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SFC Energy Aktie

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Mobile Brennstoffzellen-Stromversorgung auf Kies neben einem Funkmast
Aktie im Porträt

SFC Energy Aktie: Der Brennstoffzellen-Hersteller im Portrait

SFC Energy aus Brunnthal bei München entwickelt, produziert und verkauft Energiesysteme auf Brennstoffzellenbasis – Direktmethanol-Brennstoffzellen und Wasserstoffsysteme für netzferne und netzgebundene Stromversorgung. Dazu kommt ein zweites Segment mit Stromversorgungen, Spulen und Frequenzumrichtern für die Hightech-Industrie. Zum 30.06.2026 beschäftigte das Unternehmen 501 Festangestellte.

Das Jahr 2026 ist nach den eigenen Zahlen ein Sonderjahr. Ein einzelner Auftrag aus der Ukraine über rund 42,7 Millionen Euro – vom Unternehmen selbst als größter Einzelauftrag der Firmengeschichte bezeichnet – hat die Prognose zweimal nach oben verschoben. Das bereinigte EBITDA soll sich gegenüber der Erstprognose nahezu verdoppeln.

Dieses Portrait fasst zusammen, was SFC Energy selbst veröffentlicht: Geschäftsmodell und Segmente, die Halbjahreszahlen 2026, die Prognosechronologie, die Frage der Dividende und die Risiken aus den eigenen Berichten.

Unternehmensprofil

FirmennameSFC Energy AG
SitzEugen-Saenger-Ring 7, 85649 Brunnthal-Nord bei München
RechtsformAktiengesellschaft
HandelsregisterAmtsgericht München, HRB 144296
HistorieDie Unternehmensseite formuliert „over 20 years“ am Markt; ein Gründungsjahr nennt das Unternehmen nicht
BrancheBrennstoffzellen- und Energietechnik
SegmenteClean Energy (Direktmethanol- und Wasserstoff-Brennstoffzellen) und Clean Power Management (Stromversorgungen, Spulen, Frequenzumrichter)
ProdukteEFOY Pro, EFOY ProShelter, JENNY, EMILY, EFOY H2 Cabinet
Mitarbeiter501 Festangestellte zum 30.06.2026 (31.12.2025: 495), davon im Schnitt 84 in Forschung und Entwicklung
StandorteHauptsitz Brunnthal; Tochtergesellschaften in Kanada, Dänemark, Indien, den Niederlanden, Rumänien, Großbritannien und den USA
VorstandDr. Peter Podesser (CEO), Daniel Saxena (CFO), Hans Pol (COO)
AufsichtsratsvorsitzSunaina Sinha Haldea
ISINDE0007568578
WKN756857
TickerF3C
IndexSDAX, nach eigener Angabe seit 2022; Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse
Aktienzahl17.397.975 nennwertlose Namensaktien (Stand 30.06.2026)
AktionärsstrukturInstitutionelle Investoren zusammen 39,13 Prozent; Vorstand und Aufsichtsrat 2,30 Prozent
Streubesitz58,57 Prozent (Stand 30.06.2026)
GeschäftsjahrKalenderjahr
Websitesfc.com

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

SFC Energy verkauft Geräte und Systeme plus Zubehör, dazu im zweiten Segment klassisches Komponenten- und Auftragsgeschäft für die Hightech-Industrie.

Clean Energy umfasst Direktmethanol- und Wasserstoff-Brennstoffzellen für stationäre und mobile netzferne Stromversorgung. Kunden kommen aus Industrie, Privat- und öffentlichem Sektor – darunter Telekommunikation, Sicherheit und Überwachung, Verteidigung und Marine. Clean Power Management umfasst Spannungswandler und Spulen für die Hightech-Industrie sowie Frequenzumrichter für die Upstream-Öl- und Gasindustrie.

Die beiden Segmente laufen derzeit auseinander. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs Clean Energy um 22,7 Prozent auf 63,5 Millionen Euro Umsatz bei einem bereinigten EBITDA von 17,2 Millionen Euro und einer Marge von 27,0 Prozent nach 11,1 Prozent. Clean Power Management schrumpfte um 13,8 Prozent auf 18,8 Millionen Euro, das EBITDA sank auf 1,3 Millionen Euro und die Marge halbierte sich von 12,7 auf 6,8 Prozent. Ein Segment-EBIT berichtet SFC nicht.

