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Devisen: Die wichtigsten Währungspaare im Überblick

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Handelsraum mit Kursbildschirmen für Währungspaare

Devisen sind Guthaben in fremder Währung – und der größte Markt der Welt. Hier finden Sie die Kursverläufe der wichtigsten Währungspaare sowie Erklärungen dazu, was sie bewegt.

Die wichtigsten Währungspaare

Euro / US-Dollar

Euro / Schweizer Franken

Euro / Britisches Pfund

Euro / Japanischer Yen

Euro / Polnischer Zloty

US-Dollar / Japanischer Yen

Alle Hauptwährungen im Vergleich

Die Matrix zeigt jede Währung gegen jede andere in Echtzeit. Ablesen von links nach rechts: In der Zeile Euro steht, wie viel eine Einheit der jeweiligen Spaltenwährung kostet.

Alle Währungspaare im Überblick

Zu jedem Paar gibt es eine eigene Seite mit Chart, Umrechnungstabelle und den Faktoren, die den Kurs bewegen.

WährungspaarKürzelBesonderheit
Euro – US-DollarEUR/USDmeistgehandeltes Paar der Welt
Euro – Schweizer FrankenEUR/CHFFranken als sicherer Hafen
Euro – Britisches PfundEUR/GBPgeprägt vom EU-Austritt
Euro – Japanischer YenEUR/JPYNullzinspolitik in Japan
Euro – Australischer DollarEUR/AUDRohstoffwährung, China-Abhängigkeit
Euro – Polnischer ZlotyEUR/PLNwichtig für Grenzregionen
Euro – Türkische LiraEUR/TRYstarke Abwertung durch Inflation
US-Dollar – Japanischer YenUSD/JPYGrundlage des Carry Trade
US-Dollar – Schweizer FrankenUSD/CHFzwei sichere Häfen im Vergleich
Britisches Pfund – US-DollarGBP/USDan den Märkten Cable genannt

Wie ein Währungspaar zu lesen ist

Ein Kurs von 1,08 bei EUR/USD bedeutet: Für einen Euro bekommen Sie 1,08 US-Dollar. Die erste Währung ist die Basis, die zweite gibt an, womit bezahlt wird.

Steigt der Kurs, wird der Euro stärker – man erhält mehr Dollar für denselben Betrag. Fällt er, ist es umgekehrt. Wer in die andere Richtung rechnen will, teilt: Bei 1,08 kostet ein Dollar rund 0,93 Euro.

Was Wechselkurse bewegt

  • Zinsdifferenzen. Wo es mehr Zinsen gibt, fließt Kapital hin. Deshalb reagieren Währungen stark auf Entscheidungen der Notenbanken – siehe Leitzins.
  • Inflation. Steigende Preise entwerten eine Währung im Vergleich zu stabileren, wie im Beitrag zur Inflation beschrieben.
  • Handelsbilanz. Ein Land, das mehr exportiert als importiert, stützt seine Währung.
  • Sicherer Hafen. In Krisen fließt Geld in als stabil geltende Währungen, klassisch in den Franken und den Dollar.

Was das für Anleger bedeutet

Wer in einen weltweit gestreuten Index investiert, trägt automatisch Währungsrisiko – rund 72 Prozent des MSCI World entfallen auf US-Werte und damit auf den Dollar.

Über lange Zeiträume gleichen sich Währungsschwankungen weitgehend aus. Auf Sicht von Monaten können sie die Rendite jedoch spürbar verändern – nach oben wie nach unten. Was das für die Berechnung bedeutet, steht im Beitrag zur Rendite.

Der größte Markt der Welt

Am Devisenmarkt werden täglich Beträge umgesetzt, die alle Aktienbörsen zusammen weit übertreffen. Gehandelt wird nicht an einer zentralen Börse, sondern zwischen Banken, Fonds, Unternehmen und Notenbanken – rund um die Uhr an fünf Tagen der Woche.

MerkmalDevisenmarktAktienbörse
Handelszeitdurchgehend von Montag bis Freitagfeste Börsenzeiten
Handelsplatzdezentral zwischen Bankenzentrale Börse
Aufsichtuneinheitlich, je nach Landstreng reguliert
TeilnehmerBanken, Konzerne, Notenbankenbreites Publikum
Preisbildungfortlaufend, weltweitan der jeweiligen Börse

Weil kein zentraler Handelsplatz existiert, gibt es keinen amtlichen Kurs. Was angezeigt wird, ist der Preis, zu dem große Marktteilnehmer gerade handeln – bei den wichtigsten Paaren weichen die Angebote nur minimal voneinander ab.

Wie Wechselkurse entstehen

Vier Kräfte bestimmen mittel- und langfristig, wohin sich ein Kurs bewegt.

FaktorWirkung
Zinsunterschiedehöhere Zinsen ziehen Kapital an und stärken die Währung
Inflationhöhere Teuerung schwächt eine Währung über die Zeit
HandelsbilanzÜberschüsse stützen, Defizite belasten
Politische LageUnsicherheit treibt Anleger in als sicher geltende Währungen

Kurzfristig dominieren die Zinsen. Kündigt eine Notenbank Erhöhungen an, wertet die Währung meist schon vor der Entscheidung auf – gehandelt werden Erwartungen, nicht Tatsachen. Hintergründe im Beitrag zum Leitzins.

