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Südzucker Aktie
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Geerntete Zuckerrüben am Feldrand, im Hintergrund die Silhouette einer Zuckerfabrik im Herbstlicht
Aktie im Porträt

Südzucker Aktie: Portrait, Zahlen und Dividende

Die Südzucker AG aus Mannheim verarbeitet Zuckerrüben und weitere pflanzliche Rohstoffe zu Lebensmitteln, Lebensmittelzutaten, Tierfutter und Ethanol. Der Konzern besteht aus fünf Berichtssegmenten: Zucker, Spezialitäten, CropEnergies, Stärke und Frucht. 2026 begeht das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen.

Das Geschäftsjahr endet Ende Februar. Die aktuellsten Zahlen betreffen daher das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 vom 1. März bis 31. August 2026. Nach einem Verlustjahr 2025/26 mit minus 378 Mio. Euro Konzernergebnis zeigt dieses Halbjahr eine deutliche operative Erholung, und die Prognose wurde in diesem Geschäftsjahr bereits zweimal angehoben.

Dieses Portrait fasst Geschäftsmodell, Zahlen, Prognose, Dividende und die vom Unternehmen selbst bewerteten Risiken zusammen. Alle Angaben stammen aus Primärquellen von Südzucker. Es ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Unternehmensprofil

FirmaSüdzucker AG
SitzMaximilianstraße 10, 68165 Mannheim
RechtsformAktiengesellschaft; Amtsgericht Mannheim, HRB 0042
Gegründet1926
BrancheAgrar- und Lebensmittelindustrie
SegmenteZucker, Spezialitäten, CropEnergies, Stärke, Frucht
StrukturRund 90 Produktionsstandorte in 31 Ländern, 131 konsolidierte Gesellschaften
Mitarbeiter18.440 Vollzeitäquivalente zum 31.08.2026 (Vorjahr 19.116, minus 3,5 Prozent)
VorstandsvorsitzDr. Niels Pörksen (CEO und Arbeitsdirektor)
Weitere VorständeDr. Stephan Meeder (CFO), Hans-Peter Gai (COO), Dr. Theresa von Fugler (CCO, seit 01.10.2025), Stephan Büttner (COO und Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG)
AufsichtsratsvorsitzDr. Stefan Streng, Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer
ISINDE0007297004
WKN729700
KürzelSZU
IndexSDAX
Geschäftsjahresende28. bzw. 29. Februar; das Geschäftsjahr 2026/27 läuft vom 01.03.2026 bis 28.02.2027
Aktienzahl204.183.292 Stückaktien (anteiliger Betrag am Grundkapital 1,00 Euro je Aktie)
Größere AktionäreSZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG 64,93 Prozent, Zucker Invest GmbH 10,24 Prozent (Stand 28.02.2026)
Streubesitz24,83 Prozent
Marktkapitalisierung2.068 Mio. Euro zum Geschäftsjahresende 2025/26; Streubesitz-Marktkapitalisierung 514 Mio. Euro
RatingsBBB minus mit negativem Ausblick (seit Mai 2026) und Baa3 mit negativem Ausblick (seit Dezember 2025)

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Südzucker verarbeitet Zuckerrüben und weitere pflanzliche Rohstoffe und erzielt den Umsatz mit dem Verkauf der daraus entstehenden Produkte an Industrie- und Konsumentenkunden. Nach eigener Angabe verarbeitet der Konzern jährlich über 30 Mio. Tonnen Agrarrohstoffe, im Geschäftsjahr 2025/26 darunter knapp 25 Mio. Tonnen Zuckerrüben nach 29 Mio. Tonnen im Vorjahr, dazu Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien, Kartoffeln und Obst.

Das Segment Zucker verkauft Zucker, Zuckerspezialitäten und Nebenprodukte wie Tierfutter aus den Zuckerfabriken der Südzucker- und der AGRANA-Division. Das Segment Spezialitäten umfasst BENEO-Zutaten für Lebensmittel, Futtermittel, Non-Food und Pharma, Freiberger Tiefkühl- und Kühlpizza, Pasta und Snacks sowie PortionPack-Portionsartikel. CropEnergies verkauft Ethanol, überwiegend für den Kraftstoffsektor, sowie eiweißreiches Tierfutter. Das Segment Stärke liefert Stärke für Food- und Non-Food-Anwendungen sowie Ethanol, teils über zwei Joint Ventures. Das Segment Frucht umfasst AGRANA Fruit mit Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne und AUSTRIA JUICE mit Saftkonzentraten, Direktsäften, Fruchtweinen, Naturaromen und Getränkegrundstoffen.