Im Geschäftsjahr 2025 stand Clean Energy für 99,8 Millionen Euro Umsatz oder 69,7 Prozent des Konzernumsatzes, Clean Power Management für 43,4 Millionen Euro.

Regional ist die Verschiebung 2026 dramatisch: Die Ukraine kam im ersten Halbjahr auf 22,3 Millionen Euro Umsatz nach null im Vorjahr und ist damit die größte Einzelregion. Dahinter folgen Kanada mit 17,4 Millionen Euro (Vorjahr 18,9), die Niederlande mit 15,2 Millionen Euro (19,2), das übrige Europa mit 10,3 Millionen Euro (12,4) und Deutschland mit 9,3 Millionen Euro (6,8). Die USA gingen auf 5,6 Millionen Euro zurück (8,8), Asien auf 2,0 Millionen Euro (7,0).

Zur Kundenstruktur nennt der Geschäftsbericht 2025 für Verteidigung, öffentliche Sicherheit und zivile Sicherheit rund 50 Prozent des Konzernumsatzes 2025 – der Aktionärsbrief im gleichen Dokument spricht einschließlich ziviler Sicherheitsanwendungen von rund 60 Prozent. Die Abgrenzung wird nicht erläutert. Eine Quote wiederkehrender Umsätze weist SFC Energy nicht aus.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Letzte berichtete Periode ist das erste Halbjahr 2026; der Vorstand hat den Bericht am 14.08.2026 unterzeichnet. Alle Werte in Tausend Euro, sofern nicht anders angegeben. Zu beachten: Die Vorjahresbasis war beim Ergebnis sehr niedrig, weshalb die prozentualen Veränderungen rechnerisch korrekt, aber wenig aussagekräftig sind.

KennzahlH1 2026H1 2025Veränderung
Umsatz82.35273.607+11,9 %
Bruttoergebnis38.75931.270+23,9 %
EBITDA15.4874.581+238,1 %
Bereinigtes EBITDA18.4458.522+116,4 %
Bereinigte EBITDA-Marge22,4 %11,6 %+10,8 Pp
EBIT11.065698–
Bereinigtes EBIT14.0234.640+202,2 %
Bereinigte EBIT-Marge17,0 %6,3 %+10,7 Pp
Konzernergebnis7.275257–
Ergebnis je Aktie0,42 Euro0,02 Euro–
Operativer Cashflow4.636−6.295–
Operativer Cashflow vor Working-Capital-Änderungen17.4958.889+96,8 %
Investitionen (brutto)1.3981.682−16,9 %
Auftragseingang108.65343.665+148,8 %
Auftragsbestand104.85278.625*+33,4 %
Nettofinanzposition (Netto-Cash)41.15743.290*−4,9 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten2.8843.339*−13,6 %
Eigenkapital146.836138.549*+6,0 %
Eigenkapitalquote71,6 %72,0 %*−0,4 Pp
Festangestellte501495*+1,2 %

* Auftragsbestand, Finanz- und Bilanzkennzahlen sowie die Mitarbeiterzahl sind gegen den 31.12.2025 verglichen. Zum ersten Quartal 2026 (veröffentlicht 13.05.2026): Umsatz 34.115 T€ nach 38.620 T€ (−11,7 Prozent), bereinigtes EBITDA 6.150 T€ bei 18,0 Prozent Marge, Konzernergebnis 1.772 T€ nach 2.273 T€. Das erste Quartal war also noch rückläufig – die gesamte Halbjahresverbesserung stammt aus dem zweiten Quartal. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: Umsatz 143.274 T€ nach 144.684 T€ (−1,0 Prozent), Bruttoergebnis 58.394 T€, EBITDA 12.221 T€ (−37,6 Prozent), bereinigtes EBITDA 16.653 T€ (−24,3 Prozent), EBIT 4.483 T€ (−65,9 Prozent), bereinigtes EBIT 8.914 T€, Konzernergebnis −887 T€ nach +8.759 T€, Ergebnis je Aktie −0,03 Euro nach 0,51 Euro, Forschungs- und Entwicklungsaufwand 11.353 T€. Der dominierende Sondereffekt 2026 ist der Ukraine-Auftrag: Volumen rund 42.700 T€, gesichert am 12.05.2026 und per Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht; im ersten Halbjahr wurden daraus bereits 22.348 T€ Umsatz erlöst. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von −4.804 T€ enthält unter anderem die Beteiligung an Oneberry. Auffällig sind die hohen Bereinigungen: Die Differenz zwischen EBITDA und bereinigtem EBITDA betrug im Halbjahr 2.958 T€ und im Gesamtjahr 2025 4.432 T€; die Art dieser Bereinigungen ist im auswertbaren Teil der Berichte nicht aufgeschlüsselt. Einen Free Cashflow berichtet SFC Energy nicht.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für 2026 wurde zweimal angehoben. Erstabgabe war der 24.02.2026 mit folgendem Wortlaut: „we expect Group sales to grow by approximately 5% to 11% to between EUR 150 million and EUR 160 million“, dazu ein bereinigtes EBITDA von 20 bis 24 Millionen Euro und ein bereinigtes EBIT von 11 bis 15 Millionen Euro.

