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Aktie im Porträt

CANCOM Aktie: IT-Dienstleister mit Marge statt Umsatz im Portrait

CANCOM ist ein IT-Systemhaus und Anbieter von Managed Services, das sich selbst als führender Digital Business Provider und KI-Enabler bezeichnet. Das Unternehmen verkauft Hardware, Software und Lizenzen, verdient aber den größeren Teil seiner Marge mit Beratung, Projekten und laufenden Dienstleistungen.

Genau diese Verschiebung prägt das Jahr 2026: Im ersten Halbjahr ist der Umsatz um 3,5 Prozent auf 775,9 Mio. Euro gesunken, der Rohertrag aber um 2,2 Prozent gestiegen und das EBITDA um 34,0 Prozent. Gleichzeitig steht ein operativer Cashflow von minus 109,6 Mio. Euro in den Büchern, den das Unternehmen nicht erläutert. Dieses Portrait trennt beides sauber voneinander.

Unternehmensprofil

SitzErika-Mann-Straße 69, 80636 München
GründungIn den geprüften Primärquellen nicht genannt. Klaus Weinmann wird als Gründer von CANCOM und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender ausgewiesen
BrancheIT-Dienstleistung; Selbstbeschreibung als Digital Business Provider und AI enabler. Segmente Germany und International
MitarbeiterEine Mitteilung vom Februar 2026 nennt mehr als 5.600, spätere Mitteilungen rund 5.300. Einen Stichtag nennt CANCOM in beiden Fällen nicht
VorstandsvorsitzRüdiger Rath (CEO); Finanzvorstand Thomas Stark
AufsichtsratsvorsitzKlaus Weinmann, Gründer von CANCOM sowie CEO und Mitgründer von PRIMEPULSE
ISINDE0005419105
WKN541910
IndexSDAX nach den Indexdaten der Deutschen Börse. Die eigene Aktienseite nennt zusätzlich den TecDAX; in der aktuellen TecDAX-Zusammensetzung der Deutschen Börse ist die Aktie nicht enthalten. Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, Designated Sponsor Kepler Cheuvreux
Geschäftsjahr01.01. bis 31.12.
Aktienzahl28.739.703 Aktien, Grundkapital 28.739.703 Euro, nach Einziehung eigener Aktien und Kapitalherabsetzung (Ad-hoc vom 27.04.2026)
AktionärsstrukturNach den jüngsten Stimmrechtsmitteilungen: Streubesitz 57,05 Prozent, Primepulse SE 15,00 Prozent, K & K Stiftung 6,49 Prozent, SEO Management AG 5,04 Prozent, Union Investment 4,87 Prozent, Goldman Sachs 4,77 Prozent, BlackRock 3,63 Prozent, Johannes Mohn 3,15 Prozent. Die Mitteilungen datieren zwischen 20.07.2026 und 23.09.2026

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

CANCOM verbindet zwei Geschäfte mit sehr unterschiedlichen Margen. Auf der einen Seite steht der Handel mit IT-Hardware, Software und Lizenzen, bei dem hohe Umsätze auf niedrige Margen treffen. Auf der anderen Seite stehen Beratung, Projektgeschäft und laufende Managed Services mit deutlich besserer Marge. Wie stark sich das Gewicht verschiebt, zeigt der Abstand zwischen Umsatz und Rohertrag: 2025 standen 1.714,7 Mio. Euro Umsatz einem Rohertrag von 697,0 Mio. Euro gegenüber, also einer Rohertragsmarge von rund 40,6 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 lag diese Marge bereits bei 44,2 Prozent.

Berichtet wird in zwei Segmenten. Germany umfasst das gesamte operative Geschäft im deutschen Kernmarkt und erzielte 2025 einen Umsatz von 1.092,6 Mio. Euro, ein Minus von 3,7 Prozent gegenüber 1.134,7 Mio. Euro, bei einem EBITDA von 40,1 Mio. Euro (Vorjahr 69,8 Mio. Euro). Das entspricht rund 64 Prozent des Konzernumsatzes.

International bündelt das Auslandsgeschäft, dessen größter Bestandteil die CANCOM Austria AG ist, ergänzt um weitere europäische Märkte mit eigenen Gesellschaften. Das Segment kam 2025 auf 622,1 Mio. Euro Umsatz, ein Plus von 3,2 Prozent, bei einem EBITDA von 62,6 Mio. Euro (Vorjahr 43,3 Mio. Euro). Es stand damit für rund 36 Prozent des Umsatzes, aber für 61 Prozent des Segment-EBITDA.

