MBB Aktie: Beteiligungsholding mit 769 Mio. Euro Nettoliquidität
MBB ist eine Beteiligungsholding, die mittelständische Unternehmen erwirbt und langfristig entwickelt. Zum Konzern gehören unter anderem der Energieinfrastruktur-Spezialist Friedrich Vorwerk, der Automatisierer Aumann, der IT-Dienstleister DTS und der Holzwerkstoffverarbeiter Delignit. Drei dieser Gesellschaften sind selbst börsennotiert.
Das erste Halbjahr 2026 zeigt, warum das Modell funktionieren kann: Bei einem um 1,7 Prozent gesunkenen Umsatz stieg das bereinigte EBITDA um 53,4 Prozent. Dazu kommt eine Besonderheit, die MBB von fast allen anderen Industrieunternehmen unterscheidet: eine Nettoliquidität von 769,0 Mio. Euro.
Unternehmensprofil
| Sitz | Berlin, seit dem Umzug im Jahr 2025 am Kurfürstendamm 188 |
| Rechtsform | Societas Europaea mit monistischer Verfassung, also mit Verwaltungsrat statt Vorstand und Aufsichtsrat |
| Gründung | Kein ausdrückliches Gründungsjahr ausgewiesen. Das Unternehmen beging 2025 sein 30-jähriges Bestehen, was auf etwa 1995 hindeutet. Der Börsengang erfolgte am 09.05.2006 |
| Branche | Beteiligungsholding für mittelständische Unternehmen. Berichtssegmente sind Friedrich Vorwerk, Aumann, DTS, Delignit sowie alle sonstigen Segmente |
| Mitarbeiter | 4.301 zum 30.06.2026 nach 4.146 zum 31.12.2025, dazu 282 Auszubildende und dual Studierende. Nach Ländern zum Jahresende: Deutschland 3.652, Polen 360, Griechenland 83, China 51 |
| Verwaltungsrat | Dr. Christof Nesemeier als Vorsitzender, Gert-Maria Freimuth als Stellvertreter und Vorsitzender des Nominierungsausschusses sowie Anton Breitkopf als Vorsitzender des Prüfungsausschusses |
| Geschäftsführende Direktoren | Dr. Christof Nesemeier als Executive Chairman und Torben Teichler als Finanzvorstand, beide mit Verträgen vom 01.07.2025 bis zum 31.12.2029. Zum 30.06.2025 ausgeschieden sind Dr. Constantin Mang und Dr. Jakob Ammer |
| ISIN | DE000A0ETBQ4 |
| WKN | A0ETBQ, Ticker MBB |
| Index | SDAX, dazu CDAX, Classic All Share, DAXplus FAMILY, DAXsector Industrial und Prime All Share. Prime Standard seit dem 20.06.2008 |
| Geschäftsjahr | 01.01. bis 31.12. |
| Aktienzahl | Hier gibt es einen Widerspruch in den eigenen Quellen: Die Investor-Relations-Seite nennt 5.436.169 Aktien und ein gleich hohes Grundkapital, der Geschäftsbericht 2025 ein gezeichnetes Kapital von 5.316 Tausend Euro zum Jahresende und der Halbjahresbericht 5.201 Tausend Euro zum 30.06.2026. Eigene Aktien: 235.642 Stück zum 30.06.2026 |
| Aktionärsstruktur | Die Gründer Nesemeier und Freimuth halten indirekt 71 Prozent nach der Aktienseite beziehungsweise über 70 Prozent nach dem Geschäftsbericht. Der Streubesitz liegt bei 29 Prozent |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
MBB kauft Unternehmen, hält sie langfristig und entwickelt sie operativ weiter. Anders als bei klassischen Finanzinvestoren gibt es keinen festen Ausstiegshorizont. Drei der Beteiligungen sind selbst börsennotiert, was die Bewertung transparent macht, aber auch bedeutet, dass MBB dort nicht vollständig durchgreifen kann.
Die Beteiligungsquoten zum 30.06.2026: Friedrich Vorwerk 40,48 Prozent nach zuvor 44,26 Prozent, Aumann 37,47 Prozent nach 47,81 Prozent, Delignit 56,31 Prozent, DTS 80 Prozent und Hanke Tissue 93,01 Prozent.