Am 13.05.2026 hob der Vorstand die Prognose an – begründet mit dem am Vortag gesicherten Ukraine-Großauftrag über rund 42,7 Millionen Euro: Umsatz 163 bis 175 Millionen Euro, bereinigtes EBITDA 29 bis 34 Millionen Euro, bereinigtes EBIT 20,5 bis 25,5 Millionen Euro.

Am 14.08.2026 folgte eine Einengung nach oben: Umsatz nunmehr 166 bis 175 Millionen Euro, bereinigtes EBITDA 31,5 bis 34,0 Millionen Euro, bereinigtes EBIT 21,5 bis 25,5 Millionen Euro. Begründung wörtlich: „On the strength of a large-scale order for the supply of fuel cell systems to Ukraine“, dazu der Halbjahresverlauf sowie erwartete Lieferungen und der Auftragsbestand für das zweite Halbjahr.

Der Umfang dieser Verschiebung ist bemerkenswert: Das bereinigte EBITDA soll sich gegenüber der Erstprognose von 20 bis 24 Millionen Euro auf 31,5 bis 34,0 Millionen Euro nahezu verdoppeln – bei einer Umsatzanhebung von rund 10 Prozent. Nach sechs Monaten stehen 18,4 Millionen Euro bereinigtes EBITDA zu Buche, die Prognosemitte ist damit zu rund 56 Prozent erreicht.

Mittelfristziele veröffentlicht SFC Energy nicht. Der Geschäftsbericht 2025 hält fest, dass der Aufsichtsrat eine Mittelfristplanung für 2027 bis 2030 gebilligt hat; die Zielwerte sind im auswertbaren Teil des Berichts nicht enthalten. Ebenso wurden Nachhaltigkeitsziele für 2028 und 2029 gesetzt, ohne Details. Zum Marktumfeld nennt der Geschäftsbericht für den globalen Markt für Direktmethanol-Brennstoffzellen erwartete jährliche Wachstumsraten „between slightly over 10% and slightly under 20%“.

Dividende

SFC Energy zahlt keine Dividende und veröffentlicht keine Dividendenpolitik. Die IR-Aktienseite enthält keinen Abschnitt zu Dividenden, der Halbjahresbericht 2026 keine Dividendenaussage, und die Seite zur Hauptversammlung am 20.05.2026 listet die Tagesordnungspunkte 1, 6, 7 und 8 mit Dokumenten – ohne einen Punkt zur Gewinnverwendung oder Dividende.

Das ist nach der Ergebnislage konsistent: Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Konzernverlust von 887 Tausend Euro. Die Mittelverwendung erfolgt nach den Berichtsangaben in Wachstum – im ersten Halbjahr 2026 etwa in die Beteiligung an Oneberry –, in Forschung und Entwicklung mit 11.353 Tausend Euro im Jahr 2025 und in den Aufbau der Nettofinanzposition, die zum 30.06.2026 bei 41,2 Millionen Euro lag.

Eine Aussetzung im Sinne einer unterbrochenen Dividendenhistorie ist in den ausgewerteten Quellen nicht dokumentiert. Ein Aktienrückkaufprogramm ebenfalls nicht – im Gegenteil: Die Aktienzahl stieg 2026 durch ausgeübte Optionen aus dem Long-Term-Incentive-Programm von 17.381.691 auf 17.397.975, also leichte Verwässerung statt Rückkauf.

