Der Oktober endet an den Börsen mit einem kräftigen Rückschlag. Die Zweifel, ob sich die gewaltigen KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne auszahlen, haben am Freitag die Wall Street deutlich nach unten gezogen und auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Bereits am Nachmittag kam der DAX nicht aus der Verlustzone.
Die Indizes
Der DAX schloss laut Deutscher Börse im Xetra-Handel bei gut 25.800 Punkten und damit 0,9 Prozent tiefer. Der MDAX verlor 1,1 Prozent auf knapp 30.500 Punkte, der TecDAX gab 1,4 Prozent auf knapp 4.100 Punkte nach. In New York ging der S&P 500 laut AP um 21:00 Uhr deutscher Zeit mit einem Minus von 1,8 Prozent aus dem Handel, dem größten Tagesverlust seit Juni. Der Dow Jones fiel um 1,1 Prozent.
DAX
An der DAX-Spitze stand Bayer mit einem Plus von 5,5 Prozent, nachdem eine Jury in St. Louis im ersten Roundup-Prozess seit dem Urteil des Supreme Court zugunsten der Tochter Monsanto entschieden hatte. Versicherer waren gefragt, Münchener Rück legte 1,9 Prozent zu, SAP gewann 1,1 Prozent. Am Ende des Kurszettels standen Siemens Energy mit minus 6,9 Prozent und Infineon mit minus 6,4 Prozent, die im Sog des Ausverkaufs bei KI- und Chipwerten nachgaben. Deutsche Bank verlor 3,5 Prozent.
Wall Street
Auslöser des Abverkaufs waren schwache Ausblicke und hohe Investitionspläne aus dem Technologiesektor. Laut CNN wächst die Sorge, dass die Ausgaben für Rechenzentren und KI nicht die erhofften Renditen bringen. Ein Index der Chiphersteller sackte um gut 7 Prozent ab, Technologiewerte führten die Verlierer an. Anleger wichen in Basiskonsumwerte und Staatsanleihen aus, die Renditen der US-Staatsanleihen sanken laut AP, obwohl die Ölpreise stiegen.
Aktien im Fokus
- Intel: Die Aktie brach laut AP um knapp 29 Prozent ein, der größte Tagesverlust seit 1974. Der Chipkonzern hatte für das vierte Quartal einen schwächeren Ausblick gegeben und auf eine maue PC-Nachfrage wegen gestiegener Speicherkosten verwiesen.
- Amazon: Nach Quartalszahlen mit weiter steigenden KI-Investitionen fiel das Papier laut CNN um 1,4 Prozent. Umsatz und Gewinn hatten die Erwartungen verfehlt.
- Nvidia: Der Chipkonzern gab laut CNN 4,2 Prozent nach.
- Alphabet: Nach dem Einbruch vom Donnerstag verlor die Aktie weitere 1,4 Prozent und beendete laut CNN ihren schwächsten Monat überhaupt.
- Bayer: Der Erfolg im Roundup-Verfahren bescherte der Aktie den größten Tagesgewinn im DAX. Über den vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar muss ein Gericht in Missouri noch entscheiden.
Termine am Montag
Am Wochenende ruht der Handel. In der Nacht auf Sonntag endet in den USA die Sommerzeit, ab Montag liegt New York wieder sechs Stunden zurück. Am Montag, 2. November, stehen diese Termine an:
- 09:55 Uhr: Einkaufsmanagerindex Industrie Deutschland (endgültig), 10:00 Uhr Eurozone (S&P Global/HCOB)
- 16:00 Uhr: ISM-Einkaufsmanagerindex Industrie USA
- Quartalszahlen: vorbörslich Marriott und IDEXX, nach US-Börsenschluss Apple, Palantir und Vertex Pharmaceuticals
Quellen
- Deutsche Börse: DAX, MDAX, TecDAX und DAX-Einzelwerte
- AP: How major US stock indexes fared Friday 10/30/2026
- CNN: Nasdaq suffers worst month in over a year as AI nerves roil markets
- ISM: Veröffentlichungstermine
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Kursangaben ohne Gewähr, Stand: 30.10.2026, 22:15 Uhr.