Im ersten Halbjahr 2026 trug Friedrich Vorwerk 337,3 Mio. Euro Umsatz und 92,6 Mio. Euro bereinigtes EBITDA bei, bei einer Marge von 27,4 Prozent nach 18,0 Prozent im Vorjahr. Das ist der mit Abstand größte Ergebnisbringer.
Aumann kam auf 70,6 Mio. Euro Umsatz nach 108,3 Mio. Euro und 7,4 Mio. Euro bereinigtes EBITDA nach 11,7 Mio. Euro, bei einer stabilen Marge von 10,5 Prozent. DTS erzielte 46,0 Mio. Euro nach 58,6 Mio. Euro und 8,0 Mio. Euro EBITDA bei einer von 13,5 auf 17,3 Prozent gestiegenen Marge. Delignit wuchs auf 37,8 Mio. Euro nach 33,7 Mio. Euro bei 2,6 Mio. Euro EBITDA. Die sonstigen Segmente steuerten 44,7 Mio. Euro und 3,6 Mio. Euro bei.
Ein Ergebnis je Segment unterhalb des EBITDA berichtet MBB nicht. Beim Auftragsbestand nennt das Unternehmen für Friedrich Vorwerk 1.005,3 Mio. Euro beziehungsweise 1.446,5 Mio. Euro einschließlich Arbeitsgemeinschaften und für Aumann 115,4 Mio. Euro. Einen Konzern-Auftragsbestand weist MBB nicht aus.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zuletzt berichtete Periode ist das erste Halbjahr 2026, veröffentlicht am 13.08.2026. MBB steuert über bereinigte Kennzahlen, weshalb hier beide Größen stehen.
| Kennzahl (Mio. Euro) | H1 2026 | H1 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 536,0 | 545,5 | minus 1,7 % |
| Bereinigtes EBITDA | 117,1 | 76,4 | plus 53,4 % |
| Bereinigte EBITDA-Marge | 21,8 % | 14,1 % | plus 7,7 Prozentpunkte |
| Bereinigtes EBIT | 88,3 | 52,1 | plus 69,4 % |
| EBIT nach IFRS | 88,1 | 51,5 | plus 71,1 % |
| Bereinigtes Ergebnis vor Steuern | 85,1 | 51,0 | plus 66,9 % |
| Bereinigtes Ergebnis nach Steuern (Anteil der Aktionäre) | 24,0 | 14,9 | plus 60,6 % |
| Gesamtergebnis einschließlich Minderheiten | 56,4 | 32,4 | plus 74,1 % |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | 4,57 Euro | 2,79 Euro | plus 63,8 % |
| Operativer Cashflow | plus 6,8 | minus 30,0 | Vorzeichenwechsel |
| Investitionen | 41,1 | 40,9 | plus 0,5 % |
| Nettoliquidität | 769,0 | 763,8 (31.12.2025) | plus 5,2 |
| Eigenkapital | 1.037,4 | 948,5 (31.12.2025) | plus 9,4 % |
| Eigenkapitalquote | 67,6 % | 66,8 % (31.12.2025) | plus 0,8 Prozentpunkte |
Die Nettoliquidität von 769,0 Mio. Euro setzt sich aus 830,2 Mio. Euro Liquidität einschließlich Wertpapieren und Gold abzüglich 61,1 Mio. Euro Finanzverbindlichkeiten zusammen. Davon entfallen 431,9 Mio. Euro auf die Ebene der MBB SE selbst, nach 373,6 Mio. Euro zum Jahresende. Einen Free Cashflow berichtet MBB nicht; abgeleitet aus operativem Cashflow und Investitionen ergäben sich minus 34,3 Mio. Euro nach minus 70,9 Mio. Euro. Bei den Sondereffekten ist wichtig: Das Ergebnis aus at-equity-Beteiligungen lag bei 16,9 Mio. Euro nach 5,1 Mio. Euro, überwiegend aus Gemeinschaftsunternehmen von Friedrich Vorwerk, und ist im EBITDA enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen stecken 5,3 Mio. Euro aus Wertpapieren, 1,8 Mio. Euro aus Anlagenabgängen und 1,6 Mio. Euro aus der Auflösung von Rückstellungen. Anteilsverkäufe über 107,1 Mio. Euro wurden direkt im Eigenkapital gebucht und erscheinen nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung. Am 12.08.2026 wurde CT Formpolster verkauft, das im Halbjahr 12,4 Mio. Euro Umsatz beitrug. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: 1.170,0 Mio. Euro Umsatz nach 1.068,4 Mio. Euro, ein bereinigtes EBITDA von 216,9 Mio. Euro bei 18,6 Prozent Marge, ein bereinigtes EBIT von 164,0 Mio. Euro und ein Ergebnis je Aktie von 9,45 Euro.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Für das Geschäftsjahr 2026 hat MBB die Ergebnisprognose angehoben. Im Wortlaut: Die Prognose wurde auf eine bereinigte EBITDA-Margenspanne von 18 bis 20 Prozent erhöht, während der Umsatz unverändert bei 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro erwartet wird.