Ab welchem Ergebnisniveau das Unternehmen Kapital an die Aktionäre zurückgeben will – und ob es das überhaupt beabsichtigt –, ist in den ausgewerteten Unterlagen nicht beantwortet.

Was das Geschäft antreibt

  • Der Ukraine-Großauftrag. Rund 42,7 Millionen Euro, gesichert am 12.05.2026, nach eigener Angabe der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte. Im ersten Halbjahr 2026 wurden daraus bereits 22,3 Millionen Euro Umsatz erlöst, gegenüber null im Vorjahr.
  • Verteidigung und Sicherheit als Umsatzbasis. Rund 50 Prozent des Konzernumsatzes 2025 aus Verteidigung, öffentlicher und ziviler Sicherheit – im Aktionärsbrief mit rund 60 Prozent angegeben.
  • Auftragseingang und Auftragsbestand. Im ersten Halbjahr 2026 ein Auftragseingang von 108,7 Millionen Euro (+148,8 Prozent) und ein Auftragsbestand von 104,9 Millionen Euro (+33,4 Prozent gegenüber dem Jahresende 2025).
  • Margensprung im Kernsegment. Clean Energy erzielte im Halbjahr eine bereinigte EBITDA-Marge von 27,0 Prozent nach 11,1 Prozent. Das Bruttoergebnis des Konzerns stieg um 23,9 Prozent bei nur 11,9 Prozent Umsatzwachstum – ein Mixeffekt, weil das Verteidigungs- und Sicherheitsgeschäft margenstärker trägt als das Industriegeschäft.
  • Finanzielle Stabilität. Eine Eigenkapitalquote von 71,6 Prozent, 41,2 Millionen Euro Netto-Cash und nur 2,9 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten.
  • Marktwachstum. Für den globalen Markt für Direktmethanol-Brennstoffzellen nennt der Geschäftsbericht 2025 erwartete jährliche Wachstumsraten von etwas über 10 bis knapp unter 20 Prozent.
  • Gegenläufig: das zweite Segment und die überseeischen Märkte. Clean Power Management verlor 13,8 Prozent Umsatz, die USA gingen um 36,5 Prozent und Asien um 71,1 Prozent zurück, während Deutschland um 36,6 Prozent zulegte.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Quellenlage. Die folgenden Risikofelder stammen aus dem Chancen- und Risikobericht des Halbjahresfinanzberichts 2026. Eine unternehmenseigene Bewertungsskala mit Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensklassen ist im auswertbaren Teil der Berichte nicht enthalten; der ausführliche Risikobericht des Geschäftsberichts 2025 ließ sich maschinell nicht erreichen.
  • Die benannten Risikofelder. SFC Energy nennt Marktrisiken, Finanzrisiken, Technologierisiken, Beschaffungsrisiken, IT-Risiken, Personalrisiken sowie Umwelt- und Rechtsrisiken, dazu makroökonomische und geopolitische Unsicherheit.
  • Operative Risiken aus Großkundenprojekten. Wörtlich: „Executing large customer projects, including orders involving increased delivery and production volumes“. Das ist angesichts des Ukraine-Auftrags das derzeit relevanteste Risikofeld.
  • Risiken aus dem ERP-Rollout. Der konzernweite Rollout des Warenwirtschaftssystems wird ausdrücklich als eigenes Risikofeld geführt.
  • Projektgeschäft in der Verteidigungsindustrie. Der Geschäftsbericht 2025 hält für das Segment Clean Energy ausdrücklich fest: „segment sales are exposed to the volatility of project business in the defense industry“. Das ist das größte vom Unternehmen selbst benannte Konzentrationsrisiko.
  • Geopolitik, Handelspolitik und Lieferketten. Die Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026 nennt zusätzlich Risiken aus dem Nahost-Konflikt, aus Handels- und Zollpolitik sowie aus Lieferketten.
  • Chancen in eigener Darstellung. Die steigende Bedeutung von Versorgungssicherheit und dezentraler Stromversorgung bezeichnet SFC Energy als Chance für die eigenen Brennstoffzellenlösungen.

Wettbewerb

SFC Energy veröffentlicht in den ausgewerteten Primärquellen keine namentlichen Wettbewerber und keine Marktanteile. Weder die Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026 noch der Halbjahresbericht noch die Unternehmensseite enthalten Angaben zur Wettbewerbsposition oder zum Marktanteil.

