Neun Jahre nach der ersten Präsentation will Tesla den neuen Roadster endlich zeigen. Am 1. Oktober 2026 soll der Elektro-Sportwagen in Texas enthüllt werden – inszeniert wie ein Raketenstart und mit einem Versprechen, das selbst für Elon Musk ungewöhnlich klingt: Das Auto soll kurzzeitig vom Boden abheben können.
Die Eckdaten der Präsentation
| Termin | 1. Oktober 2026, 20:30 Uhr Ostküstenzeit |
| In Deutschland | 2. Oktober 2026, 2:30 Uhr |
| Ort | Waco, Texas |
| Publikum | nur Inhaber einer Reservierung, Einladungen nicht übertragbar |
| Motto | „Go for launch“ – der Startbefehl aus der Raumfahrt-Missionskontrolle |
Musk selbst hat die Vorführung als eine der spektakulärsten Demonstrationen überhaupt angekündigt. Bemerkenswert ist eine Randbemerkung aus einem Interview: Man brauche ein Publikum vor Ort, das bestätigen könne, dass die Vorführung nicht mit künstlicher Intelligenz erzeugt sei. Nach Jahren verpasster Termine ist die Skepsis offenbar auch in Austin angekommen.
Neun Jahre Verzögerung
| Jahr | Stand |
|---|---|
| 2017 | Prototyp wird überraschend vorgestellt, Marktstart für 2020 angekündigt |
| 2020 | Auslieferungen bleiben aus |
| 2024 | Design laut Musk kurz vor dem Abschluss, Produktion für 2025 in Aussicht gestellt |
| April 2026 | angekündigter Präsentationstermin verstreicht |
| Oktober 2026 | neuer Termin für die Enthüllung |
Wer den Roadster 2017 reservieren wollte, musste eine Anzahlung von 50.000 US-Dollar leisten. Viele Kunden warten seitdem – und genau sie sind jetzt zur Präsentation eingeladen.
In dieser Zeit hat sich das Konzept grundlegend verändert. Ein früherer Ansatz auf Basis von Bauteilen des Model S Plaid wurde verworfen, stattdessen entstand ein neu konstruiertes Fahrzeug mit Kohlefaserkarosserie. Das Model S Plaid selbst hat Tesla im Mai 2026 eingestellt.
Was bisher über die Technik bekannt ist
Auf der deutschen Roadster-Seite nennt Tesla weiterhin die Zielwerte von 2017:
| Wert | Angabe |
|---|---|
| Beschleunigung 0 auf 100 km/h | 2,1 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | über 400 km/h |
| Reichweite | 1.000 Kilometer |
| Raddrehmoment | 10.000 Nm |
| Sitzplätze | vier, als 2+2 mit abnehmbarem Glasdach |
Diese Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen. Sie stammen aus der ursprünglichen Ankündigung. Ob sie für das Serienfahrzeug gelten, ist offen – Tesla hat sie seit Jahren nicht aktualisiert.
Das Teaserbild zeigt einen großen Heckflügel, durchgehende LED-Rückleuchten und vier waagerecht angeordnete Düsen am Heck.
Das SpaceX-Paket

Die Düsen sind der eigentliche Gesprächsstoff. Musk spricht seit Jahren von einem optionalen Paket mit Kaltgastriebwerken, entwickelt in seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX. Komprimiertes Gas soll dem Fahrzeug zusätzlichen Schub geben.
Musk hat in Aussicht gestellt, dass ein so ausgestatteter Roadster in unter einer Sekunde auf knapp 100 km/h beschleunigen könnte – und kurzzeitig vom Boden abheben. Daneben ist von einem Ventilatorsystem für zusätzlichen Anpressdruck die Rede, das auf ein Tesla-Patent zurückgeht.
Bestätigt ist davon nichts. Tesla hat weder Hardware noch Leistungsdaten oder Verfügbarkeit dieses Pakets offiziell festgelegt.
Was der Roadster kosten soll
Einen verbindlichen Preis hat Tesla bislang nicht genannt. In den Reservierungsbedingungen weist das Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass Preisangaben nur Schätzungen sind und Optionen, Hardware und Pakete noch abgestimmt werden. Verbindlich wird der Preis erst, wenn der Konfigurator freigeschaltet ist.
| Quelle | Angabe |
|---|---|
| Tesla, 2017 | Einstiegspreis 200.000 US-Dollar |
| Tesla, 2017 | Founders Series 250.000 US-Dollar |
| Bericht, August 2026 | zwei Versionen, die teurere über eine Million Euro – unbestätigt |
Die Preise von 2017 sind nach neun Jahren Inflation und einem grundlegend neu entwickelten Fahrzeug kaum noch aussagekräftig. Realistisch ist ein deutlich sechsstelliger Betrag in Euro.
