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Handwerker in weißem Overall trägt Putz auf eine gedämmte Fassade am Gerüst auf
Aktie im Porträt

Sto Aktie: Portrait, Zahlen und Dividende

Die Sto SE & Co. KGaA aus Stühlingen in Baden-Württemberg stellt Produkte und Systeme für die Gebäudebeschichtung her. Das größte Geschäft sind Fassadensysteme, vor allem Wärmedämm-Verbundsysteme, bei denen sich das Unternehmen selbst als Weltmarktführer bezeichnet.

Börsennotiert ist nur eine von zwei Aktiengattungen: die Kommanditvorzugsaktie. Die Stammaktien liegen zu 90 Prozent bei der Familie Stotmeister und zu 10 Prozent bei der Gesellschaft selbst. Diese Konstruktion ist für das Verständnis von Stimmrecht und Dividende entscheidend.

Dieses Portrait fasst Geschäftsmodell, die Halbjahreszahlen 2026, die Prognose, die Dividende und die vom Unternehmen selbst genannten Unsicherheiten zusammen. Alle Angaben stammen aus Primärquellen von Sto. Es ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Unternehmensprofil

FirmaSto SE & Co. KGaA
SitzEhrenbachstraße 1, 79780 Stühlingen
RechtsformKommanditgesellschaft auf Aktien; persönlich haftende Gesellschafterin ist die STO Management SE
RegistergerichtAmtsgericht Freiburg im Breisgau, HRB 711236
UnternehmensgeschichteÜber 70 Jahre; ein Gründungsjahr nennt das Unternehmen nicht
BrancheBaustoffe und Bauchemie: Produkte und Systeme für die Gebäudebeschichtung
Produktgruppen (Anteil 2025)Fassadensysteme 46,5 %, Fassadenbeschichtungen 23,8 %, Innenraumprodukte 15,1 %, Übrige 14,6 %
BerichtssegmenteWesteuropa; Nord- und Osteuropa; Amerika, Asien, Pazifik
Mitarbeiter5.507 zum 30.06.2026 (Deutschland 3.027, Ausland 2.480)
Standorte32 Produktionsstandorte, 50 Tochtergesellschaften in 35 Ländern, rund 65 Vertriebspartner
VorstandsvorsitzRainer Hüttenberger (STO Management SE), zuständig für Vertrieb und Finanzen
Weiterer VorstandJost Joseph Bendel, Vorstand Technik (seit 01.09.2024)
AufsichtsratsvorsitzPeter Zürn (Sto SE & Co. KGaA, seit 22.06.2022); bei der STO Management SE: Jochen Stotmeister
ISINDE0007274136 (Kommanditvorzugsaktie)
WKN727413
KürzelSTO3
BörsensegmentRegulierter Markt, Frankfurter Wertpapierbörse
IndexSDAX
Geschäftsjahresende31. Dezember
Aktienzahl2.538.000 Kommanditvorzugsaktien (börsennotiert) und 4.320.000 Kommanditstammaktien (nicht börsennotiert), zusammen 6.858.000
AktionärsstrukturStammaktien: 90 % Stotmeister Beteiligungs GmbH, 10 % eigene Aktien. Vorzugsaktien vollständig im Streubesitz
Marktkapitalisierung der Vorzugsaktien307,6 Mio. Euro zum 31.12.2025 (Vorjahr 271,6 Mio. Euro)

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Sto entwickelt, produziert und verkauft Produkte und Systeme für die Gebäudebeschichtung. Das Geschäft ist in vier Produktgruppen organisiert, deren Anteile am Konzernumsatz das Unternehmen für 2025 selbst ausweist: Fassadensysteme, also vor allem Wärmedämm-Verbundsysteme, mit 46,5 Prozent, Fassadenbeschichtungen mit 23,8 Prozent, Innenraumprodukte mit 15,1 Prozent und übrige Produkte wie Bodenbeschichtungen und Betoninstandsetzung mit 14,6 Prozent. Bezogen auf den Konzernumsatz 2025 von 1.591,1 Mio. Euro entspricht das rund 740, 379, 240 und 232 Mio. Euro. Die Absolutwerte sind aus den Prozentanteilen berechnet, das Unternehmen weist nur die Anteile aus.

Daneben nennt Sto sieben Anwendungsbereiche: Fassade, Innenraum, Akustik, Lacke und Lasuren, Betonschutz und Betoninstandsetzung, Bodenbeschichtung sowie Werkzeuge und Maschinen. Diese sind ausdrücklich keine Berichtssegmente.

