Nach Smartphone und Smartwatch soll die Brille das nächste große Endgerät werden. Meta hat mit seiner Kamera-Brille einen neuen Markt geschaffen, jetzt steigen Samsung und Google gemeinsam ein. Am 22. Juli 2026 stellte Samsung auf dem Unpacked-Event in London seine KI-Brille vor, der Marktstart ist für den Herbst geplant.
Was die Brille kann
Die Brille hat eine eingebaute Kamera und wird mit dem Smartphone gekoppelt. Sie kann festhalten, was der Träger sieht, Texte auf Whiteboards oder Präsentationsfolien lesen und die wichtigsten Punkte automatisch als Notiz ablegen. Gesteuert wird sie per Sprache, die KI kommt von Googles Gemini.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Chip | Qualcomm Snapdragon AR1 Gen 1 |
| Kamera | ja, für Fotos, Video und Bilderkennung |
| Display | beim ersten Modell keines |
| KI | Google Gemini |
| Design | gemeinsam mit Gentle Monster und Warby Parker |
| Preis laut Branchenberichten | zwischen 379 und 499 Euro |
Das Einstiegsmodell verzichtet bewusst auf einen Bildschirm im Glas. Informationen kommen über Lautsprecher, Bilder landen auf dem Smartphone. Eine Version mit eingebautem Display soll später folgen.
Der Markt
Meta dominiert das Segment bislang deutlich: Laut dem Marktforscher IDC lag sein Anteil bei Brillen ohne Display im ersten Quartal 2026 bei knapp 70 Prozent. Mit Samsung und Google tritt nun erstmals ein Gespann an, das Hardware-Erfahrung und KI-Plattform aus einer Hand bietet.
| Anbieter | Stärke |
|---|---|
| Meta | Vorreiter, großer Marktanteil, eigene KI |
| Samsung und Google | Android-Anbindung, Gemini-KI, Uhr und Ring als Steuerung |
| Apple | bislang ohne vergleichbares Produkt |
Die offenen Fragen
Datenschutz. Eine Kamera im Brillengestell filmt nicht nur den Träger, sondern vor allem sein Umfeld. In Deutschland dürfte das rechtliche und gesellschaftliche Debatten auslösen – ähnlich wie vor mehr als zehn Jahren bei Google Glass.
Akkulaufzeit. Kamera und KI-Verarbeitung verbrauchen Energie. Wie lange die Brille im Alltag durchhält, ist entscheidend für ihren Nutzen.
Alltagsnutzen. Frühere Datenbrillen scheiterten weniger an der Technik als daran, dass sie keine Aufgabe besser lösten als das Smartphone.
Was das für Anleger bedeutet
Für die Hersteller geht es um die Frage, wer das Endgerät nach dem Smartphone kontrolliert. Wer dort früh Marktanteile gewinnt, kontrolliert auch den Zugang zu KI-Diensten und Werbung.
Profitieren könnten zudem Zulieferer: Chiphersteller wie Qualcomm, Displayhersteller und Brillenfirmen. Auch der französisch-italienische Brillenkonzern EssilorLuxottica ist in diesem Markt aktiv – als Partner von Meta.
Fazit
KI-Brillen sind der ernsthafteste Versuch seit Jahren, eine neue Gerätekategorie zu etablieren. Ob sie das Smartphone ergänzen oder eines Tages ersetzen, ist offen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer sind die Verkaufszahlen im ersten Weihnachtsgeschäft der wichtigste Indikator. Sie zeigen, ob KI-Brillen über die Technikbegeisterten hinaus Käufer finden.
Stand: 21. September 2026. Angaben nach Herstellerinformationen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.