Befesa Aktie: Recycling von Stahlstaub und Salzschlacken im Portrait
Befesa recycelt gefährliche Reststoffe aus der Stahl- und Aluminiumindustrie. Das Geschäftsmodell ist zweiseitig: Das Unternehmen bekommt von den Produzenten eine Gebühr für die Annahme und Behandlung von Elektroofenstaub und Salzschlacken und verkauft anschließend die daraus zurückgewonnenen Metalle. Die Grundlage dafür ist Umweltregulierung, denn diese Reststoffe dürfen nicht deponiert werden.
Im ersten Halbjahr 2026 ist der Umsatz um 2,0 Prozent auf 589,5 Mio. Euro zurückgegangen, das bereinigte EBITDA aber um 10,6 Prozent auf 124,0 Mio. Euro gestiegen. Diese Kombination aus sinkendem Umsatz und steigendem Ergebnis ist der Ausgangspunkt für dieses Portrait: Wir schauen uns an, welche Teile des Geschäfts tragen, wo das Unternehmen Geld verliert und welche Fragen die eigenen Berichte offenlassen.
Unternehmensprofil
| Sitz | 68-70 Boulevard de la Pétrusse, L-2320 Luxemburg, Großherzogtum Luxemburg |
| Rechtsform | Société anonyme nach luxemburgischem Recht, Muttergesellschaft der Befesa-Gruppe |
| Historie | Börsengang 2017; das Unternehmen führt sein Wachstum auf Umweltregulierung seit 1987 zurück. Ein Gründungsjahr der S.A. weist es nicht aus |
| Branche | Umweltdienstleistungen und Recycling; Segmente Steel Dust Recycling Services sowie Aluminium Salt Slags Recycling Services |
| Mitarbeiter | 1.794 zum 30.06.2026 (30.06.2025: 1.839, minus 2,4 Prozent) |
| Vorstandsvorsitz | CEO Asier Zarraonandia Ayo, Executive Director seit Juli 2022 |
| Aufsichtsratsvorsitz | Javier Molina Montes, Executive Chair seit Juli 2022, mit Wirkung zum 01.02.2026 Non-Executive Chair; Lead Independent Director Georg Graf Waldersee |
| ISIN | LU1704650164 |
| WKN | A2H5Z1 |
| Index | SDAX; die Umgruppierung aus dem MDAX erfolgte am 23.12.2024. Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, Ticker BFSA |
| Geschäftsjahr | 01.01. bis 31.12. |
| Aktienzahl | 39.999.998 Aktien mit einem Nennwert von 2,78 Euro je Aktie |
| Streubesitz | 100,0 Prozent zum 30.06.2026. Zum 31.12.2025 lagen mehr als 86 Prozent bei über 200 institutionellen Investoren, der Privatanlegeranteil betrug 2,6 Prozent |
| Marktkapitalisierung | rund 1.180 Mio. Euro zum Jahresende 2025 |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
Befesa nimmt gefährliche Reststoffe an, die in der Stahl- und Aluminiumproduktion zwangsläufig anfallen, und gewinnt daraus Metalle zurück. Verdient wird zweimal: an der Behandlungsgebühr, die der Produzent für die Annahme zahlt, und am Verkauf der gewonnenen Metalle. Weil Elektroofenstaub und Salzschlacken nicht auf Deponien dürfen, ist die Nachfrage nach dieser Dienstleistung regulatorisch gesetzt und nicht konjunkturell frei wählbar.
Das Segment Steel Dust Recycling Services recycelt Elektroofenstaub und verkauft überwiegend Waelz-Oxid an Zinkhütten. Dazu gehört eine eigene Zinkraffinerie in den USA. Dieses Segment trug 87 Prozent des bereinigten EBITDA des Jahres 2025 bei. Im ersten Halbjahr 2026 kam es auf einen Umsatz von 381,3 Mio. Euro (Vorjahr 388,5 Mio. Euro) bei einem bereinigten EBITDA von 104,3 Mio. Euro (96,3 Mio. Euro) und einem bereinigten EBIT von 74,4 Mio. Euro (65,3 Mio. Euro).
