McCormick hat am 1. Oktober 2026 die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und die Erwartungen beim Gewinn klar übertroffen. Die Aktie verlor trotzdem 4,9 Prozent und schloss bei 44,14 Dollar – praktisch auf dem Tief der letzten zwölf Monate. Seit Jahresbeginn hat das Papier 35 Prozent verloren. Für einen Konzern, der seine Dividende seit 40 Jahren ununterbrochen erhöht, ist das eine ungewöhnliche Lage.
Das Wichtigste in Kürze
| Unternehmen | McCormick & Company, Gewürze, Kräuter und Aromen |
| Börsenplatz | New York Stock Exchange, Kürzel MKC |
| ISIN | US5797802064 |
| Geschäftsjahr | endet Ende November |
| Quartalsumsatz | 2,02 Mrd. Dollar, plus 17,4 Prozent |
| davon organisch | plus 1,9 Prozent |
| Bereinigter Gewinn je Aktie | 0,86 Dollar – erwartet waren 0,75 |
| Kurs am 1. Oktober 2026 | 44,14 Dollar, minus 4,9 Prozent |
| Dividendenrendite | rund 4,1 Prozent |
Kursentwicklung der McCormick-Aktie
Die Spanne der letzten 52 Wochen reicht von 43,94 bis 72,41 Dollar. Der Schlusskurs vom 1. Oktober liegt also 20 Cent über dem Jahrestief und 39 Prozent unter dem Hoch.
Die Zahlen zum dritten Quartal
| Kennzahl | Q3 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Nettoumsatz | 2.024,8 Mio. Dollar | plus 17,4 Prozent |
| organisches Wachstum | — | plus 1,9 Prozent |
| Währungseffekt | — | plus 0,9 Prozent |
| Operatives Ergebnis (ausgewiesen) | 217,0 Mio. Dollar | minus 24,8 Prozent |
| Operatives Ergebnis (bereinigt) | 358,5 Mio. Dollar | plus 22,1 Prozent |
| Gewinn je Aktie (ausgewiesen) | 0,36 Dollar | belastet durch 0,50 Dollar Sonderaufwand |
| Gewinn je Aktie (bereinigt) | 0,86 Dollar | Vorjahr 0,85 Dollar |
Die Zahlenreihe erklärt die Kursreaktion. Der Gewinn übertraf die Schätzung von 0,75 Dollar deutlich – gegenüber dem Vorjahresquartal legte er aber nur um einen Cent zu. Das ist keine Gewinnsteigerung, das ist Stagnation mit zu niedrig gesetzter Messlatte.
Der Haken: Das Wachstum ist gekauft
17,4 Prozent Umsatzplus klingen nach einem starken Quartal. Von diesen 17,4 Punkten stammen jedoch 14 Punkte aus der Übernahme von McCormick de Mexico, die am 2. Januar 2026 abgeschlossen wurde. Knapp ein Punkt kommt aus Währungseffekten. Übrig bleiben 1,9 Prozent, die das Unternehmen aus eigener Kraft erwirtschaftet hat.
Das ist nicht per se schlecht – Zukäufe sind ein legitimer Weg zu wachsen. Für die Bewertung ist der Unterschied aber entscheidend: Gekauftes Wachstum muss bezahlt werden und wiederholt sich nicht von selbst. Im nächsten Jahr fällt der Mexiko-Effekt aus der Vergleichsbasis heraus, und dann zeigt sich das wahre Tempo.
| Segment | Umsatz Q3 | gesamt | organisch |
|---|---|---|---|
| Consumer (Endverbraucher) | 1.215 Mio. Dollar | plus 24,9 Prozent | plus 1,1 Prozent |
| Flavor Solutions (Industriekunden) | 809 Mio. Dollar | plus 7,7 Prozent | plus 3,0 Prozent |
Bemerkenswert ist die Umkehrung des gewohnten Bildes: Das Geschäft mit Industriekunden wächst organisch schneller als das Markengeschäft im Supermarktregal. Beim Endverbraucher bleibt mit 1,1 Prozent kaum mehr als die Preiserhöhung übrig – ein Hinweis darauf, wie zurückhaltend Haushalte bei Markenprodukten geworden sind. Wie Preissteigerungen und Kaufzurückhaltung zusammenhängen, steht im Beitrag zur Inflation.
