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Rigetti Computing Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

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Makroaufnahme eines supraleitenden Quantenprozessors mit feinen Golddrähten
Aktie im Porträt

Rigetti Computing Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Rigetti Computing aus Berkeley in Kalifornien entwickelt Quantencomputer auf Basis supraleitender Qubits und fertigt seine Chips in einer eigenen Halbleiterfabrik. Das Unternehmen verkauft Systeme an Forschungseinrichtungen und Behörden und bietet Rechenzeit über die Cloud an. Die Umsätze sind noch klein, doch dank mehrerer Kapitalerhöhungen verfügt Rigetti über ein Finanzpolster von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar.

Unternehmensprofil

UnternehmenRigetti Computing, Inc.
ISINUS76655K1034
TickersymbolRGTI
BörseNasdaq Capital Market
BrancheQuantencomputing (supraleitende Qubits)
SitzBerkeley, Kalifornien (USA)
Mitarbeiter164, davon 162 in Vollzeit (1. März 2026)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Rigetti bietet sogenannte Full-Stack-Quantencomputer an: Chip, Steuerung, Software und Cloud-Zugang kommen aus einer Hand. Die Prozessoren entstehen in der eigenen Fertigung Fab-1 in Fremont, Kalifornien. Kunden können Systeme vor Ort installieren lassen – vom 9-Qubit-Prozessor Novera bis zum 108-Qubit-System – oder über die Plattform Quantum Cloud Services rechnen. Nach eigenen Angaben erreichen Rigettis Systeme Gatterzeiten von 50 bis 70 Nanosekunden, deutlich schneller als Ionenfallen- oder Neutralatom-Rechner.

Technisch setzt Rigetti auf eine Chiplet-Architektur: Mehrere kleinere Chips werden zu einem größeren Prozessor kombiniert. 2025 ging mit Cepheus-1-36Q ein System aus vier 9-Qubit-Chiplets in Betrieb. Für das 108-Qubit-System Cepheus-1-108Q meldete Rigetti im August 2026 eine mittlere Zwei-Qubit-Gatter-Genauigkeit von rund 99,1 Prozent. Als längerfristiges Ziel nennt das Unternehmen Systeme mit rund 1.000 Qubits und rund 99,9 Prozent Zwei-Qubit-Genauigkeit innerhalb von etwa drei Jahren.

Zahlen

Kennzahl20242025Q2 2026
Umsatz10,8 Mio. US-$7,1 Mio. US-$5,1 Mio. US-$
Bruttoergebnis5,7 Mio. US-$2,1 Mio. US-$2,2 Mio. US-$
Operatives Ergebnis−68,5 Mio. US-$−84,7 Mio. US-$−28,1 Mio. US-$
Nettoergebnis−201,0 Mio. US-$−216,2 Mio. US-$−52,6 Mio. US-$
Liquide Mittel und Wertpapiere (Stichtag)217,2 Mio. US-$589,8 Mio. US-$541,3 Mio. US-$
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Rigetti Computing, Stand Oktober 2026.

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 1,8 Mio. US-Dollar deutlich. Die hohen Nettoverluste gehen zu einem großen Teil auf die Neubewertung von Optionsscheinen zurück: 2025 belastete sie das Ergebnis mit 150,6 Mio. US-Dollar, im zweiten Quartal 2026 mit 29,6 Mio. US-Dollar. Rigetti hat nach eigenen Angaben keine Finanzschulden.

Was den Kurs bewegt

  • Kapitalerhöhungen: 2025 nahm Rigetti über At-the-Market-Programme, also den laufenden Verkauf neuer Aktien über die Börse, 346,7 Mio. US-Dollar ein. Hinzu kamen 35 Mio. US-Dollar aus einer Privatplatzierung beim taiwanischen Elektronikkonzern Quanta Computer und 50 Mio. US-Dollar aus Optionsscheinausübungen. Im ersten Halbjahr 2026 gab es keine ATM-Verkäufe. Die Zahl der Aktien lag Ende Juni 2026 bei rund 333,7 Mio.
  • Staatliche Förderung: Im September 2026 schloss Rigetti mit dem US-Handelsministerium eine Vereinbarung über eine Förderung von bis zu 100 Mio. US-Dollar aus dem CHIPS-Programm. Die Auszahlung erfolgt in Tranchen und ist an Meilensteine gebunden. Im Gegenzug erhält das Ministerium 7.739.938 Rigetti-Aktien.
  • Aufträge: Einzelne Systemverkäufe bewegen den Umsatz stark, etwa ein Auftrag des indischen Forschungszentrums C-DAC über rund 8,4 Mio. US-Dollar für ein 108-Qubit-System sowie Novera-Bestellungen über zusammen rund 5,7 Mio. US-Dollar.
  • Technische Fortschritte: Ob Rigetti die angestrebte Genauigkeit von 99,5 Prozent beim 108-Qubit-System und die längerfristigen Skalierungsziele erreicht, gilt als wichtiger Gradmesser.
  • Abhängigkeit vom öffentlichen Sektor: Laut Geschäftsbericht hängt ein erheblicher Teil des Umsatzes von Verträgen mit staatlichen Stellen ab.

Wettbewerber

Supraleitende Qubits nutzen auch IBM und Alphabet mit Google Quantum AI sowie D-Wave Quantum, das neben Annealing-Rechnern inzwischen auch Gate-Modell-Systeme entwickelt. Mit Ionenfallen tritt IonQ an, photonische Ansätze verfolgt Quantum Computing Inc. Hinzu kommen Microsoft mit eigener Quantenforschung und Nvidia als Anbieter von Software und Hardware für hybride Quanten-Rechenumgebungen.

Einordnung

Rigetti ist operativ ein kleines Unternehmen: Der Umsatz ging 2025 auf 7,1 Mio. US-Dollar zurück, und dem stand ein operativer Verlust von 84,7 Mio. US-Dollar gegenüber. Im ersten Halbjahr 2026 zogen die Erlöse durch Systemverkäufe wieder an. Die Kasse von gut 540 Mio. US-Dollar entspricht einem Mehrfachen des operativen Jahresverlusts, stammt aber im Wesentlichen aus Aktienverkäufen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer hängt die Bewertung der Aktie weniger an den aktuellen Zahlen als an der Frage, ob Rigetti seine technischen Ziele erreicht und mit Konzernen wie IBM oder Google mithalten kann. Die staatliche Förderung stärkt die Finanzierung, verwässert aber zugleich die Altaktionäre. Kursschwankungen dürften hoch bleiben.

Mehr zum Sektor im Überblick Quantencomputer-Aktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.