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Standard & Poor’s: Ratingagentur, Ratingskala und S&P 500

Standard & Poor’s, kurz S&P, ist einer der bekanntesten Namen der Finanzwelt. Hinter dem Kürzel stehen heute zwei Geschäfte des US-Konzerns S&P Global: die Ratingagentur S&P Global Ratings, die die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen bewertet, und der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices, der unter anderem den S&P 500 berechnet.

Die Geschichte

Die Wurzeln reichen bis 1860 zurück, als Henry Varnum Poor eine Übersicht über die Finanzen der US-Eisenbahngesellschaften veröffentlichte. 1941 fusionierte sein Verlag mit der Standard Statistics Company zu Standard & Poor’s. 1957 startete der S&P 500 in seiner heutigen Form mit 500 Werten. Seit 2016 tritt die Muttergesellschaft als S&P Global auf, die Aktie ist an der New York Stock Exchange notiert.

Die Ratingskala von S&P

RatingBedeutungKategorie
AAAhöchste KreditwürdigkeitInvestment Grade
AA+ bis AA−sehr hohe KreditwürdigkeitInvestment Grade
A+ bis A−hohe KreditwürdigkeitInvestment Grade
BBB+ bis BBB−gute bis befriedigende KreditwürdigkeitInvestment Grade
BB+ bis BB−spekulativNon-Investment Grade
B+ bis B−hoch spekulativNon-Investment Grade
CCC bis Cerhebliches AusfallrisikoNon-Investment Grade
DZahlungsausfall–

Die wichtigste Grenze verläuft zwischen BBB− und BB+. Darüber spricht man von Investment Grade, darunter von Hochzinsanleihen, umgangssprachlich auch Junk Bonds. Viele Pensionsfonds und Versicherer dürfen nur Anleihen mit Investment-Grade-Rating halten. Rutscht ein Emittent darunter, müssen sie verkaufen, was die Kurse zusätzlich belastet.

Ausblick und Beobachtungsliste

Neben der Note veröffentlicht S&P einen Ausblick (positiv, stabil oder negativ), der die wahrscheinliche Richtung in den nächsten ein bis zwei Jahren angibt. Steht ein Rating auf der Beobachtungsliste (CreditWatch), ist eine Änderung kurzfristig möglich, etwa nach einer Übernahme.

Die großen drei Ratingagenturen

S&P teilt sich den Markt im Wesentlichen mit Moody’s und Fitch. Zusammen vergeben die drei den Großteil aller Ratings weltweit. Ihre Einschätzungen weichen meist nur um eine Stufe voneinander ab. In der EU müssen Ratingagenturen bei der Wertpapieraufsicht ESMA registriert sein. Mehr zu den Grundlagen lesen Sie im Artikel Credit Rating.

Warum Ratings für Anleger wichtig sind

  • Sie beeinflussen die Zinsen, die ein Staat oder Unternehmen für neue Schulden zahlen muss.
  • Herabstufungen können Kursverluste bei Anleihen und Aktien auslösen.
  • Sie liefern eine schnelle, wenn auch nicht unfehlbare Einschätzung des Ausfallrisikos.

Ratings sind Meinungen, keine Garantien. In der Finanzkrise 2008 standen die Agenturen in der Kritik, weil viele hoch bewertete Hypothekenpapiere ausfielen. Für die USA senkte S&P das Rating bereits 2011 von AAA auf AA+, Deutschland trägt bei S&P weiterhin die Bestnote AAA.

Fazit

Standard & Poor’s ist für Anleger in doppelter Hinsicht wichtig: als Ratingagentur, deren Noten die Finanzierungskosten von Staaten und Unternehmen mitbestimmen, und als Namensgeber des wichtigsten Aktienindex der Welt. Ratings helfen bei der Einschätzung von Risiken, ersetzen aber keine eigene Prüfung.

Fragen und Antworten

Was bedeutet S&P?

S&P steht für Standard & Poor’s, entstanden 1941 aus dem Verlag von Henry Varnum Poor und der Standard Statistics Company.

Was ist das beste Rating bei S&P?

AAA ist die höchste Note. Die schlechteste ist D für einen Zahlungsausfall.

Ab welchem Rating gilt eine Anleihe als Junk?

Ab BB+ und schlechter spricht man von Non-Investment Grade oder Hochzinsanleihen.

Hat S&P etwas mit dem S&P 500 zu tun?

Ja. Der Index wird von S&P Dow Jones Indices berechnet, einer Tochter von S&P Global. Die Ratingagentur ist ein separates Geschäft desselben Konzerns.

Quellen

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.

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