Levi Strauss hat am Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt, das am 30. August endete. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, organisch um fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,48 Dollar. Wichtiger als das Quartal selbst ist aber der Ausblick: Levi hebt die Prognose für Bruttomarge und Gewinn deutlich an und senkt gleichzeitig die Umsatzerwartung leicht.
Die Zahlen des Quartals
| Umsatz | 1,6 Mrd. $, plus 4 Prozent (organisch plus 5 Prozent) |
| Operative Marge | 13,8 Prozent |
| Bereinigte EBIT-Marge | 15,5 Prozent |
| Ergebnis je Aktie, fortgeführte Geschäfte | 0,43 $ |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | 0,48 $ |
| Anteil des Direktgeschäfts am Umsatz | 45 Prozent |
Das Geschäft mit der Marke Dockers wird inzwischen als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen und ist in diesen Zahlen nicht mehr enthalten. Wer mit dem Vorjahr vergleicht, muss das berücksichtigen.
Europa und Asien tragen, die USA nicht
| Region | berichtet | organisch |
|---|---|---|
| Amerika gesamt | +4 Prozent | +2 Prozent |
| davon USA | −1 Prozent | — |
| Europa | +4 Prozent | +5 Prozent |
| Asien | +5 Prozent | +10 Prozent |
| Beyond Yoga | +9 Prozent | +9 Prozent |
Der Heimatmarkt schrumpft. Dass der Konzern trotzdem wächst, liegt an Asien mit zehn Prozent organischem Plus und an Europa mit fünf Prozent. Für eine Marke, die als amerikanische Ikone gilt, ist das eine bemerkenswerte Verschiebung: Das Wachstum kommt inzwischen von außerhalb der USA.
Das Direktgeschäft bleibt hinter den eigenen Erwartungen
Das Geschäft mit eigenen Läden und eigenem Onlineshop legte nur um zwei Prozent zu, die vergleichbaren Flächenumsätze lagen unverändert auf Vorjahresniveau. Der Onlinehandel wuchs mit zehn Prozent deutlich, die stationären Flächen zogen das Ergebnis also nach unten. Vorstandschefin Michelle Gass nannte das offen beim Namen: Das Direktgeschäft sei hinter den internen Erwartungen zurückgeblieben, man habe schnell gegengesteuert und erwarte für das vierte Quartal wieder ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.
Das ist die entscheidende offene Frage an diesem Quartal. Das Direktgeschäft macht 45 Prozent des Umsatzes aus und ist die Sparte mit der höheren Marge. Ein Quartal mit unveränderten Vergleichsumsätzen ist für sich genommen kein Drama, zwei hintereinander wären eins.
Die Prognose: mehr Gewinn, etwas weniger Umsatz
| Kennzahl Geschäftsjahr 2026 | bisher | jetzt |
|---|---|---|
| Umsatzwachstum berichtet | 7,0 bis 7,5 Prozent | rund 7,0 Prozent |
| Umsatzwachstum organisch | 5,5 bis 6,0 Prozent | rund 6,0 Prozent |
| Bruttomarge | plus 10 Basispunkte | plus 130 Basispunkte |
| Bereinigte EBIT-Marge | rund 12,0 Prozent | rund 12,1 Prozent |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | 1,46 bis 1,52 $ | 1,54 bis 1,56 $ |
Die auffälligste Zeile ist die Bruttomarge. Aus plus zehn Basispunkten werden plus 130 Basispunkte, das ist mehr als eine Feinjustierung. Einen Teil davon erklärt der Konzern selbst: Levi rechnet für das Gesamtjahr mit Zollrückerstattungen, von denen rund 60 Millionen Dollar wieder eingesetzt werden, davon etwa 35 Millionen im vierten Quartal. Die Rückerstattungen stehen im Zusammenhang mit den unter dem IEEPA verhängten Zöllen. Die Prognose unterstellt, dass die aktuellen Zollsätze bis Jahresende gelten.
Die leichte Senkung der berichteten Umsatzprognose begründet Levi mit Währungseffekten, die organische Erwartung wird am unteren Ende sogar angehoben. Operativ ändert sich an der Umsatzerwartung also wenig.
Einordnung
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist das ein Quartal mit zwei Gesichtern. Die Ertragsseite ist besser als erwartet, die Prognose für den Gewinn je Aktie steigt um rund fünf Cent an beiden Enden der Spanne. Auf der anderen Seite stagniert das margenstärkste Geschäft, und der Heimatmarkt schrumpft. Ein spürbarer Teil der Margenverbesserung stammt zudem aus Zollrückerstattungen, also aus einem Posten, der von politischen Entscheidungen abhängt und nicht aus dem operativen Geschäft kommt.
Für das vierte Quartal hat sich der Konzern damit selbst eine Messlatte gelegt: Das Direktgeschäft soll im mittleren einstelligen Bereich wachsen. Daran wird sich im Januar beurteilen lassen, ob die Schwäche im dritten Quartal eine Delle war oder ein Trend.
Die Dividende von insgesamt rund 61 Millionen Dollar wird am 4. November ausgezahlt, Stichtag für die Berechtigung ist der 21. Oktober.
Quelle
Levi Strauss & Co., Ergebnismitteilung zum dritten Quartal 2026 vom 7. Oktober 2026, eingereicht als Anlage 99.1 zum Formular 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC.