Wirtschaftskalender: Termine für USA, Deutschland & Eurozone

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Wirtschaftskalender: Termine für USA, Deutschland & Eurozone

Alle wichtigen Wirtschaftstermine auf einen Blick: Zinsentscheide von Fed und EZB, US-Arbeitsmarkt und Inflation, ifo und ZEW, Verfallstage und Börsenfeiertage. Alle Uhrzeiten in deutscher Zeit, filterbar nach Region, Wichtigkeit und Uhrzeit.

hochmittelniedrigFeiertagAlle Zeiten in deutscher Zeit

Zeitumstellung: Europa am 25.10., USA am 01.11. – in dieser Woche kommen US-Daten eine Stunde früher. Mit „geschätzt“ markierte Termine sind noch nicht offiziell bestätigt. Stand: 11.10.2026.

Die wichtigsten Termine der nächsten Tage

  • Mo, 12.10.: Columbus Day in den USA – Anleihemarkt geschlossen, Aktienbörsen offen
  • Di, 13.10., 08:00 Uhr: Deutsche Verbraucherpreise September (endgültig); vorbörslich Quartalszahlen von JPMorgan, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup
  • Mi, 14.10., 14:30 Uhr: US-Verbraucherpreise (CPI) September
  • Do, 15.10., 14:30 Uhr: US-Erzeugerpreise (PPI) September
  • Fr, 16.10.: Eurozone-Inflation September (endgültig, 11:00 Uhr) und Monatsverfall an Eurex und US-Börsen

Danach folgen die ZEW-Konjunkturerwartungen am 20.10. (11:00 Uhr), das ifo-Geschäftsklima am 26.10. (10:30 Uhr), der Fed-Zinsentscheid am 28.10. (19:00 Uhr) und der EZB-Zinsentscheid am 29.10. (14:15 Uhr). Weil Europa am 25.10. auf Winterzeit umstellt, die USA aber erst am 01.11., kommen US-Daten in dieser Woche eine Stunde früher als gewohnt.

So nutzen Sie den Wirtschaftskalender

Ein Wirtschaftskalender listet, wann welche Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Für den kurzfristigen Handel ist er weniger ein Informations- als ein Terminwerkzeug: Er sagt nicht, wohin der Kurs läuft, sondern wann die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Bewegung steigt – und wann der Spread sich ausweitet.

Was im Kalender steht

Jeder Eintrag besteht aus wenigen Angaben: Zeitpunkt, Land, Bezeichnung der Kennzahl, Berichtsperiode – und drei Zahlen, die zusammengehören.

AngabeWas sie bedeutetFallstrick
Vorperiodeder zuletzt gemeldete Wertwird häufig im selben Moment nach oben oder unten revidiert
Prognoseder Erwartungswert, meist ein Mittel aus Analystenschätzungenwer die Schätzungen erhoben hat und wie viele, steht selten dabei
Veröffentlichter Wertdie tatsächliche Zahl der Statistikbehördesagt für sich genommen nichts – erst der Abstand zur Prognose wirkt
WichtigkeitEinstufung des Kalenderanbieters, oft als Sterneeine Schätzung des Anbieters, keine Eigenschaft der Zahl
Berichtsperiodewelcher Monat oder welches Quartal gemeint istentscheidet, wie alt die Information in Wahrheit ist

Die wichtigste dieser Angaben ist die Prognose. Märkte bewegen sich nicht, weil eine Inflationsrate hoch ist, sondern weil sie anders ausfällt als erwartet. Eine Zahl, die exakt der Prognose entspricht, hinterlässt oft gar keine Spur im Chart – auch wenn sie dramatisch klingt.

Wer die Zahlen veröffentlicht

Ein Wirtschaftskalender ist eine Zusammenstellung fremder Termine. Die Daten selbst stammen von Statistikämtern, Notenbanken und einigen Forschungsinstituten – und bei denen stehen sie auch, meist früher und immer vollständiger als in jedem Kalender.