Warum der ausgewiesene Gewinn so niedrig ist
Zwischen 0,86 Dollar bereinigt und 0,36 Dollar ausgewiesen liegen 0,50 Dollar Sonderaufwand. Das ist viel – mehr als der ausgewiesene Gewinn selbst. Beim operativen Ergebnis zeigt sich derselbe Effekt: ausgewiesen minus 24,8 Prozent, bereinigt plus 22,1 Prozent.
Solche Differenzen entstehen typischerweise bei der Integration einer Übernahme. Anleger sollten sie trotzdem nicht einfach wegrechnen: Bereinigte Zahlen zeigen, wie das Geschäft ohne Umbaukosten aussähe – bezahlt werden die Kosten aber tatsächlich, und sie mindern das Geld, das für Dividende und Schuldenabbau bleibt.
Der Ausblick
McCormick hat die Jahresprognose bestätigt – unverändert gegenüber dem Stand von Januar 2026:
| Umsatzwachstum | 13 bis 17 Prozent |
| organisches Wachstum | 1 bis 3 Prozent |
| bereinigtes operatives Ergebnis | plus 16 bis 20 Prozent |
| bereinigter Gewinn je Aktie | plus 2 bis 5 Prozent |
Die Spannung in dieser Tabelle ist offensichtlich: Der Umsatz wächst um bis zu 17 Prozent, das bereinigte operative Ergebnis um bis zu 20 Prozent – beim Gewinn je Aktie bleiben nur 2 bis 5 Prozent übrig. Die Differenz geht an Zinsen für die Finanzierung der Übernahme und an Steuern. Wer eine Firma kauft, kauft auch deren Finanzierungskosten.
Die Dividende: 40 Jahre in Folge
Im Januar 2026 hob McCormick die Quartalsdividende um 7 Prozent an – das 40. Jahr in Folge mit einer Erhöhung. Damit gehört das Unternehmen zu den wenigen Werten, die eine solche Serie vorweisen können. Beim aktuellen Kurs ergibt sich eine Dividendenrendite von rund 4,1 Prozent, was einer Jahresausschüttung von etwa 1,80 Dollar je Aktie entspricht.
Die entscheidende Frage ist die Deckung. Bei einem bereinigten Gewinn von voraussichtlich gut 3,10 Dollar je Aktie liegt die Ausschüttungsquote bei knapp 58 Prozent – das ist tragfähig. Eng wird es erst, wenn das organische Wachstum über Jahre bei 1 bis 2 Prozent bleibt, denn dann wächst die Dividende schneller als der Gewinn, der sie finanziert. Was eine Dividende grundsätzlich aussagt, steht im entsprechenden Beitrag.
Die Bewertung – selbst gerechnet
Ein Hinweis vorweg: Kursportale zeigen für McCormick vielfach noch Kennzahlen auf Basis des Geschäftsjahres 2025. Die folgenden Werte beruhen auf dem Schlusskurs vom 1. Oktober 2026 und auf der bestätigten Jahresprognose.
| Kennzahl | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Börsenwert | rund 11,9 Mrd. Dollar | beide Aktiengattungen zusammen |
| KGV auf 2025 | 14,7 | 44,14 ÷ 3,00 (bereinigt 2025) |
| KGV auf 2026 | rund 14,2 | 44,14 ÷ 3,11 (Prognosemitte) |
| Börsenwert zum Umsatz | rund 1,5 | 11,9 ÷ 7,9 (Umsatz 2026 bei plus 15 Prozent) |
| Dividendenrendite | 4,1 Prozent | 1,80 ÷ 44,14 |
| Ausschüttungsquote | 58 Prozent | 1,80 ÷ 3,11 |
Ein KGV von gut 14 bei 4,1 Prozent Dividendenrendite ist für einen Nahrungsmittelkonzern historisch niedrig. Solche Werte wurden über Jahre mit Aufschlägen gehandelt, weil ihr Geschäft als konjunkturunabhängig gilt. Der Markt zahlt diesen Aufschlag derzeit nicht mehr.