Die Industriekunden stammen aus der Lebensmittel-, Futtermittel- und Mineralölindustrie; ihre Kaufentscheidung richtet sich laut Unternehmen vor allem nach Menge, Qualität, Verfügbarkeit und Preis. Die Konsumentenmärkte umfassen Einzelhandel und Food Service, hier stehen Geschmack, Zusatznutzen wie gesunde Ernährung, Innovation und Convenience im Vordergrund.

Im ersten Halbjahr 2026/27 verteilte sich der Konzernumsatz von 4.188 Mio. Euro so: Zucker 1.269 Mio. Euro nach 1.389 Mio. Euro, ein Minus von 8,6 Prozent, mit einem operativen Ergebnis von minus 63 nach minus 89 Mio. Euro. Spezialitäten 1.131 nach 1.076 Mio. Euro, ein Plus von 5,1 Prozent, operatives Ergebnis 93 nach 71 Mio. Euro. CropEnergies 438 nach 402 Mio. Euro, ein Plus von 9,0 Prozent, operatives Ergebnis 51 nach minus 13 Mio. Euro. Stärke 456 nach 474 Mio. Euro, ein Minus von 3,8 Prozent, operatives Ergebnis 12 nach 5 Mio. Euro. Frucht 894 nach 858 Mio. Euro, ein Plus von 4,2 Prozent, operatives Ergebnis 60 nach 68 Mio. Euro.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025/26 lag der Konzernumsatz bei 8.352 Mio. Euro nach 9.694 Mio. Euro. Das Segment Zucker brach dabei von 3.876 auf 2.786 Mio. Euro ein, ein Minus von 28,1 Prozent, und drehte beim operativen EBITDA von plus 146 auf minus 17 Mio. Euro. Spezialitäten kam auf 2.216 Mio. Euro Umsatz und 266 Mio. Euro operatives EBITDA, Frucht auf 1.646 Mio. Euro und 146 Mio. Euro, Stärke auf 911 Mio. Euro und 69 Mio. Euro, CropEnergies auf 793 Mio. Euro und 71 Mio. Euro.

Wichtig für die Einordnung: Operatives Ergebnis und operatives EBITDA sind zwei verschiedene Kennzahlen und dürfen nicht vermischt werden. Ab dem Geschäftsjahr 2026/27 hat der Vorstand das operative EBITDA anstelle des operativen Ergebnisses zur zentralen Steuerungsgröße auf Konzern- und Segmentebene gemacht. Eine Umsatzaufteilung nach Regionen veröffentlicht der Konzern nicht, ebenso keinen Anteil wiederkehrender Umsätze und branchentypisch keinen Auftragseingang.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Halbjahresfinanzbericht für das erste Halbjahr 2026/27, also den Zeitraum 1. März bis 31. August 2026. Der Vorstand hat den Zwischenabschluss am 28. September 2026 gebilligt, die zugehörige Conference-Call-Präsentation ist auf den 8. Oktober 2026 datiert. Angaben in Millionen Euro, soweit nicht anders bezeichnet.

KennzahlH1 2026/27 (Mio. Euro)H1 2025/26 (Mio. Euro)Veränderung
Umsatz4.1884.199-0,3 %
Operatives EBITDA303189+60,3 %
Operative EBITDA-Marge7,2 %4,5 %+2,7 Pp.
Operatives Ergebnis15342mehr als +100 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit1641mehr als +100 %
Ergebnis nach Steuern61-60–
Ergebnis Aktionäre Südzucker AG34-62–
Ergebnis je Aktie (Euro)0,09-0,38–
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit441255+72,9 %
Investitionen insgesamt232222+4,5 %
Nettofinanzschulden (Stichtag)1.5881.674-5,1 %
Eigenkapital (Stichtag)3.6013.836-6,1 %
Eigenkapitalquote44,5 %45,1 %-0,6 Pp.
Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)18.44019.116-3,5 %