Das Segment Aluminium Salt Slags Recycling Services recycelt Salzschlacken und verbrauchte Ofenauskleidungen und produziert Sekundäraluminiumlegierungen. Es steuerte 2025 nur 13 Prozent des bereinigten EBITDA bei. Innerhalb des Segments ist das Bild gespalten: Der Teilbereich Salt Slags erzielte im ersten Halbjahr 2026 bei 61,2 Mio. Euro Umsatz (57,3 Mio. Euro) ein bereinigtes EBITDA von 17,7 Mio. Euro (16,1 Mio. Euro). Der Teilbereich Secondary Aluminium kam bei 181,1 Mio. Euro Umsatz (181,5 Mio. Euro) auf lediglich 2,3 Mio. Euro bereinigtes EBITDA (2,2 Mio. Euro) und ein negatives EBIT von minus 1,5 Mio. Euro (minus 1,6 Mio. Euro).
Befesa ist in den USA, Spanien, Frankreich, Deutschland, Schweden, der Türkei, China und Südkorea tätig und betreibt 24 Anlagen, davon zwölf Standorte für Stahlstaub in den USA, Asien und Europa, drei für Salzschlacken und drei für Sekundäraluminium. Die installierte Kapazität liegt bei 1.917 kt Stahlstaub, 470 kt Salzschlacken und verbrauchte Ofenauskleidungen sowie 205 kt Sekundäraluminium.
Nach Ländern verteilte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 so (in Tausend Euro, Vorjahr in Klammern): Spanien 143.483 (126.301), USA 124.239 (148.098), Deutschland 67.491 (63.209), Belgien 34.010 (27.407), Südkorea 24.007 (10.070) und Japan 13.946 (21.539). China taucht nicht als eigene Umsatzregion auf, die chinesischen Tochtergesellschaften in Jiangsu und Henan erscheinen nur in der Verschuldungsnote. Prozentuale Segmentumsatzanteile weist der Bericht nicht aus.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zuletzt berichtete Periode ist der Halbjahresbericht 2026 für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2026, veröffentlicht am 29.07.2026. Das zweite Quartal wird separat ausgewiesen. Befesa berichtet in Euro.
| Kennzahl (Mio. Euro) | H1 2026 | H1 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 589,5 | 601,6 | minus 2,0 % |
| EBITDA | 121,0 | 108,6 | plus 11,5 % |
| Bereinigtes EBITDA | 124,0 | 112,1 | plus 10,6 % |
| EBIT | 80,9 | 67,7 | plus 19,6 % |
| Bereinigtes EBIT | 85,3 | 72,4 | plus 17,8 % |
| Nettoergebnis (Anteil Befesa-Aktionäre) | 45,0 | 40,1 | plus 12,4 % |
| Ergebnis je Aktie (Euro) | 1,13 | 1,00 | plus 12,4 % |
| Operativer Cashflow | 70,9 | 64,4 | plus 10,0 % |
| Investitionen laut Kennzahlentabelle | 37,8 | 32,4 | plus 16,8 % |
| Nettoverschuldung zum 30.06. | 555,2 | 601,1 | minus 7,6 % |
| Netto-Leverage | 2,18x | 2,70x | minus 0,52x |
| Eigenkapital zum 30.06. | 748,7 | 844,9 | minus 11,4 % |
Im zweiten Quartal allein stieg der Umsatz um 3,8 Prozent auf 304,3 Mio. Euro, das bereinigte EBITDA um 17,3 Prozent auf 66,0 Mio. Euro und das bereinigte EBIT um 26,8 Prozent auf 46,8 Mio. Euro. Operativ legte der Durchsatz von Elektroofenstaub um 6,8 Prozent auf 587.796 Tonnen zu, die Waelz-Oxid-Verkäufe um 2,6 Prozent auf 189.867 Tonnen. Rückläufig waren die recycelten Salzschlacken mit minus 3,6 Prozent auf 205.135 Tonnen und die Sekundäraluminiumlegierungen mit minus 4,7 Prozent auf 79.073 Tonnen. Der LME-Zinkpreis stieg in Euro um 14,3 Prozent auf 2.874 Euro je Tonne, der realisierte gemischte Zinkpreis dagegen nur um 3,5 Prozent auf 2.655 Euro je Tonne. Die Kapazitätsauslastung lag bei 67,4 Prozent im Stahlstaub (Vorjahr 63,7 Prozent), 87,3 Prozent bei Salzschlacken (92,3 Prozent) und 77,1 Prozent im Aluminium (78,3 Prozent). Zu den Investitionen enthält derselbe Bericht zwei unterschiedliche Werte: Die Kennzahlentabelle nennt 37,8 Mio. Euro, Lagebericht und Kapitalflussrechnung nennen 45,9 Mio. Euro (Vorjahr 36,9 Mio. Euro). Der Bericht löst die Differenz nicht auf.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Befesa im Wortlaut des Halbjahresberichts ein Gesamt-EBITDA zwischen 250 und 270 Mio. Euro. In den Highlights des Berichts wird diese Bandbreite ausdrücklich als bestätigt bezeichnet, nicht als geändert.