  • Deutschland: das Statistische Bundesamt für Preise, Produktion, Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt; die Bundesagentur für Arbeit für den Arbeitsmarkt; die Deutsche Bundesbank für Geld- und Kreditzahlen; das ifo Institut und das ZEW für Stimmungsindikatoren.
  • Euroraum: Eurostat für die harmonisierten Preisindizes und das Wachstum, die Europäische Zentralbank für die Zinsentscheidungen und die Pressekonferenz danach.
  • Vereinigte Staaten: das Bureau of Labor Statistics für Arbeitsmarkt und Verbraucherpreise, das Bureau of Economic Analysis für Wachstum und die von der Notenbank bevorzugte Preisgröße, die Federal Reserve für die Zinsentscheidungen.

Für den deutschen Markt kommt hinzu, dass der DAX-Future früher reagiert als der Kassamarkt und auf US-Daten oft deutlicher als auf deutsche. Wer Indizes handelt, sollte deshalb den US-Kalender mindestens so genau verfolgen wie den europäischen.

Was im Moment der Veröffentlichung passiert

Sekunden vor einer wichtigen Zahl dünnt das Orderbuch aus. Market Maker ziehen ihre Quotes zurück, weil sie nicht als Erste gegen eine Information handeln wollen, die sie noch nicht kennen. Der Spread weitet sich, und die verbleibende Liquidität liegt weiter vom letzten Kurs entfernt.

Im Moment der Veröffentlichung steigt die Geschwindigkeit des Bandes sprunghaft. Was dann als Kursbewegung erscheint, ist in den ersten Augenblicken oft weniger eine Meinung als die Folge dünner Bücher: Wenige Aufträge bewegen den Kurs weit, weil kaum Gegenseite da ist. Dass der Kurs anschließend teilweise zurückkommt, ist eher die Regel als die Ausnahme.

Eine Order, die in dieser Phase ohne Limit in den Markt geht, wird zu dem Preis ausgeführt, der gerade verfügbar ist – und der kann weit vom erwarteten entfernt liegen. Das ist der praktische Grund, warum Limit-Orders rund um Termine die vernünftigere Wahl sind, auch wenn sie unausgeführt bleiben können.

Alarme richtig einstellen

Die meisten Programme können vor einem Termin eine Benachrichtigung auslösen. Der Nutzen liegt nicht darin, pünktlich zuzusehen, sondern darin, rechtzeitig zu entscheiden, ob eine offene Position durch den Termin getragen werden soll.

  • Vorlauf statt Punktlandung. Eine Meldung im Moment der Veröffentlichung kommt zu spät, um noch etwas zu entscheiden. Nützlich ist der Vorlauf, der reicht, um eine Position zu schließen oder abzusichern.
  • Nur was den eigenen Markt betrifft. Wer europäische Indizes handelt, braucht keine Meldung zu neuseeländischen Handelsbilanzen. Ein Kalender, der bei jedem Eintrag klingelt, wird nach drei Tagen ignoriert.
  • Zeitzone und Zeitumstellung prüfen. Der häufigste Fehler überhaupt. US-Termine verschieben sich für europäische Nutzer zweimal im Jahr um eine Stunde, weil die Umstellung in den USA und in Europa an verschiedenen Terminen stattfindet.
  • Zinsentscheidungen anders behandeln. Dort steht die Zahl selbst meist fest – bewegt wird der Markt von der Pressekonferenz danach, die eine halbe bis ganze Stunde später beginnt und länger dauert.

Das Problem der Revisionen

Konjunkturdaten sind Schätzungen, die mit jeder weiteren Datenlieferung genauer werden. Erstmeldungen beruhen auf unvollständigen Stichproben und werden später korrigiert, manchmal erheblich. Für die Kursbewegung zählt trotzdem die Erstmeldung – sie ist der Moment, in dem die Information neu ist.

Daraus folgt eine unangenehme Eigenschaft: Der Markt reagiert auf eine Zahl, von der alle Beteiligten wissen, dass sie nicht stimmt. Wer im Nachhinein eine Kursbewegung mit der revidierten Zahl erklärt, erklärt sie mit einer Information, die es zum Zeitpunkt der Bewegung noch nicht gab.