Veränderungsangaben, die der Bericht nicht selbst ausweist, sind aus den berichteten Absolutwerten berechnet. Zum Vergleich das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26: Umsatz 8.352 Mio. Euro nach 9.694 Mio. Euro, ein Minus von 13,8 Prozent; operatives EBITDA 535 nach 723 Mio. Euro; operatives Ergebnis 163 nach 350 Mio. Euro; Ergebnis nach Steuern minus 378 nach minus 86 Mio. Euro; Ergebnis je Aktie minus 1,92 Euro nach minus 0,54 Euro; Nettofinanzschulden 1.750 Mio. Euro; Eigenkapitalquote 41,7 Prozent; ROCE 2,7 Prozent nach 5,2 Prozent. Eine Besonderheit beim Ergebnis je Aktie: Das Aktionärsergebnis von 34 Mio. Euro ergäbe bei 204,2 Mio. Aktien rechnerisch rund 0,17 Euro je Aktie, ausgewiesen sind 0,09 Euro. Die Differenz dürfte auf die Bedienung des Hybridkapitals zurückgehen, für das im Halbjahr 42 Mio. Euro Kupons gezahlt wurden, sowie auf Minderheitenanteile. Der Bericht erläutert die Überleitung an dieser Stelle nicht. Einen Free Cashflow und eine Zeile mit der Bezeichnung EBIT weist Südzucker nicht aus.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 wurde am 16. Dezember 2025 erstmals veröffentlicht. Wörtlich erwartete das Unternehmen „einen Konzernumsatz zwischen 8,0 und 8,4 (2025/26: 8,4) Mrd. €“ und „ein operatives EBITDA in einer Bandbreite zwischen 480 und 680 (2025/26: 535) Mio. €“. Das Capital Employed sollte stabil bleiben, der ROCE deutlich steigen.

Mit der Quartalsmitteilung vom 9. Juli 2026 hob Südzucker die Umsatzprognose auf 8,1 bis 8,5 Mrd. Euro an und ließ das operative EBITDA bei 480 bis 680 Mio. Euro unverändert.

Mit dem Halbjahresfinanzbericht im Oktober 2026 folgte die zweite Anhebung: Umsatz nun 8,3 bis 8,7 Mrd. Euro, operatives EBITDA 540 bis 680 Mio. Euro. Capital Employed wird weiter stabil erwartet, der ROCE deutlich steigend gegenüber 2,7 Prozent.

Bemerkenswert ist das Muster: Die Obergrenze von 680 Mio. Euro beim operativen EBITDA blieb über alle drei Prognosestufen unverändert, angehoben wurde nur die Untergrenze von 480 auf 540 Mio. Euro. Das ist weniger ein Signal für mehr Zuversicht an der Spitze als für weniger Abwärtsrisiko. Offen bleibt die Frage, ob die Obergrenze noch realistisch erreichbar ist oder seit Dezember 2025 nur fortgeschrieben wird.

Die Segmentprognose für 2026/27 lautet nach dem Halbjahresbericht: Zucker moderat niedrigerer Umsatz und ein operatives EBITDA zwischen minus 60 und plus 40 Mio. Euro nach minus 17 Mio. Euro. Spezialitäten moderat höherer Umsatz und moderat höheres operatives EBITDA nach 266 Mio. Euro. CropEnergies moderat höherer Umsatz und deutlich höheres operatives EBITDA nach 71 Mio. Euro. Stärke Umsatz etwa auf Vorjahresniveau und operatives EBITDA moderat darüber nach 69 Mio. Euro. Frucht moderat höherer Umsatz und operatives EBITDA etwa auf Vorjahresniveau nach 146 Mio. Euro.

