Die US-Arbeitsmarktdaten gehören zu den wichtigsten Konjunkturdaten der Welt. Sie zeigen, wie viele Stellen die US-Wirtschaft geschaffen hat, wie hoch die Arbeitslosigkeit ist und wie schnell die Löhne steigen. Weil die US-Notenbank Fed neben stabilen Preisen auch ein hohes Beschäftigungsniveau anstrebt, beeinflussen die Zahlen direkt die Erwartungen an den Fed-Zinsentscheid und damit Aktien, Anleihen und den Dollar.
Der Arbeitsmarktbericht am ersten Freitag
Der monatliche Arbeitsmarktbericht (Employment Situation) des Bureau of Labor Statistics (BLS) erscheint meist am ersten Freitag eines Monats um 8:30 Uhr New Yorker Zeit, in Deutschland um 14:30 Uhr. Er enthält Daten aus zwei Umfragen:
| Kennzahl | Quelle | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Nonfarm Payrolls | Unternehmensbefragung | neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft |
| Arbeitslosenquote | Haushaltsbefragung | Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen |
| Durchschnittliche Stundenlöhne | Unternehmensbefragung | Lohnentwicklung, wichtig für die Inflation |
| Erwerbsquote | Haushaltsbefragung | Anteil der Bevölkerung, die arbeitet oder Arbeit sucht |
Die Unternehmensbefragung stützt sich auf Angaben von gut 100.000 Unternehmen und Behörden, die Haushaltsbefragung auf rund 60.000 Haushalte. Die Vormonate werden regelmäßig revidiert, und diese Korrekturen fallen teils deutlich aus.
Weitere Arbeitsmarktdaten im Monat
| Bericht | Termin (deutsche Zeit) | Inhalt |
|---|---|---|
| Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe | jeden Donnerstag, 14:30 Uhr | neue Anträge der Vorwoche |
| ADP-Beschäftigungsbericht | meist Mittwoch vor dem Arbeitsmarktbericht, 14:15 Uhr | Stellen in der Privatwirtschaft nach Daten des Lohnabrechners ADP |
| JOLTS | Anfang des Monats, 16:00 Uhr | offene Stellen, Einstellungen und Kündigungen |
In den Wochen, in denen die USA und Europa die Uhren unterschiedlich umstellen, erscheinen die Daten eine Stunde früher. Alle Termine stehen im Wirtschaftskalender.
Warum die Börse so stark reagiert
Starke Arbeitsmarktdaten sind nicht automatisch gut für Aktien. Entscheidend ist, was sie für die Zinsen bedeuten. Schafft die Wirtschaft deutlich mehr Stellen als erwartet und steigen die Löhne kräftig, rechnen Anleger mit höheren oder länger hohen Zinsen. Das kann Anleihen und Technologieaktien belasten. Schwache Zahlen schüren dagegen Rezessionsängste, können aber Hoffnungen auf Zinssenkungen wecken. Wichtig ist deshalb immer der Vergleich mit der Prognose der Volkswirte.
Worauf Anleger achten sollten
- Abweichung von der Prognose ist wichtiger als die absolute Zahl.
- Revisionen der Vormonate können das Bild drehen.
- Löhne: Ein starker Anstieg der Stundenlöhne spricht für anhaltenden Inflationsdruck.
- Volatilität: In den Minuten nach der Veröffentlichung schwanken Kurse stark, Spreads und Slippage steigen.
Fazit
Die US-Arbeitsmarktdaten sind ein zentraler Taktgeber für die Geldpolitik der Fed und damit für die Weltbörsen. Wer US-Aktien, Anleihen oder Devisen handelt, sollte den ersten Freitag im Monat um 14:30 Uhr deutscher Zeit fest im Kalender haben.
Fragen und Antworten
Wann kommen die US-Arbeitsmarktdaten?
Der Arbeitsmarktbericht erscheint meist am ersten Freitag des Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Die Erstanträge kommen jeden Donnerstag um 14:30 Uhr.
Was sind Nonfarm Payrolls?
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA außerhalb der Landwirtschaft, ermittelt durch eine Befragung von Unternehmen und Behörden.
Warum fallen Aktien manchmal bei guten Arbeitsmarktdaten?
Weil ein starker Arbeitsmarkt höhere Zinsen wahrscheinlicher macht, was Aktienbewertungen belastet.
Wer veröffentlicht die US-Arbeitsmarktdaten?
Das Bureau of Labor Statistics, eine Behörde des US-Arbeitsministeriums. Die Erstanträge kommen vom Arbeitsministerium selbst.
Quellen
- U.S. Bureau of Labor Statistics, Employment Situation – bls.gov
- U.S. Department of Labor, Unemployment Insurance Weekly Claims – dol.gov
- Federal Reserve, Geldpolitik – federalreserve.gov
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.