Für die Investitionen nennt das Unternehmen rund 70 Mio. Euro für 2026, der Netto-Leverage soll in Richtung etwa 2,0x sinken.
Zur Herkunft des erwarteten Wachstums äußert sich der Geschäftsbericht 2025 konkreter: In den USA soll es vor allem aus höheren Mengen und neuen Kundenverträgen kommen, in Europa sollen die Mengen auf sehr solidem Niveau bleiben, und beim Aluminium wird eine allmähliche Erholung der Metallmargen nach dem Tief des Jahres 2025 erwartet. Das Zink-Hedging wurde auf Rekordniveau bis Mitte 2028 verlängert.
Längerfristig nennt Befesa ein EBITDA von etwa 300 Mio. Euro bis 2029. Der Investitionsrahmen ist auf 80 Mio. Euro pro Jahr begrenzt, davon rund 45 Mio. Euro für Instandhaltung.
Eine Einschränkung zur Prognosehistorie: Der Halbjahresbericht nennt keine früheren Prognosewerte. Die Erstabgabe erfolgte nach dem Finanzkalender vermutlich am 26.02.2026 mit den vorläufigen Jahreszahlen 2025, der genaue Wortlaut von diesem Datum liegt uns nicht vor. Ob die Bandbreite im Jahresverlauf angehoben oder gesenkt wurde, lässt sich aus den geprüften Unterlagen daher nicht belegen.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Befesa 1,00 Euro je Aktie und damit rund 40,0 Mio. Euro. Die Hauptversammlung am 16.06.2026 hat die Ausschüttung beschlossen, die Zahlung erfolgte am 08.07.2026. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 50 Prozent. Der Geschäftsbericht nennt eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent, die Aktiendatentabelle desselben Berichts 3,4 Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2024 waren es 0,64 Euro je Aktie beziehungsweise 25,6 Mio. Euro, ausgezahlt am 09.07.2025. Die Steigerung auf 1,00 Euro entspricht einem Plus von 56,3 Prozent.
Die eigene Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttung von 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns vor. Befesa hält daran nach eigenen Angaben seit dem Börsengang 2017 fest. Mit 50 Prozent liegt die Ausschüttung für 2025 am oberen Rand dieser Bandbreite. Eine Aussetzung der Dividende ist in den geprüften Quellen nicht dokumentiert.
Was das Geschäft antreibt
- Mengenwachstum im Kerngeschäft: Der Durchsatz von Elektroofenstaub stieg um 6,8 Prozent auf 587.796 Tonnen, die Waelz-Oxid-Verkäufe um 2,6 Prozent auf 189.867 Tonnen. Die Auslastung im Stahlstaubgeschäft verbesserte sich von 63,7 auf 67,4 Prozent.
- Zinkpreis und Hedging: LME-Zink legte in Euro um 14,3 Prozent zu, in US-Dollar um 22,4 Prozent. Der realisierte gemischte Zinkpreis stieg dagegen nur um 3,5 Prozent. Die Lücke zeigt, wie stark das Hedging die Preisbewegung dämpft. Die Absicherung wurde auf Rekordniveau bis Mitte 2028 verlängert.
- Behandlungsgebühren: Die Zink-Behandlungsgebühr stieg von 80 US-Dollar je Tonne im Jahr 2025 auf 85 US-Dollar je Tonne im Jahr 2026.
- Entschuldung: Die Nettoverschuldung sank um 7,6 Prozent auf 555,2 Mio. Euro, der Netto-Leverage von 2,70x auf 2,18x. Das Unternehmen peilt etwa 2,0x an.
