Siemens ist Deutschlands größter Industriekonzern – und heute weit mehr Softwareunternehmen, als der Name vermuten lässt. Automatisierung, Gebäudetechnik und Bahntechnik bilden den Kern.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Siemens AG |
| WKN | 723610 |
| ISIN | DE0007236101 |
| Tickersymbol | SIE |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 2 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Industrie, Automatisierung, Software |
| Sitz | München, Deutschland |
| Gegründet | 1847 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das größte Geschäft ist Digital Industries: Steuerungen, Antriebe und Software für Fabriken. Siemens verkauft dabei nicht nur Hardware, sondern zunehmend Programme, mit denen Produkte entworfen und Produktionen simuliert werden.
Smart Infrastructure liefert Gebäudetechnik und Stromverteilung, Mobility baut Züge und Signaltechnik. Dazu kommen Beteiligungen an Siemens Healthineers und Siemens Energy.
Der Konzern hat sich über Jahre von Randgeschäften getrennt und dabei mehrere eigenständige Unternehmen an die Börse gebracht – ein Umbau, der Siemens fokussierter, aber auch kleiner gemacht hat.
Was den Kurs bewegt
Industrieinvestitionen. Automatisierungstechnik wird gekauft, wenn Fabriken gebaut oder modernisiert werden. Zurückhaltung bei Investitionen wirkt sofort auf den Auftragseingang.
China. Ein erheblicher Teil des Automatisierungsgeschäfts entfällt auf den chinesischen Markt. Dessen Entwicklung bewegt den Kurs spürbar.
Softwareanteil. Je größer der Anteil wiederkehrender Softwareerlöse, desto höher die Bewertung. Der Markt honoriert diesen Wandel, weil Software planbarer ist als Maschinenverkauf.
Gewichtung im DAX
Siemens gehört zu den schwersten DAX-Werten. Der Streubesitz ist hoch; die Siemens-Familie hält über eine Stiftung noch einen kleineren Anteil.
Dividende
Siemens zahlt seit Jahrzehnten verlässlich aus und hat die Dividende auch in Krisenjahren nicht gesenkt. Hinzu kommen Aktienrückkäufe sowie – bei Abspaltungen – Sachdividenden in Form von Aktien der ausgegliederten Gesellschaften.
Solche Sachausschüttungen verzerren die Dividendenhistorie erheblich. Mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Datum | Anlass |
|---|---|
| 12. November 2026 | Geschäftszahlen 4. Quartal Geschäftsjahr 2026 |
| 11. Februar 2027 | Geschäftszahlen 1. Quartal Geschäftsjahr 2027 |
| 13. Mai 2027 | Geschäftszahlen 2. Quartal Geschäftsjahr 2027 |
| 5. August 2027 | Geschäftszahlen 3. Quartal Geschäftsjahr 2027 |
| 11. November 2027 | Geschäftszahlen 4. Quartal Geschäftsjahr 2027 |
Siemens hat ein abweichendes Geschäftsjahr: Es beginnt im Oktober und endet im September. Deshalb fallen die Jahreszahlen in den November und nicht ins Frühjahr.
Die Hauptversammlung findet traditionell im Februar statt, der genaue Termin steht im Finanzkalender des Unternehmens. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen, steht im Dividendenkalender.
Quelle: Finanzkalender der Siemens AG, Stand September 2026. Änderungen durch das Unternehmen sind möglich.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| ABB | Schweiz | CH0012221716 |
| Schneider Electric | Frankreich | FR0000121972 |
| Rockwell Automation | USA | US7739031091 |
| Honeywell | USA | US4385161066 |
ABB und Schneider Electric sind die direkten europäischen Wettbewerber in der Automatisierung. Im Softwarebereich trifft Siemens auf spezialisierte Anbieter wie Dassault Systèmes und Autodesk.
