Meta hat im dritten Quartal 2026 mehr umgesetzt als erwartet, gleichzeitig aber mehr Geld investiert, als das laufende Geschäft eingebracht hat. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar, der freie Cashflow lag bei minus 2,12 Milliarden Dollar. Die Meta-Aktie legte nachbörslich trotzdem zu: Vom Schlusskurs bei 697,52 Dollar ging es auf rund 722 bis 727 Dollar, ein Plus von etwa 3,5 bis 4 Prozent.
Der Gewinn je Aktie fiel mit 3,83 Dollar niedriger aus, als Analysten erwartet hatten. Grund ist eine Rückstellung von 9,89 Milliarden Dollar für eine Einigung mit 52 US-Generalstaatsanwälten. Ohne diese Belastung hätte Meta 7,40 Dollar je Aktie verdient.
Die wichtigsten Zahlen
| Kennzahl | 3. Quartal 2026 | Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatz | 64,6 Mrd. $ | 51,2 Mrd. $ |
| Operatives Ergebnis | 13,0 Mrd. $ | 20,5 Mrd. $ |
| Operative Marge | 20 % | 40 % |
| Operatives Ergebnis ohne Rückstellung | 22,9 Mrd. $ | – |
| Gewinn je Aktie (verwässert) | 3,83 $ | 1,05 $ |
| Gewinn je Aktie ohne Rückstellung | 7,40 $ | – |
| Investitionen (Capex) | 34,9 Mrd. $ | 19,4 Mrd. $ |
| Freier Cashflow | −2,12 Mrd. $ | 10,6 Mrd. $ |
| Liquide Mittel und Wertpapiere | 82,5 Mrd. $ | – |
Der Nettogewinn stieg zwar um 264 Prozent auf 9,86 Milliarden Dollar. Das liegt aber vor allem daran, dass das Vorjahresquartal durch eine einmalige Steuerbelastung gedrückt war. Aussagekräftiger ist das operative Geschäft: Die Zahl der Werbeeinblendungen stieg um 10 Prozent, der durchschnittliche Preis pro Anzeige um 14 Prozent. Täglich nutzten im September im Schnitt 3,64 Milliarden Menschen mindestens eine Meta-App.
Warum der Cashflow negativ ist
Meta investiert so viel wie nie zuvor in Rechenzentren und KI. Im dritten Quartal flossen 34,9 Milliarden Dollar in Sachanlagen, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern jetzt mit Investitionen von 135 bis 145 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal lagen die Investitionen damit über dem operativen Cashflow. Mit 82,5 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln ist das kurzfristig kein Problem, es zeigt aber, wie teuer der KI-Ausbau geworden ist.
Für 2027 nannte Meta noch keine Zahl. Finanzchefin Susan Li sagte, Budget und Kapazitätsplanung seien noch nicht abgeschlossen. Meta werde aber weiter „aggressiv investieren“, sowohl ins Kerngeschäft als auch in neue KI-Projekte. Konkrete Werte sollen mit den Zahlen zum vierten Quartal kommen. Für die Sparte Reality Labs erwartet Meta 2027 einen Verlust von rund 15 Milliarden Dollar, nach 18 bis 19 Milliarden Dollar im laufenden Jahr.
Ausblick auf das vierte Quartal
Für das Schlussquartal erwartet Meta einen Umsatz von 73 bis 76 Milliarden Dollar. Die Mitte der Spanne liegt leicht über den Schätzungen der Analysten. Die Gesamtkosten für 2026 sieht der Konzern wegen der Rechtskosten nun bei 175 bis 179 Milliarden Dollar. Die Zahl der Beschäftigten sank im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 66.775.
Neue Aktie ohne Stimmrecht
Der Verwaltungsrat hat eine neue Aktiengattung beschlossen: Class-C-Aktien, die an der Börse gehandelt werden, aber kein Stimmrecht haben. Die Änderung soll ab dem 19. Januar 2027 gelten. Jeder Aktionär erhält dann für jede Class-A- oder Class-B-Aktie eine Class-C-Aktie als Sonderdividende. Für den Kurs der bestehenden Aktie wirkt das ähnlich wie ein Aktiensplit im Verhältnis 2:1.
