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Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Zulagen und was sich gegenüber Riester ändert

von FNE-Redaktion Oktober 13, 2026
von FNE-Redaktion Oktober 13, 2026
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Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue geförderte private Altersvorsorge: das Altersvorsorgedepot. Es löst die Riester-Rente für neue Verträge ab und setzt auf Fonds und ETFs statt auf Garantien. Der Staat zahlt Zulagen auf jeden eingezahlten Euro, für Familien kommen bis zu 300 Euro je Kind und Jahr hinzu. Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt.

Wie viel Förderung bekommen Sie?

Der FNE-Rechner zeigt Grundzulage, Kinderzulage und Steuervorteil für Ihre Situation – inklusive Frühstartrente für Ihre Kinder.

Zum Altersvorsorgedepot-Rechner →

Das Wichtigste in Kürze

  • Start: Verträge sind ab dem 1. Januar 2027 möglich, neue Riester-Verträge gibt es ab dann nicht mehr.
  • Grundzulage: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Jahresbeitrag, 25 Prozent bis 1.800 Euro – zusammen höchstens 540 Euro im Jahr.
  • Kinderzulage: 100 Prozent des Beitrags, höchstens 300 Euro je Kind und Jahr. 25 Euro im Monat reichen für die volle Zulage.
  • Berufseinsteiger unter 25 erhalten einmalig 200 Euro zusätzlich.
  • Mindestbeitrag: 120 Euro im Jahr, sonst gibt es keine Zulagen.
  • Neu gefördert werden auch Selbstständige. Die Auszahlung im Alter wird versteuert.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot, das ausschließlich für die Altersvorsorge bestimmt ist und deshalb staatlich gefördert wird. Anders als bei der Riester-Rente muss der Anbieter am Ende nicht die eingezahlten Beiträge garantieren. Das Geld kann vollständig in Investmentfonds und ETFs fließen. Damit steigen die Renditechancen, gleichzeitig tragen Sparer das Kursrisiko selbst.

Der Gesetzgeber reagiert damit auf die Schwächen der Riester-Rente: hohe Kosten, Garantien, die in Niedrigzinsjahren kaum Rendite zuließen, und eine Zulage, die viele nicht voll ausschöpften. Neben dem renditeorientierten Depot bleiben Produkte mit Garantie erlaubt. Zusätzlich muss es ein Standarddepot geben, dessen Kosten laut Bundesregierung auf 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt sind.

Die Förderung im Überblick

BausteinRegel ab 2027Maximal pro Jahr
Grundzulage50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag, 25 % auf den Teil von 360,01 € bis 1.800 €540 €
Kinderzulage100 % des Eigenbeitrags, je Kind mit Kindergeldanspruch300 € je Kind
Berufseinsteiger-Bonuseinmalig, wenn Sie zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 sind200 € einmalig
MindesteigenbeitragVoraussetzung für Grund- und Kinderzulage120 € im Jahr
SonderausgabenabzugBeiträge bis 1.800 € zuzüglich Zulagen; das Finanzamt erstattet, was über die Zulagen hinausgehtabhängig vom Steuersatz
Über Ehepartner GeförderteGrundzulage für mittelbar Berechtigte175 €

Grundzulage: viel Förderung schon bei kleinen Beiträgen

Die Grundzulage ist gestaffelt. Auf die ersten 360 Euro im Jahr – also 30 Euro im Monat – legt der Staat 50 Cent je Euro dazu, das sind bis zu 180 Euro. Für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro Jahresbeitrag kommen 25 Cent hinzu, maximal weitere 360 Euro. Wer 150 Euro im Monat spart, erhält damit die volle Grundzulage von 540 Euro. Beiträge über 1.800 Euro sind möglich, erhöhen die Zulage aber nicht mehr. Die bisherige Riester-Grundzulage von pauschal 175 Euro entfällt für neue Verträge.

Kinderzulage: 300 Euro je Kind

Für jedes Kind, für das Kindergeld gezahlt wird, gibt es eine Kinderzulage von 100 Prozent des eigenen Beitrags, höchstens 300 Euro im Jahr. Die Grenze gilt je Kind: Wer 300 Euro im Jahr einzahlt, erhält bei zwei Kindern 600 Euro Kinderzulage, bei drei Kindern 900 Euro. Die Zulage geht an den Elternteil, dem das Kindergeld zugeordnet ist, und läuft, solange der Kindergeldanspruch besteht – bei Ausbildung oder Studium meist bis zum 25. Geburtstag.

