Moody’s ist eine der drei großen Ratingagenturen der Welt und bewertet die Kreditwürdigkeit von Staaten, Unternehmen, Banken und strukturierten Wertpapieren. Die Noten von Moody’s reichen von Aaa für höchste Bonität bis C für Schuldner, die bereits ausgefallen sind. Hinter der Marke steht die börsennotierte Moody’s Corporation mit Sitz in New York, die neben dem Ratinggeschäft auch Daten- und Analysedienste anbietet.
Was ein Kreditrating grundsätzlich aussagt und wie die Skalen der großen Agenturen zueinander passen, erklärt der Beitrag zum Credit Rating. Der Wettbewerber wird im Beitrag zu Standard & Poor’s vorgestellt.
Geschichte
Der Finanzpublizist John Moody veröffentlichte ab 1900 Handbücher mit Daten zu US-Industrie- und Eisenbahnwerten. 1909 ging er einen Schritt weiter und versah Eisenbahnanleihen mit Buchstabennoten, die die Qualität der Schuldner in einem einzigen Symbol zusammenfassten. Das gilt als Beginn des modernen Anleiheratings. In den folgenden Jahrzehnten kamen Ratings für Kommunen, Versorger und Industrieunternehmen hinzu.
1962 übernahm der Wirtschaftsinformationsdienst Dun & Bradstreet das Unternehmen. Im Jahr 2000 wurde Moody’s wieder abgespalten und als eigenständige Moody’s Corporation an die New York Stock Exchange gebracht. Zu den langjährigen Großaktionären zählt Berkshire Hathaway, die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett.
Zwei Geschäftsbereiche
Die Moody’s Corporation gliedert sich in zwei Segmente. Moody’s Ratings, bis 2024 Moody’s Investors Service genannt, vergibt die Kreditratings. Bezahlt werden diese meist vom bewerteten Emittenten, der die Note braucht, um Anleihen bei institutionellen Investoren zu platzieren. Moody’s Analytics verkauft Daten, Software und Risikomodelle an Banken, Versicherer und Unternehmen, etwa zur Kreditprüfung, zur Erfüllung von Aufsichtsanforderungen oder zur Analyse von Klimarisiken. Beide Bereiche sind organisatorisch getrennt, um Interessenkonflikte zu begrenzen.
Die Ratingskala von Moody’s
Typisch für Moody’s ist die Schreibweise mit Groß- und Kleinbuchstaben und den Zusatzziffern 1, 2 und 3 statt Plus und Minus. Die Ziffer 1 steht für das obere Ende einer Stufe, die 3 für das untere.
| Langfristrating | Stufen | Einordnung |
|---|---|---|
| Aaa | eine Stufe | beste Qualität, minimales Kreditrisiko |
| Aa | Aa1, Aa2, Aa3 | hohe Qualität, sehr geringes Kreditrisiko |
| A | A1, A2, A3 | obere Mittelklasse, geringes Kreditrisiko |
| Baa | Baa1, Baa2, Baa3 | mittlere Qualität, unterste Stufe im Investment Grade |
| Ba | Ba1, Ba2, Ba3 | spekulative Elemente, erhebliches Kreditrisiko |
| B | B1, B2, B3 | spekulativ, hohes Kreditrisiko |
| Caa | Caa1, Caa2, Caa3 | schwache Position, sehr hohes Kreditrisiko |
| Ca | eine Stufe | hochspekulativ, Ausfall wahrscheinlich oder eingetreten |
| C | eine Stufe | niedrigste Klasse, meist bereits ausgefallen |
Die Trennlinie zum spekulativen Bereich verläuft zwischen Baa3 und Ba1. Für kurzfristige Verbindlichkeiten mit Laufzeiten bis 13 Monate nutzt Moody’s eine eigene Skala: Prime-1 (P-1) als beste Note, dann P-2 und P-3, schließlich Not Prime (NP) für Emittenten außerhalb des Investment Grade.
Eine Besonderheit gegenüber anderen Agenturen: Moody’s-Ratings sollen neben der Ausfallwahrscheinlichkeit auch den erwarteten Verlust im Ausfall berücksichtigen. Zwei Anleihen desselben Schuldners können deshalb unterschiedliche Noten tragen, wenn eine besser besichert ist oder im Rang vorgeht.
