Xtrackers: Die ETF-Marke der DWS im Profil

Xtrackers ist die ETF-Marke der DWS und mit rund 300 Milliarden Euro der zweitgrößte Anbieter in Europa. Für deutsche Anleger ist sie oft die günstigste Alternative zu den amerikanischen Marktführern.

Das Profil auf einen Blick

Gehört zuDWS
Gegründet2007
Verwaltetes Vermögenrund 300 Milliarden Euro
Position in Europazweitgrößter ETF-Anbieter
Fondsdomizilüberwiegend Irland und Luxemburg
Typische Kosten0,07 bis 0,50 Prozent im Jahr
Besonderheitfrüher Schwerpunkt auf synthetischer Abbildung
Heuteüberwiegend physisch abbildende Produkte

Vom Swap-Spezialisten zum Standardanbieter

Xtrackers startete 2007 mit synthetisch abbildenden ETFs. Diese bilden einen Index nicht durch Kauf der Werte ab, sondern über ein Tauschgeschäft mit einer Bank.

Das Verfahren hat Vorteile bei schwer zugänglichen Märkten und bei der Steuerbehandlung amerikanischer Dividenden. Nach der Finanzkrise stieß es bei Anlegern allerdings auf Skepsis, weil ein Vertragspartner beteiligt ist.

Das Haus stellte daraufhin den Großteil der Palette auf physische Abbildung um. Heute unterscheiden sich die Produkte in dieser Hinsicht kaum noch von der Konkurrenz – mit Ausnahme einiger Spezialfonds, bei denen die synthetische Variante sinnvoll bleibt.

Physisch oder synthetisch

Der Unterschied betrifft die Frage, wie ein ETF seinen Index nachbildet. Beide Verfahren sind zugelassen und funktionieren, tragen aber unterschiedliche Risiken.

MerkmalPhysischSynthetisch
Vorgehendie Indexwerte werden gekauftTauschgeschäft mit einer Bank
TransparenzBestände einsehbarSicherheitenkorb statt Originalwerte
ZusatzrisikoWertpapierleiheAusfall des Tauschpartners
AbsicherungSicherheiten bei LeiheSicherheiten beim Tauschgeschäft
Vorteileinfach nachvollziehbarpräzisere Abbildung, Steuervorteile bei US-Werten

Bei synthetischen Produkten ist das Ausfallrisiko des Tauschpartners gesetzlich begrenzt und durch hinterlegte Sicherheiten gedeckt. Ein Totalverlust ist damit sehr unwahrscheinlich, das Konstrukt bleibt aber erklärungsbedürftig.

Für Standardindizes greifen die meisten Anleger heute zur physischen Variante. Bei Märkten mit Zugangsbeschränkungen oder bei Rohstoffindizes bleibt die synthetische Abbildung die praktikablere Lösung.

Die bekanntesten ETFs

BereichAbgebildeter MarktTypische Kosten
Welt-ETFAktien aus Industrieländern0,12 bis 0,19 Prozent
Vereinigte Staatenbreiter US-Markt0,07 bis 0,15 Prozent
Europaeuropäische Standardwerte0,07 bis 0,20 Prozent
Schwellenländeraufstrebende Volkswirtschaften0,18 bis 0,25 Prozent
Deutschlanddeutscher Leitindex0,08 bis 0,15 Prozent
AnleihenStaats- und Unternehmensanleihen0,06 bis 0,20 Prozent
Geldmarktkurz laufende Papiere0,10 bis 0,15 Prozent

Bei mehreren Standardindizes gehört Xtrackers zu den günstigsten Anbietern in Europa – ein Ergebnis des Preiswettbewerbs, in dem die Gebühren seit Jahren fallen.

Die Entwicklung des Anbieters

JahrSchritt
2007Start der ETF-Marke innerhalb der Deutschen Bank
2013Beginn der Umstellung von synthetischer auf physische Abbildung
2018Übergang zur börsennotierten DWS
2020er-Jahremehrfache Senkung der Gebühren bei Standardindizes
heuterund 300 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen

Die Umstellung auf physische Abbildung war eine Reaktion auf Anlegerbedenken nach der Finanzkrise. Sie hat die Marke im Massengeschäft konkurrenzfähig gemacht.

Die Gebührensenkungen der vergangenen Jahre folgen demselben Muster wie bei allen großen Anbietern: Wer im Standardgeschäft mithalten will, muss beim Preis mitgehen – zum Vorteil der Anleger.

Für wen sich die Marke eignet

Für Anleger, die ein einfaches Depot aus wenigen Standardindizes aufbauen wollen, gehört Xtrackers regelmäßig zu den günstigsten Optionen.

Wer dagegen Nischen abbilden möchte – einzelne Branchen, Rohstoffe, Faktorstrategien – findet bei den größeren internationalen Anbietern mehr Auswahl.

Häufige Fragen

Wem gehört Xtrackers?

