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Quantum Computing Inc. Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

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Photonischer Quantenchip auf einem optischen Tisch mit roten und grünen Laserstrahlen
Aktie im Porträt

Quantum Computing Inc. Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Quantum Computing Inc., kurz QCi, aus Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey setzt auf photonische Quantentechnik, die bei Raumtemperatur arbeitet. Das Unternehmen bietet Optimierungsrechner, Systeme für abhörsichere Kommunikation und Chips aus Dünnschicht-Lithiumniobat an. Bis 2025 kaum mit Umsatz, hat QCi über Kapitalerhöhungen mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar eingesammelt und baut das Geschäft 2026 vor allem durch Zukäufe aus.

Unternehmensprofil

UnternehmenQuantum Computing Inc.
ISINUS74766W1080
TickersymbolQUBT
BörseNasdaq
BranchePhotonische Quantentechnik, Optik-Chips
SitzHoboken, New Jersey (USA)
Gegründet2018 (2022 Fusion mit QPhoton)
Mitarbeiter72 in Vollzeit plus 5 Teilzeit-Vertragskräfte (31.12.2025)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

QCi arbeitet mit Licht statt mit gekühlten Supraleitern oder Ionenfallen. Das bekannteste Produkt ist der „Entropy Quantum Computer“ Dirac-3, ein photonischer Rechner für Optimierungsaufgaben, der seit 2024 angeboten wird. Daneben entwickelt QCi Systeme für Quantenkommunikation und -authentifizierung sowie den photonischen Reservoir-Rechner NeuraWave. Laut Vorstandschef Yuping Huang bietet die Raumtemperatur-Architektur einen Weg zu praktischen Quantensystemen mit deutlich geringerer Komplexität, geringeren Kosten und niedrigerem Energiebedarf.

Ein zweites Standbein ist die Fertigung von Chips aus Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN) im eigenen Werk in Tempe, Arizona. Diese Chips sollen auch in herkömmlichen optischen Märkten wie der Datenübertragung verkauft werden. 2026 hat QCi drei Unternehmen übernommen: Luminar Semiconductor (abgeschlossen am 2. Februar 2026, rund 110 Mio. US-Dollar in bar), NuCrypt und den Packaging-Spezialisten NHanced Semiconductors. Für NHanced zahlte QCi Bargeld und Aktien im Wert von 73,1 Mio. US-Dollar, bei Erreichen von Zielen können bis zu 72,0 Mio. US-Dollar hinzukommen.

Zahlen

Kennzahl20242025Q2 2026
Umsatz0,37 Mio. US-$0,68 Mio. US-$5,55 Mio. US-$
Bruttoergebnis0,11 Mio. US-$0,07 Mio. US-$−1,17 Mio. US-$
Operatives Ergebnis−25,9 Mio. US-$−51,1 Mio. US-$−23,0 Mio. US-$
Nettoergebnis−68,5 Mio. US-$−18,7 Mio. US-$−11,8 Mio. US-$
Liquide Mittel und Wertpapiere (Stichtag)78,9 Mio. US-$1.520,4 Mio. US-$1.323,5 Mio. US-$
Auftragsbestand (Stichtag)––42,5 Mio. US-$
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Quantum Computing Inc., Stand Oktober 2026.

Der Umsatzsprung im zweiten Quartal 2026 – nach nur 61.000 US-Dollar im Vorjahresquartal – fällt in die Zeit, in der die ersten Zukäufe konsolidiert wurden. Dass der Nettoverlust deutlich geringer ausfällt als der operative Verlust, liegt an Zinserträgen auf die hohe Kasse (12,95 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal 2026) sowie 2025 an einem Bewertungsgewinn aus einer Derivatverbindlichkeit. In den operativen Kosten des zweiten Quartals stecken 7,3 Mio. US-Dollar an Übernahmekosten.

Was den Kurs bewegt

  • Kapitalerhöhungen und Verwässerung: Nach Angaben des Vorstands hat QCi 2025 mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar aufgenommen, darunter im vierten Quartal eine Privatplatzierung von 37.183.937 Aktien mit einem Bruttoerlös von 750 Mio. US-Dollar. Die durchschnittliche Aktienzahl stieg von 93,9 Mio. (2024) auf 164,5 Mio. (2025), Ende Juni 2026 waren rund 226,3 Mio. Aktien ausstehend.
  • Zukäufe: Für die drei Übernahmen 2026 hat QCi nach eigenen Angaben rund 180 Mio. US-Dollar in bar eingesetzt. Ihre Integration und ihr Beitrag zu Umsatz und Marge stehen im Fokus.
  • Margen: Im zweiten Quartal 2026 war das Bruttoergebnis negativ. Ob sich die Fertigung profitabel skalieren lässt, ist offen.
  • Aufträge: QCi meldete unter anderem den Verkauf eines Dirac-3-Systems an ein Beratungsunternehmen und eine Rahmenvereinbarung mit Planck Dynamics für NeuraWave mit einem möglichen Volumen von mehr als 10 Mio. US-Dollar, abhängig von Meilensteinen.
  • Fertigungsausbau: Das Unternehmen plant mit „Fab 2“ eine größere Produktionsstätte für höhere Stückzahlen.

Wettbewerber

Bei Optimierungsrechnern ist D-Wave Quantum mit seinen Annealern der naheliegende Vergleichswert. Im breiteren Quantencomputing konkurriert QCi mit IonQ, das zudem im Bereich Quantennetzwerke aktiv ist, und Rigetti Computing sowie mit den Programmen von IBM, Alphabet und Microsoft. Im Geschäft mit optischen Chips trifft QCi auf etablierte Halbleiter- und Photonikhersteller.

Einordnung

QCi hat sich binnen eines Jahres von einem nahezu umsatzlosen Entwicklungsunternehmen zu einem Anbieter mit mehreren Millionen US-Dollar Quartalsumsatz gewandelt – allerdings überwiegend durch Zukäufe. Die Kasse von gut 1,3 Mrd. US-Dollar übersteigt den Umsatz um ein Vielfaches und wirft Zinserträge ab, die den Verlust deutlich dämpfen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer hängt die Bewertung vor allem davon ab, ob QCi aus dem Kapital ein tragfähiges Geschäft mit photonischen Chips und Quantensystemen aufbauen kann. Die starke Verwässerung der vergangenen Jahre, die negativen Margen und die noch junge Integration der Zukäufe sind dabei die wesentlichen Unsicherheiten.

Mehr zum Sektor im Überblick Quantencomputer-Aktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.