CQG: Plattformen, Anbindung und Kosten

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von user
Datenterminal mit mehrteiliger Bildschirmansicht, mechanischer Tastatur und Notizblock im Licht einer Schreibtischlampe

CQG ist in dieser Übersicht der Sonderfall: ein Anbieter, der alle drei Schichten eines Handelssystems selbst betreibt. Die Marktdaten kommen von CQG, das Orderrouting läuft über CQG, und die Software ist ebenfalls von CQG. Wer bei einem Futures-Broker ein Konto eröffnet, bekommt sehr häufig CQG als Anbindung angeboten – oft ohne zu merken, wessen Technik dahintersteckt. Das Unternehmen besteht seit 1980 und gehört inzwischen zu Broadridge Financial Solutions.

Produktprofil

TypSoftware, Marktdaten und Orderrouting aus einer Hand
Gegründet1980
EigentümerBroadridge Financial Solutions
Handelbare Börsen45
Marktdatenquellen85
Broker-Umgebungen130
Kundenkommerzielle Absicherer, Händler, Broker, Börsen, institutionelle Handelshäuser
Preismodellüber den Broker, kein öffentlicher Listenpreis

Die Plattformen

ProduktAnalyseumfangFür wen
CQG DesktopStandardEinstieg, Handel und Marktdaten über den Browser
CQG QTraderStandardaktive Händler mit Desktop-Anwendung
CQG Oneerweitertfortgeschrittene Analyse mit Handel und Echtzeitkursen
CQG Integrated Clientvollständigdas Spitzenprodukt mit Analyse, Handel und Historie
CQG SpreaderspezialisiertSpread-Handel
CQG MobileStandardHandel unterwegs

Dazu kommen Schnittstellen in zwei Klassen. Die Client-APIs laufen gemeinsam mit dem Integrated Client auf demselben Rechner und stehen Einzelnutzern offen. Die Enterprise-APIs – Web API, FIX Connect, Quotes Direct, CMS API und ein SDK für eigene Algorithmen – sind für Systeme mit mehreren Nutzern gedacht.

Was es kostet

CQG veröffentlicht keine Listenpreise. Die Abrechnung läuft über den Broker, und dort unterscheiden sich die Konditionen erheblich – manche Broker stellen CQG Desktop kostenlos, wenn ein Mindestvolumen gehandelt wird, andere berechnen eine Monatsgebühr für jedes Produkt. Wer CQG in Betracht zieht, erfragt den Preis deshalb beim Broker, nicht beim Hersteller.

Unabhängig davon fallen die Gebühren der Börsen an. Für nichtprofessionelle Nutzer sind das bei der CME Group 12,10 $ je Börse und Monat für die Markttiefe, bei der Eurex die Sätze aus der Preisliste der Deutsche Börse.

CQG als Anbindung für andere Software

Der wichtigere Teil des Geschäfts läuft unsichtbar. CQG liefert Daten und Routing an Programme, die äußerlich nichts mit CQG zu tun haben: Sierra Chart, Jigsaw Trading, Quantower und weitere lassen sich darüber anbinden. Für den Nutzer heißt das: Die Entscheidung für CQG ist nicht zwangsläufig eine Entscheidung gegen die bevorzugte Oberfläche.

Die praktische Frage beim Brokerwechsel lautet deshalb selten „welche Software“, sondern „welche Anbindung“. Die beiden verbreiteten Standards sind CQG und Rithmic; wer einen Broker ohne eine davon wählt, schränkt die Softwareauswahl erheblich ein.

Für wen sich das eignet

CQG ist dort stark, wo Verlässlichkeit und Breite zählen: 45 Börsen, Zugang zu Rohstoff- und Energiemärkten, saubere historische Daten und eine Infrastruktur, die auch kommerzielle Absicherer nutzen. Wer Agrar-, Energie- oder Metallkontrakte außerhalb der üblichen Index-Futures handelt, findet hier eine Abdeckung, die den Privatkundenprodukten fehlt.

Für reines Daytrading im E-mini ist CQG dagegen Mittel zum Zweck – dort zählt die Anbindung, nicht die Oberfläche. Die Einordnung aller Systeme steht auf der Seite zu den Trading-Systemen.

Quellen

  • CQG, Produkt- und Unternehmensseiten, abgerufen am 3. Oktober 2026
  • CME Group, Market Data Fee List, gültig ab 1. Juni 2026