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CPI: US-Verbraucherpreisindex – Termine, Aufbau und Wirkung auf die Börse

von FNE-Redaktion

Der US-Verbraucherpreisindex ist der Konjunkturtermin, der an den Börsen regelmäßig die stärksten Kursbewegungen auslöst. Er entscheidet mit darüber, wie die US-Notenbank ihre Zinsen setzt — und damit über die Bewertung von Aktien, Anleihen und Währungen weltweit. Diese Seite erklärt, was gemessen wird, wann die Zahlen kommen und wie sie zu lesen sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Consumer Price Index (CPI) misst die Preisentwicklung für private US-Haushalte. Herausgeber ist das Bureau of Labor Statistics (BLS), eine Behörde des US-Arbeitsministeriums.
  • Veröffentlicht wird monatlich um 8:30 Uhr Ortszeit New York — in Deutschland meist 14:30 Uhr.
  • Im Mittelpunkt stehen zwei Zahlen: die Gesamtrate und die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie.
  • Zuletzt veröffentlicht: August 2026 mit 3,4 Prozent Jahresrate und 2,4 Prozent Kernrate.
  • Der nächste Termin ist der 14. Oktober 2026 mit den Daten für September.

Was der CPI misst

Das BLS erhebt monatlich die Preise eines festgelegten Warenkorbs: Lebensmittel, Energie, Mieten, Kleidung, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Dienstleistungen. Die Gewichtung richtet sich danach, wie viel US-Haushalte tatsächlich für die einzelnen Posten ausgeben. Veröffentlicht wird vor allem der CPI-U, der die städtische Bevölkerung abdeckt und damit rund 93 Prozent der US-Bevölkerung erfasst.

Der Index hat die Basis 1982 bis 1984 gleich 100. Im August 2026 lag er bei 334,980 Punkten. Diese absolute Zahl spielt in der Berichterstattung keine Rolle — gehandelt werden die Veränderungsraten.

Gesamtrate und Kernrate

Die Gesamtrate umfasst den vollständigen Warenkorb. Sie zeigt, was Haushalte wirklich bezahlen, schwankt aber stark, weil Energie- und Lebensmittelpreise kurzfristig auf Wetter, Ernten und Ölmärkte reagieren.

Die Kernrate lässt Nahrungsmittel und Energie weg. Sie gilt als besserer Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck, weil sie von kurzfristigen Rohstoffausschlägen bereinigt ist. Notenbanken und Anleihemärkte schauen deshalb zuerst auf die Kernrate.

Der August 2026 zeigt, warum die Unterscheidung wichtig ist: Die Gesamtrate lag mit 3,4 Prozent einen ganzen Prozentpunkt über der Kernrate von 2,4 Prozent. Ursache waren die Energiepreise mit einem Plus von 16,3 Prozent im Jahresvergleich.

Zu beachten ist außerdem, welche Rechenart gemeint ist. Die Monatsveränderung gibt das BLS saisonbereinigt an, die Jahresrate dagegen unbereinigt. Wer Monats- und Jahreswerte vergleicht, vergleicht also zwei unterschiedlich aufbereitete Reihen.

Der aktuelle Stand: August 2026

KennzahlZum VormonatZum Vorjahr
Gesamtrate (CPI-U)+0,4 %+3,4 %
Kernrate (ohne Nahrung und Energie)+0,3 %+2,4 %
Energie—+16,3 %
Nahrungsmittel—+2,7 %
Wohnkosten (Shelter)—+3,0 %

Veröffentlicht am 11. September 2026. Monatswerte saisonbereinigt, Jahreswerte nicht saisonbereinigt. Die Wohnkosten sind der mit Abstand schwerste Einzelposten im Index — sie reagieren träge, weil Mietverträge nur nach und nach angepasst werden.

Die Termine bis Ende 2027

Das BLS legt die Termine ein Jahr im Voraus fest. Veröffentlicht wird stets um 8:30 Uhr Ortszeit New York.

BerichtsmonatVeröffentlichung
September 202614. Oktober 2026
Oktober 202610. November 2026
November 202610. Dezember 2026
Dezember 202613. Januar 2027
Januar 202711. Februar 2027
Februar 202710. März 2027
März 202713. April 2027
April 202712. Mai 2027
Mai 202710. Juni 2027
Juni 202714. Juli 2027
Juli 202711. August 2027
August 202714. September 2027
September 202714. Oktober 2027
Oktober 202710. November 2027
November 202710. Dezember 2027

In deutscher Zeit ist das normalerweise 14:30 Uhr. Eine Besonderheit gibt es zweimal im Jahr: Weil die USA und Europa die Uhren an unterschiedlichen Tagen umstellen, verschiebt sich der Termin für wenige Wochen auf 13:30 Uhr. Das betrifft die Zeit zwischen der europäischen Umstellung Ende Oktober und der amerikanischen Anfang November sowie die Wochen zwischen der US-Umstellung Anfang März und der europäischen Ende März.

