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Leonardo Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

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Hubschrauber in einer hellen Endmontagehalle mit eingeklappten Rotorblättern
Aktie im Porträt

Leonardo Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Leonardo ist der größte Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Italiens. Das Unternehmen aus Rom baut Hubschrauber, Verteidigungselektronik, Militärflugzeuge und Satellitentechnik und ist am Eurofighter sowie am neuen Kampfflugzeugprogramm GCAP beteiligt. Mit der Übernahme von Iveco Defence Vehicles ist Leonardo 2026 zudem ins Geschäft mit Militärfahrzeugen eingestiegen.

Unternehmensprofil

UnternehmenLeonardo S.p.A.
ISINIT0003856405
TickersymbolLDO
BörseEuronext Milan (Borsa Italiana, Mailand)
IndexFTSE MIB
BrancheLuft- und Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit
SitzRom (Italien)
Gegründet1948 als Finmeccanica; Name Leonardo seit 2017
Mitarbeiter66.510 (30.06.2026)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Der größte Bereich ist die Verteidigungselektronik. Dazu gehören Radare, elektronische Kampfführung, Sensoren und Führungssysteme, außerdem die US-Tochter Leonardo DRS, die an der Börse notiert ist. Im Hubschraubergeschäft zählt Leonardo zu den weltweit größten Herstellern ziviler und militärischer Hubschrauber. Die Sparte Aeronautics umfasst Militärflugzeuge wie den Eurofighter, Trainingsflugzeuge, Flugzeugstrukturen sowie die Beteiligung am Regionalflugzeughersteller ATR.

Hinzu kommen das Raumfahrtgeschäft mit Beteiligungen an Satellitenherstellern und -betreibern sowie Cyber & Security Solutions. Seit März 2026 gehört Iveco Defence Vehicles zum Konzern, ein Hersteller von Militär- und Spezialfahrzeugen. Der Kaufpreis lag bei rund 1,6 Mrd. €, finanziert aus eigenen Mitteln.

SegmentUmsatz 2025
Defence Electronics & Security8.350 Mio. €
Helicopters5.833 Mio. €
Aeronautics4.238 Mio. €
Space1.007 Mio. €
Cyber & Security Solutions798 Mio. €

Zahlen

Mio. €202420251. Hj. 2026
Auftragseingang20.94523.78216.259
Umsatz17.76319.50310.003
EBITA1.5251.752780
EBIT1.2711.447661
Nettoergebnis1.1591.334456
Free Operating Cashflow (FOCF)8261.011−249
Konzern-Nettoverschuldung1.7951.0013.248
Auftragsbestand (Periodenende)44.17846.62458.581
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Leonardo, Stand Oktober 2026.

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Aufträge um 44,6 % und der Umsatz um 12,2 %; ohne Iveco Defence Vehicles lag das Umsatzplus bei 8,2 %. Das EBITA wuchs um 34,3 %, die Umsatzrendite auf EBITA-Basis erreichte 7,8 %. Der Auftragsbestand enthält rund 6 Mrd. € aus der Übernahme. Der negative Free Operating Cashflow ist typisch für das erste Halbjahr. Die Nettoverschuldung stieg vor allem wegen des Kaufpreises für Iveco Defence Vehicles. Für 2026 hat Leonardo die Prognose angehoben und erwartet nun Aufträge von rund 28,2 Mrd. €, einen Umsatz von rund 22,1 Mrd. €, ein EBITA von rund 2,21 Mrd. €, einen FOCF von rund 1,37 Mrd. € und eine Nettoverschuldung von rund 2,2 Mrd. €. Für das Geschäftsjahr 2025 schlug der Verwaltungsrat eine Dividende von 0,63 € je Aktie vor, 21 % mehr als im Vorjahr; der Zahltag war der 24. Juni 2026.

Was den Kurs bewegt

  • Auftragslage: Rüstungsprogramme in Italien, Großbritannien und anderen NATO-Staaten sowie Hubschrauberbestellungen bestimmen den Auftragseingang.
  • Landsysteme: Mit Iveco Defence Vehicles baut Leonardo ein Geschäft mit Militärfahrzeugen auf. Anleger beobachten, wie schnell sich die Übernahme in Ergebnis und Cashflow niederschlägt.
  • Kampfflugzeuge: Eurofighter-Bestellungen und das GCAP-Programm mit Großbritannien und Japan prägen das Geschäft der Sparte Aeronautics über viele Jahre.
  • Staatseinfluss: Größter Aktionär ist der italienische Staat über das Wirtschafts- und Finanzministerium. Strategische Entscheidungen haben damit auch eine politische Dimension.
  • Verschuldung: Nach der Übernahme ist die Nettoverschuldung gestiegen. Leonardo will sie bis Jahresende auf rund 2,2 Mrd. € senken.
  • Leonardo DRS und Wechselkurse: Die US-Tochter berichtet in US-Dollar, ein schwächerer Dollar belastete zuletzt das Ergebnis.

Wettbewerber

In der Verteidigungselektronik trifft Leonardo vor allem auf Thales, Hensoldt, Saab und L3Harris. Im Hubschraubergeschäft ist Airbus der wichtigste Konkurrent, bei Kampfflugzeugen Lockheed Martin. Mit BAE Systems und Airbus arbeitet Leonardo beim Eurofighter als Partner zusammen. Bei Militärfahrzeugen konkurriert Leonardo nun auch mit Rheinmetall und General Dynamics.

Fazit

Leonardo ist breit über Elektronik, Hubschrauber, Flugzeuge und Raumfahrt aufgestellt und hat Aufträge, Umsatz und Ergebnis in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Der Auftragsbestand von rund 59 Mrd. € deckt nach Unternehmensangaben mehr als zweieinhalb Jahre Produktion ab. Die Profitabilität liegt mit einer EBITA-Marge von rund 9 % im Jahr 2025 unter der einiger europäischer Wettbewerber, soll aber steigen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer stehen die Integration von Iveco Defence Vehicles, die Entwicklung der Margen und die Rolle des Staates als Großaktionär im Mittelpunkt. Zudem hängt viel von europäischen Großprogrammen wie GCAP und von der Entwicklung der Verteidigungsbudgets ab.

Mehr zum Sektor im Überblick Rüstungsaktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.