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SPDR: Die ETF-Marke von State Street im Überblick

von FNE-Redaktion

SPDR ist die ETF-Marke von State Street, dem Vermögensverwaltungsarm der amerikanischen State Street Corporation. Unter diesem Namen lief 1993 der erste in den USA zugelassene ETF – und bis heute gehört das Haus zu den drei größten ETF-Anbietern der Welt. In Europa ist SPDR vor allem für eines bekannt: den günstigsten S&P 500-ETF am Markt.

Das Wichtigste in Kürze

MerkmalAngabe
MarkeSPDR
GesellschaftState Street Investment Management, bis 2025 State Street Global Advisors
MutterkonzernState Street Corporation, Boston
Im Geschäft seit1978 für institutionelle Anleger
Verwaltetes Vermögen6,28 Billionen US-Dollar
Davon in ETFs2.204 Milliarden US-Dollar
Rang weltweitdrittgrößter ETF-Anbieter, viertgrößter Vermögensverwalter
Fondsdomizil in Europaüberwiegend Irland
Deutsche NiederlassungMünchen
Bekanntester FondsSPDR S&P 500 ETF Trust, Kürzel SPY

Die Vermögensangaben sind eigene, ungeprüfte Angaben des Hauses mit Stand 30. Juni 2026. Die Ranglistenplätze stammen aus der Erhebung von Pensions & Investments mit Daten zum 31. Dezember 2025; als bankeigener Vermögensverwalter führt State Street diese Liste an.

Der erste ETF der USA

Am 22. Januar 1993 wurde der SPDR S&P 500 ETF Trust an der American Stock Exchange notiert. Das Haus beschreibt ihn auf seiner eigenen Produktseite als den allerersten in den Vereinigten Staaten gelisteten Exchange Traded Fund. Ein Fonds, der einen Index abbildet und sich den Tag über wie eine Aktie handeln lässt, war damals eine Neuerung – heute ist es die Grundform der Geldanlage für Millionen Privatanleger.

Aus dem Experiment ist einer der größten Investmentfonds der Welt geworden. Der SPY verwaltete am 7. Oktober 2026 rund 821,5 Milliarden US-Dollar. Seine Kostenquote liegt bei 0,0945 Prozent im Jahr. Für deutsche Anleger ist er allerdings nicht die erste Wahl: Es ist ein US-Fonds, kein UCITS-Fonds, und damit über europäische Broker in aller Regel nicht handelbar.

Aus Global Advisors wird Investment Management

Am 30. Juni 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass State Street Global Advisors künftig State Street Investment Management heißt. Vorstandschefin Yie-Hsin Hung begründete den Schritt damit, dass der neue Name das Zusammenwachsen innerhalb der State Street Corporation betone und die Vermarktung vereinfache. Die Produktmarke SPDR bleibt bestehen – auf den Fondsnamen taucht seither allerdings beides auf, etwa als „State Street SPDR S&P 500 UCITS ETF“.

Für Anleger ändert die Umbenennung nichts an Fonds, ISIN oder Kosten. Sie erklärt aber, warum dieselben Produkte in Depotauszügen und Vergleichslisten mal unter dem einen, mal unter dem anderen Namen auftauchen.

Die europäische SPDR-Palette

In Europa legt State Street seine ETFs als UCITS-Fonds überwiegend in Irland auf. Die Palette reicht von breiten Standardindizes über Dividendenstrategien bis zu Nebenwerten und Anleihen. Vier Beispiele, die an der Xetra gehandelt werden:

Der günstigste S&P 500-ETF in Europa

Das auffälligste Produkt der Palette ist der State Street SPDR S&P 500 UCITS ETF (Dist) mit der ISIN IE00B6YX5C33 und dem Xetra-Kürzel SPY5. Seine laufenden Kosten liegen bei 0,03 Prozent im Jahr. Damit ist er günstiger als jeder vergleichbare S&P 500-ETF der großen Wettbewerber – der entsprechende Fonds von iShares kostet 0,07 Prozent.

MerkmalAngabe
NameState Street SPDR S&P 500 UCITS ETF (Dist)
ISINIE00B6YX5C33
Xetra-KürzelSPY5
Laufende Kosten0,03 Prozent im Jahr
Fondsvolumen44,0 Mrd. US-Dollar über alle Anteilsklassen
IndexS&P 500
Abbildungvollständige Nachbildung
Ertragsverwendungausschüttend, vierteljährlich
DomizilIrland
Aufgelegt19. März 2012

Auf eine Anlage von 10.000 Euro sind 0,03 statt 0,07 Prozent ein Unterschied von vier Euro im Jahr. Über zwanzig Jahre und mit Zinseszins wird daraus ein dreistelliger Betrag – wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Die Ertragsverwendung ist hier ausschüttend; wer thesaurierend sparen will, muss auf eine andere Anteilsklasse oder einen anderen Anbieter ausweichen. Mehr zur Auswahl steht in der ETF-Übersicht.