Der DWS, die wiederum mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört. Ein Profil des Mutterhauses findet sich unter DWS.

Sind Xtrackers-ETFs günstiger als iShares?

Bei mehreren Standardindizes ja, bei anderen nicht. Die Unterschiede liegen im Bereich weniger Hundertstel – ein Vergleich vor dem Kauf lohnt. Ein Profil des Wettbewerbers findet sich unter iShares.

Wo werden die ETFs gehandelt?

An den deutschen Börsen sowie über die außerbörslichen Handelsplätze der Broker. Sparpläne sind bei den meisten Anbietern verfügbar.

Was bedeutet 1C oder 1D im Namen?

Die Kürzel stehen für thesaurierend beziehungsweise ausschüttend. Bei thesaurierenden Produkten fällt jährlich die Vorabpauschale an.

Gibt es Xtrackers-Sparpläne?

Ja, bei praktisch allen Direktbanken und Neobrokern. Häufig sind einzelne Produkte zeitweise kostenlos besparbar – eine Aktion, die sich regelmäßig ändert.

Worauf bei der Auswahl zu achten ist

Die Marke allein sagt wenig. Vier Angaben entscheiden, ob ein Produkt passt.

Laufende Kosten. Der wichtigste Faktor, weil er jedes Jahr anfällt. Bei Standardindizes sollten sie unter 0,20 Prozent liegen.

Fondsvolumen. Produkte unter etwa 100 Millionen Euro tragen ein Schließungsrisiko. Der Verkauf wird dann steuerlich wirksam, auch wenn man eigentlich halten wollte.

Abbildungsqualität. Die tatsächliche Abweichung zur Indexentwicklung über mehrere Jahre sagt mehr aus als die ausgewiesene Kostenquote.

Ertragsverwendung. Thesaurierend für den Vermögensaufbau, ausschüttend für laufende Erträge – beides mit denselben steuerlichen Folgen, nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Einordnung

Xtrackers steht für einen Wandel, der die ganze Branche betrifft: Ein deutscher Anbieter, der als Spezialist für komplexe Konstruktionen begann, ist heute im Massengeschäft mit einfachen Indexprodukten angekommen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Marke vor allem eine Preisalternative. Wer einen Weltindex bespart, findet bei mehreren Anbietern nahezu identische Produkte – entscheidend sind Kosten, Fondsvolumen und Abbildungsqualität, nicht der Name. Die Auswahlkriterien beschreibt der Beitrag Was ist ein ETF.

Die Rolle im europäischen Markt

Der europäische ETF-Markt wird von wenigen Anbietern getragen. Xtrackers steht dort an zweiter Stelle, mit deutlichem Abstand zum Marktführer.

AnbieterPosition in EuropaBesonderheit
iSharesMarktführergrößte Auswahl, höchste Handelsvolumen
Xtrackerszweiter Platzgünstige Standardindizes, deutscher Anbieter
Amundidritter Platzgrößter europäischer Vermögensverwalter
VanguardwachsendPreisführer bei mehreren Indizes
InvescoNischenRohstoffe, Technologie, synthetische Produkte

Für Anleger bedeutet die Konzentration vor allem eines: enge Geld-Brief-Spannen bei den großen Produkten. Je höher das Handelsvolumen, desto geringer der Aufschlag beim Kauf.

Bei kleinen oder jungen ETFs fällt dieser Unterschied ins Gewicht. Ein Produkt mit geringem Volumen kann zudem geschlossen werden – dann wird ausgezahlt und der Verkauf steuerlich wirksam.

Steuerliche Behandlung

Für alle in Deutschland angebotenen ETFs gilt dasselbe Verfahren: Abgeltungsteuer auf Erträge, Teilfreistellung je nach Aktienanteil und bei thesaurierenden Produkten die jährliche Vorabpauschale.

Der Fondssitz spielt dabei keine Rolle mehr. Er wirkt sich nur mittelbar aus, über die Quellensteuer auf ausländische Dividenden innerhalb des Fonds.

Die Handelsplätze

ETFs werden an Börsen gehandelt, in Deutschland vor allem über das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse und über außerbörsliche Plätze der Broker.

Für Anleger zählt vor allem die Handelszeit: Während der Haupthandelszeiten sind die Spannen zwischen An- und Verkaufskurs am engsten. In den Randzeiten, etwa früh morgens oder spät abends, fallen sie spürbar weiter aus.

Wer eine größere Summe anlegt, sollte deshalb während der regulären Börsenzeiten kaufen – ein Detail, das bei Sparplänen entfällt, weil diese zu festen Zeitpunkten ausgeführt werden. Eine Übersicht bietet der Beitrag zu den Handelszeiten.

Quellen

  • Xtrackers – Produktdaten und Kosten
  • DWS Group – Unternehmensangaben
  • Basisinformationsblätter der genannten ETFs

Stand: 27. September 2026. Kostenangaben sind Richtwerte je Produkt. Keine Anlageberatung.

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