COGS steht für Cost of Goods Sold, auf Deutsch Umsatzkosten oder Herstellungskosten der verkauften Produkte. Die Kennzahl erfasst alle Kosten, die direkt mit der Herstellung oder dem Einkauf der Waren verbunden sind, die ein Unternehmen in einem Zeitraum verkauft hat. Sie steht in der Gewinn- und Verlustrechnung direkt unter dem Umsatz.
Was zu den COGS gehört
| Gehört zu den COGS | Gehört nicht dazu |
|---|---|
| Rohstoffe und Material | Vertrieb und Marketing |
| Löhne in der Produktion | Verwaltung und Management |
| Fertigungsgemeinkosten wie Energie und Abschreibungen auf Maschinen | Forschung und Entwicklung (meist) |
| Einkaufspreis von Handelsware | Zinsen und Steuern |
Bei Händlern bestehen die COGS vor allem aus den Einkaufspreisen der verkauften Waren. Bei Dienstleistern wie Softwarefirmen spricht man oft von Cost of Revenue, dazu zählen etwa Kosten für Rechenzentren und Kundensupport.
So werden die COGS berechnet
COGS = Anfangsbestand der Vorräte + Einkäufe und Herstellungskosten im Zeitraum − Endbestand der Vorräte
Beispiel: Ein Händler hat zu Jahresbeginn Ware für 200.000 Euro auf Lager, kauft im Jahr für 800.000 Euro ein und hat am Jahresende noch Ware für 250.000 Euro. Die COGS betragen 200.000 + 800.000 − 250.000 = 750.000 Euro. Bei einem Umsatz von 1,2 Millionen Euro bleibt ein Bruttogewinn von 450.000 Euro.
COGS und Bruttomarge
Aus Umsatz und COGS ergibt sich der Bruttogewinn, und daraus die Bruttomarge, im Englischen Gross Margin. Im Beispiel liegt sie bei 450.000 ÷ 1.200.000 = 37,5 Prozent. Je niedriger die COGS im Verhältnis zum Umsatz, desto mehr bleibt für alle übrigen Kosten und den Gewinn. Softwarefirmen kommen oft auf Bruttomargen von 70 Prozent und mehr, Supermärkte auf 20 bis 30 Prozent.
Bewertungsmethoden für Vorräte
Wie hoch die COGS ausfallen, hängt auch davon ab, wie die Vorräte bewertet werden. Bei FIFO (first in, first out) gelten die zuerst gekauften Waren als zuerst verkauft. Bei LIFO (last in, first out) ist es umgekehrt. In Phasen steigender Preise führt LIFO zu höheren COGS und damit zu einem niedrigeren ausgewiesenen Gewinn. LIFO ist nach US-Bilanzierungsregeln erlaubt, nach den internationalen IFRS-Standards dagegen nicht.
Worauf Anleger achten sollten
- Entwicklung über die Zeit: Steigen die COGS schneller als der Umsatz, schrumpft die Marge. Das kann an höheren Rohstoffpreisen oder Preisdruck liegen.
- Branchenvergleich: COGS-Quoten sind nur innerhalb einer Branche vergleichbar.
- Bilanzierungsunterschiede: Nach dem deutschen Gesamtkostenverfahren tauchen die COGS nicht als eigene Zeile auf, sondern verteilt auf Material- und Personalaufwand.
Ein Rechenbeispiel aus dem Handel
Ein Elektronikhändler hat zu Jahresbeginn Waren im Wert von 400.000 Euro auf Lager. Im Laufe des Jahres kauft er für 1,8 Millionen Euro nach. Am Jahresende stehen noch Waren für 350.000 Euro im Lager. Die Herstellungs- bzw. Wareneinsatzkosten betragen damit 400.000 + 1.800.000 − 350.000 = 1.850.000 Euro. Bei einem Umsatz von 2,6 Millionen Euro bleibt ein Bruttogewinn von 750.000 Euro, die Bruttomarge liegt bei 28,8 Prozent.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Anfangsbestand Vorräte | 400.000 € |
| + Einkäufe im Jahr | 1.800.000 € |
| − Endbestand Vorräte | 350.000 € |
| = COGS | 1.850.000 € |
| Umsatz | 2.600.000 € |
| Bruttogewinn | 750.000 € |
COGS im Umsatzkostenverfahren nach HGB und IFRS
In Deutschland dürfen Unternehmen ihre Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren aufstellen (§ 275 HGB). Nur beim Umsatzkostenverfahren gibt es eine Zeile, die den COGS entspricht: die „Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen“. Beim Gesamtkostenverfahren stehen stattdessen Material- und Personalaufwand getrennt, und die Bruttomarge lässt sich nicht direkt ablesen. Internationale Konzerne, die nach IFRS bilanzieren, nutzen meist das Umsatzkostenverfahren mit der Zeile „Cost of sales“. US-Unternehmen weisen „Cost of revenue“ oder „Cost of goods sold“ aus.