Gold als zweites Standbein

Ein ungewöhnlich großer Teil des ETF-Vermögens steckt nicht in Aktien oder Anleihen, sondern in Gold. Von den 2.204 Milliarden US-Dollar in börsengehandelten Produkten entfallen rund 156,8 Milliarden auf die Goldprodukte der SPDR-Reihe – gut sieben Prozent. Kein anderer großer ETF-Anbieter hat ein derart ausgeprägtes Edelmetallgeschäft.

Zur Einordnung: Physisch hinterlegte Goldprodukte sind in Europa rechtlich keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen, sogenannte ETCs. Was das für Sicherheit und Besteuerung bedeutet, steht unter Gold und Edelmetalle.

SPDR im Vergleich

AnbieterMarkeStellung
BlackRockiSharesgrößter ETF-Anbieter weltweit
VanguardVanguardzweitgrößter, genossenschaftlich organisiert
State StreetSPDRdrittgrößter, stark bei S&P 500 und Gold
AmundiAmundigrößter europäischer Anbieter
DWSXtrackersgrößter deutscher Anbieter

Die Reihenfolge der drei größten Häuser stammt aus der Erhebung von Pensions & Investments zum 31. Dezember 2025. Ausführlicher stehen die Häuser unter iShares, BlackRock, Vanguard, Amundi und Xtrackers.

Häufige Fragen

Kann ich den amerikanischen SPY in Deutschland kaufen?

In der Regel nicht. Der SPDR S&P 500 ETF Trust ist ein US-Fonds ohne europäisches Basisinformationsblatt. Broker in der EU dürfen solche Fonds an Privatanleger meist nicht verkaufen. Das europäische Gegenstück ist der State Street SPDR S&P 500 UCITS ETF mit der ISIN IE00B6YX5C33.

Ist mein Geld bei einem SPDR-ETF sicher?

Das Fondsvermögen eines UCITS-ETF ist Sondervermögen und wird getrennt vom Vermögen der Gesellschaft verwahrt. Es fällt nicht in die Insolvenzmasse, wenn der Anbieter zahlungsunfähig würde. Das Kursrisiko der enthaltenen Wertpapiere trägt der Anleger weiterhin selbst.

Warum heißen die Fonds jetzt anders?

Seit der Umbenennung von State Street Global Advisors in State Street Investment Management im Juni 2025 führen die Fonds beide Namensbestandteile. ISIN, Kosten und Anlagepolitik sind davon unberührt.

Ist der günstigste ETF automatisch der beste?

Nein. Entscheidend ist die tatsächliche Abweichung vom Index über mehrere Jahre, die Tracking Difference. Sie kann durch Quellensteuern, Handelskosten und Erträge aus der Wertpapierleihe größer oder kleiner ausfallen als die Kostenquote vermuten lässt. Auch Handelsspanne und Fondsgröße gehören in die Entscheidung. Mehr dazu unter Tracking Difference.

Worauf Anleger achten sollten

Ausschüttend statt thesaurierend. Der bekannteste europäische SPDR-ETF schüttet vierteljährlich aus. Das hilft, den Sparer-Pauschbetrag auszunutzen, erzeugt aber Wiederanlagearbeit. Wer automatisch thesaurieren will, muss gezielt eine entsprechende Anteilsklasse suchen.

Zwei Namen für dasselbe Haus. In Vergleichslisten taucht der Anbieter als SPDR, als State Street Global Advisors und als State Street Investment Management auf. Gemeint ist jeweils derselbe Anbieter.

Die Größe der einzelnen Anteilsklasse prüfen. Ein Fonds kann insgesamt mehrere Milliarden schwer sein, während die konkret gehandelte Anteilsklasse deutlich kleiner ist. Für die Handelsspanne an der Börse zählt die Anteilsklasse.

Quellen

State Street Investment Management, Unternehmens- und Produktseiten zu SPDR, abgerufen am 9. Oktober 2026, darunter die Produktseite des SPDR S&P 500 ETF Trust und des State Street SPDR S&P 500 UCITS ETF (Dist). Vermögensangaben nach eigener, ungeprüfter Darstellung des Hauses mit Stand 30. Juni 2026. Ranglistenplätze nach Pensions & Investments mit Daten zum 31. Dezember 2025. Angabe zur Umbenennung nach der Unternehmensmitteilung vom 30. Juni 2025. Kursangaben: Deutsche Börse, Xetra.

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