Auf Segmentebene erwartet MBB für Friedrich Vorwerk ein EBITDA von 180 bis 200 Mio. Euro nach zuvor prognostizierten 160 bis 180 Mio. Euro, bei einem unveränderten Umsatz von 730 bis 780 Mio. Euro. Für Aumann werden rund 160 Mio. Euro Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 6 bis 8 Prozent erwartet, für Delignit 68 Mio. Euro nach zuvor 66 Mio. Euro bei unveränderter Marge von 7 bis 8 Prozent, und für DTS eine weitere Umsatzsteigerung bei weiterhin zweistelliger EBITDA-Marge auf Vorjahresniveau.
Die ursprünglichen Segmentprognosen standen im Geschäftsbericht 2025, datiert auf Berlin, den 26.03.2026. Angehoben wurden seither die Erwartungen für Friedrich Vorwerk und Delignit sowie die Konzernmarge.
Für die Einordnung ist wichtig, dass MBB auf Konzernebene nur den Umsatz und die EBITDA-Marge prognostiziert, nicht aber ein Ergebnis je Aktie. Da ein erheblicher Teil des Ergebnisses auf Minderheitsgesellschafter der börsennotierten Töchter entfällt, ist der Unterschied zwischen Konzernergebnis und dem auf MBB-Aktionäre entfallenden Anteil beträchtlich.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte MBB 1,21 Euro je Aktie, insgesamt 6,3 Mio. Euro, ausgezahlt am 08.06.2026. Das Unternehmen bezeichnet das als weitere Erhöhung der Basisdividende.
Für das Geschäftsjahr 2024 gab es eine Basisdividende von 1,11 Euro plus eine Sonderdividende von 2,22 Euro, zusammen 17,7 Mio. Euro.
Ein Hinweis zur Quellenlage: Die Aktienseite listet für 2025 1,11 Euro, für 2024 1,01 Euro, für 2023 1,00 Euro, für 2022 1,98 Euro, für 2021 1,76 Euro und für 2020 0,70 Euro und behauptet zugleich, die Dividende sei seit dem Börsengang nie gesenkt worden. Der Rückgang von 1,98 auf 1,00 Euro steht in derselben Tabelle. Nach dem Geschäftsbericht ist die Basisdividende seit 2010 jährlich gestiegen, was den Widerspruch teilweise auflöst, da Sonderdividenden separat zu betrachten sind.
Deutlich größer als die Dividende sind die Aktienrückkäufe. Das am 09.12.2025 beschlossene Programm umfasste 115.624 Aktien zu durchschnittlich 201,00 Euro, also ein Volumen von 23,24 Mio. Euro, und endete am 22.05.2026. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 12,0 Mio. Euro über Rückkäufe zurückgeführt. Hinzu kommen Rückkäufe auf Ebene der Tochter Aumann, deren freiwilliges Angebot von 16,50 auf 17,80 Euro erhöht wurde; MBB reichte am 14.07.2026 293.693 Aktien ein.
Was das Geschäft antreibt
- Friedrich Vorwerk als Ergebnismotor: 92,6 von 117,1 Mio. Euro bereinigtem Konzern-EBITDA stammen aus dieser Beteiligung, bei einer von 18,0 auf 27,4 Prozent gestiegenen Marge.
- Die Nettoliquidität von 769,0 Mio. Euro, davon 431,9 Mio. Euro direkt bei der Holding. Das ist das Kapital für künftige Zukäufe und zugleich ein Puffer, der bei einem Industriekonzern dieser Größe ungewöhnlich ist.