Was der Kalender nicht leistet

Er zeigt Termine, keine Richtungen. Drei Einschränkungen sind dabei die wichtigsten.

Erstens ist die Reaktion auf dieselbe Abweichung nicht stabil. Eine überraschend hohe Inflationsrate kann Kurse fallen lassen, weil höhere Zinsen erwartet werden – oder steigen lassen, weil der Markt eine andere Sorge gerade für wichtiger hält. Welche Erzählung gilt, entscheidet sich erst im Moment selbst.

Zweitens enthält der Kalender nur geplante Termine. Die Ereignisse mit der größten Wirkung – geldpolitische Notfallsitzungen, geopolitische Nachrichten, Unternehmenskrisen – stehen in keinem Kalender, weil ihr Zeitpunkt niemandem vorher bekannt ist.

Drittens ist die Wichtigkeitsangabe eine Einschätzung des Anbieters. Dieselbe Kennzahl kann in einem Monat den Markt beherrschen und im nächsten unbeachtet bleiben, je nachdem, worauf die Aufmerksamkeit gerade liegt. In Phasen hoher Volatilität wirken mehr Termine als in ruhigen Phasen.

Häufige Fragen

Welche Termine bewegen den Markt am stärksten?

Verlässlich lässt sich das nur rückblickend sagen. Regelmäßig im Mittelpunkt stehen Zinsentscheidungen der Notenbanken samt der anschließenden Pressekonferenz, die Verbraucherpreise und die US-Arbeitsmarktdaten. Welche davon im jeweiligen Monat tatsächlich wirkt, hängt davon ab, worüber der Markt gerade streitet.

Soll man vor einem Termin aus dem Markt gehen?

Das ist eine Frage der eigenen Risikotragfähigkeit und keine, die sich allgemein beantworten lässt. Was sich sagen lässt: In den Minuten um eine Veröffentlichung ist das Orderbuch dünn, der Spread weit und die Ausführung unzuverlässiger als sonst. Wer eine Position hält, trägt dieses Risiko bewusst oder aus Versehen.

Warum fällt der Kurs bei guten Zahlen?

Weil nicht die Zahl wirkt, sondern der Abstand zur Erwartung – und weil dieselbe Zahl je nach Lage unterschiedlich gedeutet wird. Starke Arbeitsmarktdaten können als gute Konjunktur oder als Grund für höhere Zinsen gelesen werden. Beides kommt vor.

Sind kostenlose Kalender ausreichend?

Für den Termin selbst ja. Unterschiede gibt es bei der Zuverlässigkeit der Prognosewerte, bei der Geschwindigkeit, mit der die veröffentlichte Zahl erscheint, und bei den Alarmfunktionen. Die Termine selbst stehen bei den Statistikbehörden ohnehin kostenlos im Voraus.

Gilt das auch für Krypto und Devisen?

Für Devisen ja, dort wirken Zins- und Inflationsdaten unmittelbar. Kryptomärkte reagieren auf geldpolitische Termine ebenfalls, laufen aber durchgehend und haben eigene Ereignisse, die in keinem Wirtschaftskalender stehen.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt, Veröffentlichungskalender
  • Deutsche Bundesbank, Termine und Statistiken
  • Eurostat, Release Calendar
  • Europäische Zentralbank, Sitzungskalender des EZB-Rats
  • U.S. Bureau of Labor Statistics und U.S. Bureau of Economic Analysis, Release Schedules
  • Board of Governors of the Federal Reserve System, FOMC Calendar

Diese Seite erklärt ein Werkzeug und ist keine Anlageberatung. Der Handel um Veröffentlichungstermine ist mit erhöhten Ausführungsrisiken verbunden, und Hebelprodukte können zum Totalverlust führen. Wie der Kalender in die übrigen Werkzeuge passt, zeigt die Übersicht zur Orderflow-Analyse; eine Einordnung aller Themen rund um den Handel gibt die Seite zum Trading.