Zur eigenen Position bezeichnet sich das Unternehmen als „a leading provider of commercial fuel cell solutions for stationary and mobile applications“ und auf der Unternehmensseite als „a global leader in mobile and off-grid power solutions“ in den Märkten Clean Energy and Mobility, Public Security, Öl und Gas sowie Industrie, dazu als „an international technology leader“ bei hybriden Energiesystemen.

Statt eines Wettbewerbervergleichs argumentiert SFC Energy technologisch: Direktmethanol-Brennstoffzellen „can compete with conventional technologies in numerous applications“ – das bezieht sich auf Technologiesubstitution, nicht auf Wettbewerber.

Überprüfbare Angaben zum Wettbewerbsumfeld publiziert das Unternehmen damit nicht.

Termine

DatumEreignis
13.11.2026Quartalsmitteilung Q3 2026
23.–25.11.2026German Equity Forum, Frankfurt

Einordnung

Das Jahr 2026 ist für SFC Energy nach eigenen Zahlen ein Sonderjahr. Ein einzelner Auftrag aus der Ukraine über rund 42,7 Millionen Euro hat die Prognose zweimal nach oben verschoben: erst am 13.05.2026 von 150 bis 160 auf 163 bis 175 Millionen Euro Umsatz, dann am 14.08.2026 auf 166 bis 175 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA soll sich von 20 bis 24 Millionen Euro der Erstprognose auf 31,5 bis 34,0 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Im Halbjahr sind von diesem Auftrag bereits 22,3 Millionen Euro umsatzwirksam geworden. Die naheliegende Frage: Was bleibt von der Umsatzbasis 2027, wenn die ukrainischen Lieferungen abgeschlossen sind und nicht durch Folgeaufträge ersetzt werden? Das Unternehmen veröffentlicht seine Mittelfristplanung für 2027 bis 2030 nicht – der Aufsichtsrat hat sie laut Geschäftsbericht aber gebilligt.

Die operative Qualitätsverbesserung ist größer als der reine Umsatzanstieg. Bei 11,9 Prozent Umsatzwachstum stieg das Bruttoergebnis um 23,9 Prozent und das bereinigte EBITDA von 8,5 auf 18,4 Millionen Euro; die bereinigte EBITDA-Marge verdoppelte sich auf 22,4 Prozent, im Kernsegment Clean Energy liegt sie bei 27,0 Prozent. Das ist ein Mixeffekt. Wie stabil diese Marge ist, wenn der Produktmix nach dem Ukraine-Auftrag wieder breiter wird, lässt sich von außen nicht beurteilen. Das zweite Segment liefert dazu ein Warnsignal: Clean Power Management verlor 13,8 Prozent Umsatz, und seine EBITDA-Marge halbierte sich von 12,7 auf 6,8 Prozent.

Ein wichtiger Hinweis zur Lesart der Halbjahreszahlen: Das erste Quartal 2026 war mit einem Umsatzrückgang von 11,7 Prozent und einem um 22,1 Prozent niedrigeren Konzernergebnis noch schwach. Die gesamte Verbesserung des Halbjahres stammt also aus dem zweiten Quartal – jenem Quartal, in dem der Ukraine-Auftrag wirksam wurde.

Bilanziell ist SFC Energy ungewöhnlich konservativ aufgestellt: 71,6 Prozent Eigenkapitalquote, 41,2 Millionen Euro Netto-Cash, nur 2,9 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten. Das Unternehmen trägt also kein Verschuldungsrisiko, zahlt aber auch keine Dividende und veröffentlicht keine Ausschüttungspolitik. Nach einem Konzernverlust von 0,9 Millionen Euro im Jahr 2025 ist das konsistent.

Die Eigentümerstruktur unterscheidet SFC deutlich von vielen anderen SDAX-Technologiewerten: 58,57 Prozent Streubesitz, 39,13 Prozent institutionelle Investoren, 2,30 Prozent bei Vorstand und Aufsichtsrat. Es gibt also keinen kontrollierenden Großaktionär, der die Strategie dominiert. Zugleich ist die Aktienzahl mit 17,4 Millionen klein, und sie wächst durch Optionen aus dem Long-Term-Incentive-Programm leicht weiter.