Zu den Annahmen: Für den Zuckermarkt 2026/27 erwartet der vom Unternehmen zitierte Marktforscher GlobalData ein leichtes globales Defizit von 0,3 Mio. Tonnen, nachdem für 2025/26 noch ein Überschuss von 1,0 Mio. Tonnen erwartet worden war. Die EU-Zuckerproduktion 2025/26 wird auf 16,0 Mio. Tonnen geschätzt, die Anbaufläche soll weiter sinken. Bei Ethanol steht einer Nachfrage nach Kraftstoff- und Neutralalkohol in EU und Großbritannien von rund 11,4 Mio. Kubikmetern im Jahr 2026 eine Produktion von nur 7,8 Mio. Kubikmetern gegenüber; die Nettoimporte steigen auf rund 3,8 Mio. Kubikmeter.

Quantifizierte Mittelfristziele über 2026/27 hinaus veröffentlicht Südzucker nicht. Die Group Strategy 2030 ist qualitativ formuliert und nennt fünf Prioritäten: Schulden reduzieren und Bilanz stärken, die Nicht-Zucker-Segmente ausbauen, das Zuckergeschäft resilienter machen, die Profitabilität steigern und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025/26 ist die Dividende ausgesetzt. Das Aktie-Kapitel des Geschäftsberichts weist die Dividende je Aktie mit 0,00 Euro aus, nach 0,20 Euro im Vorjahr, und nennt in seiner Zeitleiste für den 17. Februar 2026 ausdrücklich den Vorschlag zur Aussetzung der Dividende.

Der Halbjahresfinanzbericht formuliert dazu wörtlich: „Weder die Südzucker AG noch die CropEnergies AG haben für das Geschäftsjahr 2025/26 Dividenden ausgeschüttet.“ Konsequent enthielt die Tagesordnung der virtuellen Hauptversammlung vom 16. Juli 2026 gar keinen Punkt zur Gewinnverwendung. Das ist die formale Folge eines Jahres ohne Bilanzgewinn.

Für das Geschäftsjahr 2024/25 hatte die Hauptversammlung am 17. Juli 2025 noch eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie beziehungsweise 41 Mio. Euro beschlossen; die Dividendenrendite lag bei 1,8 Prozent. Eine Dividendenhistorie vor 2024/25 weisen die abgerufenen Kapitel nicht aus.

Eine ausformulierte Dividendenpolitik veröffentlicht Südzucker nicht. Stattdessen nennt das Unternehmen den Erhalt des Investment-Grade-Ratings als oberste finanzielle Priorität und stellt die Aussetzung in den Zusammenhang von Schuldenabbau, reduzierten Investitionen und Ratingerhalt. Offen bleibt damit die Frage, an welche Bedingung eine Wiederaufnahme der Ausschüttung geknüpft ist: ein positives Konzernergebnis, ein Verschuldungsziel oder eine Ratingstabilisierung? Die abgerufenen Unterlagen beantworten das nicht. Für 2026/27 enthält der Halbjahresfinanzbericht keinen Dividendenvorschlag.

Wichtig für das Verständnis der Kapitalstruktur: Vor der Dividende wird das Hybridkapital bedient. Der Konzern hat eine Hybridanleihe über 700 Mio. Euro mit einem Kupon von 5,95 Prozent; allein im ersten Halbjahr 2026/27 flossen dafür 42 Mio. Euro ab. Die übrigen Ausschüttungen betrugen im Halbjahr 15 Mio. Euro nach 69 Mio. Euro im Vorjahr und gingen überwiegend an die nicht beherrschenden Gesellschafter der AGRANA Beteiligungs-AG.

Aktienrückkaufprogramme weisen die abgerufenen Primärquellen für die berichteten Perioden nicht aus. Die Aktienzahl ist von 204.131.650 auf 204.183.292 leicht gestiegen.