- Regulierung als Geschäftsgrundlage: Befesa führt sein Wachstum ausdrücklich auf Umweltregulierung seit 1987 zurück. Die behandelten Reststoffe dürfen nicht deponiert werden, die Nachfrage nach der Dienstleistung ist damit gesetzlich verankert.
- Aufbau in Asien: Der Umsatz in Südkorea stieg von 10.070 auf 24.007 Tausend Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt, während Japan von 21.539 auf 13.946 Tausend Euro zurückging.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Befesa betreibt ein Risikomanagementsystem auf Basis von ISO 31000 mit einer jährlich aktualisierten Risikokarte, die Wahrscheinlichkeit gegen Auswirkung abbildet, und fünf Risikostufen von very low bis very high. Ein internes Risikokomitee überwacht die Risikokarte, der Finanzvorstand ist darin vertreten.
- Der Halbjahresbericht 2026 stellt fest, dass es keine wesentlichen neuen Risiken oder Chancen über den Geschäftsbericht 2025 hinaus gibt. Genannt werden erhöhte europäische Erdgas- und Strompreise.
- Inflation bei Instandhaltung, Logistik, Rohstoffen und Personal.
- Volatilität des Zinkpreises, die teilweise durch das Hedging bis Mitte 2028 abgesichert ist.
- Makroökonomische Unsicherheit.
- Im Disclaimer zusätzlich genannt: Zins- und Inflationsraten, Rohstoff- und Wechselkursexposure, Umweltregulierung sowie operative Störungen an den Anlagen.
- Eine Einschränkung: Die Einzelbewertungen der Risiken auf der eigenen Fünf-Stufen-Skala und das vollständige Risikoregister waren in den geprüften Teilen des Geschäftsberichts 2025 nicht enthalten.
Wettbewerb
Befesa nennt in den geprüften Primärquellen keine Wettbewerber namentlich. Die Positionierung erfolgt ausschließlich über eigene Marktstellungsaussagen: Das Unternehmen bezeichnet sich als globaler Marktführer für regulierte, kritische Umwelt-Recyclingdienstleistungen für die Stahl- und Aluminiumindustrie. Zur eigenen Zinkraffinerie erklärt Befesa, diese sei weltweit einzigartig in der Herstellung von grünem SHG-Zink aus zu 100 Prozent recyceltem Rohstoff.
Die strukturelle Position stützt sich auf Regulierung und Standortnetz: 24 Anlagen in acht Ländern mit einer installierten Kapazität von 1.917 kt Stahlstaub, 470 kt Salzschlacken und verbrauchte Ofenauskleidungen sowie 205 kt Sekundäraluminium. Weil Elektroofenstaub nicht deponiert werden darf und die Transportwege begrenzt sind, ist das Geschäft regional geprägt.
Offen bleibt, wie die Auslastung von 67,4 Prozent im Stahlstaubgeschäft zu deuten ist: Liegt sie an der Nachfrage aus der Stahlindustrie oder an bewusst vorgehaltener Kapazität für die in den USA erwarteten neuen Kundenverträge? Dazu äußern sich die Berichte nicht.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 29.10.2026 | Q3-2026-Mitteilung und Conference Call |
Fazit
Befesa hat im ersten Halbjahr 2026 bei leicht sinkendem Umsatz ein deutlich höheres Ergebnis erzielt. Der Umsatz ging um 2,0 Prozent auf 589,5 Mio. Euro zurück, das bereinigte EBITDA stieg um 10,6 Prozent auf 124,0 Mio. Euro. Getragen wurde das vom Stahlstaubgeschäft, das 2025 für 87 Prozent des bereinigten EBITDA stand und dessen Durchsatz um 6,8 Prozent zulegte.
Das Aluminiumgeschäft bleibt der schwache Teil. Secondary Aluminium erwirtschaftete bei 181,1 Mio. Euro Umsatz ein bereinigtes EBITDA von 2,3 Mio. Euro und ein negatives EBIT von minus 1,5 Mio. Euro. Das Unternehmen erwartet hier eine allmähliche Erholung der Metallmargen, ein Zeitpunkt ist nicht genannt.