Im ersten Halbjahr 2026 hat sich dieses Verhältnis gedreht. Germany erzielte 500,7 Mio. Euro Umsatz (Vorjahr 499,6 Mio. Euro) bei einem von 13,7 auf 30,6 Mio. Euro mehr als verdoppelten EBITDA. International fiel auf 275,2 Mio. Euro Umsatz zurück (304,2 Mio. Euro), das EBITDA sank von 23,0 auf 18,6 Mio. Euro.

Als Nachfragetreiber nennt CANCOM die Kundennachfrage nach Infrastrukturlösungen, Digitalisierung, KI-Transformation und Datensouveränität. Der Vorstandsvorsitzende verweist darauf, dass Unternehmen und öffentliche Institutionen weiter in sichere, souveräne IT-Infrastruktur und industrielle KI investieren. Eine Aufteilung nach Kundengruppen, Produktkategorien oder dem Anteil wiederkehrender Umsätze veröffentlicht CANCOM in den geprüften Mitteilungen nicht.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Zuletzt berichtete Periode ist der Zwischenbericht zum 30.06.2026, veröffentlicht am 11.08.2026. Die folgenden Zahlen stammen aus der Unternehmensmitteilung von diesem Tag, da der vollständige Halbjahresbericht auf dem Dokumentenserver des Unternehmens nicht abrufbar war.

Kennzahl (Mio. Euro)H1 2026H1 2025Veränderung
Umsatz775,9803,8minus 3,5 %
Rohertrag343,3336,0plus 2,2 %
Rohertragsmarge44,2 %41,8 %plus 2,4 Prozentpunkte
EBITDA49,2vom Unternehmen nicht absolut genanntplus 34,0 %
EBITA21,5vom Unternehmen nicht absolut genanntplus 110,8 %
Geschäftsvolumennicht ausgewiesennicht ausgewiesenplus 2,7 %
Operativer Cashflowminus 109,6plus 0,9Vorzeichenwechsel
Zahlungsmittel zum 30.06.21,5nicht ausgewiesen–
Segment Germany, Umsatz500,7499,6plus 0,2 %
Segment Germany, EBITDA30,613,7plus 123,4 %
Segment International, Umsatz275,2304,2minus 9,5 %
Segment International, EBITDA18,623,0minus 19,1 %

Zum Vergleich das erste Quartal 2026 (Mitteilung vom 13.05.2026): Umsatz 407,0 Mio. Euro gegenüber 410,5 Mio. Euro, Rohertrag 174,7 Mio. Euro (169,2 Mio. Euro) bei 42,7 Prozent Marge, EBITDA 27,0 Mio. Euro (21,1 Mio. Euro, plus 28,1 Prozent), EBITA 13,2 Mio. Euro (plus 69,2 Prozent), EBIT 11,2 Mio. Euro (plus 107,4 Prozent), operativer Cashflow minus 60,0 Mio. Euro (plus 3,1 Mio. Euro), Zahlungsmittel 106,6 Mio. Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete CANCOM am 26.03.2026: Umsatz 1.714,7 Mio. Euro (2024: 1.737,6 Mio. Euro), Rohertrag 697,0 Mio. Euro (693,6 Mio. Euro), EBITDA 102,7 Mio. Euro (113,0 Mio. Euro), EBIT 48,0 Mio. Euro (59,6 Mio. Euro), operativer Cashflow 139,8 Mio. Euro (192,9 Mio. Euro) und Zahlungsmittel zum Jahresende von 198,9 Mio. Euro (144,7 Mio. Euro). Zwei Punkte sind dabei zu beachten: Die vorläufigen Zahlen vom 12.02.2026 weichen von den bestätigten vom 26.03.2026 ab (Umsatz 1.711,7 gegenüber 1.714,7 Mio. Euro, Rohertrag 697,3 gegenüber 697,0 Mio. Euro, EBITDA 102,5 gegenüber 102,7 Mio. Euro), ohne dass die Abweichung erläutert wird. Und für das erste Halbjahr 2026 nennt CANCOM weder ein Konzernergebnis noch ein Ergebnis je Aktie.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für 2026 wurde am 26.03.2026 mit dem Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht: Umsatz von 1.750 bis 1.850 Mio. Euro, EBITDA von 110 bis 130 Mio. Euro und EBITA von 55 bis 75 Mio. Euro.

