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Robo-Advisor: Kosten, Rechtsform und wofür man bezahlt
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Smartphone mit abstraktem Kreisdiagramm auf einer hellen Steinfläche

Robo-Advisor: Kosten, Rechtsform und wofür man bezahlt

Ein Robo-Advisor legt Geld nach Regeln an, die ein Computer ausführt: Risikoprofil abfragen, Portfolio aus ETFs zusammenstellen, regelmäßig zurück auf die Zielgewichtung bringen. Der Nutzen liegt nicht in besseren Entscheidungen, sondern darin, dass überhaupt keine getroffen werden müssen – und das kostet zwischen 0,3 und 1,0 Prozent im Jahr.

Zwei Rechtsformen mit großem Unterschied

FinanzportfolioverwaltungAnlagevermittlung
Erlaubnisnach Kreditwesengesetz, von der BaFineingeschränkt, oft über ein Haftungsdach
EntscheidungAnbieter handelt selbst, ohne RückfrageKunde muss jeder Umschichtung zustimmen
Praktischläuft von alleinerfordert Mitwirkung

Wer sich für einen Anbieter interessiert, sollte als Erstes klären, welche der beiden Formen vorliegt. Ein Modell, bei dem jede Umschichtung bestätigt werden muss, nimmt dem Produkt genau den Zweck, für den es bezahlt wird.

Was die Kosten ausmachen

KostenblockGrößenordnung im Jahr
Servicegebühr des Anbieters0,3 bis 1,0 % des Vermögens
Kosten der enthaltenen ETFs0,1 bis 0,3 %
Handels- und Depotkostenmeist enthalten
Summe0,4 bis 1,3 %

Zum Vergleich: Ein selbst geführter ETF-Sparplan auf einen Weltindex kostet 0,1 bis 0,25 Prozent im Jahr. Die Differenz von rund einem Prozentpunkt klingt klein und ist es über ein Jahr auch. Über dreißig Jahre kostet ein Prozentpunkt bei 100.000 Euro Anlagesumme und ansonsten gleicher Entwicklung einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Das ist kein Argument gegen Robo-Advisor, sondern der Preis, den sie verlangen. Die Frage ist, wofür.

Wofür man bezahlt

  • Aufteilung nach Risikoprofil. Der Anbieter wählt die Mischung aus Aktien und Anleihen und begründet sie.
  • Rebalancing. Die Zielgewichtung wird automatisch wiederhergestellt – der Teil, den Selbstanleger am häufigsten vernachlässigen.
  • Keine Entscheidungen im Abschwung. Der größte Nutzen ist psychologischer Natur: Wer nicht selbst verkaufen kann, verkauft auch nicht am Tief.
  • Steuerliche Abwicklung. Ein deutscher Anbieter führt die Abgeltungsteuer ab und berücksichtigt den Freistellungsauftrag.

Was zu prüfen ist

  • Wer verwahrt das Geld? Üblich ist eine Partnerbank; das Depot läuft auf den Namen des Kunden und ist Sondervermögen. Bei einer Insolvenz des Robo-Advisors bleibt es unberührt.
  • Welche Erlaubnis hat der Anbieter? Das Unternehmensregister der BaFin gibt darüber Auskunft.
  • Gesamtkostenquote statt Servicegebühr. Beworben wird oft nur der eigene Anteil, nicht die Kosten der enthaltenen Fonds.
  • Mindestanlage und Kündigungsfristen.
  • Was passiert beim Ausstieg? Lässt sich das Portfolio als Depot übertragen oder wird verkauft – mit Steuerfolge?

Einordnung

Ein Robo-Advisor ist eine Vermögensverwaltung zum kleinen Preis, nicht eine Geldanlage zum Nulltarif. Für Anleger, die eine klare Aufteilung wollen, sich nicht selbst kümmern möchten und bereit sind, dafür einen Prozentpunkt im Jahr zu zahlen, ist das ein stimmiges Angebot. Wer bereit ist, einmal im Jahr selbst eine Stunde aufzuwenden, bekommt dasselbe Ergebnis deutlich günstiger.

Dieser Text ersetzt keine Anlageberatung und empfiehlt keinen Anbieter.

Quellen

  • § 1 Absatz 1a KWG, Finanzportfolioverwaltung und Anlagevermittlung
  • § 32 KWG, Erlaubnispflicht