Was das Geschäft antreibt

  • Erholung der Ethanolmargen. Das Segment CropEnergies drehte im ersten Halbjahr 2026/27 beim operativen Ergebnis von minus 13 auf plus 51 Mio. Euro, bei einem Umsatzanstieg von 402 auf 438 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein deutlich höheres operatives EBITDA gegenüber 71 Mio. Euro. Die Grundlage ist ein strukturelles Angebotsdefizit: rund 11,4 Mio. Kubikmeter Nachfrage in EU und Großbritannien gegenüber 7,8 Mio. Kubikmetern Produktion.
  • Preis- und Mengenentwicklung im Zuckermarkt. Das Segment Zucker ist mit 2.786 Mio. Euro Umsatz 2025/26 das zweitgrößte, hat aber mit minus 177 Mio. Euro operativem Ergebnis den Konzernverlust verursacht. Für 2026/27 erwartet Südzucker ein operatives EBITDA zwischen minus 60 und plus 40 Mio. Euro und begründet den erwarteten Umsatzrückgang mit geringerer Rübenanbaufläche und niedrigeren Zuckermengen.
  • Spezialitäten als Ergebnisstütze. Das Segment lieferte 2025/26 bei 2.216 Mio. Euro Umsatz ein operatives EBITDA von 266 Mio. Euro und damit die Hälfte des Konzernwerts von 535 Mio. Euro, obwohl es nur gut ein Viertel des Umsatzes stellt. Im ersten Halbjahr 2026/27 stieg das operative Ergebnis von 71 auf 93 Mio. Euro.
  • Kostenprogramm bei AGRANA. Das Programm Next Level hat laut Unternehmen Einsparungen von rund 150 Mio. Euro pro Jahr realisiert.
  • Entschuldung und Investitionsdisziplin. Die Nettofinanzschulden sanken zum 31. August 2026 auf 1.588 Mio. Euro, der operative Cashflow stieg um 72,9 Prozent auf 441 Mio. Euro. Die Sachinvestitionen sollen 2026/27 unter dem Vorjahreswert von 450 Mio. Euro liegen. Die Liquiditätsreserven betragen 2.284 Mio. Euro.
  • Personalabbau. Die Belegschaft sank im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 18.440 Vollzeitäquivalente, im Segment Zucker um 448 auf 5.774.
  • Marktpositionen in mehreren Wertschöpfungsketten. Das Unternehmen bezeichnet sich als größter Anbieter von Zuckerprodukten in Europa und CropEnergies als einen der führenden europäischen Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Südzucker quantifiziert kurzfristige Risiken und Chancen in den Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle finanzielle Auswirkung und aggregiert sie mit statistischen Verfahren zu Risikofaktoren. Die unternehmenseigene Skala für die finanzielle Auswirkung lautet: gering unter 5 Mio. Euro, mittel 5 bis 20 Mio. Euro, hoch über 20 Mio. Euro und sehr hoch über 50 Mio. Euro. Die Stufe sehr hoch wurde im Geschäftsbericht 2025/26 neu eingefügt, im Vergleich zu den Vorjahren gab es sie nicht.
  • Als sehr hoch, also mit mehr als 50 Mio. Euro möglicher Auswirkung auf das operative Ergebnis 2026/27, bewertet das Unternehmen drei Risiken: die Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen und Energie, die Preisvolatilität der Produkte und die sonstigen finanzwirtschaftlichen Faktoren. Bei den ersten beiden stehen den Risiken Chancen derselben Größenordnung gegenüber, bei den finanzwirtschaftlichen Faktoren fällt die Chance mit hoch eine Stufe niedriger aus.
  • Als hoch, also über 20 Mio. Euro, ist eine Kategorie eingestuft: Investitionen, Produktion und Logistik, hier ohne gegenläufige Chance. Als mittel, also 5 bis 20 Mio. Euro, bewertet Südzucker operative Wechselkurse, strukturelle oder politische Veränderungen, Produktionssicherheit und Umwelt, Produktqualität, Informationstechnologie, Recht und Regulierung sowie Wechselkursschwankungen. Als gering, also unter 5 Mio. Euro, gelten Personal, Integrität und Geschäftsethik sowie Sanktionen und Embargos.
  • Verändert hat sich gegenüber dem Vorjahr Folgendes: Die Bewertung der Risiken in den Bereichen Rohstoffe und Energie sowie Investitionen, Produktion und Logistik wurde erhöht, die Bewertung der Risiken aus strukturellen oder politischen Veränderungen ist zurückgegangen. Gleichzeitig wurden die Chancen aus Rohstoffen und Energie höher und die Chancen aus sonstigen finanzwirtschaftlichen Faktoren niedriger bewertet. Im Übrigen blieben die Einschätzungen unverändert.
  • Zum größten Risiko schreibt das Unternehmen, es verarbeite jährlich über 30 Mio. Tonnen Agrarrohstoffe und sei damit Verfügbarkeitsrisiken ausgesetzt. Wesentliche Treiber seien Ertragsschwankungen infolge extremer Witterung durch den Klimawandel, Pflanzenkrankheiten sowie die Konkurrenz um Ackerflächen, insbesondere die Anbauentscheidung der Landwirte zwischen Zuckerrüben und alternativen Kulturen. Dazu komme eine ausgeprägte Preisvolatilität, deren Niveau und Schwankungsbreite durch geopolitische Konflikte spürbar gestiegen sei.
  • Bei den sonstigen finanzwirtschaftlichen Faktoren nennt Südzucker Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten, deren Umfang wegen des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahresverlauf stark schwankt, Pensionsverpflichtungen sowie ausdrücklich das Rating: Die Kreditwürdigkeit werde von Moody’s und Standard & Poor’s bewertet, Ziel sei die Wahrung eines stabilen Investment-Grade-Ratings. Beide Ratings tragen derzeit einen negativen Ausblick, BBB minus seit Mai 2026 und Baa3 seit Dezember 2025.
  • Die Gesamtbeurteilung formuliert der Konzern wörtlich so: „Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist weiterhin hoch. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nach wie vor nicht und sind gegenwärtig auch nicht erkennbar.“ Klimabezogene Risiken werden nach eigener Darstellung integriert im allgemeinen Risikomanagementprozess kurz-, mittel- und langfristig bewertet; zuständig ist die Konzernfunktion Corporate Sustainability & Environment.
  • Im Prognosekapitel nennt Südzucker zusätzlich als Unsicherheiten, ausdrücklich nicht als Risikokategorien mit Einstufung: eine anhaltend hohe Marktvolatilität, zollfreie ukrainische Agrarimporte, eine mögliche Marktöffnung durch Handelsabkommen, namentlich Mercosur, und die Dauer der globalen Zollverwerfungen. Der Halbjahresbericht hält fest, die Effekte der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage blieben nur schwer abschätzbar.