Ausblick und Überprüfung
Neben der Note veröffentlicht Moody’s einen Ausblick: positiv, negativ, stabil oder in Entwicklung. Er beschreibt die wahrscheinliche Richtung über einen mittelfristigen Zeitraum. Konkreter ist eine Überprüfung (Review for Upgrade oder Review for Downgrade). Sie signalisiert, dass eine Änderung des Ratings kurzfristig erwogen wird, etwa nach einer angekündigten Übernahme. Für Anleihekurse sind solche Signale oft ebenso wichtig wie die eigentliche Ratingänderung.
Bekannte Entscheidungen
Am 16. Mai 2025 senkte Moody’s das Rating der Vereinigten Staaten von Aaa auf Aa1 und änderte den Ausblick von negativ auf stabil. Damit hatte keine der drei großen Agenturen den USA mehr die Bestnote gegeben. Hintergrund war die Erwartung steigender Haushaltsdefizite und Zinslasten, die im Finanzprofil der USA näher beschrieben sind. Deutschland trägt bei Moody’s weiterhin die Höchstnote Aaa.
In der Finanzkrise 2008 stand Moody’s wie die anderen Agenturen in der Kritik, weil zahlreiche hoch bewertete Hypothekenpapiere und CDOs ausfielen. Die Aufsicht über Ratingagenturen wurde danach in den USA und in Europa deutlich verschärft.
Aufsicht
In der Europäischen Union dürfen Ratings nur von Agenturen verwendet werden, die bei der Wertpapieraufsicht ESMA registriert sind. Moody’s ist dort mit mehreren europäischen Gesellschaften eingetragen, darunter eine Tochter in Frankfurt am Main. In den USA ist Moody’s bei der Börsenaufsicht SEC als Nationally Recognized Statistical Rating Organization (NRSRO) registriert. Beide Behörden prüfen unter anderem Methoden, Interessenkonflikte und die Offenlegung.
Bedeutung für Anleger
Für Anleger in Unternehmensanleihen und Staatsanleihen ist das Moody’s-Rating eine wichtige Orientierung. Es bestimmt mit, welche Investoren eine Anleihe kaufen dürfen, denn viele Fonds und Versicherer sind auf Investment Grade beschränkt. Eine Herabstufung unter Baa3 kann deshalb erzwungene Verkäufe auslösen und den Kurs einer Anleihe stark belasten. Weichen die Noten von Moody’s, S&P und Fitch voneinander ab, spricht man von einem Split Rating; viele Indizes verwenden dann eine Mittelwert- oder Mehrheitsregel.
Grenzen und Risiken
Ratings sind Meinungen über Kreditrisiken, keine Garantien und keine Aussagen über Kurschancen. Sie reagieren oft erst, wenn sich Probleme bereits in Kursen und Risikoaufschlägen zeigen. Das Modell, bei dem der Emittent die Bewertung bezahlt, wird seit Jahren als möglicher Interessenkonflikt diskutiert.
Fazit
Moody’s ist eine der prägenden Institutionen des Anleihemarkts. Die Skala von Aaa bis C mit den Ziffern 1 bis 3 unterscheidet sich in der Schreibweise von S&P und Fitch, beschreibt aber dieselben Risikostufen. Für Anleger ist das Rating ein nützlicher Ausgangspunkt, der die eigene Prüfung von Emittent und Anleihebedingungen nicht ersetzt.
Fragen und Antworten
Was ist das beste Rating bei Moody’s?
Aaa. Darunter folgen Aa1 bis Aa3, A1 bis A3 und Baa1 bis Baa3 im Investment Grade.
Ab welchem Moody’s-Rating gilt eine Anleihe als spekulativ?
Ab Ba1 und darunter. Baa3 ist die unterste Stufe des Investment Grade.
Welches Rating haben die USA bei Moody’s?
Seit dem 16. Mai 2025 Aa1 mit stabilem Ausblick.
Was bedeutet P-1 bei Moody’s?
Prime-1 ist die beste Note auf der Kurzfristskala für Verbindlichkeiten mit bis zu 13 Monaten Laufzeit.
Quellen
- Moody’s Ratings, Rating Symbols and Definitions – moodys.com
- Moody’s, The US Sovereign Rating Action – moodys.com
- Moody’s Corporation, Investor Relations – ir.moodys.com
- ESMA, Register der Ratingagenturen – esma.europa.eu
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.