Volkswagen ist Europas größter Autokonzern und führt zehn Marken von Škoda bis Porsche. Im DAX notiert die Vorzugsaktie – die Stammaktien kontrollieren die Familien Porsche und Piëch gemeinsam mit dem Land Niedersachsen.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Volkswagen AG |
| WKN (Vorzugsaktie) | 766403 |
| ISIN (Vorzugsaktie) | DE0007664039 |
| WKN (Stammaktie) | 766400 |
| Tickersymbol | VOW3 |
| Index | DAX 40 (Vorzugsaktie) |
| DAX-Rang | Platz 21 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Automobil |
| Sitz | Wolfsburg, Deutschland |
| Gegründet | 1937 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Der Konzern deckt nahezu jedes Preissegment ab: Volkswagen und Škoda im Volumenmarkt, Audi und Porsche im Premiumbereich, dazu Lastwagen über Traton sowie Finanzdienstleistungen.
Die Stärke liegt im Baukastenprinzip. Fahrzeuge unterschiedlicher Marken teilen sich Plattformen und Komponenten, was Entwicklungskosten auf hohe Stückzahlen verteilt.
Im DAX ist die Vorzugsaktie vertreten. Sie hat kein Stimmrecht, erhält dafür eine geringfügig höhere Dividende – dieselbe Konstruktion wie bei Henkel.
Was den Kurs bewegt
China. Volkswagen war dort jahrzehntelang Marktführer und hat diese Position an einheimische Elektrohersteller verloren. Die Entwicklung dieses Marktes bestimmt den Kurs maßgeblich.
Kostenstruktur in Deutschland. Hohe Personalkosten und Überkapazitäten belasten das Kerngeschäft. Restrukturierungsprogramme und die Diskussion um Werksschließungen bewegen den Kurs regelmäßig.
Software. Probleme bei der konzerneigenen Softwareentwicklung verzögerten Modellstarts über Jahre – ein Bereich, in dem traditionelle Hersteller gegenüber neuen Wettbewerbern zurückliegen.
Gewichtung im DAX
Die Porsche Automobil Holding hält die Mehrheit der Stammaktien, das Land Niedersachsen einen Sperranteil. Im Index ist nur die Vorzugsaktie vertreten, deren Streubesitz höher liegt.
Dividende
Volkswagen zahlte über Jahre eine hohe Dividende, kürzte sie aber deutlich, als Gewinne und freier Zahlungsmittelzufluss unter Druck gerieten.
Die Dividendenrendite lag zeitweise bei den höchsten im DAX – ein Wert, der bei zyklischen Aktien oft eher Skepsis des Marktes ausdrückt als Qualität. Mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Toyota | Japan | JP3633400001 |
| Stellantis | Niederlande | NL00150001Q9 |
| BMW | Deutschland | DE0005190003 |
| Tesla | USA | US88160R1014 |
Toyota ist der größte Wettbewerber weltweit, Stellantis der direkteste in Europa. Im Elektrosegment treten BYD und weitere chinesische Hersteller inzwischen auch in Europa an.
Das Geschäftsmodell im Detail
Volkswagen ist der größte europäische Autohersteller und vereint mehrere Marken unter einem Dach. Diese Vielfalt ist Stärke und Last zugleich: Sie deckt alle Preisklassen ab, erzeugt aber hohe Komplexität und Kosten.
| Marke | Segment | Bedeutung |
|---|---|---|
| Volkswagen | Volumenmarke | größter Umsatzträger, dünne Margen |
| Audi | Premium | wichtiger Ergebnisbeitrag |
| Porsche AG | Sportwagen | höchste Marge, seit 2022 eigenständig notiert |
| Škoda und Seat | Volumen und Einstieg | profitabler als erwartet |
| Traton | Nutzfahrzeuge | eigenständig börsennotiert |
Die Besonderheit der Aktiengattungen
Volkswagen hat Stamm- und Vorzugsaktien. Im DAX notiert die Vorzugsaktie, die keine Stimmrechte gewährt, dafür eine leicht höhere Dividende.
Der Grund liegt in der Eigentümerstruktur: Die Porsche Automobil Holding hält die Mehrheit der Stimmrechte, das Land Niedersachsen rund ein Fünftel und verfügt über eine Sperrminorität. Der freie Anteil der Stammaktien ist gering.
Diese Konstellation führte 2008 zu einem der spektakulärsten Ereignisse der Börsengeschichte: Beim Übernahmeversuch durch Porsche schoss die VW-Stammaktie auf über 1.000 Euro, weil Leerverkäufer sich eindecken mussten – kurzzeitig war Volkswagen das wertvollste Unternehmen der Welt.
Was den Kurs bewegt
China. Jahrzehntelang der wichtigste Wachstumsmarkt. Dort verliert Volkswagen inzwischen Anteile an lokale Hersteller von Elektroautos.
Der Umstieg auf Elektroantriebe. Er bindet Milliarden, während die Nachfrage langsamer wächst als geplant. Gleichzeitig laufen Verbrenner weiter und finanzieren den Wandel.
Kostenstruktur. Die deutschen Werke gelten als teuer. Sparprogramme und Werksschließungen sind entsprechend konfliktbeladen.
Die Porsche-Beteiligung. Der Wert des Anteils an der Porsche AG wirkt direkt auf die Bewertung des Konzerns.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Bemerkung |
|---|---|---|
| Toyota | 🇯🇵 Japan | weltgrößter Hersteller nach Stückzahl |
| BYD | 🇨🇳 China | führend bei Elektroautos, drängt nach Europa |
| Mercedes-Benz | 🇩🇪 Deutschland | Premiumsegment |
| BMW | 🇩🇪 Deutschland | Premiumsegment |
| Stellantis | 🇳🇱 Niederlande | Markenverbund mit Opel, Peugeot, Fiat |
Einordnung
Volkswagen ist ein Konzern im Umbau: hohe Fixkosten, große Marktanteile in schrumpfenden Segmenten und erheblicher Investitionsbedarf gleichzeitig.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der freie Zahlungsmittelzufluss im Automobilbereich die wichtigste Größe. Er zeigt, ob der Konzern den Umbau aus eigener Kraft finanzieren kann.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.