Der überwiegende Teil des Umsatzes läuft über ein Direktvertriebsmodell mit angestelltem Vertriebspersonal, eigenen VerkaufsCentern und digitalen Kanälen. Kunden sind vor allem Handwerksbetriebe, also Maler, Stuckateure und Bauunternehmen; Architekten, Planer und die Immobilienwirtschaft werden direkt betreut. Ein zweiter, mehrstufiger Kanal über Groß- und Fachhandel erschließt zusätzliche Kundengruppen vor allem mit Lacken und Füllern.

Berichtet wird in drei Regionensegmenten. Im ersten Halbjahr 2026 kam Westeuropa auf 623,1 Mio. Euro Umsatz und damit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; Frankreich blieb dabei hinter den Erwartungen zurück. Nord- und Osteuropa erreichte 84,0 Mio. Euro, ein Plus von 9,1 Prozent und währungsbereinigt 7,3 Prozent, wobei Skandinavien unter Vorjahr lag. Das Segment Amerika, Asien, Pazifik verlor 5,0 Prozent auf 98,4 Mio. Euro; als Gründe nennt Sto den schwachen US-Dollar, die Schließung der kanadischen Skyrise Prefab Building Solutions und eine schwache Nachfrage in China.

Deutschland bleibt der größte Einzelmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Inlandsumsatz um 4,7 Prozent auf 323,8 Mio. Euro, der Auslandsumsatz um 3,0 Prozent auf 481,7 Mio. Euro. Der Auslandsanteil lag damit bei 59,8 Prozent nach 60,2 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Einen Anteil wiederkehrender Umsätze, eine Kundenkonzentration sowie Auftragseingang und Auftragsbestand weist Sto in den abgerufenen Unterlagen nicht aus.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Die aktuellsten Zahlen stammen aus der Pressemitteilung zum ersten Halbjahr 2026, veröffentlicht am 31. August 2026. Angaben in Millionen Euro, soweit nicht anders bezeichnet.

KennzahlH1 2026 (Mio. Euro)H1 2025 (Mio. Euro)Veränderung
Umsatz805,5777,1+3,7 %
Umsatz währungsbereinigt––+3,9 %
EBIT30,525,3+20,6 %
EBT29,925,6+16,8 %
Ergebnis nach Steuern18,516,3+13,5 %
Ergebnis je Vorzugsaktie (Euro)2,922,58+13,2 %
Ergebnis je Stammaktie (Euro)2,862,52+13,5 %
Umsatzrendite (EBT)3,7 %3,3 %–
ROCE4,1 %3,4 %–
Investitionen12,022,2-45,9 %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit-19,2-0,7–
Eigenkapitalquote63,3 %62,2 %–
Netto-Finanzguthaben100,692,0+9,3 %
Mitarbeiter (Stichtag)5.5075.534-27

Veränderungsangaben, die die Mitteilung nicht selbst ausweist, sind aus den berichteten Absolutwerten berechnet. Zum Jahresende 2025 lagen die Eigenkapitalquote bei 65,5 Prozent und das Netto-Finanzguthaben bei 113,0 Mio. Euro. Der negative operative Cashflow im ersten Halbjahr ist saisonal und zusätzlich durch einen Vorratsaufbau auf 175,7 Mio. Euro geprägt, den Sto mit erwarteten Preiserhöhungen begründet. Die Investitionen lagen deutlich unter Vorjahr; größere Projekte waren die Einführung von SAP S/4HANA und der Erwerb eines Standorts in Röthis in Österreich. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025 berichtete Sto 1.591,1 Mio. Euro Umsatz nach 1.612,3 Mio. Euro im Vorjahr, also ein Minus von 1,3 Prozent, bei einem EBITDA von 137,4 nach 127,0 Mio. Euro, einem EBIT von 64,4 nach 58,8 Mio. Euro, einem EBT von 65,3 nach 60,9 Mio. Euro und einem Jahresergebnis von 39,2 nach 37,6 Mio. Euro. Das Ergebnis je Vorzugsaktie betrug 6,13 Euro nach 5,89 Euro.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für 2026 hat Sto mit dem Geschäftsbericht 2025 abgegeben. Im Vorwort heißt es wörtlich: „rechnen wir im Jahr 2026 mit einem nur leichten Umsatzwachstum auf 1,62 Mrd. EUR.“ Und: „Für das EBIT prognostizieren wir eine Bandbreite von 56 Mio. EUR bis 76 Mio. EUR.“ Im Lagebericht steht dieselbe Aussage in der Form: „Sto rechnet im Konzern mit einem Umsatz von 1,62 Mrd. EUR und einem EBIT zwischen 56 Mio. EUR und 76 Mio. EUR.“