Warum der CPI die Kurse bewegt

Die Reaktion entsteht nicht aus der Zahl selbst, sondern aus der Abweichung von der Erwartung. Analysten veröffentlichen vorab Schätzungen; der Markt handelt bereits auf diesen Konsens hin. Erst die Überraschung löst die Bewegung aus — oft innerhalb von Sekunden nach 14:30 Uhr.

Der Übertragungsweg führt über die Zinserwartung. Fällt die Inflation höher aus als gedacht, rechnen Anleger mit länger hohen Leitzinsen. Anleiherenditen steigen, der Dollar zieht an, und Aktien geraten unter Druck — besonders Wachstumswerte, deren Bewertung stark von künftigen Gewinnen und damit vom Abzinsungssatz abhängt. Eine niedrigere Rate wirkt in die andere Richtung.

Für deutsche Anleger kommt ein zweiter Effekt hinzu: Bewegt sich der Dollar, verändert sich der Wert jedes Depotpostens, der auf Dollar lautet — auch bei einem weltweit anlegenden ETF ohne direkten US-Bezug im Namen.

Was die Statistik nicht leistet

  • Der Warenkorb ist ein Durchschnitt. Die persönliche Inflationsrate weicht ab, je nachdem wie viel jemand für Miete, Auto oder Energie ausgibt.
  • Die Wohnkosten reagieren träge. Sie bilden den Mietmarkt mit Verzögerung ab, weil bestehende Verträge nur allmählich nachziehen.
  • Einzelne Monatswerte sind verrauscht. Erst drei bis sechs Monate ergeben ein belastbares Bild.
  • Daten werden nachträglich korrigiert. Saisonfaktoren überarbeitet das BLS jährlich, was zurückliegende Monatswerte verändern kann.
  • Der CPI ist nicht das Maß, auf das die Fed ihr Zwei-Prozent-Ziel bezieht. Dafür nutzt sie den PCE-Deflator des Bureau of Economic Analysis, der anders gewichtet und etwas niedriger ausfällt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CPI und HVPI?

Der CPI ist die US-Statistik des BLS. Für den Euroraum berechnet Eurostat den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), auf den sich die EZB bei ihrem Inflationsziel bezieht. Die beiden Indizes sind unterschiedlich zusammengesetzt und nicht direkt vergleichbar — beim HVPI fehlt zum Beispiel die kalkulatorische Miete für Eigentümer, die im CPI ein schweres Gewicht hat.

Warum ist die Kernrate manchmal höher als die Gesamtrate?

Weil Energie und Nahrungsmittel in beide Richtungen ausschlagen können. Fallen die Ölpreise, drücken sie die Gesamtrate unter die Kernrate. Steigen sie stark, liegt die Gesamtrate darüber — so wie im August 2026.

Wo finde ich die Originaldaten?

Beim Bureau of Labor Statistics. Die Behörde stellt die Pressemitteilung, die vollständigen Tabellen und eine Datenbank mit allen Zeitreihen kostenfrei bereit. Die Quellen sind unten verlinkt.

Kann ich auf die Veröffentlichung hin handeln?

Die ersten Sekunden nach der Veröffentlichung sind von Algorithmen geprägt, Kurse springen, und Spreads weiten sich deutlich. Privatanleger zahlen in diesen Momenten die schlechtesten Preise. Wer eine Order ohnehin plant, ist mit einem Zeitpunkt abseits der Termine in der Regel besser bedient — und mit einem Limit statt einer Market-Order.

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Quellen

  • Bureau of Labor Statistics: Consumer Price Index — August 2026, Pressemitteilung vom 11. September 2026 (bls.gov)
  • Bureau of Labor Statistics: CPI Release Schedule (bls.gov)
  • Bureau of Labor Statistics: Consumer Price Index — Übersichtsseite und Datenbank (bls.gov)

Stand: 11. Oktober 2026. Die Werte beziehen sich auf den Berichtsmonat August 2026. Diese Seite wird nach jeder Veröffentlichung aktualisiert.

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