Wettbewerb

Namentliche Wettbewerber nennt Südzucker in den abgerufenen Primärquellen nicht. Marktanteilszahlen veröffentlicht das Unternehmen dort ebenfalls nicht.

Zur eigenen Position sagt der Konzern, er sei der größte Anbieter von Zuckerprodukten in Europa, und bezeichnet CropEnergies als einen der führenden europäischen Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol. Die IR-Präsentation beansprucht führende Positionen in Zucker, Fruchtzubereitungen, Stärke und Ethanol. Im Übrigen formuliert das Unternehmen Ziele statt aktueller Positionen, etwa profitabler als die Wettbewerber zu wachsen und ein führender Partner für pflanzenbasierte Lösungen zu werden.

Die Segmentstrategien beschreibt Südzucker so: Im Zucker gilt die Linie Competitive in Commodities über eine von der Fläche bis zum Kunden optimierte Wertschöpfungskette, mit Fokus auf den EU-Zuckermarkt und Wachstum bei nachhaltigen und zuckerreduzierten Produkten, stärkebasierten Süßungsmitteln und Non-Food-Nutzungen von Rübennebenprodukten. Spezialitäten soll aus Gesundheits- und Pflanzentrends wachsen, in Märkte wie Asien expandieren und mehr Co-Packing und Co-Manufacturing übernehmen. CropEnergies baut Kraftstoffethanol, Neutralalkohol, Proteinfutter, Bio-Kohlendioxid und biobasierte Chemie aus. Stärke fokussiert auf margenstarke Spezialprodukte und Kosteneffizienz. Frucht soll schneller wachsen als der Markt, das globale Getränkegeschäft ausbauen und akquirieren; genannt wird Mercator-Emba in Slowenien.