Ergänzend nennt das Unternehmen ein EBT von 55 bis 75 Mio. Euro, eine Umsatzrendite von 3,3 bis 4,7 Prozent und einen ROCE von 7,4 bis 10,2 Prozent. Zum Vergleich: 2025 lagen EBIT bei 64,4 Mio. Euro, EBT bei 65,3 Mio. Euro, die Umsatzrendite bei 4,1 Prozent und der ROCE bei 8,7 Prozent.

Mit der Halbjahresmitteilung vom 31. August 2026 hat Sto diese Prognose unverändert bestätigt. Gleichzeitig bezeichnet das Unternehmen die Prognose selbst als sehr unsicher. Als Risiko nennt es vor allem den Iran-Krieg, der zu weiteren Preiserhöhungen bei Material und Fracht sowie zu Nachfrage- und Lieferproblemen führen könne.

Auffällig ist die Breite der Bandbreite: Die EBIT-Untergrenze von 56 Mio. Euro liegt rund 13 Prozent unter dem 2025 erreichten Wert, die Obergrenze von 76 Mio. Euro rund 18 Prozent darüber. Nach sechs Monaten liegt das EBIT mit 30,5 Mio. Euro etwa auf halbem Weg zur Mitte der Spanne.

Quantifizierte Mittelfristziele veröffentlicht Sto im abrufbaren Teil des Geschäftsberichts 2025 nicht. Der Bericht erwartet für 2026 eine, wörtlich, „zögerlich positive“ Erholung des Baumarkts, begründet mit den langen Vorlaufzeiten im Kernfassadengeschäft, und verweist auf die strategische Fokussierung und die Marktführerschaft bei Wärmedämm-Verbundsystemen.

Dividende

Sto hat zwei Aktiengattungen mit unterschiedlichen Dividenden. Die Dividende setzt sich jeweils aus einer Basisdividende und einem Sonderbonus zusammen.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,25 Euro Basis plus 3,00 Euro Bonus, also 3,25 Euro je Kommanditstammaktie, und 0,31 Euro Basis plus 3,00 Euro Bonus, also 3,31 Euro je Kommanditvorzugsaktie vorgeschlagen. Das entspricht exakt der Ausschüttung für 2024. Für die Jahre 2021 bis 2023 lag der Bonus jeweils bei 4,69 Euro, die Gesamtdividende damit bei 4,94 Euro je Stammaktie und 5,00 Euro je Vorzugsaktie.

Die vorgeschlagene Ausschüttungssumme für 2025 beträgt 21.036.780,00 Euro. Der Geschäftsbericht bezeichnet dies als unveränderte Gewinnausschüttung gegenüber dem Vorjahr. Beschlussgremium war die Hauptversammlung am 18. Juni 2026.

Die Dividendenrendite für 2025 gibt Sto mit 2,7 Prozent je Vorzugsaktie an, bezogen auf den Jahresschlusskurs 2025 von 121,20 Euro. Eine Ausschüttungsquote weist das Unternehmen nicht aus. Rechnerisch entsprechen 21,0 Mio. Euro rund 54 Prozent des Konzernjahresüberschusses von 39,2 Mio. Euro; diese Quote ist eine Berechnung der Redaktion und keine Angabe des Unternehmens.

Eine ausformulierte Dividendenpolitik ist im abrufbaren Teil des Geschäftsberichts nicht enthalten. Erkennbar ist nur das Muster: konstante Basisdividende plus variabler Sonderbonus. In den dokumentierten Jahren 2021 bis 2025 wurde die Dividende nicht ausgesetzt. Ein konkreter Zahltag ist in den abgerufenen Quellen nicht genannt.

Zu einem laufenden Aktienrückkaufprogramm finden sich im abrufbaren Teil des Geschäftsberichts 2025 keine Angaben. Belegt ist nur der Bestand: Die Gesellschaft hält 10 Prozent der Kommanditstammaktien selbst.

