| Corporate | interne Funktionen und Beteiligungen | ergänzend |
Die drei Säulen wirken unterschiedlich: Das Schadengeschäft liefert laufende Prämien und ist von Naturkatastrophen abhängig. Das Lebensgeschäft bindet Kapital über Jahrzehnte und profitiert von steigenden Zinsen. Die Vermögensverwaltung bringt Gebührenerträge ohne eigenes Risikokapital.
Warum Versicherer von Zinsen profitieren
Ein Versicherer nimmt Prämien ein, bevor er Leistungen zahlt. Dieses Geld legt er an – bei der Allianz über Jahrzehnte hinweg, vor allem in Anleihen.
In der Niedrigzinsphase war das ein Problem: Garantien aus alten Lebensversicherungsverträgen ließen sich kaum noch erwirtschaften. Seit der Zinswende kehrt sich das um. Neu angelegte Mittel bringen wieder auskömmliche Renditen.
Das erklärt, warum Versicherungsaktien auf Zinsentscheidungen der Notenbanken reagieren – meist gegenläufig zu Technologiewerten.
Was den Kurs bewegt
Naturkatastrophen. Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände belasten das Schadengeschäft unmittelbar. Die Häufung solcher Ereignisse ist ein struktureller Kostentreiber.
Die Schaden-Kosten-Quote. Sie zeigt, wie viel von jedem Prämien-Euro für Schäden und Verwaltung draufgeht. Werte unter 100 Prozent bedeuten, dass allein das Versicherungsgeschäft Gewinn abwirft.
Zinsniveau. Es bestimmt die Erträge aus dem Kapitalanlagebestand und die Bewertung der Verpflichtungen.
Aktienrückkäufe und Dividende. Die Allianz gehört zu den verlässlichsten Dividendenzahlern im DAX – Grundlagen im Beitrag zur Dividende.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| AXA | 🇫🇷 Frankreich | breit aufgestellter Versicherer |
| Zurich Insurance | 🇨🇭 Schweiz | Schaden und Unfall, international |
| Generali | 🇮🇹 Italien | Leben und Schaden in Europa |
| Münchener Rück | 🇩🇪 Deutschland | Rückversicherung |
| AIG | 🇺🇸 USA | Industrieversicherung |
Die Allianz unterscheidet sich von reinen Rückversicherern wie der Münchener Rück: Sie versichert Endkunden direkt, während Rückversicherer die Risiken anderer Versicherer übernehmen.
Einordnung
Die Allianz ist ein defensiver Wert mit drei Ertragsquellen, die unterschiedlich auf Zinsen und Konjunktur reagieren. Diese Streuung macht das Ergebnis stabiler als bei reinen Versicherern.
Aus Sicht der Marktteilnehmer sind zwei Kennzahlen zentral: die Schaden-Kosten-Quote im Sachgeschäft und die Nettomittelzuflüsse in der Vermögensverwaltung. Sie zeigen, ob beide Kerngeschäfte funktionieren.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
Häufige Fragen
Ist die Allianz-Aktie eine gute Dividendenaktie?
Die Allianz zählt zu den verlässlichsten Ausschüttern im DAX und hat die Dividende über viele Jahre gehalten oder erhöht. Ob das für die eigene Anlage passt, hängt vom Anlageziel ab – Grundlagen im Beitrag zur Dividende.
Wem gehört die Allianz?
Die Aktien befinden sich überwiegend im Streubesitz, ein großer Teil bei internationalen Vermögensverwaltern wie BlackRock. Einen kontrollierenden Eigentümer gibt es nicht.
Was hat die Allianz mit Pimco zu tun?
Pimco ist eine Tochtergesellschaft und einer der größten Anleiheverwalter der Welt. Zusammen mit Allianz Global Investors verwaltet der Konzern rund 2,2 Billionen Euro.
Wie wirken sich Naturkatastrophen aus?
Sie belasten das Schaden- und Unfallgeschäft unmittelbar. Große Ereignisse können ein Quartalsergebnis spürbar drücken, sind aber in der Kalkulation eingeplant.
Warum steigt die Aktie bei höheren Zinsen?
Weil Versicherer Prämien anlegen, bevor sie Leistungen zahlen. Höhere Zinsen erhöhen die Erträge aus diesem Kapitalbestand.