Berufseinsteiger-Bonus

Wer zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, bekommt die Grundzulage einmalig um 200 Euro erhöht. Gerade für junge Sparer mit kleinen Beiträgen ergibt das im ersten Jahr eine Förderquote von deutlich über 100 Prozent.

Steuervorteil über die Steuererklärung

Zusätzlich lassen sich Beiträge bis 1.800 Euro plus der erhaltenen Zulagen als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft dabei automatisch, ob die Steuerersparnis höher ist als die Zulagen. Nur der Teil, der darüber hinausgeht, wird zusätzlich erstattet. Das lohnt sich vor allem bei hohem Steuersatz und ohne Kinder; Familien profitieren meist schon über die Zulagen stärker.

Rechenbeispiele: So viel zahlt der Staat dazu

SituationEigenbeitrag pro JahrZulagen pro JahrFörderquote
Single, 10 € im Monat (Mindestbeitrag)120 €60 €50 %
Single, 25 € im Monat300 €150 €50 %
Single, 50 € im Monat600 €240 €40 %
Single, 150 € im Monat1.800 €540 €30 %
Berufseinsteigerin, 22 Jahre, 25 € im Monat (erstes Jahr)300 €350 €117 %
Alleinerziehend, 1 Kind, 25 € im Monat300 €450 €150 %
Familie, 2 Kinder, 10 € im Monat120 €300 €250 %
Familie, 2 Kinder, 25 € im Monat300 €750 €250 %
Familie, 2 Kinder, 150 € im Monat1.800 €1.140 €63 %
Familie, 3 Kinder, 50 € im Monat600 €1.140 €190 %

Ohne Steuervorteil und ohne Kursentwicklung gerechnet. Die Beispiele zeigen das Muster der Reform: Der Staat fördert kleine Beiträge und Familien besonders stark. Ihre eigene Situation – mit Kursentwicklung bis zum Rentenbeginn – rechnet der Altersvorsorgedepot-Rechner durch.

Wer gefördert wird

Förderberechtigt sind wie bisher alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, außerdem Beamte. Neu ist, dass auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ohne Rentenversicherungspflicht die Förderung nutzen können, sofern sie das 67. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und eine Steuererklärung abgeben. Auch angestellte Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte oder Anwälte, sind einbezogen.

Wer selbst nicht förderberechtigt ist, aber mit einem förderberechtigten Partner verheiratet ist, kann über diesen mittelbar gefördert werden. Die Grundzulage ist dann auf 175 Euro begrenzt.

Altersvorsorgedepot und Riester: Was mit bestehenden Verträgen passiert

Bestehende Riester-Verträge laufen nach altem Recht weiter, bis die Auszahlung beginnt. Niemand muss wechseln. Ab 2027 können aber keine neuen Verträge nach dem alten Modell mehr abgeschlossen werden. Wer die neuen Regeln nutzen möchte, kann für seine bestehenden Verträge per unwiderruflicher Erklärung auf das neue Recht umstellen. Möglich ist auch, das geförderte Kapital in ein neues Altersvorsorgedepot zu übertragen.

Zwei Punkte sind dabei wichtig: Übertragenes Kapital darf beim neuen Anbieter nicht erneut mit Abschluss- und Vertriebskosten belastet werden. Und gefördert werden künftig höchstens zwei Verträge – Beiträge ab dem dritten Vertrag gelten nicht mehr als Altersvorsorgebeiträge. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt vor allem von den laufenden Kosten und der Garantie des alten Vertrags ab.

Auszahlung im Alter

Das Kapital wird nicht auf einmal ausgezahlt, sondern als lebenslange Rente oder über einen Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr reicht. Sehr kleine Renten können zu Beginn als Einmalbetrag abgefunden werden. Die Auszahlungen werden nachgelagert besteuert, also mit dem persönlichen Steuersatz im Alter, der meist niedriger ist als im Berufsleben.