Was das Geschäft antreibt

  • Energetische Gebäudesanierung. Der Geschäftsbericht nennt als Chance ein, wörtlich, großes und lange ungenutztes Potenzial bei der energieeffizienten Gebäudesanierung. Das ist das Kerngeschäft der Produktgruppe Fassadensysteme, die 46,5 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.
  • Deutsches Infrastrukturprogramm und Förderpolitik. Als Chancen nennt Sto das milliardenschwere Infrastrukturprogramm der Bundesregierung, geplante Genehmigungserleichterungen, Förderprogramme und steuerliche Anreize im größten Markt Deutschland.
  • Erwartete Bauerholung in Europa. Für 2026 erwartet das Unternehmen eine konjunkturelle Wende am europäischen Bau, allerdings nur eine zögerlich positive, weil das Fassadengeschäft lange Vorlaufzeiten hat. Im ersten Halbjahr 2026 ist dieser Treiber messbar geworden: Westeuropa wuchs um 4,5 Prozent, Deutschland um 4,7 Prozent.
  • Marktführerschaft bei Wärmedämm-Verbundsystemen. Sto bezeichnet sich als Marktführer für Wärmedämm-Verbundsysteme und schreibt dazu wörtlich: „Hier ist Sto Weltmarktführer.“ Die Auszeichnung als Marktführer in diesem Feld wurde nach eigener Angabe zum siebten Mal auf Basis eines Index der WirtschaftsWoche erteilt.
  • Direktvertrieb mit eigener Fläche. Der überwiegende Umsatzanteil läuft über angestellten Vertrieb, eigene VerkaufsCenter und digitale Kanäle. Das sichert den direkten Zugang zu Malern, Stuckateuren, Bauunternehmen, Architekten und der Immobilienwirtschaft.
  • Internationale Aufstellung. 32 Produktionsstandorte, 50 Tochtergesellschaften in 35 Ländern und rund 65 Vertriebspartner; der Auslandsumsatz übertrifft den Inlandsumsatz deutlich.
  • Finanzielle Unabhängigkeit. Mit einer Eigenkapitalquote von 63,3 Prozent zum 30. Juni 2026 und einem Netto-Finanzguthaben von 100,6 Mio. Euro finanziert Sto Investitionen aus eigener Kraft und ist nicht auf Fremdkapitalmärkte angewiesen.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Zur Transparenz: Der formale Risiko- und Chancenbericht des Geschäftsberichts 2025 lag jenseits der Grenze der automatisierten Textextraktion des PDF und war über mehrere Versuche nicht erreichbar. Die unternehmenseigene Bewertungsskala mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadenshöhe und Risikoklassen sowie der vollständige Risikokatalog mit Einstufungen liegen daher nicht vor. Die Redaktion ergänzt an dieser Stelle ausdrücklich keine eigenen Risiken.
  • Belegbar sind die Belastungen und Unsicherheiten, die Sto im abrufbaren Teil des Geschäftsberichts und in der Halbjahresmitteilung selbst benennt. Der Geschäftsbericht nennt globale Krisen sowie, wörtlich, „unkalkulierbare Zoll- und Handelsbestimmungen“.
  • Weiter nennt das Unternehmen eine schwache Baukonjunktur in vielen Kernmärkten, ein hohes Kostenniveau, bürokratische Hürden und eine instabile Förderpolitik, die Investitionen bremse, sowie fehlende Planbarkeit durch wechselhafte Politik in vielen Ländern.
  • In der Halbjahresmitteilung vom 31. August 2026 bezeichnet Sto die eigene Prognose als sehr unsicher und nennt als Hauptrisiko den Iran-Krieg, der zu weiteren Preiserhöhungen bei Material und Fracht sowie zu Nachfrage- und Lieferproblemen führen könne.
  • Hinzu kommen die langen Vorlaufzeiten im Kernfassadengeschäft, aus denen Sto ableitet, dass eine Markterholung nur zögerlich wirksam wird. Diese Punkte sind als vom Unternehmen benannte Unsicherheiten zu lesen, nicht als Risikokategorien mit formaler Einstufung.

Wettbewerb

Namentliche Wettbewerber nennt Sto im abrufbaren Teil des Geschäftsberichts 2025 nicht. Marktanteilszahlen veröffentlicht das Unternehmen dort ebenfalls nicht.