Begleitend erklärte das Unternehmen, die Kundennachfrage nach Infrastrukturlösungen, Digitalisierung, KI-Transformation und Datensouveränität werde sich auch 2026 positiv auswirken. Gleichzeitig zeichneten sich erhebliche Preissteigerungen und Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit von IT-Komponenten ab, deren genaue Entwicklung derzeit schwer vorhersehbar sei.

Geändert wurde die Prognose im Jahresverlauf nicht. Am 13.05.2026 bestätigte der Vorstand sie mit Verweis auf unveränderte konjunkturelle und Branchenbedingungen, am 11.08.2026 erneut mit derselben Begründung.

Zum ersten Halbjahr sagte Vorstandschef Rüdiger Rath, es sei merklich von verzögerten Investitionsentscheidungen der Kunden geprägt gewesen, verwies aber gleichzeitig auf die gestärkte Ertragskraft und eine gute Positionierung für langfristiges Wachstum.

Mittelfristziele nennt CANCOM in den geprüften Mitteilungen nicht.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlt CANCOM 1,00 Euro je Aktie und damit so viel wie im Vorjahr. Der Vorschlag datiert vom 26.03.2026, die Hauptversammlung hat ihn am 17.06.2026 beschlossen. In der Mitteilung heißt es, die Dividende bleibe unverändert bei 1,00 Euro.

Die eigene Dividendenpolitik beschreibt CANCOM als konsistent und stabil. Eine Ziel-Ausschüttungsquote nennt das Unternehmen nicht. Auszahlungstermin, Gesamtausschüttungsbetrag, Ausschüttungsquote und eine Dividendenhistorie vor 2024 sind in den geprüften Primärquellen ebenfalls nicht enthalten.

Neben der Dividende führt CANCOM Kapital über Aktienrückkäufe zurück. Am 27.04.2026 teilte das Unternehmen per Ad-hoc die Beendigung des Rückkaufprogramms 2025, die Einziehung eigener Aktien und eine Kapitalherabsetzung mit. Die Hauptversammlung erneuerte am 17.06.2026 die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, und am 01.09.2026 beschloss CANCOM per Ad-hoc ein neues Rückkaufprogramm. Volumen und Laufzeit dieses Programms liegen uns nicht vor.

Was das Geschäft antreibt

  • Marge statt Umsatz: Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 3,5 Prozent, der Rohertrag stieg um 2,2 Prozent und die Rohertragsmarge von 41,8 auf 44,2 Prozent. Das EBITDA legte um 34,0 Prozent zu, das EBITA um 110,8 Prozent.
  • Wende im Segment Germany: Das EBITDA hat sich bei nahezu unverändertem Umsatz von 13,7 auf 30,6 Mio. Euro mehr als verdoppelt.
  • Nachfragethemen: CANCOM nennt Infrastrukturlösungen, Digitalisierung, KI-Transformation und Datensouveränität als die Treiber, die auch 2026 positiv wirken sollen.
  • Geschäftsvolumen wächst, Umsatz nicht: Im ersten Halbjahr stieg das Geschäftsvolumen um 2,7 Prozent, während der ausgewiesene Umsatz um 3,5 Prozent fiel. Das deutet auf eine Verschiebung von Handels- zu Agentur- und Dienstleistungsgeschäft in der Bilanzierung hin, erläutert wird es in der Mitteilung nicht.
  • Preise und Verfügbarkeit: Erhebliche Preissteigerungen und Unsicherheiten bei IT-Komponenten benennt CANCOM in der Prognose 2026 ausdrücklich als am Horizont erkennbar. Beides kann in beide Richtungen wirken, über höhere Durchschnittsbons einerseits und verschobene Projekte andererseits.
  • Kapitalrückführung: Dividende von 1,00 Euro je Aktie, Einziehung eigener Aktien mit Kapitalherabsetzung im April 2026 und ein neues Rückkaufprogramm ab September 2026. Die Aktienzahl liegt nach der Herabsetzung bei 28.739.703.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Hier müssen wir eine Einschränkung offenlegen: Der Risiko- und Chancenbericht steht im Geschäftsbericht 2025 des Unternehmens, war für uns aber nicht abrufbar. Die Dokumentenserver des Unternehmens sperren den automatisierten Zugriff beziehungsweise liefern Fehlermeldungen, und die E-Paper-Ansicht gibt nur den Viewer ohne Textinhalt aus. Eine Darstellung der Risiken mit der unternehmenseigenen Klassifizierung ist deshalb aus geprüften Primärquellen derzeit nicht möglich. Wir ergänzen diesen Abschnitt, sobald der Bericht zugänglich ist.
  • Aus den zugänglichen Mitteilungen belegbar sind folgende vom Unternehmen selbst benannte Belastungsfaktoren. Erstens verzögerte Investitionsentscheidungen der Kunden, die der Vorstandsvorsitzende ausdrücklich als Kennzeichen des ersten Halbjahres 2026 nennt.
  • Zweitens erhebliche Preissteigerungen, die CANCOM in der Prognose 2026 benennt.
  • Drittens Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit von IT-Komponenten, mit dem ausdrücklichen Zusatz des Unternehmens, dass die genaue Entwicklung derzeit schwer vorhersehbar sei.
  • Hinzu kommen zwei Entwicklungen, die CANCOM berichtet, aber nicht kommentiert: der Rückgang im Segment International mit einem Umsatzminus von 9,5 Prozent und einem EBITDA-Minus von 19,1 Prozent, sowie der operative Cashflow von minus 109,6 Mio. Euro gegenüber plus 0,9 Mio. Euro im Vorjahr.