- Margenverbesserung bei DTS: von 13,5 auf 17,3 Prozent, bei allerdings rückläufigem Umsatz.
- Die Beteiligungsverkäufe: Anteilsreduzierungen bei Friedrich Vorwerk und Aumann brachten 107,1 Mio. Euro, die über das Eigenkapital gebucht wurden und damit die Liquidität erhöhen, ohne die Gewinn- und Verlustrechnung zu berühren.
- Das Ergebnis aus Gemeinschaftsunternehmen: 16,9 Mio. Euro nach 5,1 Mio. Euro, überwiegend aus Arbeitsgemeinschaften von Friedrich Vorwerk. Es ist im EBITDA enthalten und erklärt einen Teil des Margensprungs.
- Die Eigenkapitalquote von 67,6 Prozent. Sie gibt dem Unternehmen Handlungsspielraum, auch wenn eine Beteiligung schwächelt.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Vorab: Der Risikobericht mit unternehmenseigener Klassifizierung war für uns nicht erreichbar, weil die Textextraktion des Geschäftsberichts 2025 vor diesem Kapitel abbrach. Die folgenden Punkte ergeben sich aus den Angaben in den zugänglichen Berichtsteilen und aus der Struktur des Konzerns selbst.
- Die Konzentration auf eine Beteiligung: 92,6 von 117,1 Mio. Euro bereinigtem EBITDA stammen aus Friedrich Vorwerk. Dessen Auftragsbestand ist gegenüber dem Vorjahresstichtag gesunken, und MBB führt den dortigen Margensprung unter anderem auf Ergebnisbeiträge aus Arbeitsgemeinschaften zurück.
- Der Umsatzrückgang bei Aumann um mehr als ein Drittel, von 108,3 auf 70,6 Mio. Euro, und bei DTS von 58,6 auf 46,0 Mio. Euro.
- Die Bewertung der börsennotierten Beteiligungen. Weil drei Töchter selbst gelistet sind, schlagen deren Kursbewegungen auf die Wahrnehmung der MBB-Aktie durch, ohne dass sich operativ etwas ändern muss.
- Die Abhängigkeit von Zukäufen: Ein Geschäftsmodell, das auf dem Erwerb und der Entwicklung von Unternehmen beruht, braucht Transaktionen. Bleiben sie aus, liegt die Liquidität brach.
- Widersprüchliche eigene Angaben zu Aktienzahl und Dividendenhistorie, die eine saubere Beurteilung erschweren. Das ist kein operatives Risiko, aber ein Punkt, den Anleger kennen sollten.
Wettbewerb
MBB nennt in den geprüften Quellen keine Wettbewerber namentlich. Das ist bei einer Beteiligungsholding auch weniger aussagekräftig als bei einem Industrieunternehmen, weil der Wettbewerb auf zwei Ebenen stattfindet: Die Tochtergesellschaften konkurrieren in ihren jeweiligen Märkten, und die Holding selbst konkurriert mit anderen Käufern um Unternehmen.
Für die erste Ebene lohnt der Blick in die Portraits der börsennotierten Beteiligungen. Für die zweite Ebene ist die Nettoliquidität von 769,0 Mio. Euro die wichtigste Kennzahl: Sie beschreibt, wie viel MBB im Wettbewerb um Zukäufe aufbieten kann, ohne Fremdkapital zu benötigen. Marktanteils- oder Marktgrößenangaben veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 12.11.2026 | Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 |
Fazit
Das erste Halbjahr 2026 ist für MBB ungewöhnlich gut gelaufen, und das fast vollständig an einer Stelle. Bei einem um 1,7 Prozent gesunkenen Konzernumsatz stieg das bereinigte EBITDA um 53,4 Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 63,8 Prozent. Der Grund ist der Margensprung bei Friedrich Vorwerk von 18,0 auf 27,4 Prozent.
Damit ist auch die wichtigste Frage benannt: Wie belastbar ist dieser Margensprung? MBB führt ihn unter anderem auf einen höheren Anteil an Ergebnissen aus Arbeitsgemeinschaften zurück, die mit 16,9 Mio. Euro nach 5,1 Mio. Euro im Konzern-EBITDA stecken. Gleichzeitig ist der Auftragsbestand bei Friedrich Vorwerk gegenüber dem Vorjahresstichtag gesunken.