Für die Risikobeurteilung ist die Quellenlage eine echte Einschränkung. SFC benennt im Halbjahresbericht die Risikofelder, publiziert dort aber keine Bewertungsskala, und der ausführliche Risikobericht des Geschäftsberichts 2025 war maschinell nicht erreichbar. Das größte sichtbare Konzentrationsrisiko benennt das Unternehmen allerdings selbst: Die Segmentumsätze seien „exposed to the volatility of project business in the defense industry“. Wie groß der Anteil der drei größten Kunden am Konzernumsatz ist, veröffentlicht SFC Energy nicht.

Häufige Fragen

Was macht SFC Energy?

SFC Energy entwickelt, produziert und verkauft Energiesysteme auf Brennstoffzellenbasis – Direktmethanol-Brennstoffzellen und Wasserstoffsysteme für netzferne und netzgebundene Stromversorgung, zum Beispiel für Telekommunikation, Überwachung, Verteidigung und Marine. Ein zweites Segment liefert Stromversorgungen, Spulen und Frequenzumrichter für die Hightech-Industrie.

In welchem Index ist die SFC Energy Aktie?

SFC Energy ist SDAX-Mitglied – nach eigener Angabe seit 2022 – und notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

Warum hat SFC Energy die Prognose zweimal angehoben?

Wegen eines Großauftrags aus der Ukraine über rund 42,7 Millionen Euro, gesichert am 12.05.2026 und nach eigener Angabe der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte. Am 13.05.2026 wurde die Umsatzprognose von 150 bis 160 auf 163 bis 175 Millionen Euro angehoben, am 14.08.2026 auf 166 bis 175 Millionen Euro eingeengt. Das bereinigte EBITDA soll sich gegenüber der Erstprognose nahezu verdoppeln.

Zahlt SFC Energy eine Dividende?

Nein. Die IR-Aktienseite enthält keinen Abschnitt zu Dividenden, der Halbjahresbericht keine Dividendenaussage, und die Tagesordnung der Hauptversammlung vom 20.05.2026 wies keinen Punkt zur Gewinnverwendung aus. Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Konzernverlust von 887 Tausend Euro.

Wie hoch ist die Verschuldung von SFC Energy?

Es gibt keine. Zum 30.06.2026 wies SFC Energy eine Nettofinanzposition von 41,2 Millionen Euro Netto-Cash aus, bei Bankverbindlichkeiten von nur 2,9 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 71,6 Prozent.

Wie wichtig ist das Verteidigungsgeschäft für SFC Energy?

Sehr. Der Geschäftsbericht 2025 nennt für Verteidigung, öffentliche Sicherheit und zivile Sicherheit rund 50 Prozent des Konzernumsatzes; der Aktionärsbrief im gleichen Dokument spricht von rund 60 Prozent. Für das Segment Clean Energy hält der Bericht ausdrücklich fest, die Segmentumsätze seien der Volatilität des Projektgeschäfts in der Verteidigungsindustrie ausgesetzt.

Wer sind die größten Aktionäre von SFC Energy?

Es gibt keinen kontrollierenden Großaktionär. Zum 30.06.2026 hielten institutionelle Investoren zusammen 39,13 Prozent, Vorstand und Aufsichtsrat 2,30 Prozent, und der Streubesitz betrug 58,57 Prozent.

Warum war das erste Quartal 2026 schwächer als das Halbjahr?

Weil der Ukraine-Auftrag erst im zweiten Quartal wirksam wurde. Im ersten Quartal sank der Umsatz noch um 11,7 Prozent auf 34,1 Millionen Euro und das Konzernergebnis um 22,1 Prozent. Die gesamte Verbesserung des Halbjahres stammt damit aus dem zweiten Quartal.

Quellen

  • SFC Energy AG, Halbjahresfinanzbericht 2026 (unterzeichnet 14.08.2026)
  • SFC Energy AG, Quartalsmitteilung Q1 2026 (13.05.2026)
  • SFC Energy AG, Geschäftsbericht 2025
  • SFC Energy AG, Ad-hoc-Mitteilung vom 12.05.2026 zum Ukraine-Großauftrag
  • SFC Energy AG, Investor Relations: Die Aktie, Finanzkalender, Hauptversammlung
  • SFC Energy AG, Unternehmensseite und Impressum
  • Deutsche Börse, Konstituentendaten SDAX

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.