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Ceres Power Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Startseite Ceres Power Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell
Dünne keramische Brennstoffzellenplatten gestapelt auf einem Labortisch
Aktie im Porträt

Ceres Power Aktie: Porträt, Kurs und Geschäftsmodell

Ceres Power aus dem englischen Horsham entwickelt Festoxid-Technologie (Solid Oxide) für Brennstoffzellen und Elektrolyseure. Anders als die meisten Wasserstoffwerte baut Ceres keine eigenen Fabriken, sondern vergibt Lizenzen an Industriekonzerne, die die Zellen selbst fertigen. Die Aktie gilt deshalb als Wette darauf, dass sich dieses Lizenzmodell in Strom für Rechenzentren und in grünem Wasserstoff durchsetzt.

Unternehmensprofil

UnternehmenCeres Power Holdings plc
ISINGB00BG5KQW09
TickersymbolCWR
BörseLondon Stock Exchange (Main Market, seit Juni 2023)
BrancheWasserstoff / Festoxid-Brennstoffzellen und -Elektrolyse
SitzHorsham, West Sussex (Großbritannien)
Gegründet2001 (Ausgründung des Imperial College London)
Mitarbeiter353 (31.12.2025)

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Kern ist eine metallgestützte Festoxidzelle auf Stahlbasis, die sowohl Strom aus Gas oder Wasserstoff erzeugen (SOFC) als auch per Elektrolyse Wasserstoff herstellen kann (SOEC). Ceres verdient an Lizenzgebühren und Engineering-Leistungen beim Technologietransfer, am Verkauf von Testhardware und – sobald Partner in Serie produzieren – an laufenden Royalties pro verkaufter Einheit. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 17,6 Mio. £ auf Engineering und Lizenzen, 5,0 Mio. £ auf Hardware und 0,2 Mio. £ auf Royalties.

Die Umsätze stammen fast vollständig aus Asien, drei Großkunden standen im Halbjahr für rund 93 % der Erlöse. Bosch, lange wichtigster Fertigungspartner und Großaktionär, hat sich im Februar 2025 aus dem SOFC-Geschäft zurückgezogen. Seit 2026 positioniert sich Ceres verstärkt als Stromlieferant für Rechenzentren, unter anderem über Partnerschaften mit Centrica und Delta.

PartnerStatus laut Unternehmen
Doosan (Südkorea)Serienfertigung von SOFC-Systemen seit Juli 2025, erste Royalties 2025
Delta Electronics (Taiwan)Lizenz seit 2024, Fabrik in Taiwan, erste Auslieferungen ab 2028 erwartet
Weichai (China)Fertigungslizenz für stationäre Stromerzeugung seit November 2025
Denso (Japan)Lizenz für Elektrolysezellen (SOEC) seit September 2024
Shell (Indien)Elektrolyse-Demonstrator im Megawattbereich in Bangalore
Thermax (Indien)SOEC-Pilotanlage im Bau
Centrica (Großbritannien)Strategische Partnerschaft für Vor-Ort-Stromerzeugung seit März 2026

Zahlen

Kennzahl (Mio. £)20242025H1 2025H1 2026
Umsatz51,932,621,122,8
Bruttomarge77 %70 %79 %71 %
Bereinigtes EBITDA−22,3−32,5−11,3−6,8
Nettoergebnis (Periodenverlust)−28,3−47,5−19,6−16,9
Kasse und kurzfristige Anlagen102,583,3104,1172,0
Quelle: Geschäftsberichte/Quartalsmitteilungen von Ceres Power Holdings, Stand Oktober 2026.

Einen Auftragsbestand weist Ceres nicht aus. Für 2026 sind nach Unternehmensangaben bereits rund 45 Mio. £ Konzernumsatz vertraglich gesichert, Erlöse aus neuen Lizenzpartnern kämen hinzu. Die deutlich höhere Liquidität zum 30. Juni 2026 geht auf eine überzeichnete Kapitalerhöhung über 102,6 Mio. £ brutto im Juni 2026 zurück.

Was den Kurs bewegt

  • Neue Lizenzverträge: Das Management rechnet 2026 mit mindestens einem weiteren Lizenzpartner. Jede Unterzeichnung bringt Einmalerlöse und erweitert die Basis für künftige Royalties.
  • Serienstart der Partner: Erst wenn Doosan, Delta und Weichai in Stückzahlen liefern, wachsen die margenstarken Royalties.
  • Rechenzentren: Ceres schätzt den jährlichen SOFC-Markt bis 2030 auf bis zu 22 GW, etwa die Hälfte davon für Rechenzentren. Nachrichten aus diesem Umfeld bewegen die Aktie stark.
  • Kosten und Liquidität: Die Betriebskosten sollen bis Ende 2026 deutlich unter dem Niveau von 2025 liegen; die Kapitalerhöhung hat die Finanzierung vorerst gesichert, aber den Aktienbestand verwässert.
  • Klumpenrisiko: Wenige Partner aus Asien tragen fast den gesamten Umsatz; der Ausstieg von Bosch zeigte, wie stark einzelne Entscheidungen durchschlagen.

Wettbewerber

Im Festoxid-Segment ist Bloom Energy der bekannteste börsennotierte Konkurrent, der Anlagen allerdings selbst baut und betreibt. Bei stationären Brennstoffzellen konkurriert Ceres zudem mit FuelCell Energy. In der Elektrolyse stehen die Partner von Ceres im Wettbewerb mit Anbietern wie Nel, ITM Power, thyssenkrupp nucera und Enapter, die auf andere Technologien setzen.

Einordnung

Ceres verbindet hohe Bruttomargen mit einem kleinen Umsatz und anhaltenden Verlusten. Das Lizenzmodell braucht wenig Kapital für Fabriken, macht das Unternehmen aber abhängig vom Tempo seiner Partner. Mit dem Serienstart bei Doosan und den ersten Royalties hat Ceres 2025 einen wichtigen Schritt vom Entwicklungs- zum Lizenzgeber gemacht, die Beträge sind jedoch noch gering.

Aus Sicht der Marktteilnehmer stehen vor allem zwei Fragen im Raum: ob neue Lizenzpartner hinzukommen und ob der Strombedarf von Rechenzentren den Festoxid-Brennstoffzellen den erhofften Massenmarkt eröffnet. Die gestärkte Bilanz verschafft dafür Zeit.

Mehr zum Sektor im Überblick Wasserstoff-Aktien. Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait.

Quellen

Kursdaten von TradingView, verzögert. Angaben nach Unternehmensmitteilungen, Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.