Zalando Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell
Zalando verkauft Mode im Internet – und hat sich vom reinen Händler zur Plattform gewandelt, auf der auch andere Anbieter verkaufen. Der Berliner Konzern ist einer der wenigen europäischen Onlinehändler von Größe.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Zalando SE |
| WKN | ZAL111 |
| ISIN | DE000ZAL1111 |
| Tickersymbol | ZAL |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 39 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Onlinehandel, Mode |
| Sitz | Berlin, Deutschland |
| Gegründet | 2008 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Zalando verkauft Mode online und betreibt dabei zwei unterschiedliche Modelle nebeneinander.
| Modell | Wie es funktioniert | Merkmal |
|---|---|---|
| Eigenhandel | Zalando kauft Ware ein und verkauft sie | höherer Umsatz, Lagerrisiko |
| Partnerprogramm | Marken verkaufen über die Plattform | Provision, kein Warenrisiko |
| Logistikdienste | Abwicklung für Partner | wiederkehrende Erlöse |
| Lounge | Verkauf von Restposten | Abverkaufskanal |
Der Anteil des Partnergeschäfts wächst gezielt. Es bindet kein Kapital in Beständen und ist margenstärker – dafür fällt der ausgewiesene Umsatz niedriger aus, weil nur die Provision zählt.
Das Retourenproblem
Im Modehandel werden je nach Kategorie bis zur Hälfte der bestellten Artikel zurückgeschickt. Jede Rücksendung kostet Versand, Prüfung und Wiedereinlagerung.
Diese Quote ist die wichtigste Stellschraube der Profitabilität. Zalando arbeitet mit Größenberatung und Anprobehilfen daran, sie zu senken – ein Prozentpunkt weniger Retouren wirkt sich unmittelbar auf das Ergebnis aus.
Für Anleger ist das der Kern: Umsatzwachstum allein sagt bei einem Onlinehändler wenig aus, solange die Kosten je Bestellung nicht sinken.
Was den Kurs bewegt
Konsumklima. Mode ist verzichtbar. In Abschwüngen sparen Verbraucher zuerst an Kleidung – der Umsatz reagiert unmittelbar.
Der Plattformanteil. Je größer der Anteil des Partnergeschäfts, desto besser die Marge. Fortschritte hier bewegen den Kurs stärker als Umsatzwachstum.
Wettbewerbsdruck aus Asien. Anbieter wie Shein und Temu greifen den Markt über sehr niedrige Preise an. Das betrifft weniger das Premiumsegment, verschiebt aber die Erwartungen der Kunden an Preise und Lieferzeiten.
Marketingkosten. Kundengewinnung über Anzeigen ist teuer und belastet die Marge.
Profitabilität statt Wachstum. Seit der Strategiewende bewertet der Markt Ergebnis und Mittelzufluss höher als reines Umsatzwachstum.
Gewichtung im DAX
Zalando gehört zu den kleineren DAX-Mitgliedern. Die Gründer und frühe Investoren halten noch Anteile, der Streubesitz ist aber hoch.
Dividende
Zalando zahlt keine Dividende. Gewinne fließen in Logistik, Technik und den Ausbau der Plattform; zusätzlich kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück.
Für ertragsorientierte Anleger scheidet der Wert damit aus. Warum Rückkäufe einer Ausschüttung wirtschaftlich ähneln, steht im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Amazon | USA | US0231351067 |
| ASOS | Großbritannien | GB0031638363 |
| About You | Deutschland | DE000A3CNK42 |
| Inditex (Zara) | Spanien | ES0148396007 |
Amazon ist der größte Wettbewerber, auch wenn Mode dort nur ein Segment unter vielen ist. About You wurde inzwischen von Zalando übernommen. Inditex zeigt mit Zara, wie stark der stationäre Handel in der Mode bleibt.
Fazit
Zalando ist ein Wert, dessen Bewertung an einer einzigen Frage hängt: Gelingt der Wandel vom Händler zur Plattform?
Aus Sicht der Marktteilnehmer zählt weniger der Umsatz als der Anteil des Partnergeschäfts und das Bruttowarenvolumen. Beide zeigen, ob der Umbau greift – Umsatzwachstum allein kann sogar margenschädlich sein.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.