Meta will die neuen Aktien nach eigenen Angaben für Kapitalerhöhungen, Mitarbeitervergütung und Übernahmen nutzen können, ohne die Stimmrechte der bestehenden Aktionäre zu verwässern. Praktisch sichert das auch die Kontrolle von Mark Zuckerberg ab, der über Class-B-Aktien die Mehrheit der Stimmrechte hält. Konkrete Pläne für eine Kapitalerhöhung gebe es noch nicht.
Das Urteil aus New Mexico
Wenige Stunden vor den Zahlen hatte ein Gericht in Santa Fe Meta zu einer Zahlung von 25 Milliarden Dollar verurteilt. Hintergrund ist der Datenskandal um Cambridge Analytica: Eine Jury hatte zuvor festgestellt, dass Meta die Nutzer in New Mexico über den Umgang mit ihren Daten getäuscht und damit gegen das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaats verstoßen hat. Rechnerisch wären mehr als 219 Milliarden Dollar möglich gewesen, Richter Francis J. Mathew setzte die Summe auf 25 Milliarden Dollar fest. Bis zur Zahlung fallen 15 Prozent Zinsen pro Jahr an.
Wichtig für die Einordnung der Quartalszahlen: Diese 25 Milliarden Dollar sind in den 9,89 Milliarden Dollar nicht enthalten. Die Rückstellung betrifft die separate Einigung mit den Generalstaatsanwälten zum Jugendschutz in sozialen Netzwerken. Meta hatte im Verfahren in New Mexico eine Obergrenze von rund 3,4 Milliarden Dollar gefordert, eine Berufung gilt als wahrscheinlich.
Fazit
Das Werbegeschäft läuft stark, die Einnahmen wachsen weiter mit rund einem Viertel pro Jahr. Die Börse hat das höher gewichtet als die Belastungen. Offen sind aber zwei Punkte: wie hoch die Investitionen 2027 ausfallen und wie viel Meta am Ende für die Rechtsstreitigkeiten zahlen muss. Beides entscheidet darüber, ob der freie Cashflow wieder ins Plus dreht.
Fragen und Antworten
Hat Meta die Erwartungen geschlagen?
Beim Umsatz ja: 64,6 Milliarden Dollar gegenüber erwarteten rund 63,3 Milliarden Dollar. Beim berichteten Gewinn je Aktie nein: 3,83 Dollar lagen wegen der Rückstellung deutlich unter den Schätzungen. Ohne die Belastung wären es 7,40 Dollar gewesen.
Warum ist der freie Cashflow negativ?
Weil Meta im Quartal 34,9 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur investiert hat. Das war mehr als der operative Mittelzufluss.
Was bedeuten die neuen Class-C-Aktien für Aktionäre?
Bestehende Aktionäre erhalten ab Januar 2027 je Aktie eine zusätzliche Class-C-Aktie ohne Stimmrecht. Der Kurs der bisherigen Aktie dürfte sich dadurch ähnlich wie bei einem 2:1-Split anpassen.
Ist die Strafe aus New Mexico schon in den Zahlen enthalten?
Nein. Die Rückstellung von 9,89 Milliarden Dollar betrifft eine andere Einigung. Das Urteil über 25 Milliarden Dollar fiel nach Quartalsende, Meta dürfte dagegen in Berufung gehen.
Quellen
- Meta Platforms, Mitteilung zum dritten Quartal 2026 vom 21. Oktober 2026 – investor.atmeta.com
- Fortune, Meta-Zahlen zum dritten Quartal, 21. Oktober 2026 – fortune.com
- Benzinga, Mitschrift der Telefonkonferenz zum dritten Quartal – benzinga.com
- KOB 4, Urteil in New Mexico, 21. Oktober 2026 – kob.com
- PPC Land, Details zum Urteil und zu den Zinsen – ppc.land
- StockStory, Zahlen im Vergleich zu den Schätzungen – stockstory.org
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: 22. Oktober 2026, nachbörslicher Handel in den USA.