Das Geschäftsmodell im Detail
Siemens ist ein Technologiekonzern mit fünf Geschäftsbereichen. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei rund 78,9 Milliarden Euro, der Gewinn bei 10,4 Milliarden Euro – allerdings mit einem milliardenschweren Sondereffekt aus einem Verkauf. Beschäftigt sind rund 244.000 Menschen ohne die Medizintechniktochter.
| Bereich | Was produziert wird | Kunden |
|---|---|---|
| Digital Industries | Automatisierungstechnik und Industriesoftware | Fabriken und Maschinenbauer |
| Smart Infrastructure | Gebäudetechnik, Stromverteilung, Netze | Immobilien und Versorger |
| Mobility | Züge, Signaltechnik, Bahninfrastruktur | Bahnbetreiber und Staaten |
| Healthineers | Medizintechnik und Diagnostik | Kliniken und Labore |
| Financial Services | Finanzierung eigener Produkte | Kunden der übrigen Bereiche |
Die drei umsatzstärksten Segmente sind Healthineers, Digital Industries und Smart Infrastructure. Der Konzern wurde 1847 in Berlin gegründet und ist seit 1899 börsennotiert.
Der Umbau zum Softwarekonzern
Siemens hat sich in den vergangenen Jahren konsequent verkleinert und fokussiert. Die Energiesparte wurde 2020 als Siemens Energy abgespalten, die Medizintechnik ist als Healthineers eigenständig börsennotiert.
Der verbleibende Kern setzt zunehmend auf Software. Industriesoftware für Konstruktion und Simulation erzielt höhere Margen als Hardware und bindet Kunden langfristig – ein Modell, das dem von SAP ähnelt.
Diese Neuausrichtung ist der Grund, warum Siemens und SAP inzwischen um die Spitze im DAX konkurrieren. Beim Umsatz liegt Siemens mit weitem Abstand vorn, beim Börsenwert entscheiden die Wachstumserwartungen.
Was den Kurs bewegt
Auftragseingang. Wichtiger als der Umsatz eines Quartals, weil er auf künftige Erlöse schließen lässt. Industriekunden investieren zyklisch.
Konjunktur in China. Ein erheblicher Teil des Automatisierungsgeschäfts hängt an der dortigen Industrie. Schwächt sie sich ab, trifft das Digital Industries unmittelbar.
Beteiligungen. Der Anteil an Healthineers wirkt sich auf den Konzernwert aus. Verkäufe oder Zukäufe verschieben die Bilanz spürbar.
Infrastrukturprogramme. Staatliche Investitionen in Bahn und Stromnetze füllen die Auftragsbücher von Mobility und Smart Infrastructure.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Bereich |
|---|---|---|
| ABB | 🇨🇭 Schweiz | Automatisierung und Elektrotechnik |
| Schneider Electric | 🇫🇷 Frankreich | Energieverteilung und Gebäudetechnik |
| Rockwell Automation | 🇺🇸 USA | Fabrikautomatisierung |
| Alstom | 🇫🇷 Frankreich | Schienenfahrzeuge |
| General Electric | 🇺🇸 USA | Industrietechnik |
Einordnung
Siemens ist längst kein klassischer Mischkonzern mehr, sondern ein auf Automatisierung und Infrastruktur fokussiertes Unternehmen mit wachsendem Softwareanteil.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt der Blick auf den Auftragseingang und den Anteil wiederkehrender Erlöse. Beide sagen mehr über die künftige Entwicklung aus als der aktuelle Umsatz.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
Häufige Fragen
Welche Produkte bietet Siemens an?
Automatisierungstechnik und Industriesoftware für Fabriken, Gebäude- und Netztechnik, Züge und Signalanlagen sowie über die Tochter Healthineers Medizintechnik. Konsumgüter stellt der Konzern seit dem Verkauf der Hausgerätesparte nicht mehr her – die Marke wird dort nur noch lizenziert.
Wo ist der Hauptsitz von Siemens?
In München. Gegründet wurde das Unternehmen 1847 in Berlin, wo es weiterhin einen zweiten Sitz unterhält.
Zahlt Siemens eine Dividende?
Ja, jährlich nach der Hauptversammlung, die üblicherweise im Februar stattfindet. Siemens zählt zu den verlässlichen Ausschüttern im DAX – Grundlagen im Beitrag zur Dividende.
Was ist der Unterschied zu Siemens Energy und Healthineers?
Es sind eigenständige börsennotierte Unternehmen. Siemens Energy wurde 2020 abgespalten und baut Energietechnik, Siemens Healthineers kam 2018 an die Börse und stellt Medizintechnik her. Siemens hält an Healthineers weiterhin die Mehrheit.
Wie viele Mitarbeiter hat Siemens?
Rund 244.000 weltweit ohne die Medizintechniktochter.