Zur eigenen Positionierung sagt Sto: Marktführer für Wärmedämm-Verbundsysteme, und wörtlich: „Hier ist Sto Weltmarktführer.“ Diese Auszeichnung sei zum siebten Mal auf Basis eines Index der WirtschaftsWoche erteilt worden. Die Unternehmensseite beschreibt Sto als mittelständisches Familienunternehmen.

Für die Einordnung heißt das: Sto macht eine klare qualitative Marktführerschaftsaussage für sein größtes Produktsegment, veröffentlicht dazu aber keine quantifizierten Marktanteile und benennt keine Wettbewerber.

Termine

DatumEreignis
18.06.2026Hauptversammlung mit Beschluss über die Gewinnausschüttung für 2025 (bereits vergangen)
31.08.2026Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 (bereits vergangen)

Fazit

Nach einem leichten Umsatzrückgang 2025 ist Sto 2026 auf Wachstum zurückgekehrt. Der Halbjahresumsatz stieg um 3,7 Prozent auf 805,5 Mio. Euro, das EBIT um 20,6 Prozent auf 30,5 Mio. Euro. Damit wächst das Ergebnis deutlich schneller als der Umsatz, was auf eine Verbesserung der Kostenbasis oder der Preisdurchsetzung hindeutet. Die Umsatzrendite auf EBT-Basis kletterte von 3,3 auf 3,7 Prozent. Für einen Hersteller von Fassadensystemen in einem schwachen europäischen Bauzyklus ist das eine erkennbare Verbesserung, aber keine, die das Margenniveau grundsätzlich verändert.

Die Bilanz ist der auffälligste Teil des Portraits. Eine Eigenkapitalquote von 63,3 Prozent und ein Netto-Finanzguthaben von 100,6 Mio. Euro bedeuten, dass Sto nicht nur schuldenfrei ist, sondern Netto-Liquidität hält. Das erklärt, warum das Unternehmen Investitionen ohne Fremdkapital finanziert. Dass das Netto-Finanzguthaben gegenüber dem Jahresende 2025 von 113,0 auf 100,6 Mio. Euro gesunken ist, liegt vor allem am saisonal negativen operativen Cashflow von minus 19,2 Mio. Euro und am Vorratsaufbau auf 175,7 Mio. Euro, den Sto mit erwarteten Preiserhöhungen begründet.

Regional ist das Bild dreigeteilt. Westeuropa und Deutschland wachsen, Nord- und Osteuropa wächst am schnellsten, und Amerika, Asien, Pazifik verliert 5,0 Prozent. Die vom Unternehmen genannten Gründe für den Rückgang sind heterogen: Währung, eine Werksschließung in Kanada und schwache Nachfrage in China. Offen bleibt die Frage, ob das kleinste Segment damit vorübergehend belastet ist oder ob die Nachfrageschwäche in China strukturell ist. Darauf gibt die Halbjahresmitteilung keine Antwort.

Bei der Ausschüttung folgt Sto einem über Jahre eingehaltenen Muster aus konstanter Basisdividende und variablem Sonderbonus. Bemerkenswert ist, dass der Bonus von 4,69 Euro in den Jahren 2021 bis 2023 auf 3,00 Euro in den Jahren 2024 und 2025 gesenkt wurde und seither unverändert blieb. Rechnerisch entspricht die vorgeschlagene Summe von 21,0 Mio. Euro rund 54 Prozent des Jahresüberschusses. Weil Sto keine Ausschüttungspolitik veröffentlicht, lässt sich nicht beantworten, ob dieser Wert ein Zielkorridor ist oder nur das Ergebnis der Bonusfestsetzung. Zu klären wäre, an welcher Bezugsgröße der Sonderbonus bemessen wird.

Für die Lektüre der Unternehmensangaben ist die Quellenlage selbst ein Befund. Der IR-Bereich von sto.de liefert für automatisierte Abrufe kaum Dokumente aus, der Finanzkalender ist über die verlinkte Adresse nicht erreichbar, und die Textextraktion des Geschäftsberichts bricht vor dem Risikobericht und der Segmentergebnisrechnung ab. Hinzu kommt, dass der Geschäftsbericht die Verkleinerung des Vorstands auf drei Personen beschreibt, nach seiner eigenen Vorstandsübersicht aber nur zwei Mitglieder verbleiben, und dass die IR-Seite zum Datenstand weiterhin eine zum 31. Dezember 2025 ausgeschiedene Finanzvorständin als Ansprechpartnerin führt. Diese Punkte gehören vor einer Weiterverwendung direkt bei der Investor-Relations-Abteilung geklärt.

