Days Payables Outstanding, kurz DPO, auf Deutsch Kreditorenlaufzeit oder Lieferantenziel, gibt an, wie viele Tage ein Unternehmen im Durchschnitt braucht, um seine Rechnungen bei Lieferanten zu bezahlen. Die Kennzahl ist ein Baustein des Cash Conversion Cycle und zeigt, wie stark ein Unternehmen seine Lieferanten zur Finanzierung nutzt.
Die Formel
DPO = Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ÷ Umsatzkosten × 365
Statt der Umsatzkosten (COGS) wird manchmal der Materialaufwand oder das Einkaufsvolumen verwendet. Für die Verbindlichkeiten bietet sich der Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand des Jahres an, um saisonale Ausschläge zu glätten.
Ein Beispiel
Ein Unternehmen hat Umsatzkosten von 730 Millionen Euro im Jahr und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten von 120 Millionen Euro. Der DPO beträgt 120 ÷ 730 × 365 = 60 Tage. Das Unternehmen bezahlt seine Lieferanten also im Schnitt nach zwei Monaten.
Was ein hoher oder niedriger DPO bedeutet
| DPO | Mögliche Deutung |
|---|---|
| hoch | starke Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten, mehr Geld bleibt im Unternehmen, oder Zahlungsschwierigkeiten |
| niedrig | schnelle Zahlung, eventuell um Skonto zu nutzen, oder geringe Verhandlungsmacht |
Ein hoher DPO ist zunächst positiv, weil das Unternehmen das Geld länger behält. Große Händler und Konzerne nutzen ihre Marktmacht, um lange Zahlungsziele durchzusetzen. Steigt der Wert aber plötzlich stark an, kann das auch bedeuten, dass das Unternehmen Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlen kann.
DPO im Zusammenspiel mit DSO und DIO
- DSO (Days Sales Outstanding): Wie lange Kunden für die Zahlung brauchen.
- DIO (Days Inventory Outstanding): Wie lange Ware im Lager liegt.
- Cash Conversion Cycle = DIO + DSO − DPO: Je höher der DPO, desto kürzer der Zyklus und desto weniger Kapital ist gebunden.
Skonto und Lieferantenkredit
Viele Lieferanten gewähren Skonto, etwa 2 Prozent Nachlass bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen statt 30 Tagen. Wer das Skonto nicht nutzt, finanziert sich faktisch über einen sehr teuren Kredit: Umgerechnet entspricht der Verzicht auf 2 Prozent für 20 Tage einem Jahreszins von über 36 Prozent. Ein niedriger DPO kann deshalb auch ein Zeichen guter Finanzführung sein.
Fazit
Der DPO zeigt, wie lange ein Unternehmen seine Lieferanten warten lässt. Ein hoher Wert schont die Liquidität und verbessert den Free Cashflow, sollte aber zur Branche passen und nicht auf Zahlungsprobleme hindeuten.
Fragen und Antworten
Was bedeutet Days Payables Outstanding?
Die durchschnittliche Zahl der Tage, bis ein Unternehmen seine Lieferanten bezahlt.
Wie berechnet man den DPO?
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geteilt durch die Umsatzkosten, mal 365.
Ist ein hoher DPO gut?
Meist ja, weil Geld länger im Unternehmen bleibt. Ein plötzlicher starker Anstieg kann aber auf Zahlungsprobleme hindeuten.
Was ist der Unterschied zwischen DPO und DSO?
DPO misst die Zahlungsdauer gegenüber Lieferanten, DSO die Zahlungsdauer der eigenen Kunden.
Quellen
- U.S. Securities and Exchange Commission, Beginners’ Guide to Financial Statements – sec.gov
- Handelsgesetzbuch § 266 Gliederung der Bilanz – gesetze-im-internet.de
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.