Die Reservierung: 43.000 Euro im Voraus
Seit Mitte September nimmt Tesla wieder Reservierungen an – auch in Deutschland. Die Bedingungen sind ungewöhnlich:
| Markt | Anzahlung |
|---|---|
| Deutschland | 4.000 € sofort per Kreditkarte, weitere 39.000 € innerhalb von zehn Tagen per Überweisung |
| Schweiz | 5.000 CHF sofort, weitere 45.000 CHF innerhalb von zehn Tagen |
| USA | 50.000 US-Dollar |
Wer reserviert, legt also 43.000 Euro auf den Tisch, ohne das Serienfahrzeug gesehen zu haben – und ohne Preis oder Liefertermin zu kennen.
Die Anzahlung aus Anlegersicht
Eine Anzahlung ist ein zinsloser Kredit an den Hersteller. Wer 43.000 Euro für zwei Jahre bis zur möglichen Auslieferung bindet, verzichtet auf die Zinsen, die das Geld anderswo brächte. Bei zwei Prozent auf Tagesgeld wären das rund 1.700 Euro.
Eine Anzahlung ist nicht geschützt. Anders als ein Bankguthaben fällt sie nicht unter die Einlagensicherung. Im unwahrscheinlichen, aber nicht ausgeschlossenen Fall einer Insolvenz wäre sie eine gewöhnliche Forderung ohne Vorrang. Wie die Absicherung bei Banken funktioniert, steht im Beitrag zur BaFin.
Die Rückerstattung genau prüfen. In den USA ist die Anzahlung laut Tesla vollständig erstattbar. In der Vergangenheit berichteten Medien jedoch von Kunden, die ihre Anzahlung für den Roadster nicht ohne Weiteres zurückerhielten. Vor einer Überweisung lohnt sich ein genauer Blick in die aktuellen Bedingungen.
Für Tesla ist das Modell dagegen attraktiv: Die hohe Anzahlung filtert Spontankäufer heraus und finanziert einen Teil der Entwicklung vor, lange bevor das erste Fahrzeug ausgeliefert wird.
Die Konkurrenz
Zum Vergleich: Das kroatische Hypercar Rimac Nevera beschleunigt laut Hersteller in 1,81 Sekunden auf 100 km/h und kostet mindestens zwei Millionen Euro. Will Tesla im obersten Segment glaubwürdig auftreten, muss der Roadster sich an solchen Werten messen lassen.
Was für Europa offen ist
Tesla hat bislang weder einen Preis noch einen europäischen Marktstart oder konkrete Liefertermine genannt. Nach früheren Aussagen soll die Produktion zwölf bis achtzehn Monate nach der Enthüllung beginnen – realistisch also frühestens Ende 2027.
Was der Roadster für Tesla-Aktionäre bedeutet
Wirtschaftlich ist der Roadster ein Nischenprodukt. Der erste Roadster wurde zwischen 2008 und 2012 in gerade einmal 2.450 Exemplaren gebaut – heute ein Sammlerstück. Auch der Nachfolger wird den Umsatz eines Konzerns, der Millionen Fahrzeuge im Jahr ausliefert, kaum bewegen.
Seine Bedeutung liegt woanders: Er ist ein Halo-Produkt, das die Marke aufladen soll. Und er ist ein Glaubwürdigkeitstest. Nach neun Jahren Verzögerung wird die Präsentation daran gemessen, ob Tesla Ankündigungen noch einlösen kann.
Für Anleger gilt deshalb, was bei jeder spektakulären Produktvorstellung gilt: Die Show ist das eine, der Produktionsstart das andere. Kursbewegungen rund um solche Termine sagen wenig über den langfristigen Wert eines Unternehmens – mehr dazu im Beitrag zum KGV. Tesla ist Teil des Nasdaq 100.
Fazit
Am 2. Oktober wissen wir mehr. Bis dahin ist der neue Roadster vor allem eines: ein Versprechen, das seit neun Jahren auf seine Einlösung wartet.
Aus Sicht der Marktteilnehmer zählen nach der Präsentation drei Zahlen mehr als jede Vorführung: der Preis, der Produktionsbeginn und die bestätigten Leistungsdaten. Wir aktualisieren diesen Beitrag nach der Enthüllung.
Das Beitragsbild ist eine KI-generierte Illustration, keine Aufnahme des Fahrzeugs oder der Veranstaltung. Stand: 21. September 2026, vor der Präsentation. Reservierungsbedingungen laut Tesla-Website, Preisangaben sind Schätzungen. Alle technischen Angaben beruhen auf Ankündigungen und Berichten, nicht auf bestätigten Seriendaten. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.