Anleihen: Renditen, Arten und alles Wichtige auf einen Blick
Wie Anleihen funktionieren, was sie heute abwerfen und welche Art zu welchem Ziel passt – kompakt erklärt, mit Rechner und allen FNE-Artikeln zum Rentenmarkt.
Renditen von Staatsanleihen
Zehn- und zweijährige Papiere sind der Maßstab für das Zinsniveau. Der Abstand zwischen Deutschland und Italien zeigt, wie viel Vertrauen der Markt in den Euroraum hat.
Renditen in Prozent p. a., bereitgestellt von TradingView, ggf. zeitverzögert. Was die Form der Kurve verrät: Zinsstrukturkurve · Länder im Detail: Länder im Finanzvergleich
Anleihen in 60 Sekunden
Eine Anleihe ist ein Kredit, den Sie einem Staat, einer Bank oder einem Unternehmen geben. Vier Begriffe genügen, um jede Anleihe zu lesen.
Nennwert
Der Betrag, den Sie am Ende zurückbekommen – meist 1.000 Euro je Stück.
Kupon
Der feste Jahreszins auf den Nennwert. 3 % Kupon heißt 30 Euro pro 1.000 Euro und Jahr.
Kurs
Der Börsenpreis in Prozent des Nennwerts. Steigen die Marktzinsen, fällt er – und umgekehrt.
Rendite
Ihr tatsächlicher Ertrag pro Jahr – aus Kupon, Kaufkurs und Restlaufzeit zusammen.
Die vier Begriffe im Detail: Nennwert · Kupon · Anleihekurs · Rendite
Rendite-Rechner: Was bringt eine Anleihe wirklich?
Schieben Sie die Regler und sehen Sie, wie Kurs und Laufzeit die Rendite verändern – und wie stark der Kurs auf steigende Zinsen reagiert.
Vereinfachte Rechnung mit jährlicher Zinszahlung, ohne Gebühren, Stückzinsen und Steuern. Ersetzt keine Beratung. Wie Sie Anleihen konkret kaufen: Anleihen kaufen.
Die Anleihearten im Vergleich
Vom Bund bis zum Mittelständler: Wer mehr Rendite will, trägt mehr Risiko. Die Balken zeigen die grobe Einordnung.
Bundesanleihen
Der Maßstab für alle Euro-Zinsen. Höchste Bonität, dafür die niedrigste Rendite am Markt.
Pfandbriefe
Doppelt abgesichert durch Bank und Deckungsstock. Etwas mehr Rendite als der Bund, seit 1769 ohne Ausfall.
Staatsanleihen
Von der Schweiz bis Italien: Gleiche Anlageklasse, sehr unterschiedliche Bonität – und entsprechend unterschiedliche Zinsen.
Unternehmensanleihen
Mehr Zins als Ausgleich dafür, dass Unternehmen insolvent werden können. Entscheidend ist der Risikoaufschlag.
Wandelanleihen
Anleihe mit Umtauschrecht in Aktien. Niedrigerer Kupon, dafür Chance auf Kursgewinne der Aktie.
Bundesschatzbriefe
Seit 2013 nicht mehr erhältlich. Was sie besonders machte und welche Alternativen es heute gibt.
Wie viel mehr Zins gibt es für mehr Risiko?
Typischer Aufschlag (Spread) gegenüber Bundesanleihen gleicher Laufzeit. Die Werte sind Richtwerte und weiten sich in Krisen schnell aus.
Angaben in Prozentpunkten. Zwischen BBB und BB liegt die wichtigste Grenze des Anleihemarkts – mehr dazu unter Unternehmensanleihen.
Vier Wege zur Anleihe
Einzelpapier oder Fonds? Die Wahl hängt vor allem davon ab, wann Sie das Geld brauchen und wie viel Sie anlegen.
Einzelanleihe
- feste Laufzeit, planbare Rückzahlung
- oft ab 1.000 €, teils 100.000 €
- Klumpenrisiko
Anleihen-ETF
- breit gestreut, auch im Sparplan
- geringe Kosten
- keine feste Endfälligkeit
Rentenfonds
- aktive Auswahl der Schuldner
- höhere laufende Kosten
- Erfolg hängt am Management
Geldmarktfonds
- sehr kurze Laufzeiten, kaum Schwankung
- täglich verfügbar
- Zins folgt dem Leitzins
Für Anleihen brauchen Sie ein Wertpapierdepot. Die Gebühren für Anleihen unterscheiden sich je nach Broker deutlich.
Zinsen, Notenbanken und Inflation
Kein Faktor bewegt Anleihekurse so stark wie die Zinspolitik. Hier finden Sie Termine, Hintergründe und den aktuellen Stand.
Alle FNE-Artikel zu Anleihen
Anleihearten
Fonds, Steuern & Alternativen
Anleihen: Die wichtigsten Fragen
Kann man mit Anleihen Geld verlieren?
Ja, auf zwei Wegen. Fällt der Schuldner aus, droht ein Teil- oder Totalverlust. Und wer vor dem Laufzeitende verkauft, nachdem die Zinsen gestiegen sind, bekommt weniger als er bezahlt hat. Wer eine Anleihe eines zahlungsfähigen Schuldners bis zur Fälligkeit hält, erhält den Nennwert zurück.
Warum fallen Anleihekurse, wenn die Zinsen steigen?
Neue Anleihen bieten dann einen höheren Kupon. Ältere Papiere mit niedrigerem Zins sind nur noch zu einem niedrigeren Preis verkäuflich – so lange, bis ihre Rendite wieder zum Markt passt. Je länger die Restlaufzeit, desto stärker der Effekt.
Was ist der Unterschied zwischen Kupon und Rendite?
Der Kupon ist der feste Zins auf den Nennwert. Die Rendite berücksichtigt zusätzlich, zu welchem Kurs Sie kaufen: Unter 100 Prozent liegt die Rendite über dem Kupon, über 100 Prozent darunter.
Ab welchem Betrag kann ich Anleihen kaufen?
Viele Bundes- und Privatanleger-Anleihen sind ab 1.000 Euro Nennwert handelbar, manche schon ab 100 Euro. Ein großer Teil der Unternehmensanleihen wird dagegen erst ab 100.000 Euro gehandelt. Mit Anleihen-ETFs ist der Einstieg auch per Sparplan möglich.
Wie werden Anleihen versteuert?
Zinsen und realisierte Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag bleibt der Sparerpauschbetrag steuerfrei.
Stand: Oktober 2026. Quellen: Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank, Deutsche Finanzagentur. Kursdaten von TradingView, ggf. zeitverzögert. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung oder Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar.