Fresenius Medical Care ist der weltgrößte Anbieter von Dialyse. Das Unternehmen behandelt Nierenkranke in eigenen Zentren und stellt zugleich die Geräte und Filter her, die dafür nötig sind.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Fresenius Medical Care AG |
| WKN | 578580 |
| ISIN | DE0005785802 |
| Tickersymbol | FME |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 36 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Dialyse, Medizintechnik |
| Sitz | Bad Homburg, Deutschland |
| Gegründet | 1996 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Geschäft ist vertikal integriert: Das Unternehmen betreibt weltweit tausende Dialysezentren und produziert gleichzeitig die Dialysegeräte, Filter und Lösungen, die dort eingesetzt werden. Beides greift ineinander.
Der größte Markt sind die USA, wo die Behandlung überwiegend über das staatliche Medicare-Programm abgerechnet wird. Diese Abhängigkeit von einem einzelnen Kostenträger ist die Besonderheit – und das größte Risiko.
Dialyse ist keine Wahlleistung. Wer sie braucht, braucht sie lebenslang und mehrmals wöchentlich. Die Nachfrage ist damit weitgehend unabhängig von der Konjunktur.
Was den Kurs bewegt
Erstattungssätze. Ändert Medicare die Vergütung, wirkt das sofort auf Umsatz und Marge. Politische Entscheidungen in Washington bewegen den Kurs stärker als Unternehmenszahlen.
Neue Medikamente. Wirkstoffe, die das Fortschreiten von Nierenerkrankungen verlangsamen, könnten die Zahl der Dialysepatienten langfristig senken. Der Markt reagiert entsprechend nervös auf Studienergebnisse.
Personalkosten. Dialysezentren brauchen ausgebildetes Personal. Löhne und Fachkräftemangel in den USA belasten die Marge.
Gewichtung im DAX
Nach der Entkonsolidierung von der Muttergesellschaft ist der Streubesitz gestiegen. Fresenius hält weiterhin einen Anteil, beherrscht das Unternehmen aber nicht mehr – siehe das Portrait zu Fresenius.
Dividende
Das Unternehmen zahlte lange eine stetig steigende Dividende, kürzte sie aber im Zuge der Ergebnisrückgänge. Seither liegt der Schwerpunkt auf Kostensenkung und Schuldenabbau statt auf Ausschüttung.
Was die Dividendenrendite in solchen Phasen aussagt, steht im eigenen Beitrag.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| DaVita | USA | US23918K1088 |
| Baxter International | USA | US0718131099 |
| Nipro | Japan | JP3746800003 |
DaVita ist der direkte Konkurrent in den USA und betreibt dort ein ähnliches Netz von Zentren. Bei Geräten und Verbrauchsmaterial konkurriert das Unternehmen mit Baxter und japanischen Anbietern.
Das Geschäftsmodell im Detail
Fresenius Medical Care ist der weltgrößte Anbieter von Dialysebehandlungen. Der Konzern betreibt eigene Dialysezentren und stellt zugleich die Geräte und Verbrauchsmaterialien her.
| Bereich | Was dahintersteht | Merkmal |
|---|---|---|
| Care Delivery | Betrieb von Dialysezentren | vor allem Nordamerika, umsatzstärkster Bereich |
| Care Enablement | Dialysegeräte, Filter, Lösungen | beliefert eigene und fremde Zentren |
Diese Verbindung ist ungewöhnlich: Das Unternehmen ist Dienstleister und Hersteller zugleich. Es versorgt hunderttausende Patienten, die mehrmals wöchentlich zur Behandlung kommen.
Warum das Geschäft planbar und zugleich schwierig ist
Dialyse ist keine Wahlleistung. Patienten mit Nierenversagen benötigen sie lebenslang, meist dreimal pro Woche. Die Nachfrage ist damit weitgehend unabhängig von Konjunktur.
Die Schwierigkeit liegt auf der Erlösseite. In den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Markt, zahlen staatliche Programme einen erheblichen Teil der Behandlungen zu festgelegten Sätzen. Steigen die Kosten schneller als diese Sätze, sinkt die Marge.
Hinzu kam ein Personalmangel in den Zentren, der die Löhne trieb. Der Konzern reagierte mit einem Sparprogramm und der Trennung von unrentablen Standorten.
Die Entkonsolidierung
Bis 2023 war das Unternehmen Teil des Fresenius-Konzerns und wurde dort einbezogen. Seither ist es eigenständig – ein Schritt, der beiden Unternehmen mehr Klarheit gab.
2024 schied die Aktie aus dem DAX aus und wurde durch Rheinmetall ersetzt. Sie notiert weiterhin an der Börse, jetzt im MDAX.
Was den Kurs bewegt
Erstattungssätze. Politische Entscheidungen in den Vereinigten Staaten bestimmen die Erlöse je Behandlung.
Personalkosten. Die Zentren sind personalintensiv.
Neue Medikamente. Präparate gegen Diabetes und Nierenerkrankungen könnten langfristig die Zahl der Dialysepatienten senken – ein struktureller Faktor, den der Markt aufmerksam verfolgt.
Portfoliobereinigung. Verkäufe unrentabler Standorte verbessern die Marge, senken aber den Umsatz.
Einordnung
Fresenius Medical Care ist ein Geschäft mit planbarer Nachfrage und einem einzigen großen Kunden: dem amerikanischen Gesundheitssystem.
Aus Sicht der Marktteilnehmer entscheidet die Entwicklung in den USA über alles andere. Erstattungssätze und Personalkosten dort bestimmen das Ergebnis stärker als alle Effizienzprogramme.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.