Über Jahrzehnte setzt sich dagegen die Kaufkraft durch: Währungen von Ländern mit dauerhaft hoher Inflation verlieren gegenüber stabileren Währungen an Wert.

Was das für Anleger bedeutet

Die meisten Privatanleger handeln keine Devisen – sind aber trotzdem betroffen, oft ohne es zu merken.

Bei ausländischen Aktien und ETFs. Wer einen Weltindex bespart, hält überwiegend amerikanische Werte. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, mindert das die Rendite in Euro – und umgekehrt.

Die Fondswährung ändert daran nichts. Ein in Euro notierter ETF auf amerikanische Aktien trägt dasselbe Währungsrisiko wie einer in Dollar. Entscheidend ist, worin die enthaltenen Unternehmen wirtschaften, nicht die Anzeigewährung.

Währungsgesicherte Varianten nehmen dieses Risiko heraus, kosten aber Gebühr und verlieren an Rendite, wenn die Zinsen im Ausland höher liegen. Für langfristige Aktienanlagen raten die meisten Fachleute davon ab, weil sich Währungsschwankungen über Jahrzehnte weitgehend ausgleichen.

Bei Anleihen ist die Rechnung anders. Dort können Wechselkursbewegungen die Zinserträge übersteigen – für den Sicherheitsbaustein im Depot empfiehlt sich deshalb die Euro-Variante, wie im Beitrag zu Rentenfonds beschrieben.

Devisenhandel als Spekulation

Neben der Absicherung gibt es den spekulativen Handel, meist über Hebelprodukte. Anbieter werben mit hohen Gewinnchancen bei geringem Einsatz.

MerkmalAuswirkung
Hebelkleine Kursbewegungen erzeugen große Gewinne und Verluste
Nachschusspflichtin der EU für Privatanleger ausgeschlossen
Hebelbegrenzungbei Hauptwährungen auf 30:1 begrenzt
KostenSpanne zwischen An- und Verkaufskurs plus Finanzierungskosten
Erfolgsquotedie Mehrheit der Privatkonten verliert Geld

Anbieter müssen den Anteil verlierender Kundenkonten ausweisen. Die Werte liegen regelmäßig zwischen 70 und 80 Prozent – eine Zahl, die für sich spricht.

Für den Vermögensaufbau ist dieser Weg ungeeignet. Wer Währungen als Anlageklasse nutzen möchte, tut das über die natürliche Streuung eines weltweiten Aktiendepots.

Die wichtigsten Währungen im Überblick

WährungLand oder RaumBesonderheit
Euro🇪🇺 Euroraumzweitwichtigste Reservewährung der Welt
US-Dollar🇺🇸 USALeitwährung im Welthandel und bei Rohstoffen
Japanischer Yen🇯🇵 Japangilt in Krisen als sicherer Hafen
Britisches Pfund🇬🇧 Großbritannienälteste noch gehandelte Währung
Schweizer Franken🇨🇭 Schweizklassische Fluchtwährung, Details im Finanzprofil
Kanadischer Dollar🇨🇦 Kanadafolgt stark dem Ölpreis
Australischer Dollar🇦🇺 Australienabhängig von Rohstoffen und China
Chinesischer Yuan🇨🇳 Chinanicht frei handelbar, staatlich gesteuert

Der Dollar nimmt eine Sonderstellung ein: Ein erheblicher Teil des Welthandels wird in ihm abgerechnet, Rohstoffe fast ausschließlich. Das schafft eine Nachfrage, die unabhängig von der amerikanischen Wirtschaftslage besteht.

Franken und Yen gelten als Fluchtwährungen. In Krisen werten sie auf, weil Anleger Kapital dorthin verlagern – unabhängig davon, wie es der jeweiligen Wirtschaft gerade geht.

Fragen und Antworten

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Umtauschen?

Für Urlaubsbeträge lohnt kein Abwarten. Wichtiger als der Kurs ist die Gebühr: Wechselstuben am Flughafen und Kreditkartenabrechnungen mit Fremdwährungsaufschlag kosten mehr, als kurzfristige Kursbewegungen ausmachen.

Was bedeutet ein starker Euro?

Importe und Auslandsreisen werden günstiger, Exporte teurer. Für deutsche Unternehmen mit hohem Auslandsanteil ist ein schwacher Euro tendenziell günstiger.

Warum schwankt der Kurs ständig?

Weil laufend gehandelt wird und jede Nachricht zu Zinsen, Konjunktur oder Politik sofort einfließt. Schwankungen von unter einem Prozent am Tag sind normal.

Kann man Fremdwährungskonten nutzen?

Ja, viele Banken bieten sie an. Zinsen gibt es je nach Währung, das Wechselkursrisiko trägt der Kunde. Für Beträge, die ohnehin im Ausland gebraucht werden, kann das sinnvoll sein.

Wie werden Währungsgewinne besteuert?

Bei Fremdwährungsguthaben gelten besondere Regeln, die sich von der Abgeltungsteuer auf Wertpapiere unterscheiden. Bei Fonds und ETFs ist die Währungskomponente im Kurs enthalten und wird mit dem Wertpapier versteuert.

Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.

Kursdaten werden von TradingView bereitgestellt und können verzögert sein. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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