Wettbewerb

CANCOM nennt in den geprüften Primärquellen keine Wettbewerber namentlich. Auch Marktanteils- oder Marktgrößenangaben fehlen in den zugänglichen Mitteilungen. Die Positionierung erfolgt über die Selbstbeschreibung als führender Digital Business Provider und AI enabler sowie über die Themen, mit denen sich das Unternehmen bei Kunden positioniert: sichere, souveräne IT-Infrastruktur und industrielle KI.

Einen strukturellen Anhaltspunkt liefert die Segmentaufteilung. Der deutsche Kernmarkt steuerte 2025 rund 64 Prozent des Umsatzes bei, das Auslandsgeschäft rund 36 Prozent, dabei aber 61 Prozent des Segment-EBITDA. Das Auslandsgeschäft war 2025 also deutlich margenstärker. Im ersten Halbjahr 2026 kehrte sich das um. Welche Faktoren hinter diesem Wechsel stehen, erläutern die veröffentlichten Mitteilungen nicht. Die Frage lässt sich erst mit dem vollständigen Halbjahres- oder Geschäftsbericht beantworten.

Termine

DatumEreignis
12.11.2026Quartalsmitteilung zum 30.09.2026, 8:00 Uhr
23.11.2026 bis 24.11.2026Deutsches Eigenkapitalforum 2026
30.11.2026 bis 01.12.2026Berenberg European Conference 2026

Fazit

CANCOM arbeitet 2026 an der Ertragsqualität, nicht am Umsatz. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 3,5 Prozent auf 775,9 Mio. Euro, der Rohertrag stieg aber um 2,2 Prozent und die Rohertragsmarge um 2,4 Prozentpunkte auf 44,2 Prozent. Das EBITDA legte um 34,0 Prozent zu, das EBITA um 110,8 Prozent. Den größten Beitrag lieferte das Segment Germany, dessen EBITDA sich bei praktisch unverändertem Umsatz mehr als verdoppelte.

Zwei Posten bleiben aus den veröffentlichten Mitteilungen unerklärt. Erstens der operative Cashflow: minus 109,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr nach bereits minus 60,0 Mio. Euro im ersten Quartal, gegenüber plus 0,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Zahlungsmittel sanken von 198,9 Mio. Euro zum Jahresende 2025 auf 21,5 Mio. Euro zum 30.06.2026. Ob dahinter Saisonalität, ein Aufbau des Umlaufvermögens oder Zahlungsmodalitäten im Projektgeschäft stehen, sagen die Mitteilungen nicht. Für Anleger ist das die wichtigste offene Frage an den nächsten Bericht.

Zweitens der Rückgang im Segment International: Umsatz minus 9,5 Prozent, EBITDA minus 19,1 Prozent, ohne Kommentar. Im Vorjahr lieferte genau dieses Segment 61 Prozent des Segment-EBITDA bei 36 Prozent des Umsatzes.

