Ein Credit Rating ist eine Einschätzung, wie wahrscheinlich ein Schuldner seine Verbindlichkeiten pünktlich und vollständig bedient. Bewertet werden Staaten, Unternehmen, Banken und einzelne Anleihen. Die Ratings werden von spezialisierten Ratingagenturen vergeben und beeinflussen, wie viel Zinsen ein Schuldner zahlen muss.
Die großen Ratingagenturen
Den Markt dominieren drei Agenturen: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Daneben gibt es kleinere Anbieter, in Europa etwa Scope aus Berlin. Wer in der EU Ratings für regulatorische Zwecke vergibt, muss bei der Wertpapieraufsicht ESMA registriert sein.
Die Ratingskalen im Vergleich
| S&P und Fitch | Moody’s | Bedeutung |
|---|---|---|
| AAA | Aaa | höchste Bonität |
| AA+ / AA / AA− | Aa1 / Aa2 / Aa3 | sehr gute Bonität |
| A+ / A / A− | A1 / A2 / A3 | gute Bonität |
| BBB+ / BBB / BBB− | Baa1 / Baa2 / Baa3 | befriedigende Bonität, untere Stufe des Investment Grade |
| BB+ / BB / BB− | Ba1 / Ba2 / Ba3 | spekulativ |
| B+ / B / B− | B1 / B2 / B3 | hoch spekulativ |
| CCC bis C | Caa bis C | erhebliches Ausfallrisiko |
| D | – | Zahlungsausfall |
Investment Grade und Junk
Die wichtigste Grenze verläuft zwischen BBB− (Moody’s: Baa3) und BB+ (Ba1). Anleihen darüber gelten als Investment Grade, darunter als spekulativ, als Hochzinsanleihen oder umgangssprachlich als Junk Bonds. Viele institutionelle Anleger dürfen nur Investment-Grade-Papiere halten. Rutscht ein Schuldner unter die Grenze, spricht man von einem Fallen Angel, und es kommt oft zu erzwungenen Verkäufen.
Wie ein Rating entsteht
- Bei Unternehmen: Verschuldung, Cashflows, Zinsdeckung, Marktstellung, Branche und Management.
- Bei Staaten: Wirtschaftskraft, Staatsschulden, Haushaltsdefizit, politische Stabilität, Währung und Zentralbank.
- Ausblick: Positiv, stabil oder negativ zeigt die wahrscheinliche Richtung der nächsten Änderung.
Warum Ratings für Anleger wichtig sind
Je schlechter das Rating, desto höher der Zins, den ein Schuldner bieten muss. Eine Herabstufung lässt deshalb die Kurse bestehender Anleihen fallen und kann auch Aktien belasten. Für Privatanleger bieten Ratings eine schnelle Orientierung beim Kauf von Anleihen. Sie sind aber Meinungen und keine Garantie. In der Finanzkrise 2008 fielen viele Wertpapiere aus, die zuvor Bestnoten hatten.
Ratings für Privatpersonen
Auch Verbraucher haben eine Art Rating: In Deutschland ist das vor allem der Score der Schufa. Er beeinflusst, ob und zu welchen Konditionen Banken einen Kredit vergeben.
Fazit
Ein Credit Rating fasst das Ausfallrisiko eines Schuldners in einer Note zusammen. Die Grenze zwischen Investment Grade und spekulativ ist für Anleger besonders wichtig. Ratings erleichtern die Orientierung, ersetzen aber keinen eigenen Blick auf Zahlen und Risiken.
Fragen und Antworten
Was ist ein Credit Rating?
Eine Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Staates, Unternehmens oder einer Anleihe durch eine Ratingagentur.
Was ist das beste Rating?
AAA bei S&P und Fitch, Aaa bei Moody’s.
Was bedeutet Investment Grade?
Ratings von BBB− beziehungsweise Baa3 und besser. Darunter gelten Anleihen als spekulativ.
Wer bezahlt die Ratingagenturen?
In der Regel der Emittent, der bewertet werden will. Dieses Modell wird wegen möglicher Interessenkonflikte kritisiert.
Quellen
- ESMA, Ratingagenturen – esma.europa.eu
- S&P Global Ratings – spglobal.com
- Moody’s Ratings – moodys.com
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.