Was für Anleger zählt
Der Kursverfall ist keine Reaktion auf dieses Quartal. Minus 35 Prozent seit Jahresbeginn lassen sich nicht mit einem Gewinn erklären, der die Schätzung übertrifft. Der Markt zweifelt an etwas Grundsätzlicherem: daran, dass Markenprodukte im Supermarkt ihre Preismacht behalten.
Die Eigenmarken sind das Kernrisiko. Wenn Haushalte sparen, greifen sie bei Gewürzen zur günstigeren Handelsmarke. 1,1 Prozent organisches Wachstum im Endverbrauchergeschäft deuten genau darauf hin. Dieses Risiko ist struktureller Natur und verschwindet nicht mit einer besseren Konjunktur.
Die Übernahme muss sich beweisen. McCormick de Mexico liefert kurzfristig Umsatz, kostet aber Zinsen und Integrationsaufwand. Ob der Zukauf werthaltig war, zeigt sich erst, wenn die Sondereffekte auslaufen – realistisch im Geschäftsjahr 2027.
Die Dividende ist das stärkste Argument. 40 Jahre Erhöhungen in Folge sind kein Zufall, und 58 Prozent Ausschüttungsquote lassen Luft. Für Anleger, denen laufende Erträge wichtiger sind als Kursgewinne, ist das der eigentliche Grund, hier hinzusehen.
Das Währungsrisiko kommt hinzu. McCormick bilanziert in Dollar. Für Anleger im Euroraum verändert sich die Rendite mit dem Wechselkurs, unabhängig davon, wie sich das Geschäft entwickelt.
Fazit
McCormick hat ein Quartal geliefert, das besser aussieht als es ist: Das Umsatzplus stammt überwiegend aus einer Übernahme, der bereinigte Gewinn stagniert, und der ausgewiesene Gewinn ist von Sonderaufwand halbiert. Gleichzeitig ist die Aktie so günstig bewertet wie seit Jahren nicht, zahlt 4,1 Prozent Dividende und steht in ihrem 41. Jahr mit Erhöhungen.
Damit ist es ein Wert für Anleger, die laufende Erträge suchen und ein langsames Geschäft aushalten – nicht für solche, die auf eine Kurswende setzen. Die wird es ohne besseres organisches Wachstum nicht geben, und das liegt nicht in der Hand des Managements, sondern im Einkaufsverhalten der Haushalte.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung oder Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar.
Quellen
- McCormick & Company, Investor Relations: Mitteilung zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vom 1. Oktober 2026 – Nettoumsatz, organisches Wachstum, Währungseffekt, operatives Ergebnis ausgewiesen und bereinigt, Ergebnis je Aktie, Segmentzahlen, Beitrag der Übernahme McCormick de Mexico und die bestätigte Jahresprognose
- McCormick & Company: Jahreszahlen 2025 und Prognose 2026 – Vergleichsbasis mit 6.840,3 Mio. Dollar Umsatz und einem bereinigten Ergebnis von 3,00 Dollar je Aktie, Erhöhung der Quartalsdividende um 7 Prozent als 40. Erhöhung in Folge, Abschluss der Übernahme am 2. Januar 2026
- Kursdaten der New York Stock Exchange zum Handelsschluss des 1. Oktober 2026: Schlusskurs 44,14 Dollar, Tagesveränderung minus 4,87 Prozent, Spanne der letzten 52 Wochen 43,94 bis 72,41 Dollar, Börsenwert rund 11,9 Milliarden Dollar, Wertentwicklung seit Jahresbeginn minus 35,3 Prozent
- Sämtliche Bewertungskennzahlen sind aus den genannten Angaben selbst berechnet; die Rechenwege stehen in der Tabelle.
Stand: 1. Oktober 2026, nach US-Börsenschluss. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.