adidas verkauft Sportschuhe und Bekleidung und steht dabei seit Jahrzehnten im Schatten eines einzigen Wettbewerbers: Nike. Der Konzern aus Herzogenaurach ist die weltweite Nummer zwei.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | adidas AG |
| WKN | A1EWWW |
| ISIN | DE000A1EWWW0 |
| Tickersymbol | ADS |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 29 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Sportartikel |
| Sitz | Herzogenaurach, Deutschland |
| Gegründet | 1949 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
adidas entwirft und vermarktet, produziert aber nicht selbst. Die Fertigung übernehmen Auftragshersteller in Asien – der Konzern konzentriert sich auf Design, Marke und Vertrieb.
Verkauft wird über drei Wege: eigene Läden, eigener Onlineshop und Großhandel. Der Direktvertrieb bringt höhere Margen, bindet aber Kapital in Filialen.
Der Markenwert ist das eigentliche Kapital. Er entsteht durch Sponsoring von Vereinen, Verbänden und Sportlern – und kann durch Fehlentscheidungen schnell Schaden nehmen, wie die Trennung von einem prominenten Partner 2022 gezeigt hat.
Was den Kurs bewegt
Modezyklen. Sportschuhe sind Modeartikel. Trifft eine Produktlinie den Geschmack, steigen Absatz und Marge deutlich – verfehlt sie ihn, bleiben Lager voll.
China. Ein wichtiger Wachstumsmarkt, in dem einheimische Marken wie Anta und Li-Ning zunehmend Anteile gewinnen.
Lagerbestände. Bei Mode ein entscheidender Indikator. Hohe Bestände führen zu Rabatten und damit zu sinkenden Margen.
Gewichtung im DAX
adidas gehört zum Mittelfeld des DAX. Der Streubesitz liegt nahe hundert Prozent, es gibt keinen beherrschenden Aktionär.
Dividende
adidas zahlte über Jahre eine steigende Dividende, setzte sie in der Krisenphase aber weitgehend aus und nahm sie danach wieder auf.
Die Ausschüttung folgt dem Ergebnis – in einem Modegeschäft schwankt sie deshalb stärker als bei Industriewerten. Mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Nike | USA | US6541061031 |
| Puma | Deutschland | DE0006969603 |
| Lululemon | Kanada | US5500211090 |
| On Holding | Schweiz | CH1134540470 |
Nike ist mit deutlichem Abstand Marktführer. Puma sitzt in derselben Stadt und ist aus einer Familienspaltung hervorgegangen. Neue Wettbewerber wie On und Hoka gewinnen im Laufsegment rasch Anteile.
Das Geschäftsmodell im Detail
Adidas entwirft und vermarktet Sportartikel, produziert aber nicht selbst. Die Fertigung übernehmen Auftragshersteller in Asien – der Konzern konzentriert sich auf Design, Marke und Vertrieb.
| Bereich | Anteil | Merkmal |
|---|---|---|
| Schuhe | größter Umsatzträger | Trends entscheiden über Erfolg |
| Bekleidung | zweitgrößter Bereich | stabiler als Schuhe |
| Zubehör | kleiner Anteil | Bälle, Taschen, Ausrüstung |
| Großhandel | Verkauf über Sporthändler | margenschwächer |
| Eigener Vertrieb | Läden und Onlineshop | höhere Marge, direkter Kundenkontakt |
Warum Marken schwanken
Sportartikel sind ein Modegeschäft. Was gestern gefragt war, kann morgen im Lager liegen bleiben – mit entsprechenden Abschriften.
Adidas erlebte das in beide Richtungen: Nach dem Bruch mit einem prominenten Partner blieben unverkäufliche Bestände im Wert von hunderten Millionen Euro liegen. Umgekehrt trugen Retro-Modelle wie der Samba einen Großteil der späteren Erholung.
Für Anleger heißt das: Die Lagerbestände und die Abschriften darauf sind eine der aussagekräftigsten Kennzahlen – sie zeigen, ob die Kollektionen ankommen.
Was den Kurs bewegt
Sportgroßereignisse. Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele treiben Umsatz und Aufmerksamkeit.
Ausrüsterverträge. Der Verlust oder Gewinn einer großen Nationalmannschaft oder Liga bewegt die Marke – und den Kurs.
China. Ein Markt, in dem westliche Sportmarken gegen lokale Anbieter und politische Stimmungen ankämpfen.
Zölle und Lieferketten. Die Produktion in Asien macht den Konzern anfällig für Handelsbeschränkungen und Frachtkosten.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Bemerkung |
|---|---|---|
| Nike | 🇺🇸 USA | Marktführer, deutlich größer |
| Puma | 🇩🇪 Deutschland | in Herzogenaurach gegründet, wie Adidas |
| New Balance | 🇺🇸 USA | wachsender Wettbewerber |
| On | 🇨🇭 Schweiz | Laufschuhe, starkes Wachstum |
| Lululemon | 🇨🇦 Kanada | Sportbekleidung |
Einordnung
adidas ist ein Markenwert, dessen Erfolg an der Frage hängt, ob die Produkte gerade als begehrenswert gelten. Das macht die Aktie schwerer einzuschätzen als Industriewerte mit langfristigen Aufträgen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer sind Lagerbestände und Bruttomarge die aussagekräftigsten Kennzahlen. Sie zeigen, ob Ware zu regulären Preisen verkauft wird oder über Rabatte abfließt.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.