Termine

DatumEreignis
14.01.2027Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026/27
26.04.2027Vorläufige Zahlen Geschäftsjahr 2026/27
20.05.2027Bilanzpresse- und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2026/27
08.07.2027Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2027/28
15.07.2027Hauptversammlung Geschäftsjahr 2026/27 (10:00 Uhr)
07.10.2027Halbjahresfinanzbericht 2027/28

Fazit

Südzucker kommt aus dem schwersten Jahr der jüngeren Konzerngeschichte und befindet sich in einer sichtbaren operativen Erholung. Diese Erholung wird allerdings nicht vom Umsatz getragen. Im Geschäftsjahr 2025/26 fiel der Umsatz um 13,8 Prozent auf 8.352 Mio. Euro, das operative Ergebnis um 53,4 Prozent auf 163 Mio. Euro, und nach Steuern blieb ein Verlust von 378 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2026/27 stagnierte der Umsatz bei 4.188 Mio. Euro, während das operative EBITDA um 60,3 Prozent auf 303 Mio. Euro und das operative Ergebnis von 42 auf 153 Mio. Euro sprangen. Die Verbesserung kommt also aus Kosten, Rohstoffpreisen und Margen, nicht aus Volumen oder Absatzpreisen.

Der Hebel liegt bei zwei Segmenten. CropEnergies drehte im Halbjahr von minus 13 auf plus 51 Mio. Euro operatives Ergebnis. Das Zuckersegment verringerte seinen Verlust von minus 89 auf minus 63 Mio. Euro, bleibt aber negativ. Dass Spezialitäten 2025/26 mit 266 Mio. Euro operativem EBITDA die Hälfte des Konzernwerts beitrug, obwohl das Segment nur gut ein Viertel des Umsatzes stellt, zeigt die strukturelle Abhängigkeit: Das Zuckergeschäft bindet Kapital und liefert derzeit keinen Ergebnisbeitrag. Die eigene Prognose spannt für Zucker 2026/27 eine Bandbreite von minus 60 bis plus 40 Mio. Euro operativem EBITDA auf, also 100 Mio. Euro Spanne. Das ist ein Maß dafür, wie wenig das Unternehmen den Zuckerpreis selbst steuern kann.

Bilanziell ist das Bild zweischneidig. Die Nettofinanzschulden sanken zum 31. August 2026 auf 1.588 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 44,5 Prozent, die Liquiditätsreserven bei 2.284 Mio. Euro. Gleichzeitig ist das Eigenkapital binnen eines Jahres von 3.836 auf 3.601 Mio. Euro gesunken, und beide Ratings tragen einen negativen Ausblick. Der Konzern bedient eine Hybridanleihe über 700 Mio. Euro mit 5,95 Prozent Kupon; allein im Halbjahr flossen dafür 42 Mio. Euro ab. Das erklärt auch, warum das Ergebnis je Aktie mit 0,09 Euro deutlich unter dem rechnerischen Wert aus dem Aktionärsergebnis von 34 Mio. Euro liegt. Für Aktionäre heißt die Kapitalstruktur: Das Hybridkapital wird vor der Dividende bedient.

Daraus folgt die Dividendenfrage. Für 2025/26 ist die Dividende ausgesetzt, nach 0,20 Euro für 2024/25 ist das der zweite Schnitt in Folge. Südzucker veröffentlicht keine Dividendenpolitik, sondern nennt den Erhalt des Investment-Grade-Ratings als oberste finanzielle Priorität. Woran eine Wiederaufnahme der Ausschüttung geknüpft ist, lässt sich aus den abgerufenen Unterlagen nicht beantworten.

Für die Beurteilung des Titels ist die Aktionärsstruktur zentral. SZVG und Zucker Invest halten gemeinsam 75 Prozent, der Streubesitz beträgt 24,83 Prozent und entspricht einer Streubesitz-Marktkapitalisierung von nur 514 Mio. Euro. Das ist ein Titel mit begrenzter Handelbarkeit und einer Mehrheit, die aus dem Rübenanbau selbst kommt: Der Aufsichtsratsvorsitzende ist Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer. Das Unternehmen selbst bewertet seine Gesamtrisikoposition als weiterhin hoch und hat in diesem Geschäftsbericht mit sehr hoch erstmals eine Risikostufe über 50 Mio. Euro eingeführt.

Fragen und Antworten

Wann endet das Geschäftsjahr von Südzucker?

