ISIN: Aufbau und Bedeutung der Wertpapierkennnummer

Die ISIN ist die zwölfstellige Kennnummer, mit der jedes Wertpapier weltweit eindeutig bezeichnet wird. Beim ETF-Kauf ist sie die sicherste Angabe, weil Produktnamen sich ähneln und geändert werden.

Wie die Nummer aufgebaut ist

BeispielIE00B4L5Y983
Stellen 1 bis 2Ländercode, hier IE für Irland
Stellen 3 bis 11Kennung des Wertpapiers
Stelle 12Prüfziffer
Vergabedurch die nationale Nummernstelle

Der Ländercode nennt das Land, in dem der Fonds aufgelegt wurde – nicht den Sitz der Gesellschaft und nicht die Märkte, in die investiert wird.

Die häufigsten Ländercodes bei ETFs

CodeLandBedeutung für Anleger
IE🇮🇪 IrlandStandard für ETFs mit US-Anteil, geringere Quellensteuer
LU🇱🇺 Luxemburgverbreitet bei europäischen Anbietern
DE🇩🇪 Deutschlandältere Fonds deutscher Gesellschaften
FR🇫🇷 Frankreicheinzelne Produkte, teils depotfähig für Sparpläne

Das irische Domizil ist kein Zufall: Ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten senkt die Quellensteuer auf amerikanische Dividenden von 30 auf 15 Prozent. Bei einem Weltindex mit hohem US-Anteil wirkt sich das direkt auf die Rendite aus.

Für die Besteuerung in Deutschland spielt der Fondssitz keine Rolle. Dort gilt die Abgeltungsteuer wie bei jedem anderen Fonds.

Warum die ISIN wichtiger ist als der Name

Produktnamen enthalten Zusätze wie Acc, Dist, Core oder Hedged und werden bei Übernahmen geändert. Zwei Fonds mit fast gleichem Namen können unterschiedliche Indizes abbilden.

Beim Kauf, beim Sparplan und in der Steuererklärung ist deshalb immer die ISIN maßgeblich. Sie steht im Basisinformationsblatt an erster Stelle.

Abgrenzung zur WKN

Die WKN ist die ältere deutsche Kennnummer mit sechs Stellen. Beide bezeichnen dasselbe Papier, die ISIN gilt international.

Quellen

  • Deutsche Börse – Wertpapierkennnummern und ISIN-Vergabe
  • Basisinformationsblätter der Fondsanbieter

Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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