Salesforce hat das Abonnementmodell für Unternehmenssoftware populär gemacht. Statt Programme zu kaufen und zu installieren, mieten Kunden sie über das Internet – ein Prinzip, das heute selbstverständlich ist.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Salesforce, Inc. |
| ISIN | US79466L3024 |
| WKN | A0B87V |
| Tickersymbol | CRM |
| Börse | New York Stock Exchange |
| Index | Dow Jones, S&P 500 |
| Branche | Unternehmenssoftware |
| Sitz | San Francisco, Kalifornien, USA |
| Gegründet | 1999 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Kernprodukt verwaltet Kundenbeziehungen: Wer wurde wann kontaktiert, welche Angebote laufen, wie entwickelt sich der Vertrieb. Darauf aufbauend kamen Marketing-, Service- und Analysewerkzeuge hinzu.
Die Erlöse sind Abonnements mit mehrjährigen Laufzeiten – planbar und wiederkehrend. Der Auftragsbestand zeigt daher den künftigen Umsatz genauer als bei Unternehmen mit Einzelverkäufen.
Gewachsen ist Salesforce stark durch Zukäufe: Slack, Tableau und MuleSoft wurden für zweistellige Milliardenbeträge übernommen.
Was den Kurs bewegt
Auftragsbestand. Die verlässlichste Kennzahl für künftige Erlöse. Verlangsamt sich sein Wachstum, reagiert der Kurs deutlich.
Margenentwicklung. Nach Jahren des Wachstums um jeden Preis steht nun Profitabilität im Vordergrund – auf Druck aktivistischer Investoren.
Künstliche Intelligenz. Salesforce verkauft KI-Funktionen als Zusatzleistung. Ob Kunden dafür zahlen, ist die offene Frage – ähnlich wie bei Microsoft und SAP.
Gewichtung im Dow Jones
Wegen des hohen Aktienkurses zählt Salesforce zu den schwerer gewichteten Dow-Werten. Das Unternehmen ersetzte 2020 ExxonMobil im Index.
Dividende
Salesforce zahlte jahrzehntelang keine Dividende und führte erst kürzlich eine ein. Die Rendite ist minimal, der Schwerpunkt liegt auf Aktienrückkäufen.
Mehr zur Einordnung steht im Beitrag zur Dividende.
Aktiensplits
| Datum | Verhältnis |
|---|---|
| 21.04.2013 | 4 : 1 |
| 18.03.2006 | 2 : 1 |
Die Aktie wurde zweimal geteilt, zuletzt 2013.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist im Frühjahr |
| Dividendenzahlung | vierteljährlich |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | rund zwei Wochen vor jedem Zahltag |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
Microsoft greift mit Dynamics direkt an und kann Produkte im Paket anbieten. SAP und Oracle konkurrieren im größeren Feld der Unternehmenssoftware, HubSpot bei kleineren Kunden.
Das Geschäftsmodell im Detail
Salesforce verkauft Software für den Umgang mit Kunden – von der Vertriebsverwaltung bis zum Service. Alles läuft im Abonnement über die Cloud, eigene Server braucht der Kunde nicht.
| Bereich | Was dahintersteht |
|---|---|
| Sales Cloud | Vertriebssteuerung und Kundendaten |
| Service Cloud | Kundendienst und Ticketsysteme |
| Marketing und Commerce | Kampagnen und Onlineshops |
| Data Cloud und Tableau | Datenanalyse und Auswertung |
| Slack | Zusammenarbeit im Team |
Das Unternehmen, das die Cloud durchsetzte
Als Salesforce 1999 startete, war der Gedanke neu: Software nicht kaufen und installieren, sondern mieten und im Browser nutzen. Der Konzern wurde damit zum Vorbild für ein ganzes Geschäftsmodell.
Heute ist das Standard – und genau darin liegt die Schwierigkeit. Microsoft, SAP und Oracle bieten Vergleichbares, oft gebündelt mit anderen Produkten.
Salesforce wuchs deshalb lange durch Zukäufe. Das erhöhte den Umsatz, belastete aber die Bilanz und führte zu Druck von Investoren, stärker auf Profitabilität zu achten.
Was den Kurs bewegt
Auftragsbestand. Die verbleibenden Vertragsverpflichtungen zeigen künftige Umsätze.
Operative Marge. Nach Jahren des Wachstums um jeden Preis steht sie im Mittelpunkt.
IT-Budgets. Sparen Unternehmen, verzögern sich Vertragsabschlüsse.
KI-Funktionen. Ob sich Aufpreise dafür durchsetzen lassen, ist die offene Frage der Branche.
Einordnung
Salesforce ist ein Wert im Übergang: vom Wachstumsunternehmen zum profitablen Softwarekonzern. Diese Phase bewertet der Markt oft skeptisch.
Aus Sicht der Marktteilnehmer sind Auftragsbestand und operative Marge entscheidend. Sie zeigen, ob Wachstum und Profitabilität zugleich gelingen.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden. Bei US-Werten besteht zusätzlich ein Währungsrisiko.