Südzucker hat ein abweichendes Geschäftsjahr, das Ende Februar endet. Das Geschäftsjahr 2026/27 läuft vom 1. März 2026 bis 28. Februar 2027. Quartalszahlen beziehen sich daher nicht auf Kalenderquartale: Das erste Quartal umfasst März bis Mai.

Zahlt Südzucker eine Dividende?

Für das Geschäftsjahr 2025/26 ist die Dividende ausgesetzt. Der Geschäftsbericht weist 0,00 Euro aus, der Halbjahresbericht stellt ausdrücklich fest, dass keine Dividende ausgeschüttet wurde, und die Tagesordnung der Hauptversammlung vom 16. Juli 2026 enthielt keinen Punkt zur Gewinnverwendung. Für 2024/25 waren es 0,20 Euro je Aktie beziehungsweise 41 Mio. Euro.

Warum hat Südzucker 2025/26 einen Verlust gemacht?

Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 378 Mio. Euro. Haupttreiber war das Segment Zucker mit einem operativen Ergebnis von minus 177 Mio. Euro nach minus 13 Mio. Euro im Vorjahr; das operative EBITDA des Segments drehte von plus 146 auf minus 17 Mio. Euro. Der Segmentumsatz brach um 28,1 Prozent ein.

Wer sind die größten Aktionäre von Südzucker?

Die SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG hält zum 28. Februar 2026 eigene und fremde Bestände von 64,93 Prozent, die Zucker Invest GmbH als Vehikel österreichischer Aktionäre der Raiffeisen-Gruppe 10,24 Prozent. Gemeinsam sind das 75 Prozent. Der Streubesitz beträgt 24,83 Prozent.

Wie hoch ist die Prognose von Südzucker für 2026/27?

Nach zwei Anhebungen erwartet Südzucker einen Konzernumsatz von 8,3 bis 8,7 Mrd. Euro und ein operatives EBITDA von 540 bis 680 Mio. Euro. Ursprünglich waren es am 16. Dezember 2025 8,0 bis 8,4 Mrd. Euro Umsatz und 480 bis 680 Mio. Euro operatives EBITDA. Die Obergrenze beim EBITDA blieb über alle Stufen unverändert.

Welche Risiken nennt Südzucker selbst als größte?

Drei Kategorien bewertet das Unternehmen mit sehr hoch, also über 50 Mio. Euro möglicher Auswirkung: die Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen und Energie, die Preisvolatilität der Produkte und die sonstigen finanzwirtschaftlichen Faktoren. Die Gesamtrisikoposition bezeichnet der Konzern als weiterhin hoch, bestandsgefährdende Risiken sieht er nicht.

Was ist der Unterschied zwischen operativem Ergebnis und operativem EBITDA bei Südzucker?

Es sind zwei verschiedene Kennzahlen, die nicht vermischt werden dürfen. Im Geschäftsjahr 2025/26 lag das operative EBITDA bei 535 Mio. Euro, das operative Ergebnis bei 163 Mio. Euro. Ab dem Geschäftsjahr 2026/27 ist das operative EBITDA die zentrale Steuerungsgröße auf Konzern- und Segmentebene. Eine Zeile mit der Bezeichnung EBIT weist Südzucker nicht aus.

Quellen

  • Südzucker AG, Halbjahresfinanzbericht Q2 2026/27 für den Zeitraum 01.03. bis 31.08.2026 (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Geschäftsbericht 2025/26 inklusive Risiko- und Chancenbericht, Kapitel Überblick, Südzucker-Aktie und Prognose (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Quartalsmitteilung Q1 2026/27, veröffentlicht 09.07.2026 (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Q2 Conference Call zum ersten Halbjahr 2026/27, Präsentation vom 08.10.2026 (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, IR-Präsentation Baader Investment Konferenz München, 23.09.2026 (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Hauptversammlung 2026, Einladung, Tagesordnung und Abstimmungsergebnisse (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Finanzkalender und Hauptversammlungsseite (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Jahresabschluss der Südzucker AG 2025/26 (suedzuckergroup.com)
  • Südzucker AG, Impressum (suedzuckergroup.com)
  • Deutsche Börse, Konstituentendaten SDAX (deutsche-boerse.com)

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.