Die Prognose von 1.750 bis 1.850 Mio. Euro Umsatz wurde zweimal bestätigt, zuletzt am 11.08.2026. Nach einem ersten Halbjahr mit 775,9 Mio. Euro wäre für die Untergrenze ein zweites Halbjahr mit rund 974 Mio. Euro nötig. Das ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem bisherigen Verlauf. Der Vorstandsvorsitzende verweist auf verzögerte Investitionsentscheidungen der Kunden und gleichzeitig auf absehbare Preissteigerungen sowie Unsicherheiten bei IT-Komponenten. Offen bleibt, wie beides zusammenwirkt: Tragen Nachholbedarf und Preiseffekte das zweite Halbjahr, oder hält die Zurückhaltung an?

Schließlich ist die Datenlage selbst ein Punkt. CANCOM veröffentlicht zum ersten Halbjahr 2026 weder ein Konzernergebnis noch ein Ergebnis je Aktie, nennt das EBITDA des Vorjahreszeitraums nur als Veränderungsrate und hält den Risikobericht auf Servern vor, die automatisierten Zugriff sperren. Wer die Aktie beurteilen will, ist damit stärker auf die Quartalsmitteilungen angewiesen als bei vielen vergleichbaren Unternehmen.

Fragen und Antworten

Was macht CANCOM?

CANCOM ist ein IT-Systemhaus und Anbieter von Managed Services. Das Unternehmen verkauft IT-Hardware, Software und Lizenzen und erbringt daneben Beratung, Projektarbeit und laufende IT-Dienstleistungen. Als Themenschwerpunkte nennt es Infrastruktur, Digitalisierung, KI-Transformation und Datensouveränität.

In welchem Index ist die CANCOM Aktie?

Nach den Indexdaten der Deutschen Börse im SDAX. Die eigene Aktienseite des Unternehmens nennt zusätzlich den TecDAX; in der aktuellen TecDAX-Zusammensetzung ist die Aktie nach den Daten der Deutschen Börse nicht enthalten.

Zahlt CANCOM eine Dividende?

Ja. Für das Geschäftsjahr 2025 sind es 1,00 Euro je Aktie, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die Hauptversammlung hat die Ausschüttung am 17.06.2026 beschlossen. Eine Ziel-Ausschüttungsquote nennt das Unternehmen nicht.

Warum ist der Umsatz gesunken, der Gewinn aber gestiegen?

Weil sich das Gewicht vom margenschwachen Handelsgeschäft zu margenstärkeren Dienstleistungen verschoben hat. Die Rohertragsmarge stieg von 41,8 auf 44,2 Prozent. Hinzu kommt, dass das Geschäftsvolumen um 2,7 Prozent zulegte, während der bilanzierte Umsatz um 3,5 Prozent fiel.

Was bedeutet der negative Cashflow von minus 109,6 Mio. Euro?

Er bedeutet, dass im ersten Halbjahr 2026 aus dem laufenden Geschäft Geld abgeflossen ist statt zugeflossen. Die Zahlungsmittel sanken von 198,9 Mio. Euro zum Jahresende 2025 auf 21,5 Mio. Euro. CANCOM erläutert den Posten in der Mitteilung nicht. Ob es Saisonalität, Working Capital oder Projektabrechnung ist, lässt sich erst mit dem vollständigen Bericht beurteilen.

Wer sind die größten Aktionäre von CANCOM?

Nach den jüngsten Stimmrechtsmitteilungen die Primepulse SE mit 15,00 Prozent, die K & K Stiftung mit 6,49 Prozent, SEO Management mit 5,04 Prozent, Union Investment mit 4,87 Prozent, Goldman Sachs mit 4,77 Prozent, BlackRock mit 3,63 Prozent und Johannes Mohn mit 3,15 Prozent. Der Streubesitz liegt bei 57,05 Prozent.

Wann berichtet CANCOM das nächste Mal?

Am 12.11.2026 um 8:00 Uhr mit der Quartalsmitteilung zum 30.09.2026.

Quellen

  • CANCOM SE, Corporate News vom 11.08.2026 zu den Halbjahreszahlen 2026
  • CANCOM SE, Corporate News vom 26.03.2026 zur Bestätigung der Zahlen 2025 und zur Prognose 2026
  • CANCOM SE, Corporate News vom 13.05.2026 zum ersten Quartal 2026
  • CANCOM SE, Corporate News vom 17.06.2026 zur Hauptversammlung und zum Dividendenbeschluss
  • CANCOM SE, Investor-Relations-Seite zur Aktie (ISIN, WKN, Grundkapital, Aktionärsstruktur)
  • CANCOM SE, Finanzkalender
  • Deutsche Börse AG, aktuelle Zusammensetzung von SDAX und TecDAX

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.