MetaTrader 5: Funktionen, Kosten und Grenzen

Startseite MetaTrader 5: Funktionen, Kosten und Grenzen
von user
Monitor mit vielen kleinen, überlappenden Chartfenstern in einer grauen Oberfläche

MetaTrader 5 ist die Software, die man bekommt, ohne sie ausgesucht zu haben. Wer ein Konto bei einem CFD- oder Forex-Broker eröffnet, findet sie dort meist als Standard vor. Für den Trader kostet sie nichts, weil der Broker die Lizenz zahlt – und genau daraus ergeben sich Stärken wie Schwächen.

Produktprofil

TypHandelsplattform, über Broker vertrieben
HerstellerMetaQuotes Ltd
Preis für Endnutzerkostenlos
SystemeWindows, macOS, Linux, iOS, Android
MärkteDevisen, Aktien, Futures – abhängig vom Broker
ProgrammierspracheMQL5 mit Entwicklungsumgebung und Strategietester
KontomodelleNetting und wahlweise Hedging

Der Funktionsumfang in Zahlen

Zeitrahmen21
Marktorders2 Arten
Pending-Orders6 Arten
Stop-Orders2 Arten plus Trailing-Stop
Technische Indikatoren38 integriert, über 80 verfügbar
Grafische Objekte44
Markttiefevorhanden, vor allem für Börsenmärkte
Wirtschaftskalenderintegriert

Die beiden Kontomodelle sind der Punkt, an dem sich MT5 von seinem Vorgänger absetzt. Netting fasst alle Positionen in einem Wert zu einer zusammen, Hedging erlaubt gegenläufige Positionen nebeneinander. Welches Modell gilt, legt der Broker fest, nicht der Nutzer.

Was es kostet

PostenPreisWer zahlt
Software0 €Broker lizenziert sie
Marktdaten0 € für die Instrumente des Brokersim Spread enthalten
Handelssignalekostenlos oder kostenpflichtig je AnbieterNutzer
Expert Advisors und Indikatoren aus dem Marktje ProduktNutzer

Das klingt zunächst besser als bei jeder anderen Software in dieser Übersicht. Der Haken: Bezahlt wird über den Spread und die Gebühren des Brokers. Die Software ist kostenlos, der Zugang zum Markt ist es nicht.

MQL5 und der Automatikhandel

MQL5 ist der eigentliche Grund, warum sich die Plattform gehalten hat. Die Sprache ähnelt C++, bringt eine Entwicklungsumgebung und einen Strategietester mit, und es gibt einen Marktplatz mit fertigen Expert Advisors, Indikatoren und Handelssignalen zum Abonnieren.

Beim Thema Handelssignale und fertige Roboter ist Zurückhaltung angebracht: Vergangene Ergebnisse eines Signalanbieters sagen nichts über künftige, und viele der angebotenen Strategien beruhen auf Nachkaufen in Verlustpositionen. Wer so etwas einsetzt, sollte verstehen, was der Code tut, bevor er läuft.

Wo die Grenzen liegen

MT5 ist auf CFDs und Devisen zugeschnitten. Die Markttiefe funktioniert dort, wo der Broker echte Börsendaten durchreicht – bei CFD-Angeboten ist das oft nicht der Fall. Für Orderflow-Analyse an der CME oder Eurex ist die Plattform nicht gebaut; dafür gibt es Bookmap, ATAS oder Sierra Chart.

Die zweite Grenze ist die Bindung an den Broker. Welche Instrumente, welche Ausführung und welche Spreads man bekommt, entscheidet nicht MetaQuotes, sondern das Haus, über das man die Plattform bezieht. Ein Wechsel des Brokers bedeutet ein neues Konto in derselben Oberfläche – Einstellungen und Strategien lassen sich mitnehmen, die Handelsbedingungen nicht.

Für wen sich das eignet

Für den Handel mit Devisen und CFDs ist MT5 die naheliegende Wahl, einfach weil fast jeder Broker sie anbietet und das Wissen darüber breit verfügbar ist. Für Aktien und Futures an echten Börsen gibt es passendere Programme – TradingView für die Analyse, NinjaTrader oder Sierra Chart für die Ausführung.

Die Einordnung aller Systeme steht auf der Seite zur Trading-Software.

Quellen

  • MetaQuotes, Produktseiten zu MetaTrader 5, abgerufen am 3. Oktober 2026