Die beiden anderen größeren Beteiligungen entwickelten sich schwächer. Aumann verlor mehr als ein Drittel seines Umsatzes, DTS gut ein Fünftel, steigerte dafür aber die Marge deutlich. Delignit wuchs. In Summe ist die Struktur damit unausgewogener geworden.
Die Bilanz bleibt das stärkste Argument: 769,0 Mio. Euro Nettoliquidität bei 1.037,4 Mio. Euro Eigenkapital und einer Eigenkapitalquote von 67,6 Prozent. Davon liegen 431,9 Mio. Euro direkt bei der Holding und stehen für Zukäufe bereit. Wie schnell dieses Kapital eingesetzt wird, ist die zweite offene Frage, denn ungenutzte Liquidität bringt bei einer Beteiligungsholding keine Rendite.
Für Anleger kommt eine strukturelle Besonderheit hinzu: Ein erheblicher Teil des Konzernergebnisses entfällt auf Minderheitsgesellschafter der börsennotierten Töchter. Im ersten Halbjahr standen 56,4 Mio. Euro Gesamtergebnis nur 24,0 Mio. Euro gegenüber, die den MBB-Aktionären zuzurechnen sind. Wer die Aktie bewertet, sollte mit dem zweiten Wert rechnen, nicht mit dem ersten.
Fragen und Antworten
Was macht MBB?
MBB ist eine Beteiligungsholding, die mittelständische Unternehmen kauft und langfristig entwickelt. Zum Konzern gehören unter anderem Friedrich Vorwerk im Bereich Energieinfrastruktur, der Automatisierer Aumann, der IT-Dienstleister DTS, der Holzwerkstoffverarbeiter Delignit und der Papierhersteller Hanke Tissue.
In welchem Index ist die MBB Aktie?
Im SDAX, dazu in mehreren weiteren Indizes wie dem DAXplus FAMILY. Die ISIN lautet DE000A0ETBQ4, die WKN A0ETBQ. Notiert ist die Aktie im Prime Standard seit dem 20.06.2008.
Warum stieg das Ergebnis so stark bei sinkendem Umsatz?
Weil die Marge bei der größten Beteiligung Friedrich Vorwerk von 18,0 auf 27,4 Prozent sprang. Allein diese Gesellschaft steuerte 92,6 von 117,1 Mio. Euro bereinigtem Konzern-EBITDA bei. Enthalten sind dabei 16,9 Mio. Euro Ergebnis aus Gemeinschaftsunternehmen.
Wie viel Dividende zahlt MBB?
Für das Geschäftsjahr 2025 waren es 1,21 Euro je Aktie, ausgezahlt am 08.06.2026. Für 2024 kam zur Basisdividende von 1,11 Euro eine Sonderdividende von 2,22 Euro hinzu. Zusätzlich kauft MBB regelmäßig eigene Aktien zurück, zuletzt für 23,24 Mio. Euro.
Was bedeutet die hohe Nettoliquidität?
MBB verfügte zum 30.06.2026 über 769,0 Mio. Euro Nettoliquidität, davon 431,9 Mio. Euro direkt bei der Holding. Das ist Kapital für künftige Unternehmenskäufe. Für eine Holding ist das Chance und Aufgabe zugleich, denn nicht investiertes Kapital bringt keine Beteiligungsrendite.
Wem gehört MBB?
Die Gründer Dr. Christof Nesemeier und Gert-Maria Freimuth halten indirekt rund 71 Prozent. Der Streubesitz liegt bei 29 Prozent.
Warum ist das Ergebnis je Aktie niedriger als der Konzerngewinn vermuten lässt?
Weil drei Beteiligungen selbst börsennotiert sind und MBB dort nicht 100 Prozent hält. Von 56,4 Mio. Euro Gesamtergebnis im ersten Halbjahr 2026 entfielen nur 24,0 Mio. Euro auf die MBB-Aktionäre, der Rest auf Minderheitsgesellschafter.
Quellen
- MBB SE, Halbjahresfinanzbericht 2026 vom 13.08.2026
- MBB SE, Geschäftsbericht 2025
- MBB SE, Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026
- MBB SE, Investor-Relations-Seiten zur Aktie, zum Aktienrückkauf, zu den Finanzberichten und zum Finanzkalender
- Deutsche Börse AG, aktuelle Zusammensetzung des SDAX
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.