BMW baut Premiumfahrzeuge und gehört zu den wenigen Autokonzernen, die auch in schwierigen Jahren verlässlich Gewinne erwirtschaften. Die Familien Quandt und Klatten halten die Kontrolle.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Bayerische Motoren Werke AG |
| WKN | 519000 |
| ISIN | DE0005190003 |
| Tickersymbol | BMW |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 22 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Automobil |
| Sitz | München, Deutschland |
| Gegründet | 1916 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Der Konzern führt drei Automarken: BMW, Mini und Rolls-Royce. Dazu kommt das Motorradgeschäft und – wie bei allen großen Herstellern – ein erhebliches Finanzdienstleistungsgeschäft mit Leasing und Finanzierung.
BMW verfolgt einen technologieoffenen Ansatz: Verbrenner, Hybride und Elektroautos laufen teils über dieselben Fertigungslinien. Das kostet Flexibilität im Einkauf, vermeidet aber Wetten auf eine einzelne Antriebsart.
Im Vergleich zu Mercedes-Benz ist die Modellpalette breiter und reicht weiter ins mittlere Preissegment hinein.
Was den Kurs bewegt
China. Größter Absatzmarkt und zugleich größtes Risiko. Der Erfolg einheimischer Elektromarken hat dort Marktanteile der deutschen Hersteller gekostet.
Zölle und Handelskonflikte. BMW produziert in den USA und exportiert von dort nach China – der Konzern ist damit von Handelsstreitigkeiten in beide Richtungen betroffen.
Materialkosten. Batterierohstoffe, Halbleiter und Stahl bestimmen die Herstellkosten erheblich.
Gewichtung im DAX
Die Familien Quandt und Klatten halten zusammen knapp die Hälfte der Stammaktien. Der Streubesitz ist entsprechend begrenzt – ein Muster, das im DAX häufig auftritt, etwa bei Beiersdorf und Henkel.
Dividende
BMW zahlt seit Jahrzehnten Dividende und hat sie auch in Krisenjahren selten ausgesetzt. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund einem Drittel des Gewinns.
Neben der Stammaktie existiert eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht, die eine geringfügig höhere Dividende erhält. Im DAX notiert die Stammaktie.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz Group | Deutschland | DE0007100000 |
| Volkswagen | Deutschland | DE0007664039 |
| Tesla | USA | US88160R1014 |
| Toyota | Japan | JP3633400001 |
Mercedes-Benz und Audi sind die direkten Premiumkonkurrenten. Im Elektrosegment kommt der Druck von Tesla und chinesischen Herstellern, die mit deutlich niedrigeren Preisen antreten.
Das Geschäftsmodell im Detail
BMW baut Premiumfahrzeuge und verdient zusätzlich an deren Finanzierung. Der Konzern aus München führt drei Automarken und ein Motorradgeschäft.
| Marke | Segment |
|---|---|
| BMW | Premiumfahrzeuge, Kern des Konzerns |
| Mini | Kleinwagen im Premiumsegment |
| Rolls-Royce | Luxusfahrzeuge |
| BMW Motorrad | Zweiräder |
| Financial Services | Leasing und Finanzierung |
Die Finanzdienstleistungen sind mehr als ein Anhängsel: Ein erheblicher Teil der Fahrzeuge wird geleast oder finanziert. Das bindet Kunden und erzeugt Erträge über die gesamte Laufzeit.
Die Technologieoffenheit als Strategie
Anders als Wettbewerber, die sich früh auf reine Elektroplattformen festlegten, baut BMW Verbrenner, Hybride und Elektroautos auf gemeinsamen Architekturen.
Das wurde lange als Zögern kritisiert. Als die Nachfrage nach Elektroautos langsamer wuchs als erwartet, erwies es sich als Vorteil: BMW konnte die Produktion nach Nachfrage verschieben, ohne Werke umzubauen.
Die Kehrseite sind höhere Entwicklungskosten, weil mehrere Antriebsarten parallel gepflegt werden müssen.
Was den Kurs bewegt
Absatz in China. Der größte Einzelmarkt, in dem zugleich der Wettbewerbsdruck durch lokale Hersteller wächst.
Zölle und Handelspolitik. BMW produziert in den Vereinigten Staaten für den Weltmarkt – Handelsbeschränkungen treffen den Konzern von mehreren Seiten.
Die Marge im Automobilgeschäft. Sie zeigt, ob Preise durchsetzbar bleiben. Im Premiumsegment ist sie traditionell höher als bei Volumenherstellern.
Die Familie Quandt. Sie hält rund 46 Prozent und sorgt für Stabilität – eine Übernahme ist praktisch ausgeschlossen.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Segment |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz | 🇩🇪 Deutschland | direkter Konkurrent |
| Audi | 🇩🇪 Deutschland | Teil von Volkswagen |
| Tesla | 🇺🇸 USA | Elektrofahrzeuge |
| Lexus | 🇯🇵 Japan | Premiummarke von Toyota |
| BYD | 🇨🇳 China | wachsender Wettbewerb im Premiumbereich |
Einordnung
BMW gilt als der solideste der deutschen Autobauer: niedrige Verschuldung, hohe Eigenkapitalquote, verlässliche Margen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Marge im Automobilsegment die entscheidende Kennzahl. Sie zeigt, ob die Preise durchsetzbar bleiben – unabhängig davon, wie viele Fahrzeuge verkauft werden.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.