MP Materials Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell
MP Materials aus Las Vegas betreibt das Seltene-Erden-Bergwerk Mountain Pass in Kalifornien. Das Unternehmen verarbeitet das Erz selbst zu Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) und stellt seit Ende 2025 in Texas Permanentmagnete her. Seit der Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium vom Juli 2025, das inzwischen als Department of War firmiert, gilt MP Materials als Schlüsselunternehmen der amerikanischen Rohstoffpolitik.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | MP Materials Corp. |
| ISIN | US5533681012 |
| Tickersymbol | MP |
| Börse | New York Stock Exchange (NYSE) |
| Branche | Seltene Erden, Permanentmagnete |
| Sitz | Las Vegas, Nevada (USA); eingetragen in Delaware |
| Gegründet | 2017 (Übernahme der Mine Mountain Pass im Juli 2017) |
| Mitarbeiter | 998 (31.12.2025) |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
MP Materials berichtet in zwei Segmenten. Das Segment Materials umfasst Abbau, Aufbereitung und Trennung der Seltenen Erden in Mountain Pass. Früher verkaufte das Unternehmen vor allem Konzentrat, größtenteils über einen Abnahmevertrag mit dem chinesischen Konzern Shenghe. Im Juli 2025 stellte MP Materials sämtliche Verkäufe nach China ein und vermarktet seither getrennte Oxide und Metalle. Im zweiten Quartal 2026 produzierte das Unternehmen 840 Tonnen NdPr und verkaufte 1.006 Tonnen.
Das Segment Magnetics bündelt die Magnetfertigung. In der Independence-Fabrik in Fort Worth (Texas) begann Ende 2025 die Produktion von NdFeB-Permanentmagneten, die Kapazität soll auf rund 3.000 Tonnen pro Jahr steigen. Zu den Kunden zählen General Motors und Apple, mit dem MP Materials 2025 eine langfristige Liefervereinbarung samt Aufbau einer Recyclinganlage in Mountain Pass schloss. Ein zweites Werk („10X“) entsteht in Northlake (Texas). Es soll ab 2028 in Betrieb gehen und rund 7.000 Tonnen Magnete jährlich liefern.
Seit Juli 2025 ist das US-Verteidigungsministerium Partner. Es zeichnete Vorzugsaktien und Optionsscheine, gewährte einen Kredit für den Ausbau der Samarium-Produktion und garantiert über eine Preisschutzvereinbarung einen Mindestpreis von 110 US-Dollar je Kilogramm NdPr. Liegt der Marktpreis darunter, zahlt das Ministerium die Differenz. Diese Zahlungen weist MP Materials als „PPA income“ getrennt vom Umsatz aus. Zudem hat das Ministerium das Recht, die gesamte Produktion des 10X-Werks abzunehmen, und garantiert dort ein EBITDA von mindestens 140 Mio. US-Dollar.
Zahlen
| Kennzahl (Mio. US-$) | 2024 | 2025 | H1 2026 |
| Umsatz | 203,9 | 224,4 | 199,1 |
| Adjusted EBITDA | −50,2 | 11,4 | 65,1 |
| Nettoergebnis | −65,4 | −85,9 | −28,3 |
| NdPr-Produktion (Tonnen) | 1.294 | 2.599 | k. A. |
| Barmittel und kurzfristige Anlagen (Stichtag) | 850,9 | 1.830,3 | 1.452,6 |
Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 108,5 Mio. US-Dollar (Vorjahresquartal: 57,4 Mio. US-Dollar), das Adjusted EBITDA drehte mit 28,5 Mio. US-Dollar ins Plus. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 20,3 Mio. US-Dollar. Zusätzlich zum Umsatz verbuchte MP Materials im ersten Halbjahr 59,9 Mio. US-Dollar an Ausgleichszahlungen aus der Preisschutzvereinbarung. Hohe Investitionen prägen die Bilanz: Im ersten Halbjahr 2026 flossen 307,7 Mio. US-Dollar in Sachanlagen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten lagen zum 30. Juni 2026 bei 934,6 Mio. US-Dollar. Eine konkrete Prognose für 2026 veröffentlicht MP Materials nicht.
Was den Kurs bewegt
- NdPr-Preis: Der staatliche Mindestpreis von 110 US-Dollar je Kilogramm dämpft Abwärtsrisiken. Steigt der Marktpreis, profitiert MP Materials direkt, muss aber nach voller Auslastung des 10X-Werks 30 Prozent des Erlöses oberhalb dieser Schwelle an den Staat abgeben.
- Hochlauf der Magnetfertigung: Ob Independence und später 10X planmäßig liefern, entscheidet über den Wandel vom Rohstoff- zum Magnethersteller.
- Geopolitik: Chinesische Exportbeschränkungen für Seltene Erden und Magnete sowie die US-Industriepolitik beeinflussen Nachfrage und Bewertung stark.
- Investitionen und Finanzierung: Die Ausbauprogramme binden viel Kapital. Vorzugsaktien und Optionsscheine des Ministeriums können zu Verwässerung führen.
- Neue Abnahmeverträge: 2026 meldete MP Materials unter anderem einen langfristigen Liefervertrag für Gadolinium mit einem US-Luftfahrt- und Rüstungskunden.
Wettbewerber
Wichtigster westlicher Konkurrent ist Lynas Rare Earths aus Australien, nach eigenen Angaben der einzige kommerzielle Produzent leichter und schwerer Seltenerdoxide außerhalb Chinas. Mit eigenen Raffinerie- und Magnetplänen treten Iluka Resources, Energy Fuels und USA Rare Earth auf. Bei Magnetpulvern und Magneten ist Neo Performance Materials ein Vergleichswert. Den Weltmarkt dominieren jedoch chinesische Hersteller.
Einordnung
MP Materials vereint Mine, Trennung und Magnetfertigung in den USA unter einem Dach. Der Mindestpreis und die Abnahmerechte des Staates machen die Erlöse planbarer, binden das Unternehmen aber auch eng an politische Entscheidungen. Operativ hat sich das Bild 2026 verbessert, auf Nettobasis schreibt MP Materials aber weiterhin Verluste.
Aus Sicht der Marktteilnehmer hängt die Bewertung vor allem davon ab, ob der Ausbau der Magnetfertigung gelingt und wie sich die Versorgungslage mit Seltenen Erden außerhalb Chinas entwickelt. Bauzeiten, Kosten und der Hochlauf der neuen Werke bleiben die zentralen Unsicherheiten.
Mehr zum Sektor im Überblick Seltene-Erden-Aktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.
Quellen
- MP Materials Corp., Ergebnismitteilung Q2 2026 (Investor Relations)
- MP Materials Corp., Ergebnismitteilung Q4 und Gesamtjahr 2025 (SEC EDGAR, Form 8-K)
- MP Materials Corp., Form 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (SEC EDGAR)
- MP Materials Corp., Pressemitteilungen, u. a. Standortwahl Northlake für „10X“, 26.02.2026
- Tradegate Exchange, Orderbuch MP Materials Corp. (ISIN)
Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.