COGS bei Dienstleistern und Softwarefirmen
Auch Unternehmen ohne physische Waren haben Umsatzkosten. Bei einem Softwareanbieter gehören Serverkosten, Lizenzgebühren an Dritte und der Kundensupport dazu. Bei einer Beratung sind es vor allem die Gehälter der Berater, die direkt für Kunden arbeiten. Weil diese Kosten oft niedrig sind, erreichen Softwarefirmen Bruttomargen von 70 Prozent und mehr. Wie die Kosten zugeordnet werden, entscheidet das Unternehmen allerdings teilweise selbst. Beim Vergleich zweier Firmen lohnt deshalb ein Blick in den Anhang des Geschäftsberichts.
COGS und Inflation
Steigen Rohstoff- und Energiepreise, wachsen die COGS oft schneller als der Umsatz. Unternehmen mit Preissetzungsmacht können höhere Kosten an Kunden weitergeben, andere verlieren an Marge. In Quartalsberichten achten Analysten daher genau darauf, ob die Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz steigen oder sinken. Eine stabile Bruttomarge trotz steigender Einkaufspreise gilt als Zeichen eines starken Geschäftsmodells.
Wer zwei Unternehmen vergleicht, sollte deshalb immer dieselbe Abgrenzung der Umsatzkosten zugrunde legen.
Ein dauerhaft sinkender Anteil der Umsatzkosten am Umsatz spricht dafür, dass ein Unternehmen effizienter produziert oder höhere Preise durchsetzen kann.
Für Anleger lohnt es sich, die Umsatzkosten über mehrere Jahre in Prozent vom Umsatz zu verfolgen. Steigt dieser Anteil Jahr für Jahr, verliert das Unternehmen an Preissetzungsmacht oder kämpft mit höheren Einkaufspreisen. Sinkt er, profitiert es von Größenvorteilen, besseren Konditionen bei Lieferanten oder einem Wechsel zu margenstärkeren Produkten. Diese Entwicklung erklärt oft mehr über die Gewinnaussichten als die absolute Höhe der Kosten.
Fazit
Die COGS zeigen, was ein Unternehmen für seine verkauften Produkte selbst aufwenden muss. Zusammen mit dem Umsatz ergeben sie die Bruttomarge, eine der wichtigsten Kennzahlen für die Preissetzungsmacht eines Unternehmens.
Fragen und Antworten
Was bedeutet COGS auf Deutsch?
Cost of Goods Sold bedeutet Umsatzkosten oder Herstellungskosten der verkauften Waren.
Gehören Marketingkosten zu den COGS?
Nein. Marketing, Vertrieb und Verwaltung zählen zu den operativen Kosten unterhalb des Bruttogewinns.
Wie hängen COGS und Bruttogewinn zusammen?
Bruttogewinn = Umsatz − COGS. Teilt man den Bruttogewinn durch den Umsatz, erhält man die Bruttomarge.
Wo finde ich die COGS eines Unternehmens?
In der Gewinn- und Verlustrechnung im Geschäftsbericht, bei US-Firmen unter „Cost of revenue“ oder „Cost of goods sold“.
Gehören Abschreibungen zu den COGS?
Abschreibungen auf Produktionsanlagen gehören meist dazu, Abschreibungen auf Verwaltungsgebäude dagegen nicht.
Wo finde ich die COGS eines Unternehmens?
In der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsberichts, meist unter „Umsatzkosten“, „Herstellungskosten“ oder „Cost of sales“.
Quellen
- U.S. Securities and Exchange Commission, Beginners’ Guide to Financial Statements – sec.gov
- IFRS Foundation, IAS 2 Vorräte – ifrs.org
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.