Die Bilanz entwickelt sich in Richtung des erklärten Ziels: Netto-Leverage von 2,70x auf 2,18x, Nettoverschuldung von 601,1 auf 555,2 Mio. Euro, angestrebt sind etwa 2,0x. Gleichzeitig ging das Eigenkapital von 844,9 auf 748,7 Mio. Euro zurück. Warum, erläutern die geprüften Unterlagen nicht. Das bleibt eine offene Frage an das Unternehmen.
Eine Besonderheit dieser Aktie ist die Eigentümerstruktur: 100 Prozent Streubesitz, davon über 86 Prozent bei mehr als 200 institutionellen Investoren und nur 2,6 Prozent bei Privatanlegern. Es gibt also keinen Ankeraktionär, der die Richtung vorgibt.
Für die Ergebnisentwicklung ist entscheidend, wie weit das Zink-Hedging die Gewinne von der Preisentwicklung abkoppelt. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der LME-Zinkpreis in Euro um 14,3 Prozent, der realisierte gemischte Preis aber nur um 3,5 Prozent. Nach oben hat die Absicherung also deutlich gebremst. Ob sie in einem fallenden Zinkmarkt in gleichem Maße schützt, ist aus den veröffentlichten Angaben nicht quantifizierbar.
Zu beachten ist außerdem, dass der Finanzkalender derzeit nur einen künftigen Termin enthält. Für 2027 hat Befesa noch keine Termine veröffentlicht.
Fragen und Antworten
Was macht Befesa genau?
Befesa recycelt gefährliche Reststoffe aus der Stahl- und Aluminiumproduktion, vor allem Elektroofenstaub und Salzschlacken. Das Unternehmen erhält für die Annahme und Behandlung eine Gebühr und verkauft die zurückgewonnenen Metalle, überwiegend Waelz-Oxid an Zinkhütten sowie Sekundäraluminiumlegierungen.
In welchem Index ist die Befesa Aktie?
Im SDAX. Die Umgruppierung aus dem MDAX erfolgte am 23.12.2024. Die Aktie ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, das Kürzel lautet BFSA.
Zahlt Befesa eine Dividende?
Ja. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,00 Euro je Aktie ausgeschüttet, Zahltag war der 08.07.2026. Für 2024 waren es 0,64 Euro. Die eigene Politik sieht eine Ausschüttung von 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns vor.
Wie hängt der Gewinn von Befesa am Zinkpreis?
Er hängt daran, aber gedämpft. Das Unternehmen sichert den Zinkpreis über Hedging ab, derzeit auf Rekordniveau bis Mitte 2028. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der LME-Zinkpreis in Euro um 14,3 Prozent, der tatsächlich realisierte gemischte Preis aber nur um 3,5 Prozent.
Wer sind die größten Aktionäre von Befesa?
Nach eigenen Angaben liegt der Streubesitz bei 100 Prozent. Zum 31.12.2025 waren mehr als 86 Prozent bei über 200 institutionellen Investoren, Privatanleger hielten 2,6 Prozent. Einzelbeteiligungen ab 5 Prozent nennt das Unternehmen auf der Corporate-Governance-Seite nicht.
Warum sinkt der Umsatz, während der Gewinn steigt?
Weil die Ergebnisqualität von Mengen, Behandlungsgebühren und der Auslastung abhängt, nicht allein vom Umsatzvolumen. Der Durchsatz von Elektroofenstaub stieg um 6,8 Prozent, die Behandlungsgebühr von 80 auf 85 US-Dollar je Tonne, und die Auslastung im Stahlstaub verbesserte sich von 63,7 auf 67,4 Prozent. Gleichzeitig gingen die Mengen im schwächer verdienenden Aluminiumgeschäft zurück.
Wann berichtet Befesa das nächste Mal?
Am 29.10.2026 steht die Q3-Mitteilung 2026 mit Conference Call an. Weitere Termine für 2027 hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht.
Quellen
- Befesa S.A., H1 2026 Interim Report (29.07.2026)
- Befesa S.A., Annual Report 2025
- Befesa S.A., H1 2026 Earnings Presentation
- Befesa S.A., Q1 2026 Statement (30.04.2026)
- Befesa S.A., Investors Agenda (Finanzkalender)
- Befesa S.A., Corporate Governance
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.