Euro-Dollar-Optionen: Absicherungen gegen den Euro dominieren nahe dem Jahrestief

von user

Der Euro fällt am Mittwoch um 0,6 Prozent auf rund 1,119 US-Dollar und nähert sich damit dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Der Blick in den Optionsmarkt zeigt: Marktteilnehmer sichern sich vor allem gegen weitere Verluste ab. Ein Gamma Squeeze nach oben ist nicht angelegt. Den laufenden Euro-Dollar-Kurs finden Sie in unserer Devisenübersicht.

Ausgangslage am Devisenmarkt

KennzahlWert
EUR/USD am 7. Oktober 2026rund 1,119 (−0,6 %)
Tief der vergangenen 52 Wochenrund 1,116
Hoch der vergangenen 52 Wochenrund 1,208
Abstand zum Jahrestiefweniger als 0,5 %
Abstand zum Jahreshochgut 7 %

Puts überwiegen in den meisten Verfallsterminen

Grundlage der Auswertung sind die börsengehandelten Euro-FX-Optionen. Ein Kontrakt umfasst 125.000 Euro. In drei der vier meistgehandelten Verfallstermine von November bis März ist das offene Interesse in Puts größer als in Calls. Am deutlichsten fällt das Verhältnis im März aus, dort stehen etwa doppelt so viele Puts wie Calls im Markt. Nur im Dezember-Verfall überwiegen die Calls leicht.

Was die Positionierung zeigt

  • Ein großer Teil der Puts liegt inzwischen tief im Geld. Diese Absicherungen stammen aus der Zeit, als der Euro deutlich höher notierte, und haben ihren Zweck erfüllt.
  • Neue Aktivität konzentrierte sich zuletzt auf Puts knapp unter dem Jahrestief. Marktteilnehmer sichern sich damit gegen einen Bruch dieser Marke ab.
  • Nach unten bilden die Bereiche um 1,11 und 1,105 die wichtigsten Put-Konzentrationen. Nach oben liegen die größten Call-Bestände um 1,135 und 1,16.

Kein Gamma Squeeze in Sicht

Nach unserer Berechnung ergibt sich über alle wichtigen Verfallstermine ein leicht negatives Gamma. Der Absicherungsbedarf der Händlerbanken entspricht pro Prozent Kursbewegung nur etwa 3 Prozent des üblichen Tagesvolumens im Euro-FX-Future.

Sind die Händlerbanken in den Puts tatsächlich auf der Verkäuferseite, müssten sie bei einem Rutsch unter 1,11 zusätzliche Futures verkaufen. Ein solcher Effekt würde eine Abwärtsbewegung leicht beschleunigen. Für einen Squeeze nach oben fehlt dagegen die nötige Call-Konzentration knapp über dem aktuellen Kurs. Wie Futures-Kontrakte grundsätzlich funktionieren, erklären wir am Beispiel des DAX-Future.

Einordnung

Aus Sicht der Marktteilnehmer überwiegt der Absicherungsbedarf gegen einen weiter fallenden Euro. Direkt unter dem Jahrestief liegen Put-Konzentrationen um 1,11 und 1,105. Zu beachten ist, dass der größte Teil des Devisenoptionshandels außerbörslich zwischen Banken stattfindet. Die börsengehandelten Kontrakte zeigen deshalb nur einen Ausschnitt der Stimmung. Für die weitere Richtung bleiben der nächste EZB-Zinsentscheid und der Fed-Zinsentscheid die wichtigsten Termine.

Quellen: CME Group, Kontraktspezifikationen Euro FX Futures und Options; Europäische Zentralbank, Euro-Referenzkurse; eigene Berechnungen der Redaktion.

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