Fragen und Antworten

Welche Sto Aktie ist börsennotiert?

Börsennotiert ist ausschließlich die Kommanditvorzugsaktie mit der ISIN DE0007274136 und der WKN 727413. Von ihr existieren 2.538.000 Stück, und sie liegt vollständig im Streubesitz. Die 4.320.000 Kommanditstammaktien sind nicht börsennotiert und liegen zu 90 Prozent bei der Stotmeister Beteiligungs GmbH und zu 10 Prozent bei der Gesellschaft selbst.

Wie hoch ist die Dividende von Sto?

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 3,31 Euro je Kommanditvorzugsaktie vorgeschlagen, zusammengesetzt aus 0,31 Euro Basisdividende und 3,00 Euro Sonderbonus. Für die Stammaktie sind es 3,25 Euro. Das entspricht exakt der Ausschüttung für 2024. Die Dividendenrendite gibt Sto mit 2,7 Prozent an, bezogen auf den Jahresschlusskurs 2025 von 121,20 Euro.

In welchem Index ist die Sto Aktie?

Sto ist nach den Konstituentendaten der Deutschen Börse Mitglied im SDAX und im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Der Geschäftsbericht 2025 nennt den SDAX allerdings nur als Vergleichsindex für die Kursentwicklung und weist keine Indexzugehörigkeit aus.

Was macht Sto genau?

Sto stellt Produkte und Systeme für die Gebäudebeschichtung her. Größte Produktgruppe sind Fassadensysteme mit 46,5 Prozent des Umsatzes, vor allem Wärmedämm-Verbundsysteme. Es folgen Fassadenbeschichtungen mit 23,8 Prozent, Innenraumprodukte mit 15,1 Prozent und übrige Produkte wie Bodenbeschichtungen und Betoninstandsetzung mit 14,6 Prozent.

Hat Sto Schulden?

Nein. Zum 30. Juni 2026 weist Sto ein Netto-Finanzguthaben von 100,6 Mio. Euro und eine Eigenkapitalquote von 63,3 Prozent aus. Zum Jahresende 2025 lag das Netto-Finanzguthaben bei 113,0 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote bei 65,5 Prozent.

Wie läuft das Geschäftsjahr 2026 bisher?

Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 3,7 Prozent auf 805,5 Mio. Euro und das EBIT um 20,6 Prozent auf 30,5 Mio. Euro. Westeuropa wuchs um 4,5 Prozent, Nord- und Osteuropa um 9,1 Prozent, während Amerika, Asien, Pazifik 5,0 Prozent verlor. Die Jahresprognose von rund 1,62 Mrd. Euro Umsatz und 56 bis 76 Mio. Euro EBIT wurde bestätigt.

Welches Risiko nennt Sto selbst als wichtigstes?

In der Halbjahresmitteilung vom 31. August 2026 bezeichnet Sto die eigene Prognose als sehr unsicher und nennt als Hauptrisiko den Iran-Krieg, der zu weiteren Preiserhöhungen bei Material und Fracht sowie zu Nachfrage- und Lieferproblemen führen könne. Der Geschäftsbericht nennt zudem unkalkulierbare Zoll- und Handelsbestimmungen, eine schwache Baukonjunktur, hohe Kosten, Bürokratie und eine instabile Förderpolitik.

Quellen

  • Sto SE & Co. KGaA, Pressemitteilung zum ersten Halbjahr 2026 vom 31.08.2026 (sto.de, IR-Bereich)
  • Sto SE & Co. KGaA, Geschäftsbericht 2025 (sto.de, IR-Bereich)
  • Sto SE & Co. KGaA, Pressemitteilung zum Jahresabschluss 2025 vom 30.04.2026 (sto.de, IR-Bereich)
  • Sto SE & Co. KGaA, Pressemitteilung zum ersten Quartal 2026 vom 08.05.2026 (sto.de, IR-Bereich)
  • Sto SE & Co. KGaA, Investor Relations, Startseite und Dokumentenübersicht (sto.de)
  • Sto SE & Co. KGaA, Unternehmen, Zahlen und Fakten (sto.de)
  • Sto SE & Co. KGaA, Hauptversammlung 2026 (sto.de)
  • Sto SE & Co. KGaA, Impressum (sto.de)
  • Deutsche Börse, Konstituentendaten SDAX (deutsche-boerse.com)

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.