Wird das Geld vorzeitig oder anders als vorgesehen entnommen, müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Eine Ausnahme ist die selbst genutzte Immobilie: Ab einem Kapital von 3.000 Euro kann es für Kauf, Bau, Genossenschaftsanteile oder einen barrierereduzierenden oder energetischen Umbau eingesetzt werden.

Frühstartrente: Startkapital für Kinder

Ergänzend plant die Bundesregierung die Frühstartrente. Nach dem Gesetzentwurf, den das Kabinett am 12. August 2026 beschlossen hat, zahlt der Staat für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 Euro im Monat in ein eigenes Altersvorsorgedepot – beginnend mit dem Geburtsjahrgang 2020 und rückwirkend ab 2026. Eltern können das Depot aufstocken. Mit der Volljährigkeit geht es in die normale geförderte Altersvorsorge über, ausgezahlt wird frühestens ab 65. Das parlamentarische Verfahren steht noch aus, Details können sich ändern.

Anbieter und Start

Angeboten werden Altersvorsorgedepots ab dem 1. Januar 2027 von Banken, Onlinebrokern, Fondsgesellschaften und Versicherern. Entscheidend für das Ergebnis sind die laufenden Kosten, die Fondsauswahl und ob ein Garantieprodukt gewählt wird. Wer schon ein Depot hat, sollte prüfen, ob der eigene Broker ein Altersvorsorgedepot anbietet. Einen Überblick über die Konditionen gibt der Broker-Vergleich, das Vorgehen beschreibt der Beitrag Depot eröffnen.

Einordnung

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist das Altersvorsorgedepot die größte Änderung der privaten Altersvorsorge seit Einführung der Riester-Rente 2002. Die Förderung ist für kleine Beiträge und Familien außergewöhnlich hoch: Eine Familie mit zwei Kindern bekommt bei 150 Euro im Monat 63 Cent auf jeden Euro dazu, bei kleineren Beiträgen deutlich mehr. Dem steht ein echtes Kapitalmarktrisiko gegenüber – ohne Garantie kann das Depot zum Rentenbeginn auch unter den Einzahlungen liegen, wenn die Börsen schwach laufen. Bei langen Laufzeiten haben breit gestreute Aktienfonds solche Phasen historisch ausgeglichen, eine Gewähr dafür gibt es nicht.

Für Arbeitnehmer lohnt außerdem der Vergleich mit der betrieblichen Altersvorsorge, wenn der Arbeitgeber zuschießt. Wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt, zeigt der Beitrag Rente berechnen.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?

Die neuen Verträge gibt es ab dem 1. Januar 2027. Die Zulagen werden für das Beitragsjahr 2027 erstmals gezahlt.

Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?

Für die volle Grundzulage von 540 Euro sind 150 Euro im Monat nötig. Für die volle Kinderzulage von 300 Euro je Kind reichen 25 Euro im Monat. Unter 10 Euro im Monat gibt es keine Zulagen.

Muss ich meinen Riester-Vertrag kündigen?

Nein. Bestehende Verträge laufen weiter und werden weiter gefördert. Ein Wechsel ins neue Recht ist freiwillig und unwiderruflich.

Können Selbstständige ein Altersvorsorgedepot nutzen?

Ja, das ist neu. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie jünger als 67 sind und eine Steuererklärung abgeben.

Quellen

  • Deutscher Bundestag: Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses zum Altersvorsorgereformgesetz, Drucksache 21/4996 vom 25. März 2026 (bundestag.de)
  • Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt das Altersvorsorgedepot, 27. März 2026 (bundestag.de)
  • Bundesregierung: Fragen und Antworten – Private Altersvorsorge reformiert (bundesregierung.de)
  • Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (bundesfinanzministerium.de)
  • Deutsche Rentenversicherung: Frühstartrente, Meldung vom 13. August 2026 (deutsche-rentenversicherung.de)

Stand: 13. Oktober 2026. Altersvorsorgereformgesetz in der vom Bundestag beschlossenen Fassung; Frühstartrente nach dem Regierungsentwurf vom 12. August 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die redaktionelle Verantwortung im Sinne des Art. 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) trägt die ConsuNomic UG (haftungsbeschränkt). Die Inhalte auf fne.de dienen der allgemeinen Information und stellen keine Anlage- oder Finanzberatung dar. Sie sind nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen und ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung. Jede Anlageentscheidung erfolgt auf eigenes Risiko.

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