Strategy will täglich Dividenden zahlen: Abstimmung am 28. Oktober

Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt, will seine Vorzugsaktien künftig täglich ausschütten. Am 28. Oktober stimmen die Stammaktionäre über den Vorschlag ab – die Inhaber der betroffenen Papiere selbst haben kein Stimmrecht.

Das Wichtigste in Kürze

UnternehmenStrategy Inc., früher MicroStrategy
Betroffene PapiereSTRF, STRC, STRK und STRD
Beschluss des Verwaltungsrats24. September 2026
Abstimmungvirtuelle Sonderversammlung am 28. Oktober 2026
Stichtag für das Stimmrecht25. September 2026
Erste tägliche ZahlungSTRC am 2. November 2026
Übrige Papiereab 4. Januar 2027
Änderung der Höhekeine

Was sich ändert

Bislang zahlt STRC zweimal im Monat, die drei übrigen Papiere schütten vierteljährlich aus. Künftig soll jeder Kalendertag zum Stichtag werden – auch Wochenenden und Feiertage. Die für einen Tag festgestellte Dividende wird am nächsten Bankarbeitstag ausgezahlt.

An der Höhe ändert sich nichts. Die Sätze der einzelnen Serien bleiben unverändert, ebenso die gesamten jährlichen Verpflichtungen des Unternehmens. Es geht ausschließlich um die Häufigkeit: Derselbe Betrag wird in viele kleine Zahlungen zerlegt.

PapierBisheriger RhythmusDividendensatz
STRCzweimal monatlichvariabel, derzeit 12 Prozent
STRFvierteljährlich10 Prozent
STRKvierteljährlich8 Prozent
STRDvierteljährlich10 Prozent

Der Zeitplan

Den Anfang macht STRC. Der letzte halbmonatliche Stichtag wird für den 15. Oktober erwartet, der erste tägliche für den 1. November mit Auszahlung am 2. November.

STRF, STRK und STRD behalten ihren vierteljährlichen Rhythmus bis zu einem Stichtag am 15. Dezember. Ihre erste tägliche Zahlung ist für den 4. Januar 2027 vorgesehen, für die Stichtage 1. bis 3. Januar.

Wirksam werden die Änderungen erst nach der Zustimmung und der Eintragung der geänderten Satzungsbestandteile in Delaware, dem Sitzstaat des Unternehmens.

Warum das Unternehmen den Schritt geht

Der Hintergrund liegt im Kurs von STRC. Das Papier soll nahe seinem festgelegten Wert von 100 Dollar notieren, ist davon aber seit Monaten entfernt. Im Juni fiel es während eines Rückgangs am Kryptomarkt zeitweise bis auf 71 Dollar.

Schon im Juni hatte das Unternehmen deshalb den Rhythmus von monatlich auf zweimal monatlich verkürzt. Häufigere Zahlungen sollen die Kursausschläge rund um die Stichtage dämpfen: Je kleiner der jeweils anstehende Betrag, desto geringer der Sprung im Kurs nach der Ausschüttung.

Nach Darstellung des Unternehmens sollen kürzere Wartezeiten bis zur Wiederanlage zudem die Nachfrage stützen und die Papiere für einkommensorientierte Anleger attraktiver machen. Parallel kauft Strategy eigene Vorzugsaktien zurück – rund eine Milliarde Dollar insgesamt, davon allein 174 Millionen Dollar STRC in der Woche bis zum 20. September.

Wer abstimmt

Zustimmen muss die Mehrheit der Stimmrechte der ausstehenden Stammaktien. Die Inhaber von STRF, STRC, STRK und STRD stimmen über diesen Vorschlag nicht ab.

Das ist bemerkenswert, weil die Änderung ausschließlich ihre Papiere betrifft. Bei einer früheren Anpassung im Juni hatte das Unternehmen noch zusätzlich eine gesonderte Zustimmung der STRC-Inhaber eingeholt. Grundlagen zu solchen Beschlüssen im Beitrag zur Hauptversammlung.

Was Anleger beachten sollten

Keine höhere Rendite. Wer auf mehr Ertrag hofft, irrt: Die Summe bleibt gleich, nur die Verteilung ändert sich.

Steuerliche Behandlung. Für deutsche Anleger bedeutet eine tägliche Ausschüttung zahlreiche Einzelgutschriften im Jahr. Wie Dividenden aus den USA hierzulande behandelt werden, beschreibt der Beitrag zur Abgeltungsteuer.

Das eigentliche Risiko bleibt. Die Papiere hängen an der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, dessen Vermögen ganz überwiegend aus Bitcoin besteht. Der Auszahlungsrhythmus ändert daran nichts.

Rundung. Die täglichen Beträge werden nach Angaben des Unternehmens auf den Cent abgerundet – bei sehr kleinen Positionen kann das ins Gewicht fallen.

Einordnung

Tägliche Dividenden sind an den Kapitalmärkten ungewöhnlich. Üblich sind vierteljährliche Zahlungen, in Europa häufig jährliche. Der Schritt ist vor allem ein Versuch, einem Papier Stabilität zu verschaffen, das sein Kursziel bislang verfehlt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer bleibt offen, ob die Mechanik das leisten kann. Der Kurs von STRC hing zuletzt weniger am Auszahlungsrhythmus als an der Entwicklung des Bitcoin – und die lässt sich durch Satzungsänderungen nicht beeinflussen.

Quellen

Stand: 26. September 2026. Der Vorschlag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aktionäre. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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