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Nel Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

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Wasserstofftankstelle an einer Fjordstraße in Norwegen in der Dämmerung
Aktie im Porträt

Nel Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Nel ASA aus Oslo entwickelt und fertigt Elektrolyseure, mit denen aus Wasser und erneuerbarem Strom Wasserstoff erzeugt wird. Das Unternehmen gilt als einer der bekanntesten reinen Wasserstoffwerte an europäischen Börsen und ist bei Privatanlegern in Deutschland stark verbreitet. Gleichzeitig steht Nel exemplarisch für die Schwierigkeiten der Branche: Die Umsätze sind zuletzt deutlich gesunken, die Verluste gestiegen.

Unternehmensprofil

UnternehmenNel ASA
ISINNO0010081235
TickersymbolNEL
BörseOslo Børs (Euronext)
BrancheWasserstofftechnologie, Elektrolyseure
SitzOslo, Norwegen
GegründetWurzeln reichen bis 1927 zurück
Mitarbeiter313 (30.06.2026)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Nel verkauft Elektrolyseanlagen an Industrie- und Energiekunden, vor allem in Europa und Nordamerika. Das Geschäft ist in zwei Segmente gegliedert: alkalische Elektrolyseure, gefertigt im norwegischen Herøya, und PEM-Elektrolyseure (Protonenaustauschmembran), produziert in Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut. Das frühere Tankstellengeschäft wurde 2024 abgespalten und erscheint in den Vorjahreszahlen als aufgegebener Geschäftsbereich.

Im Jahr 2025 hat Nel die Produktion alkalischer Anlagen in Herøya vorübergehend gestoppt und Kosten gesenkt. Parallel wurde die Investitionsentscheidung für eine neue druckbeaufschlagte alkalische Plattform getroffen, unterstützt durch eine Förderzusage aus dem EU-Innovationsfonds von bis zu 135 Mio. €. Die PA-Serie wurde am 6. Mai 2026 kommerziell eingeführt. Mit Samsung E&A besteht eine EPC-Kooperation; der koreanische Konzern ist über eine Privatplatzierung von 353 Mio. NOK größter Aktionär.

SegmentUmsatz 2025Umsatz 2024
Alkaline562 Mio. NOK1.009 Mio. NOK
PEM401 Mio. NOK381 Mio. NOK
Umsatz aus Kundenverträgen nach Segmenten.

Zahlen

Mio. NOK202420251. Hj. 2026
Umsatz aus Kundenverträgen1.390963302
Gesamterlöse (inkl. sonstiger Erträge)1.4951.100334
EBITDA−173−275−255
Nettoergebnis (fortgeführte Geschäfte)−258−1.265−332
Auftragseingang9771.126316
Auftragsbestand (Periodenende)1.6141.3191.213
Liquide Mittel (Periodenende)1.8761.6171.328
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Nel ASA, Stand Oktober 2026.

Der hohe Verlust 2025 geht überwiegend auf Wertberichtigungen von 799 Mio. NOK im vierten Quartal zurück, die Nel mit der erwarteten Wirkung neuer Technologiegenerationen auf bestehende Plattformen begründet. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz aus Kundenverträgen bei 153 Mio. NOK, das EBITDA bei −155 Mio. NOK; darin enthalten ist eine Belastung von 70 Mio. NOK aus einem Vergleich mit Iwatani. Der Auftragseingang stieg im Quartal auf 230 Mio. NOK.

Was den Kurs bewegt

  • Aufträge: Größere Bestellungen und finale Investitionsentscheidungen von Wasserstoffprojekten sind der wichtigste Frühindikator. Nel verweist auf mehrere Projekte, die sich einer Investitionsentscheidung nähern.
  • Förderpolitik: Subventionen in Europa und den USA bestimmen maßgeblich, ob Projekte wirtschaftlich umsetzbar sind.
  • Liquidität: Die liquiden Mittel sanken von 1.617 Mio. NOK Ende 2025 auf 1.328 Mio. NOK Ende Juni 2026. Das Tempo des Mittelabflusses wird am Markt genau verfolgt.
  • Management: CEO Håkon Volldal hat seinen Rückzug angekündigt; laut Verwaltungsrat ändert sich an Strategie und Prioritäten nichts.
  • Großaktionär: Samsung E&A hielt Ende 2025 rund 9,1 % der ausstehenden Aktien.
  • Ausblick: Eine konkrete Umsatzprognose gibt Nel nicht. Profitabilität erwartet das Unternehmen erst, wenn der Markt in robustes Wachstum übergeht.

Wettbewerber

Im Elektrolysegeschäft konkurriert Nel unter anderem mit ITM Power (PEM), thyssenkrupp nucera (alkalisch), Siemens Energy, Plug Power und Enapter. Hinzu kommen chinesische Hersteller alkalischer Anlagen, die vor allem über den Preis antreten.

Einordnung

Nel verfügt über zwei etablierte Technologien, eigene Fertigung in Europa und den USA sowie einen weiterhin nennenswerten Kassenbestand. Dem stehen ein Umsatzrückgang von rund 31 % im Jahr 2025, hohe Abschreibungen und ein anhaltend negatives EBITDA gegenüber. Der gestiegene Auftragseingang im zweiten Quartal 2026 und der Marktstart der PA-Serie sind die Punkte, auf die das Unternehmen selbst verweist.

Aus Sicht der Marktteilnehmer hängt die weitere Entwicklung vor allem davon ab, ob sich die Projektpipeline der Branche in feste Aufträge übersetzt und wie lange die vorhandene Liquidität ohne neue Kapitalmaßnahmen reicht. Die Aktie bleibt damit stark von politischen Rahmenbedingungen und der allgemeinen Stimmung gegenüber Wasserstoff abhängig.

Mehr zum Sektor im Überblick Wasserstoff-Aktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.